Immer wieder mal liest und hört man davon, dass sich Führungskräfte in sozialen Unternehmen „die Taschen voll machen“, soll heissen: sich exorbitant hohe Gehälter und Vergütungen genehmigen (lassen). Das finden manche grundsätzlich schlimm – also auch bei Unternehmen, die im privatwirtschaftlichen, profit-orientierten Bereich unterwegs sind. Die Gier der Manager und Bosse ist überall hinlänglich beschrieben. Andere finden das ganze nicht so schlimm…. es sei denn, es handelt sich um Manager und Bosse von Sozialunternehmen. Begründung: Bei deren Vergütungen handelt es sich um staatliche Mittel – also Zuwendungen und Förderungen für einen sozialen Zweck. Mal abgesehen davon, dass ich Gier und Maßlosigkeit grundsätzlich verabscheuungswürdig finde, wäre mir doch daran gelegen, mal die Frage nach der Bedeutung der Herkunft der Mittel zu diskutieren. Kurz gefragt: Wie lange ist Staatsknete eigentlich Staatsknete? Und welche Staatsknete ist eigentlich gemeint……? Und was sind die Konsequenzen?
Wenn ein soziales Unternehmen Leistungen erbringt, die eine staatliche Stelle einkauft, erhält dieses Unternehmen die vereinbarte Bezahlung. Von diesen Einnahmen bezahlt das Unternehmen seine Kosten. Dazu gehören Löhne, Gehälter, Mieten usw.. Hat denn der Gehaltsempfänger nun Staatsknete erhalten? Oder verdientes Geld des Unternehmens? Und wenn es sich um Staatsknete gehandelt haben sollte: Wann hört die Staatsknete auf Staatsknete zu sein? Wenn der beim Sozialunternehmen beschäftigte seine private Miete überweist oder beim Bäcker seine Brötchen bezahlt – ist das Geld, das da den Besitzer wechselt noch Staatsknete? Und wenn nein: Warum nicht?
Welche Auswirkungen hat die Beantwortung dieser Fragen auf die Ausgestaltung der Vergütungssysteme bei sozialen Organisationen und Unternehmen? Sollten Beschäftigte im sozialen Bereich weniger verdienen, weil Staatsknete im Spiel ist? Und: gilt dies dann auch für Bauarbeiter und Bauunternehmer, die (z.B. bei Straßen- oder Autobahnbau) hohe Summen an Staatsknete für Ihre Leistungen erbringen. Und wenn nein: Warum nicht?
Versteht jemand, was ich meine?