Sozialbereich: Ein Segen für die Volkswirtschaft

In der rbb-Abenschau habe ich heute (Mittwoch) abend einen Beitrag gesehen, in der der volkswirtschaftlche Nutzen der Berliner Museen dargestellt wurde. Kurz zusammengefasst: jeder Euro, der als Subvention in Museen investiert wird, spült € 1,70 zurück in die Volkswirtschaft. Einbezogen wurden Effekte bei Dienstleistern, Mitarbeitenden (die konsumieren und in die sozialen Sicherungssysteme einzahlen usw.) und eigene Einnahmen durch Eintrittsgelder und Geschäftsbetrieb. Interessanter Ansatz, der auch für den Sozialbereich untersuchenswert wäre. Econ, das Consulting-Unternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) beschreibt die Herausforderung:

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Wir sind das soziale Rückgrat Berlins

Über 120 Kolleg*innen aus Stadtteilzentren, Verwaltung und Politik nahmen heute an der Fachkonferenz „Stadtteilarbeit zwischen Kontinuität und Zukunft: verlässlich, wirksam, unverzichtbar!“ teil. Veranstaltet wurde die Tagung vom Verband für sozial-kulturelle Arbeit und dem Paritätischen Berlin.
Nicht nur „wohltuend“, sondern extrem richtig und wichtig war die Eröffnungsrede der Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA), Cansel Kiziltepe. Vor allem auch, weil sie betonte, welche Bedeutung Stadtteilzentren für die Stadt haben: „Stadtteilzentren sind das Herz der sozialen Infrastruktur Berlins“ und das „soziale Rückgrat“ der Stadt.

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ein Gebet

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, Gott.

Vielleicht bist du gar nicht so weit weg, wie ich denke.

Vielleicht bist du näher als mein Atem, still wie mein Herzschlag.

Und trotzdem habe ich oft das Gefühl, du schweigst. Oder ich höre dich einfach nicht.

Ich habe Fragen.

Ich habe Zweifel.

Ich habe Dinge getan, auf die ich nicht stolz bin.

Ich habe Wunden, die ich nicht verstehe.

Aber heute versuche ich einfach mal ehrlich zu sein.

Nicht religiös. Nicht perfekt.

Sondern nur… ich.

Wenn du wirklich Liebe bist – dann zeig mir, dass du mich meinst.

Nicht die fromme Version von mir. Nicht die Version, die alles im Griff hat.

Sondern mich – jetzt, hier, in diesem Moment.

Ich will dich nicht beeindrucken. Ich will dich kennenlernen.

Vielleicht musst du mich lehren, wie man vertraut.

Vielleicht musst du mir zeigen, wie Nähe geht –

vor allem dann, wenn ich gelernt habe, mich zu verstecken.

Wenn du wirklich schon die ganze Zeit da bist…

dann hilf mir, es zu sehen.

Ich gebe dir kein großes Versprechen.

Aber ich mache dir ein kleines Angebot:

Mein Herz, wie es ist.

Und den Wunsch, dich zu finden – oder gefunden zu werden.

Wenn das reicht,

dann bleib bei mir.

Und zeig mir, wie man liebt.

Amen.

P.S.: man wird ja wohl mal beten dürfen……. 😉

Happy Birthday „andersberater:innen“

Heute vor 19 Jahren, am 4.7.2006, haben wir das Projekt „.garage berlin“ gestartet – damals noch als Projekt im Stadtteilzentrum Steglitz, dann 2009 als eigene GmbH, seit 2023 umfirmiert in „die andersberater:innen GmbH“. Die andersberater:innen sind eine 100%ige „Tochter“ des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

Angefangen haben wir mit Gründungsworkshops und Coachings für Menschen, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig machen wollen. Das machen wir immer noch – aber das Angebot hat sich in den fast zwei Jahrzehnten nach und nach immer mehr erweitert. Mittlerweile bieten wir neben dem klassischen Gründungscoaching auch Karriere- und Jobcoachings an, beraten Architekten bei der Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells, beraten Kreative und begleiten Organisationen im sozialwirtschaftlichen Bereich in Fragen rund um die Themen Organisations- und Teamentwicklung, Führung und Leitung und nachhaltiger, zukunftsfähiger Angebots- und Projektentwicklung.

Wenn Ihr darüber mehr erfahren möchtet guckt gern mal auf unsere Website: https://andersberater.de/ – oder meldet Euch gern direkt bei uns / mir.

Wir freuen uns über 19 Jahre guter Arbeit – und fangen dann mal langsam an, unsere 20-Jahr-Feier im nächsten Jahr vorzubereiten 😉

Zukunft wird aus Mut gemacht

Wie fängt man nach rund anderthalb Jahren „Pause“ wieder an mit seinem Geschäftsführer-Tagebuch? Ein Rückblick, was seit dem letzten Beitrag alles passiert ist? Langweilig. Irgendein Bezug zum letzten veröffentlichten Beitrag? Hmm….. nicht wirklich plausibel. Einfach neu anfangen und wieder einsteigen,  wo man gerade steht? Warum eigentlich nicht…….? Ich taste mich mal vorsichtig ran……..

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eigene kleine Netzwerke bauen……

Christian Müller (sozialPR) hat heute einen sehr interessanten Artikel veröffentlicht, der mich motiviert hat, diesen lauwarmen und nur halb-lebendigen Blog wieder zu reaktivieren. Ich teile seine Einschätzung, dass die gängigen „Sozialen“ Netzwerke immer weniger geeignet sind, Kooperation, Gemeinschaft und Austausch zu unterstützen – im Gegenteil: sie bedienen voneinander abgeschirmte „Blasen“, bestätigen diese durch speziell ausgewählte Inhalte, verhindern Austausch mit anderen Sichtweisen und (Leben-) Konzepten und tragen nicht unerheblich zur Spaltung der Gesellschaft bei.

Dieser Entwicklung können wir etwas entgegensetzen. Kleine, feine eigene Netzwerke auf eigenen Plattformen – und diese ganz bewusst mit einer Haltung (und daraus abgeleiteten Prinzipien und Regeln), die das Miteinander fördert und zu Kooperation und respektvollem Austausch einlädt.

Ich fang hier also wieder an. Schreibe aus meinem (Berufs-) Alltag als Geschäftsführender einer Sozialorganisation und eines Coaching- und Beratungsunternehmens und geb meinen Senf zu Dingen, die mir nicht „Wurscht“ sind……. Und ich freu mich, wenn gute Menschen mitlesen und die Beiträge kommentieren, ergänzen, kritisieren und mit mir ins Gespräch gehen. Könnte schön werden 😉

Hier der Link zu dem Artikel von Christian:

Ikigai

In einem Beitrag irgendwo in den Weiten des Netzes bin ich über den Begriff Ikigai gestolpert. Ikigai ist ein japanisches Lebensmodell. Mensch strebt danach, seinen / ihren Ikigai zu finden und danach zu leben. Dafür stellt Mensch sich 4 Fragen:

  1. Was liebst Du?
  2. Was kannst Du?
  3. Was braucht die Welt?
  4. Wofür wirst Du bezahlt?

In der „Schnittmenge“ der Antworten findest du deinen Ikigai, das, „wofür es sich zu leben lohnt“.

Ich habe für mich eine (bzw. vier) Antworten probiert:

  1. ….mit anderen Menschen zusammen an Projekten, Produkten, Organisationen zu bauen, die die Welt für alle ein bisschen besser machen. Vor allem der kreative Prozess von der ersten Idee bis zum konkreten Start des Projekts interessiert und fasziniert mich.
  2. Ich bin ganz gut darin, gute Menschen zusammenzubringen, die ebenfalls Lust haben, kleine und größere Beiträge für zukunftstaugliche, sinnvolle und wichtige Unternehmungen zu leisten und als Team ein Stück weit Zukunft mitzugestalten. Ich bin gut darin Hindernisse und Probleme nicht zu ernst zu nehmen – es gefällt mir, Herausforderungen (gern auch sehr herausfordernde Herausforderungen) gemeinsam mit anderen Menschen zu meistern… Meist gelingt es mir gut, meine Arbeitsbeziehungen so zu gestalten, dass langfristige Zusammenarbeit möglich ist.
  3. Die Welt braucht Menschen, die vor großen Aufgaben nicht zurückschrecken, die sich nicht von der Fülle der Probleme und Herausforderungen demotivieren lassen. Menschen, die jeden Tag bereit sind, noch ein Apfelbäumchen zu pflanzen…….. Die Welt kann ein besserer Ort sein. Gerechtigkeit und Frieden in diese Welt zu bringen – damit sollten wir alle nie aufhören.
  4. ……. genau dafür. Ich bin ein Glückspilz. 🙂

Wie siehts bei Euch aus? Wie stehts um Euren Ikigai?

Wir sind die Brandmauer!

Wo wirst Du sein, wenn die Deportationen beginnen?

Es ist lange her, dass mich ein Text so bewegt und aufgewühlt hat, wie der nachfolgende von Sabine Asgodom . „Wo wirst du sein, wenn sie sie holen?“. Dieser Text greift auf, was wir spätestens seit den correctiv Veröffentlichungen vom 10.1.24 alle wissen: Die AFD plant mit Partnern aus ihrem rechten Netzwerk die massenhafte Deportation von Menschen, die ihrer Meinung nach nichts in Deutschland zu suchen haben: Deutsche mit Migrationshintergrund, Nicht-Deutsche, Geflüchtete, Menschen die Geflüchtete unterstützen….. Und das ist erst der Anfang.

Wären das „nur“ ein paar dumme Spinner, könnte man nach dieser Meldung möglicherweise zur Tagesordnung übergehen. Aber: Die AFD ist nach der aktuellen Sonntagsumfrage bei der nächsten Bundestagswahl mit 22% die zweitstärkste Partei. In den ostdeutschen Bundesländern ist sie schon die stärkste der Parteien. Und sie planen für die Zeit nach ihrer Machtergreifung.

Der Text von Sabine Asgodom macht sehr konkret, was uns alle erwartet. Er stellt Fragen. Und ich bekomme Tränen in den Augen, wenn ich mir vorstelle, wer von meinem Kolleg*innen aus dem Stadtteilzentrum Steglitz und anderen großartigen Organisationen mit dem Abtransport rechnen muss – weil Migrationshintergrund, die „falsche“Hautfarbe, einen „verdächtigen“ Nachnamen, die „falsche“ sexuelle Orientierung…… Unsere Kitas und Jugendeinrichtungen werden ziemlich leer werden. Nicht nur viele Kolleg*innen werden über Nacht „verschwinden“, auch viele der Menschen (Besucher*innen, Klient*innen), mit denen wir tagtäglich in unseren Einrichtungen arbeiten, werden „plötzlich“ nicht mehr da sein. Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, Menschen, die nebenan wohnen, Menschen, die wir lieben.

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Employer Branding: jetzt aber richtig!

Natürlich beschäftigt uns das Thema Fachkräftemangel genau so intensiv, wie alle anderen in  der Branche. Es wird immer schwieriger Stellen, mit guten Leuten zu besetzen, der Konkurrenzkampf um die Fachkräfte treibt mitunter skurrile Blüten.

Schon vor Corona haben wir uns deshalb mit dem Thema beschäftigt und eine interne AG „Attraktive Arbeitgebermarke“ ins Leben gerufen, die auch vielversprechend begonnen hat – unter anderem mit einem sehr lebendigen Workshop  für unsere Projektleitenden mit der wunderbaren Anne Engelshowe (Gute Arbeit besser machen – SALON DER GUTEN)   Aber wie so oft ist der Alltag der Feind des strategischen und visionären Arbeitens. Immer mehr Kolleg:innen sprangen nach und nach ab sie Arbeit der AG kam zum Erliegen.

© FOTOLIA

In diesem Jahr haben wir das Thema wieder nach oben auf die Agenda gesetzt – und uns diesmal externe Unterstützung geholt! Christian Müller und seine Kolleg:innen im Team von sozialPR (Digital kommunizieren – Menschen erreichen | sozial-pr) begleiten uns durch diesen Prozess und stehen uns beratend zur Seite.

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