Das AFD-Paradox: AFD-Wähler:innen würden am meisten zu leiden haben

AFD-Wähler:innen sollten wissen, was ihnen selbst blüht, wenn sie diese Partei wählen. Im AFD-Faktencheck werden die zentralen Forderungen aus deren Wahlprogramm beleuchtet und dargelegt, was das für Auswirkungen auf die Bürger:innen hätte. Lesenswert. Spoiler: Vor allem finanziell schwache Menschen werden weiter belastet.

Soziale Arbeit frei-gemeinnütziger Organisationen: Wichtiger, als Du denkst!

Die soziale Versorgung in Berlin wird fast vollständig von starken Organisationen getragen, die du kennst: AWO, Caritas, Diakonie, Paritätischer, Jüdische Gemeinde u.a. Wir, die Freien Träger, kümmern uns um alle Situationen, in denen jemand Hilfe braucht. Mit Krankenhäusern, Kitas, Streetwork und vielem mehr. (…)

Die Freien Träger stellen die soziale Versorgung sicher – im staatlichen Auftrag. Nicht in einer Behördenstruktur, nicht gewinnorientiert – sondern ausschließlich unseren Werten verpflichtet. Ein zivilgesellschaftliches, weltweit einzigartiges System, das seit über 100 Jahren sehr gut funktioniert. Wir entwickeln Konzepte für soziale Strukturen, wir organisieren mit zehntausenden Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen konkrete Hilfen. Wir machen uns stark für die Schwächeren in der Gesellschaft, erklären den politischen Entscheidern mit Expertise und Erfahrung, wo Unterstützung gebraucht wird.

Mit der Kampagne „Wichtiger, als Du denkst“ stellen die Wohlfahrtsverbände klar, wie bedeutend und unverzichtbar unsere Arbeit für das Leben in unserer Stadt ist.

GF – Logbuch….. aktuelles update

Liebe Lesende,

ich nehme mir immer wieder mal vor, hier regelmäßig aus meinem Geschäftsführungsalltag zu berichten. Nicht um mich selbst zu feiern, sondern um interessierten Menschen, die nicht Teil der „Sozial-Blase“ sind, einen kleinen Einblick zu liefern, was den Alltag sozialwirtschaftlicher Organisationen ausmacht und mit welchen Themen wir uns so beschäftigen und „rumschlagen“.

Als ich damit anfing, habe ich meine Gründe und den „Auslöser“ für die Idee hier vor rund 10 Jahren mal beschrieben. Die Frage, „was machen Sie eigentlich beruflich“ hat mich in dem im Text beschriebenen Kontext nachhaltig beeindruckt 😉

Das mit der Regelmäßigkeit klappt nicht so richtig gut. Aber ich will besser werden.

Um einen kurzen Überblick zu bekommen, was so alles in den letzten Monaten passiert ist, möchte ich Euch die Seiten des Stadtteilzentrum Steglitz und der Andersberater:innen (ehem. garage berlin) auf Facebook ans Herz legen:

Und dann gehts auch bald schon wieder los mit regelmäßigen Berichten und updates…….

#staytuned

© Alexstar – Fotolia.com

Demokratieförderung wirkt!

In unserem Verein haben wir ein kleines, aber sehr feines Projekt, die „Mobile Lernwerkstatt Demokratie“. Mit Koffern voll mit Moderations- und Workshopmaterial führen die Kolleg*innen spannende Projekttage an Schulen und in Kinder- und Jugendprojekten durch.



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Die Nachwuchsdemokrat*innen lernen demokratische Diskurs- und Entscheidungsverfahren kennen, üben sie in der Praxis -z.B. bei Aufbau und Organisation einer Schüler*innen-Vertretung – und machen alltagsrelevante und lebensweltbezogene (Lern-) Erfahrungen mit Vielfalt, Akzeptanz, (Anti-) Diskriminierung und den Grundlagen unseres freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsmodells, das aktuell von AFD und dem Faschisten Höcke und seinen Anhänger*innen auf allen Ebenen massiv in Frage gestellt und bedroht wird.

Die Finanzierung unseres kleinen Projekts ist „wackelig“ – und wir suchen aktuell nach Möglichkeiten zusätzlicher Förderung und Unterstützung zur Absicherung und zum Ausbau dieses wichtigen Arbeitsfeldes. Für Tipps und Hinweise auf Programme zur Demokratieförderung bin ich Euch sehr dankbar (die allseits bekannten kennen wir natürlich auch – wir hoffen auf den einen oder anderen „Geheimtipp“ ;-))

Erschreckt hat mich und meine Kolleg*innen die Meldung in der vorletzten Woche, dass die Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung von 96 auf 76 Millionen Euro gekürzt werden soll. 20 Millionen weniger für diese für unsere Demokratie so wichtige Arbeit sind eine „Steilvorlage“ für die Feinde der Demokratie und erschwert die präventive Arbeit gegen den erstarkenden Rechtsextremismus. Bei der AFD haben sicher die Sektkorken geknallt………

Das ganze Desaster kann man u.a. hier nachlesen: https://taz.de/Bundeszentrale-fuer-politische-Bildung/!5952459/

Ich möchte mich ausdrücklich dem CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen anschliessen, der auf „X“ (ehem. Twitter) schrieb: Eine Mittelkürzung um rund 20 Prozent komme „zur völligen Unzeit“. Dies wäre „ein fatales Signal mit dramatischen Auswirkungen“. Politische Bildung müsse gerade jetzt gestärkt werden.

Dem ist nichts hinzufügen. Demokratieförderung und -bildung wirkt. Das Gegenteil leider auch.

Wer den Knall noch nicht gehört hat…….

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

(Martin Niemöller)

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Selbstdemontage

Warum fällt es manchen Menschen so schwer, ihren geliebten Job loszulassen, den Platz für Nachfolger*innen frei zu machen, warum ist es für so viele so schwer, sich selbst für „verzichtbar“ zu erklären? Ich weiß es nicht. Und ich hoffe, dass ich mitkriege, wann die Zeit gekommen ist zu gehen. Oder, dass gute Menschen mir das deutlich sagen…..

Ich habe in jüngster Zeit ein paar solcher Erlebnisse gehabt: Engagierte Leute geben 20, 25, 30 Jahre im Job alles, sind mit Haut und Haaren dabei. Schaffen Großes und Kleines. Arbeiten an ihrem Lebenswerk. Gern weit über das offizielle Renteneintrittsalter hinaus – und merken nicht, dass sich die Welt um sie herum verändert hat, dass sie selbst sich verändert haben, dass neue Herausforderungen, neue Antworten brauchen und dass ihr Festhalten an alten Rollenmodellen und Strategien zur Gestaltung der Realität in ihrem direkten Arbeitsumfeld nicht mehr funktionieren. Es ist mitunter so traurig und tragisch mit anzusehen, wie sich gute Leute an Ende ihrer Strecke im Berufsleben quasi selbst demontieren und alles, was sie sich selbst an gutem Ruf, Respekt, Reputation aufgebaut haben, aufs Spiel setzen, weil sie nicht merken, dass sie dem Fortgang der Dinge, der Entwicklung „im Weg stehen“. Kolleg*innen fangen an über sie zu lästern, sich über „Macken“ lustig zu machen. Sie verlieren ihren Respekt und fangen an darauf zu hoffen, dass es endlich vorbei ist mit dem „Theater“. Und große Abschiedsfeiern von / für tolle(n) Kolleg*innen, die dann mit 70, 71 in den Ruhestand gehen, werden zu tragischen Momenten……..

Ich habe meine Leute gebeten, mich zur Seite zu nehmen und offen und ehrlich mit mir zu reden, wenn sie meinen, dass es für mich, für die Organisation besser ist, zu gehen. Ich hoffe inständig, sie halten sich dran. (Und ich hoffe, ich hab bis dahin noch ein paar Jahre 😉 )….. Aber wenn es soweit ist, bin ich bereit. Ich möchte mit Würde und erhobenem Haupt meinen „Kampfplatz“ räumen und in guter Erinnerung bleiben. Für alles andere waren die letzten 30 Jahre zu intensiv und zu anstrengend,

Erinnert mich bitte in spätestens sieben Jahren an diesen Beitrag. Danke.

statt eines Jahresrückblicks…..

Ich weiss ja nicht, wie es Euch geht, aber mein Bedarf an Jahresrückblicken ist für dieses Jahr gedeckt. Zu viele schlechte Nachrichten aus der Welt – Ukraine-Krieg, Corona und kein Ende, Zuspitzung der Klimakrise, Inflation, und und und…….. Und dann kommen noch die kleinen, großen und sehr großen privaten und persönliche Katastrophen dazu. Da gab es einige bei Menschen, die mir sehr nahe stehen. Anstatt eines Rückblicks daher eher ein Appell! Lasst uns im Alltag Demut und Dankbarkeit leben und „zelebrieren“. Das soll weder esoterisch nicht irgendwie „spirituell“ oder religiös rüberkommen. Ich glaube, dass Demut und Dankbarkeit zu den Grundprinzipien des Menschenlebens zählen (sollten). Vor allem in Zeiten, in denen es sich nicht sofort ins Auge springt, warum und wofür wir dankbar oder sogar demütig sein sollten…..

Bei mir persönlich gibt’s einiges:

  • Nachdem ich im letzten Jahr zweimal „einfach so“ umgekippt bin und sogar deswegen einige Tage im Krankenhaus war, bin ich froh und dankbar, dass ich mich nun guter Gesundheit erfreue und jeden Tag wieder aufs Neue meinen Alltag selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten kann.
  • ich bin dankbar für meine Arbeit, die mein Leben mit Sinn erfüllt und mir sehr häufig ein Gefühl von Selbstwirksamkeit gibt.
  • Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich Menschen an meiner Seite habe, die mit mir durch „dick und dünn“ gehen und immer zu mir halten und die mir in den Hintern treten oder mich (auch mal heftig) kritisieren, wenn ich vollkommen falsch liege oder dumme Sachen mache.
  • Und immer wenn ich denke, sche…..e, dieses Problem / Thema ist zu groß für mich, kommt irgendwo eine  Idee, eine Lösung, Hilfe um die Ecke. Das mach mich sogar demütig. Ich bin nicht der „große Zampano“ (der ich lange sein wollte) – ich bin ein kleines Teilchen im Räderwerk derer, die die Welt zu einem guten Ort machen wollen.
  • Ich bin dankbar und demütig, weil ich weiß, dass ich alleine ziemlich wenig auf die Kette kriege, wir aber alle im Zusammenspiel eine richtig großen Unterschied machen können.

Die Liste ist noch viel länger – aber ich will Euch nicht langweilen. Ich will auch nicht vorweihnachtlich gefühlsduselig werden. Aber vielleicht könnte es eine gute Idee sein, sich ab und an zu gegenwärtigen, was gut ist in dieser Welt, in unserem Leben, im Alltag, im Miteinander. Unser Gehirn ist so gestrickt, dass es niemals zwei Gedanken gleichzeitig denken kann. Wenn wir an das Schlechte, das Negative in unserem Alltag denken, können wir nicht gleichzeitig das Gute, das Positive denken und sehen. Und das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, wird unsere Realität. Das Gute daran: Wir dürfen und können selbst entscheiden, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Und damit dürfen und können wir selbst entscheiden, in was für einer Realität wir leben. Steile These? Kann sein. Aber denk mal drüber nach, was sich in deinem Leben verändern könnte, wenn du fortan davon ausgehen würdest, dass das so stimmt.

immer schön im Rahmen bleiben….? Besser nicht.

Wir leben in herausfordernden Zeiten, keine Frage. Aber das wusstet ihr wahrscheinlich auch schon vorher….. Corona, Krieg ganz in der Nähe, Inflation, Klimakrise, Unsicherheit auf allen Ebenen. Und weil es woanders noch viel schlimmer ist als bei uns, flüchten aktuell wieder viel mehr Menschen nach Deutschland als noch vor ein paar Monaten. Die Zahlen bei den unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten (umF) haben sich 2022 im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. Waren es 2021 noch 699 Kinder und Jugendliche, die alleine nach Berlin kamen, waren in diesem Jahr (bis jetzt) laut Auskunft der zuständigen Senatsverwaltung für Jugend schon knapp 2800 kleine und junge Menschen. Pro Tag kommen weitere 11 „umF“ in der Bundeshauptstadt an. Und das Jugendhilfesystem stösst an seine Grenzen.

Die Berliner Senatsverwaltung arbeitet auf Hochtouren daran, zumutbaren Wohnraum zu akquirieren – und Träger, die die Betreuung der Kinder und Jugendlichen übernehmen. Wohnraum ist – das pfeifen die Spatzen vom Dach – knapp und teuer. Fachkräfte, die für diese anspruchsvolle sozialpädagogische Arbeit dringend benötigt werden, sowieso. Geflüchtete Kinder und Jugendliche warten in überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen auf einen Platz in einer Jugendhilfeeinrichtung – aber die stationären Einrichtungen der Jugendhilfe sind rappelvoll – u.a. auch mit jungen Volljährigen, die eigentlich keine intensive sozialpädagogische Betreuung mehr brauchen, aber nicht entlassen werden können, weil es an bezahlbaren Wohnraum für diese jungen Menschen fehlt. Ein Teufelskreis….

Was tun in einer solchen Situation?

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Prioritäten

Alle gängigen Produktivitäts- und Selbstorganisationsmethoden empfehlen, die anstehenden Jobs und Aufgaben nach Prioritäten zu ordnen: Was ist wichtig? Was ist dringend? Was ist dringend und wichtig? Was kann (erstmal) vernachlässigt oder an andere weitergegeben werden? Das ist schon mal ein ganz  guter Ansatz – wird den wirklichen Herausforderungen im Arbeitskontext aber nicht wirklich gerecht.

Es ist eine bedrückende Häufung, die ich gerade in meinem Umfeld wahrnehme. Viele gute Menschen um mich herum sind vollkommen erschöpft und rasen auf einen Burn-Out zu, entwickeln immer längere depressive Phasen, sind an einem Punkt angelangt, wo sie merken, dass es so nicht mehr weitergeht. Es trifft Leute, die inner- und außerhalb ihres Jobs immer hoch engagiert sind und sich selbst viel abverlangen.

Wie kann das sein, dass wir so grandios überfordert sind, wo doch so viele Tools, Methoden und digitale Hilfsmittel versprechen, dass wir genau mit diesen Werkzeugen und Methoden endlich alles in den Griff bekommen und unser Arbeits- und Privatleben in Balance bringen?

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sehen und gesehen werden…..

Heute hatten wir „hohen Besuch“ in der EUTB-Beratungsstelle. Ruppert Stüwe, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf, informierte sich vor Ort über die Arbeit der Ergänzenden und unabhängigen Teilhabeberatung des Stadtteilzentrum Steglitz.

Wir freuen uns (fast) immer, wenn sich Abgeordnete aus der Bezirksverordnetenversammlung, dem Landesparlament oder dem Bundestag bei uns direkt vor Ort über unsere Arbeit informieren. Noch mehr freuen wir uns, wenn sie gezielt Fragen zu den Problemlagen der Menschen, mit denen wir arbeiten, stellen und wir so die Möglichkeit haben, auf Lebens- und Problemlagen aufmerksam zu machen, die sonst eher nicht im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stehen. heute sprachen wir z.B. über die Folgen der Corona-Pandemie, die Auswirkungen der Inflation und v.a. der Energiekostenentwicklung und über die Zunahme von psychischen Problemen bei Kindern, Jugendlichen und deren Familien – und dies insbesondere auch mit dem Fokus auf die Menschen, die behindert sind (oder behindert werden).

„Sehen und gesehen werden“ ist elementar für uns in der Sozialen Arbeit. Gut im Kontakt zu sein mit Entscheidungs- und Verantwortungsträgern ist uns wichtig, um die Anliegen und Themen unserer Besucher*innen und Klient*innen an die richtigen Adressat*innen transportieren zu können – und gleichzeitig wollen wir auch immer wieder den Blick auf die schwierige Situation der Sozialarbeit in unserer Stadt und die strukturellen und organisatorischen Probleme in der öffentlichen Verwaltung lenken.

Wenn die Menschen, mit denen wir arbeiten und deren Probleme und Bedarfe immer wieder sichtbar gemacht werden, kann sich das nur positiv auf die Meinungsbildung von Politiker*innen auswirken. Und das nutzt dann allen.

von links nach rechts: Ruppert Stüwe (SPD), Monika Maraun und Thomas Mampel (beide Stadtteilzentrum Steglitz)