Video der Woche #8: work and box….

Immer montags  stelle ich Euch ein Video vor, in dem spezielle Aspekte meines “Kernthemas” Sozialwirtschaft / Sozialarbeit / Social Entrepreneurship vorgestellt, beleuchtet und / oder diskutiert werden. Und hin und wieder empfehle ich auch Dinge, die andere Bereiche unseres Arbeitslebens berühren. Heute gibt es wieder einmal die Vorstellung eines interessanten Social Entrepreneurs….

Rupert Voss ist Schreiner-Meister mit zwei Werkstätten. Bundesweit bekannt geworden ist Voss jedoch mit unternehmerischen Engagement in einem ganz anderen Feld – der Gewaltprävention.

In einem Ashoka-Video wird die „Work-and-Box-Company“ von Rupert Voss vorgestellt, in der ausgebildete Boxing-Instructor mit besonders gewalttätigen Jugendlichen arbeitet…..

Übrigens: Auch die Website des Sozialunternehmers Voss, der mittlerweile auch eine eigene Stiftung gegründet hat, ist sehr interessant. H I E R  K L I C K E N!

GF-Tagebuch #7: Reden hilft. Immer.

Ich glaube, ich habe selten soviel geredet und soviel zugehört wie in der letzten Woche. Ich komme auf 28 Besprechungstermine in der zurückliegenden Woche. „Tür-und Angel-Gespräche“ und private Termine nicht mit gerechnet. Bei soviel Terminen und Meetings bleibt wenig Zeit für die „normale“ Büroarbeit. Diese Schreibtischarbeit mache ich dann am Samstag nachmittag im Büro oder  im HomeOffice. Das ist zwar nicht richtig lustig am Schreibtisch zu sitzen während andere gemütlich auf der Couch rumlümmeln und Sportschau sehen – aber ich nehme diesen Nachteil hin und wieder gern in Kauf. Denn ich möchte auf den allergrößten Teil meiner Besprechungen und Gespräche nicht verzichten. Du kannst noch so toll ausgestattet sein mit neuester Kommunikationstechnik und den abgefahrenen Apps – nichts von alledem ersetzt das persönliche Gespräch, die persönliche Begegnung. Ob Planungstermine mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Abstimmungsrunden mit Kooperationspartnern, Input in kleinen Arbeitsgruppen, Teamsitzungen oder Treffen mit Mitbewerbern und Kunden: Immer wieder wird mir der Wert der persönlichen Begegnung, des Gesprächs bewusst. Tonfall, unausgesprochene Worte zwischen den Worten, Nervosität und Anspannung beim anderen – oder bei mir, Blicke, Gesten… Häufig sind es diese Teile des Kommunikationsgeschehens, die den Charakter und den Verlauf von Begegnungen bestimmen.

© Trueffelpix - Fotolia.com

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In dieser Woche war ich mit dem Vorstand unseres Vereins auf „Tour“ durch einige Einrichtungen des Stadtteilzentrum Steglitz. Schwerpunktmäßig haben wir für die Besuche solche Standorte ausgewählt, von denen wir wussten, dass die Bedingungen für die Mitarbeitenden dort schwierig sind: Lärm und beengte Raumsituation, ungünstige Rahmenbedingungen, die von dritten vorgegeben werden, oder schwierige Situationen mit herausfordernden Eltern herausfordernder Kinder. Bedingungen, die in den besuchten Einrichtungen durch den Verein nicht zu beeinflussen sind. In solchen Situationen zeigt sich, ob in der Organisation Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung vorhanden sind – oder eben nicht. Es hat mich ungemein gefreut, dass beide Seiten – unser Vorstand und die Teams, die wir besucht haben – sofort einen offenen und von gegenseitiger Wertschätzung geprägten „Draht“ zueinander hatten. Da kann  die eine Seite über Missstände und die andere über die eigene Machtlosigkeit klagen – am Ende sind sich aber alle einig, dass sie gemeinsam daran arbeiten, dass es besser wird. Das gefällt mir. Da müssen wir in der Vergangenheit einiges richtig gemacht haben.

Der Vorstand – dem ich in regelmäßigen Sitzungen immer und immer wieder berichte, wie und woran in unseren Projekten gearbeitet wird – war vollkommen begeistert von dieser Tour und will solche Projektbesuche jetzt (wieder) öfter machen. Die Kollegen sind begeistert von neuen Eindrücken, von direktem Feedback und authentischer Information. Ich selbst merke: mir tut das auch gut. Immer mal wieder rein in den Alltag unserer Einrichtungen, rein in die Projekte. Angucken, sehen, hören, riechen, spüren, was den Arbeitsalltag unserer Mitarbeitenden und unserer Kunden ausmacht. Stimmungen, Meinungen und Feedback einsammeln – direkt bei den KollegInnen vor Ort. Das ist, glaube ich, ein notwendiger Schritt, ein besserer Geschäftsführer zu werden. Ein wichtiger Schritt, bessere Ideen für die Verbesserung unserer Angebote und der Arbeitsbedingungen zu entwickeln……

Mein Schreibtisch ist toll. Meine Kommunikationsinstrumente sind die besten….. Aber eins bleibt sicher: Reden (und zuhören)  hilft. Direkt. Von Mensch zu Mensch. Immer.

Mal eine Frage an andere Chefs in meiner Leserschaft (und solche, die es werden wollen): Wir kriegt Ihr das hin – Eure Jobs im Leitungsbereich, Organisation, Administration, Unternehmensführung…… und und und….. – und gleichzeitig den Blick und den Kontakt für die „Basis“ nicht zu verlieren….? Erfahrungsberichte würden mich interessieren…..

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Seit November 2013 schreibe ich wöchentlich an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter  und Co.) teilt und verbreitet!

Manche sind gleicher……

„Wir müssen einzigartig sein – eben alles, außer gewöhnlich! Denn wer sich ständig mit anderen vergleicht, wird vor allem eines: gleicher.“

(Anja Förster & Peter Kreuz, Bestseller Autoren)

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Wann hattet Ihr eigentlich das letzte mal das tolle Gefühl, einzigartig und außergewöhnlich zu sein? Beruflich. Privat? Und warum können wir das nicht immer so haben?

Neue Helden braucht das Land?  Foto (c): Fotolia

Foto (c): Fotolia

SocialLinks #7: Helden, Träume, Arbeit statt Stress – alles ist möglich!

Immer Mittwochs gibts an dieser Stelle  meine  Linkliste der Woche. Ich möchte Euch ein paar gute Projekte, Konzepte, Ideen und Anregungen aus der Welt der Sozialen Arbeit, der Sozialwirtschaft, des Social Entrepreneurship und der Förderung des UnternehmerInnentums ans Herz legen und zur Lektüre empfehlen.  Und machmal finde ich auch Seiten interessant und empfehlenswert, die nicht direkt etwas mit den eben genannten Gebieten zu tun haben – die Ihr Euch aber trotzdem mal anschauen solltet….. Für die 7. Kalenderwoche gibt es diese Links:

© Maksim Kabakou - Fotolia.com

© Maksim Kabakou – Fotolia.com

„Behutsame Professionalisierung, verstanden als die systematische und geplante Bearbeitung sozialer Problemlösung, sichert das Überleben und die Wirksamkeit sozialer Initiativen.“ Mit dieser These ging das Projekt Heldenrat 2005 an den Start. Denn:  „Manchmal brauchen auch soziale Helden Hilfe: Wie machen wir auf uns aufmerksam? Wie finanzieren wir uns? Wie beschreiben wir die Wirkung unserer Arbeit? Das Problem: Oft fehlt bei solchen Fragen nicht das Wissen, sondern der Blick von außen, ein Impuls oder die Struktur zur Bearbeitung dieser Fragen.  Dabei helfen wir: Wir bieten sozialen Initiativen für solche Fragen kostenfreie Qualifizierung und Begleitung durch ehrenamtliche BeraterInnen – in Beratungsprojekten, Kurzberatungen oder auch Workshops mit mehreren Initiativen.“

www.heldenrat.org

Eine sehr erfrischende und unkomplizierte Crowdfunding-Plattform hat Dreamojo entwickelt. Die Anmeldung erfolgt unkompliziert über Deinen Facebook- oder google+ Account – und schon hast Du die Möglichkeit Deinen „Traum“ vorzustellen und zu präsentieren und Geldgeber für die Verwirklichung dieses Traums zu finden.  Die Plattform befindet sich derzeit noch in der beta-Phase und sieht ausgesprochen vielversprechend aus.

www.dreamojo.com

Nach meinem letzten Beitrag in meinem Geschäftsführer-Tagebuch bin ich von Stephan List auf seine Seite (bzw. sein Angebot) Arbeit statt Stress aufmerksam gemacht worden. Nach dem ersten stolpern über diesen scheinbar widersprüchlichen Titel bin schnell davon überzeugt worden, Euch diese Seite hier vorzustellen. Stephan List bietet Beratung, Vorträge und Begleitung für Unternehmen, die sich aktiv für das Wohlbefinden ihrer Beschäftigten engagieren wollen und stellt in seinem Blog zahlreiche Praxisbeispiele und Tipps dar.

www.arbeitstattstress.de

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Wenn Euch in den weiten des Internets interessante oder aufregende Seiten oder Projekte begegnen, die hier mal präsentiert und vorgestellt werden könnten, freue ich mich über einen kurzen Hinweis!

Denkst Du schon andersrum?

Im Nachhinein ist jede gute Idee logisch; aber um dorthin zu gelangen muss man die Denkrichtung ändern!

(Edward de Bono)

Frage / Idee / Lösung Konzept

 

 

 

 

 

 

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Was war Eure „verrückteste“ Idee, der innovativste Gedanke, die abgefahrenste  Projektidee? Wie seid Ihr drauf gekommen? Wo kam Euch der Gedanke? Im Brainstorming? Beim duschen? Beim laufen? Im Schlaf? Und: Konntet Ihr die Idee  umsetzen? Und wenn nicht: Wer oder was hat Euch gehindert?

Video der Woche #7: Entschleunigung für Fortgeschrittene

Eigentlich immer montags – aber aus gegebenen Anlass heute mal schon am Sonntag Abend –  stelle ich Euch ein Video vor, in dem spezielle Aspekte meines “Kernthemas” Sozialwirtschaft / Sozialarbeit / Social Entrepreneurship vorgestellt, beleuchtet und / oder diskutiert werden. Und hin und wieder empfehle ich auch Dinge, die andere Bereiche unseres Arbeitslebens berühren. Heute geht es z.B. um Zeit.

Passend zu meinem Beitrag aus dem GF-Tagebuch „wir sollten langsamer UND besser werden“ vom Wochenende hier ein Link zu dem im Januar 2014 auf Arte ausgestrahlte Film  „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Der Film ist (genau wie das Buch) sehr sehr empfehlenswert – allerdings müsst Ihr Euch diesmal ein bisschen mehr Zeit (ca. 1,5 Stunden) nehmen als sonst bei meinen „Videos der Woche“. Aber das passt ja irgendwie zum Thema….. 😉

Deshalb kommt der Beitrag diesmal schon am Sonntag Abend – und nicht erst am Montag früh, wie Ihr es gewohnt seid…….. – quasi als „Tatort-Alternative.

 

GF-Tagebuch #6: wir sollten langsamer UND besser werden……

Das Thema „Produktivität“ beschäftigt mich ja schon eine ganze Weile… man könnte fast sagen, es ist so eine Art „Steckenpferd“ geworden. Ich lese gern Beiträge über neue Produktivitätstechniken, probiere vieles aus und bin immer für neue technische Spielereien zu haben, die mir versprechen, meinen Arbeitstag noch effizienter und effektiver gestalten zu können. Manchmal ist es auch so: Die neue Idee, ein neuer Ablauf, das neue Tool bringt „frischen Schwung“ in die Routinen und ich habe das Gefühl mehr zu schaffen. Das geht mal länger, mal kürzer so… aber irgendwann stehe ich wieder da und bin erschlagen von den Jobs die ich zu erledigen habe. Oder treffender: ich bin gestresst und erschlagen von den vielen Jobs, die ich gerade nicht erledigt bekomme. Es ist ja häufig so, dass die Dinge, die wir nicht schaffen, uns mehr Druck machen und uns stärker schlauchen, als die Dinge, die wir erledigen und „abhaken“ können….. Dann versuche ich wieder, meine Bemühungen zu verstärken. Schneller, effektiver, produktiver zu werden. Mit den immer gleichen Ergebnissen. Nach vorübergehender Entlastung durch neue Hilfsmittel kommt der Druck nach kurzer Zeit in geballter Wucht – und manchmal noch stärker – wieder zurück.

© burnhead - Fotolia.com

© burnhead – Fotolia.com

Diese Problematik erfasst auch immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in meinem beruflichen  Umfeld – in unserem Verein, in der .garage, in anderen Organisationen und Unternehmen…. Es scheint so, als würden wir durch neue Produktivitätstechniken und immer „besseres“ Zeitmanagement selbst dazu beitragen, dass sich das Karussell des Lebens immer schneller und schneller dreht. (Frisch gelesen: „Ein Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Karriereleiter“) Und gerade die besten Leute kommen dann manchmal gar nicht mehr hinterher – und (ver-) zweifeln an sich selbst.  Ich bekomme immer häufiger den Eindruck, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Fortschritt und der Perfektionierung unserer  Produktivitätstechniken und der Häufung von Burn-Out-Symptomen und „Störungen“ gibt. Das von uns geschaffene System funktioniert in einer Geschwindigkeit, der wir selbst häufig nicht mehr gewachsen sind. Fast scheint es so, dass unser eigenes System ohne uns besser bzw. schneller funktioniert. Das kann nicht vernünftig sein.

In Stadteilzentrum Steglitz konstituiert sich aktuell gerade eine interne „AG Gesundheitsförderung“. Wir wollen gemeinsam – also „BasisarbeiterInnen“, ProjektleiterInnen und Geschäftsführung – darüber reden, wie wir unseren Arbeitsalltag und die Rahmenbedingungen so gestalten können, dass sie die Gesundheit der Mitarbeitenden a.) nicht belasten und b.) vielleicht sogar fördern können. Da geht es um Schallschutz in unseres Kitas und Horten, um vernünftige Arbeitsmöbel und technische Geräte, um Stressvermeidung und -bewältigung und natürlich auch um die Gestaltung unserer Abläufe.

Ich möchte und werde in dieser AG ein paar Ideen zur „Entschleunigung“ und Thesen zur Produktivitätsentwicklung zur Diskussion stellen. Die Gedanken sind noch nicht ausgereift – und ich bitte Euch herzlich um ein kurzes Feedback zu folgenden Ideen und Ansätzen:

  • Produktivität heißt nicht, dass wir in immer weniger Zeit immer mehr Arbeitsaufkommen bewältigen. Produktivität und gutes Zeitmanagement erkennen wir daran, dass wir in der zur Verfügung stehenden Zeit die besten Arbeitsergebnisse erreicht haben. Es geht nicht um Quantität, die Menge der geleisteten Arbeit, sondern um die Qualität der Ergebnisse.
  • Wir müssen langsamer und geduldiger werden. Wir müssen uns fragen, ob enge Fristen, die wir uns und anderen zur Erledigung von Aufgaben setzen,  wirklich erforderlich sind – oder ob sich diese „Dringlichkeit“ aus  irgendeiner anderen Denklogik oder Haltung heraus ergibt – die für uns real gar nicht relevant ist. Wir selbst könnten mit Entschleunigung zum Beispiel damit anfangen, dass wir E-Mails nicht mehr sofort beantworten – sondern vielleicht erst am nächsten Tag. Oder dass wir nicht auf jedes Post-It „Wichtig“ oder „Eilt“ drauf schreiben – sondern nur auf die paar Vorgänge ,die wirklich dringend und eilig sind….. Es geht darum, die Grundgeschwindigkeit wieder auf ein normales Maß runter zu fahren…
  • Wir müssen unsere Ziele und aktuellen Projekte untereinander in den Teams noch besser und  klarer kommunizieren. Wenn ich weiss, woran der andere gerade arbeitet und warum die Arbeit an diesem Projekt oder an  diesem Thema gerade wirklich wichtig ist kann ich a.) ein selbstbewusstes „NEIN  DANKE“  gut akzeptieren, wenn ich den Kollegen mit einer neuen Aufgabe konfrontiere und b.) Möglichkeiten aufzeigen, wie ich ihn und das gesamte Team möglicherweise gut unterstützen kann. Das funktioniert genauso in die andere Richtung und so können durch offene Kommunikation über die jeweiligen Prioritäten schöne „Win-Win-Effekte“ realisiert werden.

Welche Ideen habt Ihr zum Thema „Produktivität durch Entschleunigung“? Was wären für Euch gesundheitsförderliche Maßnahmen im Rahmen der Produktivitätsentwicklung und Eures Zeitmanagements?

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Seit November 2013 schreibe ich wöchentlich an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter  und Co.) teilt und verbreitet!

Social Media für Soziale Organisationen – Anmeldeschluss am 15.2.!

Hier ein Hinwies auf eine interessante Verasntaltung des „Berliner Heldenrates“:

(c) Heldenrat e.V.

(c) Heldenrat e.V.

„Social Media ist mittlerweile zum Standardwerkzeug im Bereich Marketing geworden. Es verbessert sowohl die Sichtbarkeit der Initiative, als auch die richtige Außendarstellung und Vernetzung mit den eigenen Stakeholdern. Während sich der Großteil von Privatpersonen selbstverständlich online bewegt, tun sich soziale Organisationen noch teilweise schwer, Social Media effektiv einzusetzen. Denn das sog. Web 2.0 bietet nicht nur viele Möglichkeiten, sondern hält auch einige Stolperfallen bereit, welche es zu beachten gibt.

Zusammen mit dem Experten Sascha Dinse, laden wir Sie herzlich zu unserem zweiten kostenfreien Workshop

Social Media für Soziale Organisationen“

am 19. Februar 2014 (Mittwoch), 18:00 – 21:00 Uhr

Neben einer Einführung in die Grundzüge und gängigsten Online-Portale des Web 2.0, sollen hier gemeinsam Guidelines und Projektpläne für die richtige Social Media Strategie erarbeiten werden. Wie immer geht es auch insbesondere um den Erfahrungsaustausch zwischen sozialen Initiativen. Der Workshop richtet sich an alle Initiativen, die aktuell über den Einsatz von Social Media in Ihrer Kommunikation nachdenken oder sich einfach nur darüber informieren wollen, welche Möglichkeiten es gibt und wie man diese gelungen umsetzt.

Für die Teilnahme zu unserem Workshop melden Sie sich bitte bis zum 15.02.2014 unter www.heldenrat.org/anmeldung an.“

 

SozialLinks #6: Zeit zu handeln!

Immer Mittwochs gibts an dieser Stelle  meine  Linkliste der Woche. Ich möchte Euch ein paar gute Projekte, Konzepte, Ideen und Anregungen aus der Welt der Sozialen Arbeit, der Sozialwirtschaft, des Social Entrepreneurship und der Förderung des UnternehmerInnentums ans Herz legen und zur Lektüre empfehlen.  Und machmal finde ich auch Seiten interessant und empfehlenswert, die nicht direkt etwas mit den eben genannten Gebieten zu tun haben – die Ihr Euch aber trotzdem mal anschauen solltet….. Für die 6. Kalenderwoche gibt es diese Links:

© DOC RABE Media - Fotolia.com

© DOC RABE Media – Fotolia.com

In zwei Brandbriefen haben sich Jugendvertreter aller Berliner Bezirke und Fraktionen an das Abgeordnetenhaus gewandt, weil die Geldnot immer größer wird. Die Mittelkürzung droht nach Angaben von Marijke Höppner (SPD) und Florian Schwanhäußer (CDU) die Jugendarbeit nachhaltig zu schädigen. Die rbb-Abenschau greift das Thema auf und berichtet über die fatale Finanzsituation. Studiogast: Sigrid Klebba, Staatssekretärin Jugend und Famile.

http://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/20140202_1930/jugendarbeit-in-not.html

In Hamburg sieht die Situation nicht besser aus. Auch hier haben Vertreterinnen und Vertreter der Bezirke und aus der Sozial- und Jugendarbeit einen Brandbrief an den Senat geschrieben. Die „Hamburger Morgenpost“ berichtet…..

http://www.mopo.de/nachrichten/brandbrief-an-sozialsenator–kuerzungen-fuehren-zum-kollaps-,5067140,26069754.html

Glaubt man hingegen  dem 14. Kinder- und Jugendbericht, könnte man meinen, Kindern und Jugendlichen in Deutschland geht es gut. Studierende der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin haben sich den Bericht näher angesehen und einer kritischen Würdigung unterzogen:  „Der 14. Kinder- und Jugendbericht zeichnet hierzu ein ‚fast perfektes‘ Bild. Das über 700 Seiten umfangreiche Positionspapier steht unter dem von der Sachverständigenkommission gewählten Berichtsmotto der „Kinder- und Jugendhilfe in neuer Verantwortung“ (vgl. BMFSFJ 2013: 5). Doch damit nicht genug. Aus der mit Fakten und Zahlen belegten These, dass die Kinder- und Jugendhilfe „zu einem zentralen gesellschaftlichen Akteur zur Förderung des Aufwachsens geworden“ (ebd.) sei und ihre Angebote und Leistungen „nahezu alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland“ (ebd.) erreiche, zieht sie ihren ‚Siegeszug‘ weiter und schließt mit dem Fazit: „Die Kinder- und Jugendhilfe sei nun in der Mitte der Gesellschaft angekommen“ (ebd.). Das klingt auf den ersten Blick sehr erfolgversprechend. Riskieren wir also einen zweiten, genaueren Blick….“  – auf jugendhilfe-berwegt-berlin.de

http://www.jugendhilfe-bewegt-berlin.de

Für alle, die es gestern „übersehen“ haben, hier noch einmal der Hinweis / Link zu einem Interview, das ich Ende Januar 2014 mit Stefan Zollondz geführt habe. Zollonds ist Mit-Autor des Buches „Gutes einfach verbreiten“ und berät Sozialunternehmen und Projekte zum Thema „Offener Projekttransfer“. In dem Interview frage ich u.a. auch nach Umsetzungsmöglichkeiten für den Sozial- und Jugendhilfebereich… Die Antworten von Stefan machen Lust auf mehr….

https://mampel.wordpress.com/2014/02/04/offener-projekttransfer-eine-chance-auch-fur-innovative-sozialarbeit/

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Wenn Euch in den weiten des Internets interessante oder aufregende Seiten oder Projekte begegnen, die hier mal präsentiert und vorgestellt werden könnten, freue ich mich über einen kurzen Hinweis!

Offener Projekttransfer: Eine Chance auch für innovative Sozialarbeit

Wer ein gutes, wirksames und möglicherweise innovatives Sozial- und/oder Jugendhilfeprojekt entwickelt hat, kann schnell auf die Idee kommen, die Verbreitung dieser Idee voranzutreiben. Denn was in der einen Stadt klappt, klappt möglicherweise auch in einer anderen. „Skalierung“ ist das Stichwort – doch oft wissen die Beteilgten nicht, wie ein solcher Prozess gestaltet werden kann. Hier bietet es sich an, über “Offenen Projekttransfer” nachzudenken. Über das Thema und die eigens dafür geschaffene Plattform opentranfer.de haben wir mit Stefan Zollondz gesprochen, der bundesweit Projekte und Organisationen berät, die Tranferprozesse gestalten wollen.

Herr Zollondz, Sie sind Sozialarbeiter und beschäftigen sich intensiv mit dem Thema „Offener Projekttransfer“. Worum geht es dabei – was ist ihre Motivation, sich mit dem Thema so intensiv zu beschäftigen?

Foto: Stefan Zollondz

Foto: Stefan Zollondz

Auf das Thema „Offener Projekttransfer“ bin ich durch meinen Blog (www.sozialarbeiterblog.de) gekommen. Ich beteilige mich regelmäßig an den NPO-Blogparaden, die gezielt Fragen aus dem Non-Profit-Bereich stellen und von den unterschiedlichsten Akteuren aus ganz Deutschland beantwortet werden. Dabei habe ich Katarina Peranic von „openTransfer.de“ kennen gelernt und mein erstes Barcamp besucht.

In der Sozialarbeit bin ich seit gut 20 Jahren in Bielefeld im Bereich Gemeinwesenarbeit tätig und das bringt mit sich, dass man die Kolleginnen und Kollegen sehr gut kennt. Wirklich neue Impulse entstehen so eher selten, da der Rahmen durch politische Vorgaben eng gesteckt ist und neue Ideen aufgrund der immer gleichen Personen irgendwann erschöpft sind.

Mein Engagement bei openTransfer bringt mich bundesweit mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt, die alle auf ihre Weise soziale Projekte voranbringen wollen. Die Spannweite dieser Begegnungen reicht von Studierenden, die ganz neue Ideen mitbringen und sich zunächst orientieren über Menschen, die sich in unterschiedlichen Stadien für kleine und große Projekte einsetzen, bis hin zu Älteren, die sich auch im Ruhestand noch für die Verbreitung sozialer Ideen begeistern.

Alle diese Menschen haben die unterschiedlichsten Hintergründe, studieren, bauen kleine Projekte in Form von Vereinen auf, arbeiten für die freien Wohlfahrtsverbände oder sind bei Stiftungen und potenziellen Geldgebern aktiv. Diese Mischung in Kombination mit offenen Veranstaltungsformen wie Barcamps, Blogparaden, die Erstellung von gemeinsamen eBooks usw. machen für mich den Reiz aus.

Alle Akteuere begegnen sich bei diesen Formaten gleichwertig und – auch wenn der Begriff mittlerweile sehr abgedroschen ist – auf Augenhöhe.

Das Potenzial, das aus diesen Rahmenbedingungen entsteht führt zu neuen, innovativen Ideen, die zunächst unabhängig von den zum Teil engen Grenzen vor Ort gedacht und entwickelt werden können. Wissen aus den unterschiedlichsten Bereichen fließt zusammen, Projekte können wachsen, Finanzierungsmöglichkeiten erschlossen werden und erfolgreiche Projekte skaliert und in andere Städte transferiert werden.

Ideen, die gut funktionieren, müssen nicht immer wieder neu erfunden werden, Geldgeber können das Potenzial erkennen und ihre Mittel besser einsetzen und es entstehen nicht immer wieder dieselben Projekte unter neuem Namen, die alle wieder bei Null anfangen.

Wie genau funktioniert „offener Projekttransfer“ und welchen Nutzen haben die Beteiligten davon? 

Die Idee vom offenen Projekttransfer ist „Gutes einfach verbreiten“. Ich denke, das bringt die Idee sehr gut auf den Punkt. Organisationsübergreifend bringen Akteure aus dem sozialen Bereich ihre Konzepte und Erfahrungen zusammen, um gemeinsam voneinander zu lernen und sich und ihre Projekte weiter zu entwickeln.

Oftmals fehlt Wissen in einem einzelnen Bereich, das jemand anderes beisteuern kann. Es entsteht so eine umfangreiche Wissensdatenbank auf OpenTransfer.de, die frei zur Verfügung steht.

Ein Kernthema des offenen Projekttransfers ist die Transfermöglichkeit erfolgreicher Projekte und die damit verbundene Skalierung.

Es ist nicht notwendig, scheinbar gute Ideen immer wieder neu in unterschiedlichen Städten zu „erfinden“ und dafür Fördergelder zur Verfügung zu stellen. Viel effektiver ist es, erfolgreiche Projekte zu skalieren und an andere Standorte zu übertragen. An dieser Stelle entstehen allerdings auch immer wieder Befürchtungen, ob die eigene Idee dabei von Mitbewerbern geklaut oder verwässert wird. OpenTransfer begegnet diesen berechtigten Bedenken mit verschiedenen Transfer-Ansätzen. So kann ein Projekt beispielsweise in ein Franchise-Konzept übertragen oder gegen Lizenzgebühren an andere Standorte und Träger übertragen werden.  Dabei entsteht eine Win-Win-Situation, von der beide Seiten profitieren können.

Außerdem erlebe ich den gegenseitigen Austausch als große Bereicherung. Akteure aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands, von kleinen Vereinen bis hin zu großen freien Wohlfahrtsträgern und den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen treffen aufeinander und bilden ein beeindruckendes Potenzial an neuen Ideen, das ein einzelner Träger in dieser Form nicht erreichen kann.

Können Sie konkrete Beispiele nennen? Gibt es Vorzeigeprojekte oder Best-Practice -Erfahrungen, von  denen andere Träger und Verbände lernen können? Insbesondere interessiert uns natürlich, inwieweit dieses Modell auch in der Jugendhilfe schon praktiziert wird.  

 Ich selber bin nicht im Bereich der Jugendhilfe tätig. Es gibt aber ein bundesweit erfolgreiches Projekt aus dem Jugendhilfebereich, das in Berlin angesiedelt ist. Katja Urbatsch hat mit ihrem Projekt Arbeiterkind (www.arbeiterkind.de) ein bundesweites Filialsystem aufgebaut, das Jugendliche und junge Erwachsene, die nicht aus Akademikerfamilien kommen bei der Vorbereitung und Durchführung eines Hochschulstudiums unterstützt. über 5.000 Freiwillige engagieren sich mittlerweile in 70 Regionen Deutschlands als Mentoren. Gesteuert wird das Unternehmen von vier hauptamtlichen Kräften mit Sitz in Berlin. Die Zentrale kümmert sich um Fundraising und Förderungen und übernimmt einen Großteil der bürokratischen Aufgaben. So werden die freiwilligen Mentoren vor Ort entlastet und können sich um ihre eigentliche Aufgabe der Beratung und Begleitung kümmern. Die Qualität des Angebots wird durch Basistrainings sichergestellt, die jeder Mentor absolvieren muss.

Die Weiterverbreitung geschieht organisch und nicht ausschließlich durch die Zentrale organisiert. So kann beispielsweise eine bestehende Ortsgruppe eine neu gegründete Ortsgruppe in der Nachbarstadt beraten und beim Aufbau unterstützen. Katja Urbatsch sieht die eigentliche Aufgabe der Zentrale dabei in der Stabilisierung und Begleitung der Ortsgruppen.

Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie aus einer kleinen lokalen Idee ein bundesweit erfolgreiches Projekt wachsen kann, ohne das dabei das Know-How und die Zügel aus der Hand gegeben werden müssen.

Organisationen, die ein kleines Projekt erfolgreich initiiert haben und einen Einstieg in den Transferprozesses überlegen, können hier lernen, welche Vorbereitungen, z.B. die Wahl der Transferform, die Qualitätssicherung und die Organisation des Overheads notwendig sind.

Klingt  nach viel Arbeit . Kann das Ihrer Meinung nach  jeder Träger, jede Organisation „stemmen“ ? Sind kleinere oder sind größere Organisationen dabei  ihm Vorteil? Und wo finde ich Ansprechpartner und Berater, wenn ich mich als freier Träger oder als Projekt an Transferprozessen beteiligen möchte? 

 Ein Transferprozess, der in der Regel auch mit einer Skalierung verbunden ist, stellt aus meiner Sicht für jede Organisation eine große Bereicherung dar. Im Laufe des Prozesses wird das Projekt einmal bis auf seinen essentiellen Kern zerlegt und dokumentiert. Die persönlichen und oft auch emotionalen Anteile der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Aufbau beteiligt waren, werden benannt und gewürdigt. Diese Form von Wertschätzung halte ich für sehr bedeutend. All diese Erkenntnisse fließen in den Transferprozess ein und bilden die Grundlage für ein Projekt, das am Ende dieses Weges bereit ist, in die Welt getragen zu werden.

Kleinen, nicht zertifizierten Organisationen und Vereinen bietet sich damit die Möglichkeit, einen großen Schritt in Richtung Qualitätssicherung zu gehen, während die großen zertifizierten Träger einen weiteren tragfähigen Baustein in ihrer Qualitätspolitik schaffen.

„Stemmen“ kann so einen Transformationsprozess jede Einrichtung. Abhängig von den zur Verfügung stehenden Ressourcen kann der Transformationsprozess nur unterschiedlich lange dauern.

Erste Anlaufstelle für Organisationen, die einen Transferprozess starten wollen, ist OpenTransfer.de. Hier stehen eine Vielzahl von hochwertigen und praktisch erprobten Ressourcen kostenlos zur Verfügung. Damit ist eine erste Orientierung möglich. Außerdem lohnt sich auch der Besuch eines der Open Transfer Camps (OTC), die jedes Jahr in Form von Barcamps an unterschiedlichen Standorten in Deutschland stattfinden. Die Termine sind ebenfalls über OpenTransfer.de zu erfahren.

Für den Transferprozess innerhalb der Organisation ist eine externe Begleitung in den meisten Fällen sinnvoll. Beraterinnen und Berater können über OpenTransfer angefragt werden.

Ich selber trage ebenfalls Ressourcen zu OpenTransfer bei und stehe auch als Ansprechpartner für Transferprozesse zur Verfügung. Mit einem Team von vier Beraterinnen und Beratern begleiten wir bundesweit Projekte im sozialen Bereich in Transfer- und Skalierungsprozessen. Dabei setzen wir auf unsere Erfahrungen aus mittlerweile über 20 Jahren im Bereich des dritten Sektors. Dieser Bereich unterliegt wie kaum ein anderer stetigen Veränderungen und Herausforderungen durch immer weiter sinkende öffentliche Förderungen. Ein erfolgreicher Projekttransfer ist unter diesen Bedingungen immer ein Gewinn, sowohl für den Träger, als auch für die Zielgruppe des Projekts, und deshalb wert, sich auf den Weg zu machen.

 (Das Interview mit Stefan habe ich Ende Januar 2014 geführt)

Kontakt:

Stefan Zollondz

Telefon: (0521) 56 01 298

stefan.zollondz@zollondz-kommunikation.de

www.zollondz-kommunikation.de