Geschäftsführer-Tagebuch #2

Neues Jahr – neues Bündnis

Erwartungsgemäß gings gleich wieder richtig zur Sache in KW 2, meiner ersten „richtigen“ Arbeitswoche in diesem Jahr. Lange und gut genug vorbereitet hatte ich mich ja…. – wie Ihr HIER wahrscheinlich schon gelesen habt.

Zeit für neuesDie Woche war geprägt von langen Listen mit  Tagesordnungspunkten für die wöchentlichen Mitarbeiterbesprechungen und die ersten Gremien und Sitzungen in diesem Jahr. Herausstechend war neben der Redaktionssitzung des Blogs Jugendhilfe-bewegt-berlin.de beim DPW vor allem die gemeinsame Sitzung des Beirates und der Steuerungsgruppe Schule-Jugendhilfe im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Berlinweit wird versucht, durch Anpassung von Abläufen, Organisations-  und Arbeitsstrukturen und vor allem durch gemeinsame Projekte, die absurde Trennung (real und in den Köpfen der Beteiligten) der Bereiche Schule und Jugendhilfe zu überwinden. Noch allzu oft arbeiten beide Systeme parallel zueinander, ohne sich aufeinander zu beziehen. Vormittags „mein“ Kind in der Schule, nachmittags „dein“ Kind in der Jugendeinrichtung. Wenn Probleme „am Kind“ auftauchen und das Kind in der Schule auffällig wird, wird Jugendhilfe quasi als Reparaturbetrieb zur Hilfe gerufen. Das störende Kind wird schlimmstenfalls aus dem System Schule entfernt, gemeinsam mit den Eltern in professionellen Jugendhilfe-Settings bearbeitet und dann irgendwann repariert, zumindest therapiert, wieder dem Lernbetrieb zugeführt. Zugegeben: Das ist überzogen. Und ja: es gibt auch viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die auch jetzt schon den Blick „über den Tellerrand“ ihres Klassenzimmers wagen. Aber Fakt ist:  Strukturell und in den Haltungen der Beteiligten liegt da noch einiges im argen.

In Steglitz-Zehlendorf wächst zusammen, was zusammen gehört…

Steglitz-Zehlendorf ist da schon weiter als viele andere Bezirke – und nicht zu Unrecht blicken viele Akteure aus Berlin auf unseren Bezirk. Die Arbeit der Steuerungsgruppe Schule-Jugendhilfe und aller  am Prozess der Entwicklung und Umsetzung eines bezirklichen Rahmenkonzeptes beteiligten Organisationen, Verwaltungsabteilungen und Fachkräfte haben schon zu deutlichen Veränderungen und Fortschritten in der Zusammenarbeit geführt. In der gestrigen Sitzung nun, drückte sich das gemeinsame Verständnis der Zusammenarbeit und die miteinander entwickelte neue Haltung in einer Umbenennung des Bezirksprojektes aus: Wir sind jetzt das „Bündnis für Bildung“ – versehen mit dem Zusatz „vernetzen – kooperieren – mitmachen“. Das ist großartig – denn hier drückt sich ein vollkommen anderer – zeitgemäßer – Bildungsbegriff aus. Bildung ist viel mehr als die reine Wissensvermittlung in den Klassenräumen. Eine Binsenweisheit, aber immer noch nicht in allen Niederungen der Gesellschaft angekommen.

Bildung findet überall statt

Wir behaupten: Jeder Mensch hat das Recht – möglicherweise auch die Pflicht – das Beste aus seinem Leben zu machen. Den Prozess der Aneignung aller Fähigkeiten und Kenntnisse, die man dafür braucht, nennen wir Bildung. Hierbei spielt es überhaupt keine Rolle an welchem (Lern-) Ort Bildung erfolgt. Bildung findet statt in der Familie, in der Kita, im Freundeskreis, auf der Straße, auf dem Fussballplatz, im Shopping-Center. Wenn man Glück hat, auch im Klassenraum einer Schule….

Wenn Ihr Euch mehr für die Arbeit unseres bezirklichen Bündnisses für Bildung interessiert, empfehle ich Euch sehr, unseren Blog Schule-Jugend-SZ zu besuchen.

Ich freu mich riesig, an diesem Projekt in unserem Bezirk mitarbeiten zu dürfen. Aber das habt Ihr Euch wahrscheinlich schon gedacht. 😉

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Seit November 2013 schreibe ich wöchentlich an meinem „Geschäftsführer-Tagebuch“. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter  und Co.) teilt und verbreitet!

SozialLinks #2

Immer Mittwochs gibts an dieser Stelle  meine  Linkliste der Woche. Ich möchte Euch ein paar gute Projekte, Konzepte, Ideen und Anregungen aus der Welt der Sozialwirtschaft, des Social Entrepreneurship und der Förderung des UnternehmerInnentums ans Herz legen und zur Lektüre empfehlen.

Hier meine  Tipps für die Woche 02/2014:

Behindert ist man nicht – behindert wird man. Zum Beispiel von nicht-barrierefreien Zugängen zu öffentlichen Einrichtungen oder Cafes oder Kneipen. Behindert wird man durch Bürokratie und Verwaltungsirrsinn, behindert wird man auch duch unkooperatives und diskriminierendes Verhalten anderer Menschen. Wer wüsste darüber besser zu berichten, als Menschen mit Behinderung. Im Blog der Aktion Mensch melden sich regelmäßig Autorinnen und Autoren mit Handicap zu Wort, die uns an ihren vielfältigen Erfahrungen teilhaben lassen und uns hierdurch allzu oft einen Spiegel vorhalten. Pflichtlektüre für alle!

www.aktion-mensch.de/blog

Wenn Ihr dann schon mal auf dieser Seite seit und Euch intensiver mit dem Thema Inklusion befassen wollt, dann könnt Ihr von dort aus weiterziehen auf zwei weitere Seiten:

  1. Der Inklusionsblog ist eine hervorragende Zusammenstellung interessanter Informationen und Positionen rund um das Thema Inklusion….. > www.inklusionsblog.de
  2. das Blog von Raul Krauthausen: Ich hatte Raul Krauthausen hier schon mal im Zusammenhang mit wheelmap.org erwähnt. In seinem Blog erfahrt Ihr viel aus und über sein Leben und die Sicht auf selbiges. Immer lohnenswert, häufig amüsant! > www.raul.de/blog

Um ganz andere Themen geht es bei BerlinImPuls. BerlinImPuls ist ein Projekt zur Förderung der Medienkompetenz von jungen Menschen in und rund um Berlin. Das Herzstück von BerlinImPuls ist die Jugendredaktion. Hier können alle Jugendlichen aus Berlin & Brandenburg mitschreiben, bloggen, filmen oder Radio machen. Gefördert wird das Projekt von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin. Klasse! So stelle ich mir idealerweise  praktische (Aus-) Bildung im Bereich Medienkompetenz vor. Gibts sowas eigentlich auch in anderen Städten?

www.berlinimpuls.de

Wenn Euch tolle Projekte oder Seiten über den Weg laufen oder Ihr glaubt, dass Euer eigenes Projekt hier mal vorgestellt werden sollte, freue ich mich, über eine kurze Info… gern nehme ich den Link in meine kleine wöchentliche Sammlung auf….

Video der Woche #2

Immer montags stelle ich Euch ein Video vor, in dem spezielle Aspekte meines “Kernthemas” Sozialwirtschaft / Sozialarbeit / Social Entrepreneurship vorgestellt, beleuchtet und / oder diskutiert werden.

Auch in dem zweiten Video in dieser Reihe steht ASHOKA im Vordergrund. Diesmal seht Ihr ein Interview, das Helge Thomas mit dem Geschäftsführer von Ashoka Deutschland, Felix Oldenburg, führt. Sehr interessant, weil Oldenburg die Besonderheiten für Sozialunternehmer/innen in Deutschland sehr sachkundig und anschaulich beschreibt. Wichtigste Forderung aus meiner Sicht: Deutschland muss ein  Gründerland auch im  Sozialsektor werden.

Heldenhafte Blogparade abgeschlossen. Prädikat: wow – sehr lesenswert!

Neue Helden braucht das Land?  war Frage und  Thema einer von mir am 26.12.2013 initierten Blogparade. Inspiriert durch einen Kommentar zu einem meiner Beiträge hier im Blog begann ich über den Begriff „Heldentum“ nachzudenken. Und es tauchten bei mir Fragen auf, die ich mir nicht so recht beantworten konnte: „Was macht einen Helden zum Helden?“,“Darf man sich selbst zur Heldin erklären?“,  Wer bestimmt, wann man offiziell ein Held ist?“, „Ist „Held” etwas definierbares? Oder gibt es so viele Helden, wie es Bilder von „Heldentum“ gibt?“, “ Kann man seinen Heldenstatus wieder verlieren?“….Und überhaupt: „Brauchen wir überhaupt Helden? Wenn ja – wofür? Und: Eignet sich ein jede/r zum Held oder zur Heldin?“.

(c) Fotolia

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Dass diese Fragen nicht nur mich, sondern auch andere bloggende Menschen interessieren, hat die Resonanz auf meinen „Schreibaufruf“ gezeigt: Trotz Nach-Weihnachtsrummel und Jahreswechsel und allgemeiner Urlaubsstimmung sind sieben sehr unterschiedliche Beiträge aus verschiedenen Teilen der Republik zusammen gekommen. Sieben sehr unterschiedliche Sichtweisen sehr unterschiedlicher Menschen, die ich Euch im folgenden präsentieren möchte:

Heldentum 2014 mit alten Heldenklischees unvereinbar

„Mehr Sex im Text“ verspricht das Blog von Gerhard J. Ernest aus Iphofen. Sein Blog versteht sich als „Ideenfutter für Experten, Führungskräfte und Umsatz-, Verkaufs- und Vertriebsverantwortliche in Unternehmen mit engem Zielgruppenfokus“. Ganz ohne Sex kommt allerdings seine sehr ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema unserer Blogparade aus. Sehr tief kniet sich Ernest in die Thematik, blättert in alten Universal-Lexika, zitiert Simmel und Ralph Waldo Emerson, springt weit zurück bis ins 16. Jahrhundert um dann wieder Parallelen und Unterschiede zur Gegenwart aufzuzeigen und resümiert:  „Sie sehen, Heldentum 2014 ist mit alten Heldenklischees unvereinbar. Heldentum lässt sich außer in einer Ladung treffwilliger Kanonenkugeln auch in Pinselstrichen, Erfindergenialität und Bytes messen. Es kommt immer auf die persönliche Perspektive an, so meine Auffassung.“ Und die Begründung seiner Auffassung ist unbedingt lesenswert.

Helden des Managements

Oliver Schmidt, Nachhaltigkeitsberater und Geschäftsführer bei Hultgren und Partner und Macher des Blogs  :machen geht sehr pragmatisch an das Thema heran. Schon in seinem Kommentar zu meinem o.g. Artikel wird deutlich: Schmidt hat sehr klare Vorstellungen davon, wie er sich, wir wir uns wahre Helden vorstellen könnten: „Der Verein Gleich X Anders e.V. (sprich: “gleich mal anders”) zur Inklusion geistig behinderter Menschen baut ein Hotel in Darmstadt. Das Projekt steht noch ganz am Anfang, ein paar Milliönchen müssen noch zusammengetragen werden, aber eins steht fest: Wenn das gelingt, und hier Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderungen entstehen, sind die Macher für mich “Helden des Managements” – und damit meine Bewerbung für Ihre Blogparade, Herr Mampel.“ Und in seinem Beitrag zur Blogparade auf :machen stellt er dieses Projekt unter der Überschrift „All inclusive“ auch gleich mal vor……. Mit dem hier geprägten Heldenbegriff kann ich mich sofort identifizieren. Ihr nach dem lesen des Beitrages ganz sicher auch.

Ist Siegfried aus der Sicht des Drachen ein Held?

„Das Land braucht keine neuen Helden, das Land braucht Anerkennung für die stillen Helden, die überhaupt erst möglich machen, was in unserer Welt funktioniert und schön ist.“ Das ist eine sehr klare Ansage von Flashbash . Für ihn ist klar: Helden finden wir nicht nur in den Ruhmeshallen der Geschichte – zumal die Frage ob jemand als Held gilt, auch immer nur in seinem jeweiligen historischen Kontext und aus einer speziellen Perspektive heraus beantwortet werden kann. (Ist Siegfried aus der Sicht des Drachen ein Held?“) Für ihn fängt Heldentum in „kleinen“ an… im Alltag. Aber lest selbst, was Flashbash dazu denkt und schreibt….. 

In jedem von uns steckt ein Held

Ähnlich sieht das „Die Spaziergängerin“ Jeannette Hagen (die Ihr sicher auch schon bei der Lektüre  von Das Prinzip .garage schätzen gelernt habt): Heldentum fängt in unserem Alltag an. Ihre These:  In jedem von uns steckt ein Held. Viele von uns haben das einfach nur vergessen. Und sie bietet uns auch ihre Definition des Heldenbegriffes an: „Ein Held ist für mich jeder, der einmal mehr aufsteht, als er fällt. Jeder, der mir ein ehrliches Lächeln schenkt. Jeder, der nicht müde wird, seine eigenen Grenzen entweder zu erkennen und zu respektieren oder der sie mutig überschreitet. Jeder, der ohne Aufforderung die Grenzen des anderen respektiert und sich loyal verhält. Der sich für die Gemeinschaft einsetzt – nicht weil er muss, sondern weil er will.“ Ich lege Euch die Lektüre des gesamten Beitrages unbedingt und dringend ans Herz. Egal, wie Ihr die Dinge seht – Ihr habt hinterher auf jeden Fall einiges zum nachdenken…… Und denken schadet ja nix… 😉

Heldentum entmystifizieren

Mein Twitter-Kollege Thomas Michl aus Weinsberg gibt unumwunden zu, dass er „ein schwer ambivalentes Verhältnis“ zum Heldenbegriff hat. Warum das so ist,  beschreibt Thomas  in seinem Beitrag auf  „Tom´s Gedankenblog“ sehr anschaulich. Klar wird: Heldentum muss entmystifiziert werden; das Denkkonzept hinter dem Begriff muss in Frage gestellt werden.  Und am Ende kommt er zu einem Fazit, das  unbedingt zur Diskussion anregt. Den ganzen Beitrag – und Thomas Michls Fazit – könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt.

Helden zeigen uns unsere eigene Unvollkommenheit

In eine ganz andere Richtung denkt Guido Neumann, Projektleiter in der .garage berlin. Er stellt in seinem Beitrag auf seinem Blog „Ein- und Audrücke“ die Vorbildfunktion des Heldin / der Heldin in den Vordergrund. Der Held als Identifikationsfigur, der uns antreibt größeres zu wollen und sich dafür gefälligst auch anzustrengen. Gerade auch für Existenzgründer (mit denen arbeitet Guido tagtäglich) ein möglicherweise plausibles Konzept. Guido schreibt: „Ich glaube, dass Heldentum heute noch gebraucht wird. Heldentum ist immer Geschichten erzählen. Geschichten von tollen Menschen, Geschichten vom Sieg des Guten über das Böse, Geschichten von Erfolg und manchmal auch von Misserfolg (der tragische Held). Helden geben uns Halt, Helden geben Sicherheit, Helden zeigen uns unsere Unvollkommenheit.“ Darüber kann mal auf jeden Fall auch mal nachdenken.

29 Ideen für werdende Helden

Und wenn Ihr jetzt genug gelesen habt,  Ihr schon zappelig werdet und Euer Körper nach Bewegung schreit….. dann steht doch einfach mal auf, dreht die Musik laut …. und  tanzt…… Was das mit unserem Thema zu tun hat? Viel, wenn Ihr Walter Epp fragt. Er ist Initiator und Motor von „Tanzheld – Besser tanzen, besser leben, die Welt verbessern„. Klingt erstmal komisch. Ist es aber gar nicht. Walter Epp schreibt über seine Sicht auf die Welt: „Ich glaube an mehrere Dinge:  Ich glaube, dass das Tanzen einen Menschen zum Besseren verändert. Tanzen schenkt uns Selbstbeherrschung, Disziplin, aber auch Freiheit und Lebensfreude. Tanzen schenkt eine starke Persönlichkeit und hat einigen Menschen sogar einen ganzen Lebenssinn verschafft.“ Wer tanzt wird ein besserer Mensch. Und bessere Menschen wollen die Welt besser machen. Und deshalb liefert  seine Seite auch ganz praktische Lebenshilfe für werdende (Tanz-) Helden:  29 einfache Wege die Welt zu verbessern – Ideen für Helden solltet Ihr unbedingt lesen und den einen oder anderen Vorschlag auch einfach mal ausprobieren…… Aber erst  nach dem tanzen 😉

Fazit

Mein Fazit dieser Blogparade: Ja – die Welt braucht Helden. Die Welt braucht Menschen, die die Welt besser machen wollen. Menschen, die für das Gute, für das Bessere stehen. Und die uns motivieren, mit Ihnen gemeinsam zum Helden, zur Heldin zu werden. Im Büro. Beim tanzen. Im Management. In der U-Bahn. Im Krankenhaus.

Überall da, wo Menschen Menschen brauchen, werden Helden geboren.

„Kiek in“ in Marzahn: Solidarität und Spenden sind gefragt…!

DSCF1353LeserInnen dieses Blogs und Freunde und Partner des Stadtteilzentrum Steglitz können sich sicher noch erinnern: In der Silvesternacht 2012/2013 wurde das Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum KiJuNa vorsätzlich in Brand gesetzt – große Teile des Untergeschosses, die Fassade und Teile des Erdgeschosses sind Opfer der Flammen geworden und konnten teilweise mehrere Monate nicht genutzt werden. Und auch im weiteren Verlaufe des Jahres kam es immer wieder zu Vandalismus und mutwilliger Zerstörung. Nicht immer konnten Täter ermittelt werden, die Motivation solcher Angriffe bleibt schleierhaft.

Was uns immer gut getan hat in solchen Situationen, war die Solidarität und die Unterstützung der Menschen aus der Nachbarschaft – auch in Form von Mitarbeit beim aufräumen, reparieren, renovieren oder in Form von Sach- und Geldspenden.

Kita des „Kiek In“ nach Anschlag vorerst nicht mehr nutzbar

In der Silvesternacht 2013/2014 wurden unsere Freunde und KollegInnen vom „Kiek In“ in Marzahn-Hellersdorf Opfer eines Angriffs. Meine Geschäftsführer-Kollegin aus dem Marzahner Stadtteilzentrum hat eine Pressemitteilung verfasst. Lest selbst:

„Lieber Besucher/innen des Nachbarschafts- und Familienzentrums „Kiek in“, liebe Eltern der Kita „Kiek mal“!
In der Silvesternacht 2013 zu 2014 ist in unser Haus eingebrochen worden, jedoch nicht um etwas zu stehlen, sondern – und anders können wir uns diese Tat nicht erklären – um die Arbeit unserer Kita und unseres Stadteilzentrums bewusst zu sabotieren. Bisher unbekannte Täter haben gezielt Wasserleitungen zerstört und die Räume über alle Etagen mit Wasser geflutet! Das Wasser lief über Stunden ins Haus und große Teile sind nun schwer beschädigt und vorerst nicht mehr nutzbar. 

Der Kitabetrieb aber auch die vielen nachbarschaftlichen, sozialkulturellen wie Beratungsangebote für die Bürger/innen unseres Stadtteils werden dadurch in der kommenden Zeit erheblich einschränkt sein. Wir bitten um Ihr Verständnis. Ein Notbetreuungsplan für unsere Kitakinder, die es am schlimmsten trifft, wird derzeit erstellt. 

Es wird viel Arbeit und Einsatz, Geduld aber auch erheblicher finanzieller Mittel bedürfen, das Haus wieder für seine Besucher/innen und Nutzer/innen herzurichten. Unterstützung jeder Art ist willkommen.“

Eure Unterstützung ist gefragt

Vielleicht habt Ihr die Bilder in der rbb Abendschau am Freitag abend gesehen …. Wenn nicht:  H I E R ist der  Link zur Mediathek. Was ich da gesehen habe, hat mir fast die Tränen in die Augen getrieben und macht wütend und sprachlos…. Das hilft den Kolleginnen und Kollegen aber gar nicht. Deshalb schreibe ich diesen kleinen Beitrag, verbunden mit der Bitte, Euer Herz und Eure Brieftasche zu öffnen und für das KIEK IN zu spenden!

Hier die Daten für das Spendenkonto:

Kiek in – Soziale Dienste gGmbH
Berliner Volksbank
BLZ: 100 900 00
Konto-Nr.: 235363 1015

Wenn Ihr nicht spenden könnt, aber vielleicht eine andere Idee habt, wie Ihr helfen könnt, wendet Euch am besten direkt an das KIEK IN (gabriele.geissler  (at) gmbh-kiekin.de). Gern könnt Ihr Euch auch  an mich wenden und ich vermittle den Kontakt nach Marzahn. Was aber bitte JEDE/R machen kann: Teilt diesen Beitrag massenhaft in Euren Netzwerken (Facebook, Twitter, XING, G+ usw.) und bittet Eure Kontakte ebenfalls um Unterstützung!

Ich danke Euch!

KW 1: Allem Anfang wohnt ein Zauber inne….

Hermann Hesse hat recht. Natürlich. Etwas Neues zu beginnen, mit einem spannenden Vorhaben anzufangen, ein Projekt „auf die Schienen“ zu setzen… all das hat seine ganz eigene Energie, ist motivierend, ist inspirierend. Nach zwei Wochen Pause, Zeit der Entspannung, des Säge schärfens, der Planung und der Vorbereitung fühle ich mich wie ein Hund an der Leine, der endlich losrennen will. Voller Tatendrang und mit viel Lust auf die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen sehe ich meinem ersten regulären Arbeitstag im neuen Jahr – Montag ist es soweit – entgegen.

In meiner Jahreszielplanung stehen aufregende Vorhaben. Einige  sind schon sehr konkret (wir planen eine neue Kita; wir werden uns in einem Modellprojekt zur Weiterentwicklung sozialraumorientierter Jugendhilfe in verantwortlicher Rolle engagieren; in der .garage wird ein neuer Arbeitsbereich bzw. ein neues Projekt  in unserem Unternehmen  an den Start gehen – „die .anders-berater“, eine Unternehmensberatung speziell für Non-Profit-Organisationen aus dem Sozial- und Umweltbereich und für die „Kreativszene“.)

Und zum Ende des Jahres wird mein Buch erscheinen, das sich  dem – mal mehr oder weniger spannenden – Alltag sozialer Unternehmen und Organisationen widmet.

Darüber hinaus habe ich beschlossen, mich ein bisschen mehr mit interessanten Ansätzen und Projekten und  Initiativen ausserhalb meiner gewohnten „Arbeits-Blase“ zu beschäftigen. Zwei Themen die mich besonders interessieren: Social-Franchise-Systeme und Offener Projekttransfer (hierzu hatte ich ja schon eine Leseempfehlung geblogt).Mittlerweile habe ich via Twitter Leute gefunden, die an diesem Thema schon länger arbeiten…. das reizt mich doch sehr.

Über meine Fortschritte, Rückschritte, Erfolge und Misserfolge werde ich weiter in diesem Geschäftsführer-Tagebuch berichten. Ich freue mich auch im neuen Jahr über Kommentare, Kritik, Anregungen und sonstige Rückmeldungen … und ganz besonders natürlich, wenn Ihr dieses Blog durch tatkräftiges „teilen“ und empfehlen unterstützt.

Bevor es denn so richtig weitergeht mit dem Tagebuch möchte ich aber noch um eine kurze Rückmeldung bitten! Ich habe unterschiedliche Feedbacks bekommen zu meiner Form der Ansprache: Es gab ein paar Mails von Leuten, die es unangemessen und unpassend finden, dass ich hier alle mit „Du“ anspreche. Wie seht Ihr das? Eigentlich finde ich das angenehmer… andererseits kennen wir uns ja nicht 😉

Eure Teilnahme an der unten stehenden kleinen Umfrage könnte für Klarheit und Orientierung sorgen….. Vielen Dank schon mal dafür!

Offener Projekttransfer im Wohlfahrtsbereich?

„Die zunehmende Ökonomisierung der Leistungen im Bereich der Sozialarbeit stellt vor allem die großen Wohlfahrtsverbände mit ihren traditionellen Werten und etablierten Strukturen vor immer größere Herausforderungen bei der Finanzierung und Weiterentwicklung ihrer Angebote. Soziale Innovationen gehen scheinbar viel öfter von kleinen Organisationen und Vereinen aus, die sich flexibel und ausschließlich auf ein Thema konzentrieren. Den großen Verbänden – als „Vollsortimenter“ – scheint es hingegen schwer zu fallen, soziale Innovationen mit ihrem traditionellen Wertekanon, ihrem Overhead und ihrem Qualitätsmanagement in Einklang zu bringen.
Dieser Beitrag zeigt typische Problembereiche auf, an denen der Transfer sozialer Innovationen in großen Verbänden oftmals scheitert und gibt gleichzeitig Anregungen für ein mögliches Gelingen.“

Mit diesen Worten beginnt ein ausgesprochen lesenswerter Artikel von Stefan Zollondz, den ich Euch unbedingt zur Lektüre empfehlen möchte! Stefan Zollondz ist einer meiner Follower bei Twitter – und umgekehrt folge ich ihm auch. Denn: Seine Themen „Change-Management“, „werteorientierte Veränderungen in Unternehmen“, „Soziale Innovation“  und „Sozialmanagement“  sind 100% kompatibel zu meinen Interessen und Kernthemen.

Der Name seiner  Seite sozialarbeiterblog.de klingt erstmal nicht so wahnsinnig sexy – der Inhalt und der ungeheure Sachverstand, der aus den Beiträgen spricht, ist bemerkenswert. Jeder Besuch der Seite ist in jedem Fall eine Bereicherung für den Leser….

Wenn Ihr den o.g. Artikel in voller Länge lesen wollt, bitte H I E R klicken…..!

Auf ein Neues: die 1. Linkliste des Jahres 2014…..

Immer Mittwochs gibts von mir meine  Linkliste der Woche. Ich möchte Euch ein paar gute Projekte, Konzepte, Ideen und Anregungen aus der Welt der Sozialwirtschaft, des Social Entrepreneurship und der Förderung des UnternehmerInnentums ans Herz legen und zur Lektüre empfehlen. Ausserdem gibts hier auch immer mal wieder ein paar Abstecher in andere Bereiche, die mich sehr interessieren….  Und weil heute Neujahr ist möchte ich Euch heute nur Projekte und Seiten empfehlen, bei denen es NEU-Beginn, NEU-Start oder NEUe Entwicklungen geht…… Bei dieser Gelegenheit: Euch allen ein tolles NEUes Jahr! Bleibt gesund und NEUgierig…..

Fünf Tipps für Woche 1:

Foto: (c) Fotolia

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Gerade nach Silvester haben gute Vorsätze Hochkonjunktur. Alte, schädliche oder störende Angewohnheiten sollen abgelegt, NEUE ausprobiert und gelebt werden. Klappt nicht immer. Sinnvoller ist sicher, sich gut auf neue Ziele und Veränderungen vorzubereiten. Möglicherweise  helfen die Hinweise, die heute auf karrierebibel.de veröffentlicht wurden…. Alles nicht ganz NEU, aber jedes Jahr wieder ein Aha-Effekt 😉 Deshalb als erster Link heute ein Verweis auf den aktuellsten Beitrag von Christian Müller:

http://karrierebibel.de/neujahr-7-tipps-fuer-ein-erfolgreiches-jahr-2014/

Für Menschen, die ihre Arbeit verlieren (oder im letzten Jahr verloren haben) steht das NEUe Jahr unter einem ganz besonderen Erwartungs- und Veränderungsdruck. Dass ein schreckliches Ende (z.B. der Konkurs der Schlecker-Drogeriemarktkette) auch Chancen und neue Perspektiven für Mutige und Ausgeschlafene beinhalten kann, belegt mein  zweiter Link der Woche:  Die „Neue Arbeit“  ist ein diakonisches Sozialunternehmen. und Tochter der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V..  Das Sozialunternehmen bietet in der Region Stuttgart Arbeitsperspektiven durch Beschäftigung, Integration, Qualifizierung und Vermittlung. Mit rund 1400 Beschäftigten ist die Neue Arbeit bundesweit eines der größten Beschäftigungsunternehmen in freier Trägerschaft.

Ein Projekt der „Neuen Arbeit“ , das mich besonders beeindruckt hat (u.a. weil sich hier ein Sozialunternehmen mit sog. „benachteiligten“ Menschen in ein Marktsegment vorwagt, das unter heftigstem Konkurrenz- und Wettbewerbsdruck steht) ist der Drogeriemarkt „iD“ in Asperg. Langfristig soll aus dem Projekt ein kleine Kette werden. OT einer Mitarbeiterin: „Wir haben viele Artikel, die der frühere Schlecker nicht im Sortiment hatte“, so die Marktleiterin Gabriele Lüdeking. Sie war 21 Jahre Marktleiterin bei Schlecker und war wie so viele nach der Insolvenz arbeitslos. Sie ist froh wieder im Drogeriegeschäft zu sein. Sie leitet ein Team von vier Mitarbeitenden. Zwei davon sind schwer behindert….

www.neuearbeit.de

In der letzten Woche habe ich schon mal auf ihn hingewiesen, diese Woche tue ich dies nochmal. Diesmal möchte ich auf einen Artikel von Oliver Schmidt aufmerksam machen, den er schon am 13.12. des letzten Jahres in seinem Blog :machen veröffentlicht hat: In dem Beitrag  „Ruby Cup – soziales Unternehmertum“ wird ein sehr interessantes und offenbar wirkungsvolles Projekt vorgestellt:  „Drei Gründerinnen aus Dänemark und Deutschland haben die Firma Ruby Cup vor zwei Jahren aus der Uni heraus gegründet, sind nach Kenia gezogen und haben dort das Projekt aufgebaut. Ruby Cup ist eine gesunde und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Frauenhygieneartikeln. Mit jedem Kauf spendet “Frau” einen Ruby Cup an ein Mädchen in Kenia und ermöglicht ihr den Schulbesuch ohne regelbedingte Fehlzeiten.“ 

Sehr schönes Beispiel für eine NEUe Form von sozialer und nachhaltiger Entwicklungshilfe.

http://zwo-punkt-null.de/ruby-cup-soziales-unternehmertum/

„Die allergische Gesellschaft“ ist der Titel eines Artikels der Zeitschrift enorm, der jetzt noch mal im SPIEGEL veröffentlicht wurde. „Der Schweizer Think Tank W.I.R.E. schaut  nach vorne ins neue Jahr – und entdeckt drei Trends: die Renaissance von Abwehrtendenzen, den Kampf um Solidarität und den Aufstieg des Selbermachens.“
„NEUe“ Themen – auch für social entrepreneuers?

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/sachbuch-was-zaehlt-2014-a-941322.html

Über meinen Twitter-Kollegen Heiner Tenz bin ich auf die „Erklärung der Selbstachtung“ von Virginia Satir aufmerksam geworden. Ich finde, dass dieser Text ein hervorragendes Manifest und  „Leitidee“ für das NEUe Jahr ist. Zum Abschluss der ersten Linkliste des NEUen Jahres  verlinke ich diesen Text daher einfach mal umkommentiert – in der Hoffnung, dass er den guten Leuten eine gute Unterstützung ist….

http://mymonk.de/meine-erklaerung-der-selbstachtung-v-virginia-satir/

kommt gut rüber…..

…… und vergesst Eure „guten Vorsätze“.

Wenn es Euch ähnlich geht wie mir, dann dürften die meisten der Vorsätze, die Ihr in der Silvesternacht fasst, schon am Mittag des 1.1.  wieder vergessen oder zumindest verworfen sein. Setzt Euch nicht unter unnötigen Druck.

gefunden bei Twitter

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Besser als jeder „gute“ Vorsatz ist es, das ganze Jahr über mit wachen Augen neugierig und offen durch das Leben zu gehen. Ausschau zu halten nach guten Gelegenheiten, guten Menschen, guten Möglichkeiten sich zu verändern und sich weiter zu entwickeln. Diese Offenheit und diese Neugier sorgt dafür, dass Ihr mit wachem Verstand und mit großem Herzen in der Lage sein werdet, die richtigen Ziele für Euch zu formulieren und Euch in den verschiedenen Situationen  richtig und Euren eigenen Prioritäten und Werten entsprechend zu verhalten.

Wenn Ihr, wenn wir das schaffen – und ein ganzes Jahr lang bewusst darauf achten, das Beste aus diesem Leben zu machen….. dann brauchen wir auf gar keinen Fall mehr „gute Vorsätze“.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen tollen Silvesterabend, einen „guten Rutsch“ und einen sehr angenehmen Start in ein spannendes und schönes Jahr 2014!

Was bewirkt „Soziale Arbeit“?

Barbara John Foto: dpw

Barbara John
Foto: dpw

Dieser Frage geht Prof. Barbara John, langjährige „Ausländerbeauftragte“ des Senats von Berlin und  Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtverbandes in Berlin, in einem Artikel für die Verbandszeitschrift „Rundbrief“ nach. Der Artikel wird auch im DPW-Blog jugendhilfe-bewegt-berlin.de dokumentiert und kann hier diskutiert werden.

Barbara John kennt die Mechanismen und Widersprüche in der Sozialen Arbeit nur zu  gut und führt aus: „Es ist seltsam. Je klarer uns die Experten und der Normalverstand sagen, dass Wirkungen in der Sozialen Arbeit kaum oder nur unter großem Aufwand zu messen ist, desto intensiver fallen oft die Forderungen aus, dies dennoch zu tun. Kommunalpolitik und Sozialverwaltungen verstecken sich gerne schon mal hinter Wirkungs- und Wirksamkeitsargumenten, um die nächste Sparrunde bei Projekten in der „Sozialen Arbeit“ argumentativ einzuläuten.“ Ihr fragendes Fazit: „Es ist auch nicht falsch, nach Wirkungen zu fragen, doch warum nur in der sozialen Arbeit, nicht im Gesundheitswesen oder Bildungssystem, den riesigen staatlich geführten Organisationen?“ 

In Ihrem Beitrag stellt sie aber auch vielversprechende Ansätze und Praxisbeispiele für die gewünschte (und notwendige) Wirkungsmessung vor: „Vor einigen Jahren hat die Bertelsmann-Stiftung in Berlin zusammen mit anderen Stiftungen und Wirtschaftsunternehmen die gemeinnützige Gesellschaft „Phineo“ etabliert, die sich zum Ziel gesetzt hat, „Engagement mit Wirkung“ zum Thema zu machen. Auch eine Reihe von Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Berlin hat sich von „Phineo“ durchleuchten lassen und trägt den Stempel: „Wirkt! Empfohlene Qualität im gemeinnützigen Bereich“. Das aktuell erschienene „Kursbuch Wirkung“ stellen wir Paritätischen Rundbrief (Dezember 2013) auf Seite 15 vor. Die Wohlfahrtsorganisationen tun gut daran, das komplizierte Thema Wirkung, Wirkungsforschung und -messung auch selbst zu beackern. Sehr viel Innovatives geschieht unter dem Dach des Paritätischen, auch wenn es um Qualitätsstandards und Evaluation geht.“

Jungundjetzt e.V. – Kooperationspartner und Mitgliedsorganisation im Stadteilzentrum Steglitz e.V. – hat sich übrigens bereits von „Phineo“ zertifizieren lassen. Das Ergebnis und das Projektportrait könnt Ihr H I E R ansehen…… Mir scheint genau das ein guter Ansatz: In eigener Verantwortung,  Fachmenschen, die was von unserer  Branche und von unserer Arbeit verstehen, auf die „wirkungsrelevanten“  Prozesse draufschauen   lassen um dann  kontinuierlich an der Verbesserung dieser  Leistungen und Ergebnisse zu arbeiten…. 

Lest den Beitrag auf jugendhilfe-bewegt-berlin und diskutiert mit!

Hier gehts zum vollständigen  Artikel: Was bewirkt „Soziale Arbeit“? von Prof. Barbara John.