Die guten Seiten im Netz. Links für die 49. KW

Immer Mittwochs gibts von nun an meine  Linkliste der Woche. Ich möchte Euch ein paar gute Projekte, Konzepte, Ideen und Anregungen aus der Welt der Sozialwirtschaft, des Social Entrepreneurship und der Förderung des sozialen UnternehmerInnentums ans Herz legen und zur Lektüre empfehlen.

Hier meine fünf Tipps für die Woche 49:

gesehen in der .garage berlin

gesehen in der .garage berlin

Maria Mpalaoura ist Gründerin und Betreiberin von domerang.de .  domerang ist eine Dienstleistungsbörse für kleine Tätigkeiten im Alltag, die man allein nicht schafft, nicht kann oder sich nicht leisten kann. Wer mitmachen will, registriert sich, bezahlt monatlich eine Teilnahmegebühr (ab 5,00€/Monat) und bekommt Punkte, die er für seine Jobs online stellen kann.
Ich habe Maria übrigens auch für das Buch „Das Prinzip .garage“ interviewt. Wer also mehr über das Projekt und die Beweggründe der Gründern wissen will, dem sei das Buch von Jeannette Hagen und mir  dringend ans Herz gelegt.

www.domerang.de

Eine  andere Zielgruppe hat Raul Krauthausen im Auge. Sein Projekt wheelmap.org ist eine Online-Karte zum Suchen, Finden und Markieren rollstuhlgerechter Orte. Ein aktuelles Interview mit Raul Krauthausen zum Thema „Inklusion“ findet Ihr  in der aktuellen Ausgabe der StadtteilZeitung des Stadtteilzentrum Steglitz. Raul hat übrigens gerade sein erstes Buch rausgebracht: „Dachdecker wollte ich eh nicht werden“. Ganz bestimmt auch ein sehr gutes Weihnachtsgeschenk.

www.wheelmap.org

Ashoka ist die erste und weltweit führende Organisation zur Förderung von Social Entrepreneurship. Die non-profit-Organisation wurde im Jahr 1980 von Bill Drayton in den USA gegründet und ist heute in über 70 Ländern aktiv. In Deutschland gibt es Ashoka als gemeinnützige GmbH seit 2003, als Ashoka nach mehr als 20jähriger Tätigkeit in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern beschloss, auch in Westeuropa tätig zu werden.

www.germany.ashoka.org

Ich selbst arbeite u.a. auch im Redaktionsteam des Jugendhilfeblog des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in  Berlin mit. Daher sei mir an dieser Stelle auch hemmungslose  Werbung für diese Seite erlaubt. Auf diesem Blog wollen wir einen Einblick in die alltägliche Arbeit der Mitgliedsorganisationen der Jugendhilfe des PARITÄTISCHEN Landesverbandes Berlin e.V. bieten, unsere Vorstellungen und Positionen zu Feldern der Kinder- und Jugendhilfe wie den Hilfen zur Erziehung, der Jugendarbeit oder der Jugendsozialarbeit einbringen, Fragen beantworten, unterhalten, all jenen eine Plattform bieten, die sich beteiligen wollen, zu Diskussionen rund um das Thema Jugendhilfe anregen und uns mit aktuellen politischen Entwicklungen der Sozialwirtschaft auseinandersetzen.

www.jugendhilfe-bewegt-berlin.de

Seit 2001 engagiert sich der Verein jungundjetzt e.V.  für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen. Das Beratungsangebot jugendnotmail.de war die erste Onlineberatung im deutschsprachigen Raum und die stetig wachsende Zahl an Notmails bestätigt , wie sinnvoll die Arbeit ist. Dafür wurden jungendjetzt e.V.  mit der PHINEO Qualitätsempfehlung ausgezeichnet, dem Wirkt-Siegel für besonders wirksames Engagement. Aktuell sucht das Projekt jugendnotmail.de Online-BeraterInnen (diplomierte Experten aus den Bereichen Psychologie und Sozialpädagogik).
Seit Ende 2012 gehört jungundjetzt e.V. zum Stadtteilzentrum Steglitz.

www.jung-und-jetzt.de

Wenn Ihr ein Projekt vorschlagen wollt, das in die wöchentliche Linkliste aufgenommen werden soll, schickt einfach eine Mail an mail (at) thomas-mampel.de / Stichwort „Linkliste“

Leuchttürme

Dieses (zugegebenermaßen ziemlich kitschige) Exemplar einer Leuchturm-Minitatur steht in einem Regal in meinem Büro. Ich mag Leuchttürme. Leuchttürme sind für mich das Sinnbild für Orientierung in unsicheren und / oder stürmischen Zeiten. Leuchttürme helfen mir „auf Kurs“ zu bleiben oder wieder in die die richtige Spur zu kommen, wenn  die Sicht mal schlecht ist oder wenn ich mich neu fokussieren muss, weil ich abgelenkt oder kurz unaufmerksam war.

Mampels Leuchhturm im Büro

 im Büro

Leuchttürme können im „richtigen Leben“ sehr unterschiedliche Formen annehmen: Mal übernehmen die von mir formulierten Ziele für mich die Funktion eines Leuchtturms, mal sind es andere Menschen, die mir Richtung geben und mir einen Weg zeigen. Manchmal sind es innere Bilder von mir – bzw. von dem Mann, der ich einmal sein könnte. Wie ist das bei Euch: Braucht Ihr Leuchtürme ? Wo stehen Eure?

Social Media und Zeitmanagement

Was haben diese beiden Themen miteinander zu tun?  Vielleicht mehr als man auf den ersten Blick denkt:  „Social Media Engagement ist ja schön und gut. Man kann mit Kunden chatten, in Blogs das eigene Produkt bewerben oder sich Experten Status erschreiben. Aber woher nehme ich die Zeit? Wie plane ich meinen Ressourcen für online Marketing über die Website und Social Media Kanäle?“

Drumrum_12Diese Fragen stellen sich viele Führungskräfte und Chefs kleinerer und mittlerer Unternehmen. Gerade sie können in der Regel nicht auf die Dienstleistung einer PR- oder Kommunikationsabteilung zurückgreifen – sondern müssen auch in diesem Bereich häufig noch selbst „Hand anlegen“. Wie Social Media – Strategien gerade für kleinere Unternehmen (egal ob aus dem Non-Profit- oder aus dem For-Profit-Sektor) funktionieren können, darüber diskutiere ich heute Abend (Dienstag, 3.12., 18.00 Uhr) mit dem .garage-Zeitmanagementexperten  Sven Dönni in der .garage berlin.   Die Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Online-Dienstag“ wird moderiert von Guido Neumann.

Der Eintritt ist frei.

(Foto: F.Ringwald)

Arbeitsgruppen: Lösung oder Problem?

Heute ist es mir wieder mal sehr bewusst geworden: einen großen Teil meines Geschäftsführer-Lebens verbringe ich in Sitzungen sog. „Arbeitsgruppen“. Das sind Runden, die mehr oder weniger regelmäßig zusammen kommen um spezielle Themen oder Anliegen unseres Arbeitsbereichs zu diskutieren und fachlich fundiert zu bearbeiten.

Meine Besprechungsstruktur hatte ich an dieser Stelle ja bereits vorgestellt…. Arbeitsgruppen sind sozusagen die „Krönung“  jeder Besprechungsstruktur.

Ich habe mal zusammengestellt, in welchen AG´s und Gremien ich aktuell mitarbeite:

  • Jugendhilfeausschuss Steglitz-Zehlendorf
  • Steuerungsgruppe Schule- Jugendhilfe Steglitz-Zehlendorf
  • AG 78 KJHG (Region B)
  • Strategisches Zentrum Steglitz-Zehlendorf
  • Redaktionsteam Jugendhilfeblog des DPW Berlin
  • Fachgruppe Jugendarbeit des DPW Berlin
  • Steuerungsgruppe Jugendhilfe DPW Berlin
  • Fachforum Jugendhilfeausschüsse des DPW Berlin
  • AG Modellprojekt „Sozialräumliche Leistungen (SRL)“
  • AG Innovationsteam im Modellprojekt SRL

Dazu kommen noch „Ämter“, die ich übernommen habe und die zu Sitzungsaufkommen führen:

  • Vorstand Computerbildung e.V.
  • Aufsichtsrat youth collaboration eG

und unternehmensinterne Gremien und AG´s:

  • Vorstand Stadtteilzentrum Steglitz (SzS)
  • ProjektleiterInnen-Runden SzS
  • TeamsprecherInnenrunden SzS
  • SzS-interne SRL-AG
  • Leitungskreis .garage berlin
  • PL-Runde .garage berlin
  • Gesamtteam .garage berlin
  • demnächst noch AG Vergütung, AG Leitbild und AG Gesundheitsförderung im SzS

Wahrscheinlich ist diese Aufzählung noch nicht mal vollständig.

Jedes Treffen eines Gremiums oder einer Arbeitsgruppe führt zwangsläufig auch wieder zu Folgeterminen (Unter-AGs, Arbeitskreise etc.) – mindestens aber zu Folgeaufgaben. Protokoll schreiben ist da noch das geringste aller anzunehmenden Übel 😉

Unter Produktivitätsgesichtspunkten häufig eine Katastrophe.

Sehr  oft überlege ich hinterher , warum ich überhaupt zu diesen Treffen gehe. Häufig ist es so, dass mich nicht das Thema oder gar ein bestimmter Tagesordnungspunkt dahin treibt, sondern die Aussicht, die „richtigen Leute“ zu treffen, die  ich aus unterschiedlichen Gründen für unterschiedliche Projekte interessant finde. Ich vermute, dass es anderen genau so geht. Und wenn das stimmt: Warum finden wir eigentlich kein anderes Format um zueinander zu kommen und an den Themen zu arbeiten, die uns tatsächlich interessieren……?

Wie haltet Ihr es  mit Sitzungen? Nach welchen Kriterien entscheidet Ihr, ob Ihr in einer AG oder in einem Gremium mitarbeitet? Spielen „nur“ sachliche / fachliche Gründe eine Rolle? Oder entscheidet Ihr manchmal auch „strategisch“?

Geht so ein Grußwort zum Thema „Inklusion“?

Liebe Leute,

ich brauche mal Euer Feedback! Die Ausgabe Dezember/Januar unserer „StadtteilZeitung“ beschäftigt sich mit dem Scherpunktthema Inklusion. Ich habe ein Grußwort für diese Ausgabe geschrieben – bin mir aber unsicher, ob das so geht….. Bitte mal lesen und dann unten abstimmen oder kommentieren. VIELEN DANK!

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich lüfte in dieser Ausgabe ein Geheimnis: Ich bin behindert! Und zwar richtig doll. Neben meiner auch nach außen hin leicht zu erkennenden  Seh-Behinderung (ich bin  deshalb seit meinem 7. Lebensjahr auf eine Sehhilfe angewiesen) habe ich einige Unzulänglichkeiten, die mich mitunter im Alltag sehr stark einschränken: Ich bin z.B. nicht in der Lage ohne fremde Hilfe Rollstuhl zu fahren. Wenn ich es versuche, scheitere ich schon an der kleinsten Bordsteinkante, die für mich zum unüberwindbaren Hindernis wird. Andere Menschen beherrschen dieses Fahrgerät wie im Traum. Ich komme nicht hinterher  – ich werde in der Szene ein Außenseiter bleiben. Vollkommen aufgeschmissen bin ich in Gesprächsrunden von taub-stummen Menschen. Ich versteh überhaupt nichts. Was für diese Menschen ganz klar und logisch und die selbstverständliche Grundlage der zwischenmenschlichen Kommunikation darstellt, ist für mich nur eine zusammenhanglose Aneinanderreihung merkwürdiger Finger- und Handbewegungen. In solchen Momenten spüre ich meine Behinderung sehr deutlich. Ich fühle mich ausgegrenzt. Ich fühle mich stigmatisiert. Ich gehöre nicht dazu. Weil ich etwas nicht kann, was für viele andere ganz selbstverständlich ist. Diese negative Erfahrung der Behinderung wird nur noch getoppt, durch Dokumente, die mir in Brailleschrift zur Kenntnisnahme oder zur Unterschrift vorgelegt werden. Immer und immer wieder gleiten meine Fingerspitzen über die ins Papier gestanzten Punkte. Aber so sehr ich mich auch anstrenge: Ich kann den Sinn der Zeilen nicht ertasten. Auf diese Art,  von Informationen und Teilhabe an Wissen und Kommunikation ausgeschlossen zu sein, ist wohl eine der übelsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Es wird Sie und Euch sicher nicht überraschen, dass jemand wie ich ein großer Anhänger der Inklusionsidee ist. Ich begrüße es aufs allerschärfste, dass sich die An- und Einsicht immer mehr durchsetzt,  die Vielfältigkeit und das „Anders-Sein“ der Menschen als wertvolles Element einer lebendigen, bunten Gesellschaft zu wertschätzen. Ich finde es großartig, dass sich immer mehr Menschen auf den Weg machen, um in allen Bereichen des Zusammenlebens Bedingungen zu schaffen, die das selbstverständliche Miteinander der verschiedenen Menschen – ganz egal ob mit oder ohne „Behinderung“ – zum Normalfall erhebt und aufhört andere Menschen wegen ihrer anderen Art oder ihrer besonderen Eigenschaften auszugrenzen und zu diskriminieren. In einer solchen Gesellschaft ist auch für mich Platz. Da will ich dazu gehören.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien und Freunden ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein tolles neues Jahr. Und natürlich „all inclusive“ 😉

Herzliche Grüße – Thomas Mampel, Geschäftsführer

 

update: 3.12.13: Die Ausgabe Dezember/Januar ist fertig und nunmehr auch online verfügbar (HIER klicken).

 

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KW 48: „war da was?“

Es gibt so Wochen. Da passiert entweder gar nichts, nicht das Richtige. Oder die Dinge sind zäh. Und manchmal einfach nur anstrengend. Und mittendrin ein, zwei „Knaller, die einen mit dem graueren Teil des Jobs versöhnen.

Diese Woche ist  so eine…… Nach der ProjektleiterInnen-Klausur in der der letzten Woche, in der wir herausfordernde und tolle Jahresziele für 2014 formuliert haben, ging es am Montag wieder in die „Niederungen“ der Alltagsarbeit. Das ist zwar immer auch wieder wie eine „kalte Dusche“,  aber auch schön: Sich wieder erden, in Kontakt kommen mit den Höhen und Tiefen des Alltags. Eben noch im „Rausch“ der großartigen Bilder des 2014er „Zielfotos“ – und wenig später schon wieder bei der Prüfung der Heizkostenabrechnung fürs letzte Jahr (die mal wieder zu viel zu hohen Nachzahlungen führt) oder bei Planungen für Schlussverwendungsnachweise, letzte Mittelanforderungen und -abrechnungen. Beides ist real. Beides ist wichtig. Beides muss gemacht werden. Aber die Energien, die solche Aufgaben und Themen mit sich bringen und /oder freisetzen sind sehr unterschiedliche. Aber beide gehören zusammen zu einer „realistischen Wahrnehmung“ der Situation und helfen einem, sich jeweils angemessen und sinnvoll zu verhalten. Nicht zu euphorisch, nicht zu gebremst oder zu vorsichtig. Diese ausgeglichene Wahrnehmung hilft (mir), die Arbeit und die Aufgaben mit Gelassenheit und Demut zu erledigen. Gelassenheit hilft, wenn mal was nicht so klappt wie ich es mir ganz dringend wünsche. Wenn Dinge nicht vorwärts gehen. Wenn „wichtige“ Termine platzen. Wenn Bürokratie verrückt spielt und uns nach Absurdistan entführen möchte. Davon gab es in dieser Woche genug.

Demut hilft, wenn ich an die großen Sachen ran will.  In dieser Woche, gab es zwei große Sachen: Das eBook, das ich zusammen  mit Jeannette Hagen  geschrieben habe (Das Prinzip .garage) ist jetzt endlich im ersten Book-Store angekommen und kann gekauft werden! Und (die zweite große Sache): Am Freitag gehts in die nächste Runde des Projektes „Nachhaltigkeits-Check im Stadtteilzentrum Steglitz„).

Diese  beiden Sachen sind so großartig, dass ich  schon beim  schreiben dieses  Textes merke, wie  die „langweiligeren“  und unangenehmeren Teile der Arbeitswoche  deutlich in den Hintergrund treten …….

Routine und Anstrengung……- war  da was? Ich liebe meine Arbeit.

Prioritäten

PrioritätenDieses Bild hängt an einer Wand in meinem Büro. Viel zu oft tritt dieser Aspekt, diese Anforderung in den Hintergrund, weil das „Dringliche“, das „Eilige“ so laut und „wichtig-tuerisch“  daher kommt. Es ist gut, uns ab und an daran zu erinnern und uns bewusst zu machen, wo unsere (eigenen) Prioritäten liegen und unser Handeln danach auszurichten.

Niemals aufgeben……!

Wolf Biermann hat mal ein total schönes Lied geschrieben: „Ermutigung“…. Da singt er: Du lass Dich nicht verhärten – in dieser harten Zeit. Die allzu hart sind brechen, die allzu spitz sind, stechen und brechen ab sogleich. (….) Die herrschenden erzittern, sitzt Du erst hinter Gittern, doch nicht vor Deinem Leid“.

Niemals aufgebenDieses Lied war mal eine ganze zeitlang ziemlich wichtig für mich. Ende der 70er Jahre – ein paar Jahre nach der Ausbürgerung Biermanns aus der DDR – war ich aufgrund des relativen Durcheinander in meinem jugendlichen Leben relativ mutlos und brauchte – Ermutigung. Irgendwie war dieses Lied immer der Weckruf, der Appell, die flammende Bitte an mich selbst: niemals aufgeben!

Dieses „niemals aufgeben“ möchte ich allen zurufen, die im Moment verzweifelt, am Ende, kraftlos, mutlos sind. Wir müssen uns gegenseitig Mut machen. Uns gegenseitig ermutigen. Auch (und gerade) die guten Leute brauchen manchmal gute Leute. Und die Ermutiger brauchen manchmal Ermutigung. Aufgeben ist niemals eine Option. Kämpfen immer! …….. Ihr wisst schon, was ich meine. Oder?

Werbung für ein tolles Blog

Der Fachkräftemangel im Sozialbereich nimmt dramatische Züge an. Unsere Branche ist für viele junge Leute nicht sehr interessant. Schlechte Verdienst- und Karriereperspektiven und ein schwieriges und belastendes Tätigkeitsfeld werden beklagt. Dass es aber auch eine andere Seite gibt, will das Online-Projekt blog.soziale-berufe.com beweisen und durch authentische Berichte darlegen.

Die Macher*innen (alles Azubis) selbst über ihre Seite: „In diesem Blog schreiben Auszubildende aus sozialen und pflegerischen Berufen über ihren Ausbildungsalltag und ihr Interesse an der “Arbeit mit Menschen”. Unser Ziel ist es, Schülern in der Berufsorientierungsphase einen authentischen Einblick in die Welt der sozialen und pflegerischen Berufe zu ermöglichen. Dadurch hoffen wir, euch die Berufswahl leichter zu machen!“

Bild

Ich bin schwer begeistert und hoffe, dass Ihr diesen Link / diese Werbung für eine tolles Blog heftigst teilt. Denn: Soziale Berufe kann nicht jeder – aber die, die es können, die müssen wir erreichen – und begeistern!

47: „die perfekte Organisation“

Die zurückliegende 47. Woche war zweigeteilt: Montag bis Mittwoch Mitarbeitergespräche, Sitzungen, Planungstreffen, Papierkram. Und eine erfreuliche Nachricht: Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft hat ihre Aussenstände für die Ganztagsbetreuung an der 10.ISS fast vollständig bezahlt. Jetzt fehlen nur noch 16.000.- Euro. Die kriegen wir auch noch rein. Genau wie die rund 20.000.-, die aufgelaufen sind für die Hortbetreuung an Grundschulen, an denn wir für die EFöB (ergänzende Förderung und Betreuung) zuständig sind. Ich bin absolut optimistisch, dass das alles bald glatt gezogen ist 😉
Von Donnerstag bis Samstag dann Klausurtagung mit den Projektleiterinnen und Projektleitern des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. in Rangsdorf. Mir qualmt jetzt noch der Kopf. Aber dafür ist mein Jahreszielplan 2014 fertig – und auch  die Planungen der Projektleiter*innen sind soweit vorangeschritten, dass wir schon in die konkrete Planung der projektübergreifenden Aktionen und Projekte in den jeweiligen Regionen, in denen wir tätig sind, einsteigen konnten.

Am Freitag Abend habe ich meine Kolleginnen und Kollegen mit einer Idee und einem Vorschlag zur spontanen Umsetzung „überrannt“:  Ich bat die 19 Projektleiter und Projektleiterinnen, mal ganz spontan und ohne lange nachzudenken, Merkmale für eine „perfekte Organisation“ zu benennen. Auslöser für diese Idee war ein Satz, den mir der Geschäftsführer eines befreundeten Jugendhilfe-Trägers mal eingepflanzt hat: Auf die Frage, was sein wichtigstes bzw. größtes Ziel als Geschäftsführer seines Unternehmens sei, antwortete er: „Ich will die perfekte Organisation schaffen.“ Als geübter Sozialpädagoge tat ich mich natürlich erstmal schwer mit dem Begriff „perfekt“. Perfektion scheint ein nicht zu erreichender Zustand zu sein. Die meisten Menschen, die ich kenne, halten es nicht mal für besonders erstrebenswert perfekt zu sein. Perfektionismus gilt eher als Krankheitssymptom – weniger als Synonym für  zielorientierte Handlungsstrategien…..
Ich war nun natürlich sehr gespannt, was meine Leute zum Thema „perfekte Organisation“ zu sagen hätten. Das Ergebnis war überraschend. Aber auch wieder typisch für das Stadtteilzentrum. Nur ganz kurz Klärung der Begrifflichkeit. Dann Verständigung bzw. Konsens zur Grundhaltung: Wenn wir Leitungsverantwortung und die Möglichkeit zur Gestaltung unseres Arbeits- und Wirkungsbereiches haben – dann ist es richtig und plausibel, unter den vorhandenen (und nicht-veränderbaren) Rahmenbedingungen das best-mögliche aller denkbaren ( = perfekte) Ergebnis erreichen zu wollen und sein Handeln danach auszurichten.

In einer 45-minütigen Session haben die KollegInnen sich dann auf sieben Merkmale verständigt, die aus ihrer Sicht eine perfekte Organisation auszeichnen  und sie haben auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 10 (voll und ganz gegeben) angegeben, wo sie das Stadtteilzentrum derzeit gerade sehen.

Die sieben Merkmale sind:

> Effektivität
> gelebtes Qualitätsmanagement
> 100%-ige Kundenorientierung extern
> 100%-ige Kundenorientierung intern
> Nachhaltigkeit
> Mission, Vision, Ideale, Aufträge und Ziele der Organisation sind klar
> die Organisation muss  Spass machen.

Beim Ranking gab es erwartungsgemäß ein sehr differenziertes Bild… … Fazit: Wir sind auf einem guten Weg, in einzelnen Bereichen aber noch ganz schön weit entfernt davon, perfekt zu sein. Aber die Organisation macht auf jeden Fall Spass. 🙂

Wir werden die Kriterien jetzt jedes Jahr wieder rausholen und bei der PL-Klausur ranken lassen….. Wenn wir die richtigen Dinge richtig machen, müssten wir uns unserem herausfordernden Ziel eigentlich in mehr oder weniger großen Schritte – aber kontinuierlich –  nähern……

Was denkt Ihr: ist das Ziel (perfekte Organisation) sinnvoll, richtig und wichtig? Bitte nehmt teil an dieser kleinen Umfrage – ich bin neugierig und gespannt auf die Feedbacks.