Albert Schweitzer

Albert Schweitzer

Ich will doch nur arbeiten……

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen zum verzweifeln bringen……

Seit fast einem Jahr sind wir mit dem Schulamt unseres Bezirks im Gespräch, weil wir einen alten Schuppen auf einem  Schulgelände für unseren Schülerclub umbauen wollen….. Alle Beteiligten (Schulleitung, die MitarbeiterInnen des Stadtteilzentrums, das Jugendamt und sogar einige Mitarbeiter des Schulamtes) finden das Projekt toll – zumal das Stadtteilzentrum Steglitz die Finanzierung des Umbaus (geschätzte Kosten knapp 20.000.-) selbst über Stiftungen und Sponsoren realisieren würde, das Ganze den  Bezirk also nichts kosten würde…..  Einziges Problem: Bevor wir anfangen können zu bauen, brauchen wir eine Nutzungsvereinbarung mit dem Schulamt. An sich keine große Sache (für so was gibt es im Bezirksamt Musterverträge – und auch wir haben der zuständigen Mitarbeiterin schon ein Muster zur Verfügung gestellt, wie es z.B. im Jugendamt des gleiches Bezirksamtes genutzt wird….) – aber bislang vollkommen erfolglos. Unverbindliche Zusagen am Telefon, keine Reaktion auf E-Mails…

Heute habe ich es wieder versucht. Wieder eine Mail. Was ich vergass: es ist Urlaubszeit – die Zeit der Autoresponder. Das läuft dann ungefähr so ab: Ich schreibe an Frau B.;  ein paar Sekunden später eine automatische Antwort von einer Frau T., die besagt, dass diese (Frau T.) in der Zeit vom 1.7. – 28.7. im Urlaub und dass in dieser Zeit die Mails von einer Frau Sch. gelesen werden. Wiederum einige Sekunden später trifft eine Auto-Antwortmail von einer Frau O. ein, in der mir mitgeteilt wird, dass auch Frau O. (diese allerdings bis 2.8. ) im Urlaub sei. Mails würden nicht beantwortet und auch nicht weitergeleitet – man könne sich aber in dringend en Fällen an eine Frau V. wenden. Was Frau B. gerade macht, bleibt allerdings unklar….

Es sind manchmal wirklich  die kleinen Dinge, die einen zum verzweifeln bringen……dabei will ich doch einfach nur arbeiten und niemandem etwas Böses 😉

Der Familienrat – Ein wirksames Verfahren in der Hilfeplanung (Leseempfehlung)

„Der Familienrat (auch Verwandtschaftsrat oder engl. family group conference) stellt eine vielversprechende Erweiterung der „klassischen“ Hilfeplanung dar. Das Verfahren stellt den Willen und die Selbsthilfepotenziale der Familien konsequent in den Mittelpunkt und befreit damit die Fachkräfte von dem oft selbst auferlegten Druck die „richtige“ Hilfeform finden zu müssen.

Der Ansatz folgt dem Grundgedanken, dass Familien selbst am besten wissen, welche Problemlösungen für sie passend sind, und sie oft über die notwendigen Ressourcen verfügen, um Veränderungen eigeninitiativ zu realisieren. Ziel des Verfahrens ist es, den Familien zu helfen, geeignete Unterstützungsmöglichkeiten in ihren lebensweltlichen Bezügen und Netzwerken zu finden und diese für sich nutzbar zu machen.“

Bitte lest den vollständigen Artikel von Michael Pifke im Jugendhilfe-Blog des DPW Berlin!

Umfrage: Ist Inklusion machbar?

Inklusion braucht keine sich immer weiter verfeinernde Diagnostik zur Feststellung von immer mehr und ständig weiteren „Defiziten“ von Kindern, denen man dann mit Sondermaßnahmen im medizinalisierten Weltbild Abhilfe zu schaffen vorgibt. Tony Booth, Mel Ainscow und Denise Kingston fordern zu Recht, sich vom medizinischen Modell der sonderpädagogischen Förderbedarfe zu lösen und stattdessen den Abbau von Barrieren für Spiel, Lernen und Partizipation aller Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn man diesen Ansatz aufnimmt, dann erweitert sich das Inklusionskonzept auch wieder von der Engführung nur auf Kinder mit Behinderungen hin zu dem weiten Salamanca-Ansatz einer Pädagogik der Vielfalt und der Differenzen: „Bei Inklusion geht es darum, alle Barrieren für Spiel, Lernen und Partizipation für alleKinder auf ein Minimum zu reduzieren.“ 

Lest bitte den Beitrag des Jugendhilfereferenten des Paritätischen Gesamtverbandes Norbert Struck im Jugendhilfe-Blog des DPW Berlin (hier >>>>>> gehts zum Artikel!)

 

Am Puls der Sozialwirtschaft – der 8. Kongress der Sozialwirtschaft

Am 13. bis 14. Juni 2013 fand in Magdeburg der 8. Kongress der Sozialwirtschaft statt (www.sozkon.de). Zahlreiche Vertreter der Sozialwirtschaft haben sich hier zum Kernthema „Beschäftigung innovativ gestalten“ ausgetauscht. Damit griffen die Veranstalter eine der zentralen Herausforderungen der Sozialwirtschaft auf. Schließlich handelt es sich um ein sehr personalintensives Umfeld, das teilweise über 80 % Personalkosten ausweist und zunehmend vom Fachkräftemangel getroffen wird.

den ganzen Artikel von Edgar Jakab findet Ihr im Blog „jugendhilfe.bewegt-berlin“ des DPW Berlin (zum weiterlesen hier klicken)

 

 

 

Kurz-Anleitung: Konflikt-Management in Do’s und Don’ts

wieder einmal ein sehr lesenswerter Blogbeitrag von Jana V. Chantelau!

Avatar von SATZBAUWERK - Jana V. ChantelauBlog von Jana Chantelau SATZBAUWERK

„Jeder, dessen Meinung von der unseren abweicht, ist als geistesgestört zu betrachten,“ ulkte seinerzeit der Journalist und Autor Mark Twain. Damit erfasste er des Pudels Kern zwischenmenschlicher Konflikte: Das Gegenüber bleibt anders – verschieden von einem selbst – von gestern bis zum heutigen Hier. Auch Übermorgen und andernorts noch.

Nichtsdestotrotz neigen Menschen seit jeher dazu, das Verhalten anderer – für sich – zu deuten, zu erklären und prognostisch zu bewerten; meist im Sinne kategorischer Kanonsaus Wenn-Dann-Relationen; meist mit dem Ziel, beruflich wie privat das Miteinanderzu organisieren. Ein Schwierigkeitsgrad liegt in der Regel darin, dass sich jedes Individuum als Zentrum des persönlichen Orbits‚fürwahr nimmt.‘
Das zeugt zwar von gesundem Selbstbewusstsein und der Legitimität der sogenannten Selbstachtsamkeit. Mitunter gerät allerdings außer Acht, dass ‚manche Leute‘ planetengleich heimlich, still und leise auf Kollisionskurs zueinander geraten, statt sich wechselseitig kooperativ-unterstützend im Gleichgewicht zu halten.
Falls die Gefahr tatsächlich erfasst wird, schießt mitunter…

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jugendnotmail – das Video!

jungundjetzt e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der seit Anfang 2013 zum Stadtteilzentrum Steglitz gehört. Der Verein bietet allen jungen Menschen Rat und Hilfe über das Medium Internet. Über die Web-Adresse jugendnotmail.de finden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre kostenlos an 365 Tagen Hilfe in Notsituationen. Es beraten diplomierte Fachkräfte.

Bitte unterstützt diese wichtige Arbeit mit einer Spende. Weitere Infos und eine Online-Spenden-Funktion findet Ihr  auf der Website des Vereins!

Brauchen wir Chefs?

Ich bin begeisterter Leser der Zeitschrift enorm – meiner Meinung nach DAS Pflichtmagazin für social entrepreneurs und solche, die es werden wollen. Auf Seite 14 der aktuellen Ausgabe 03/2013 veröffentlich der Journalist Fred Grimm einen Beitrag unter dem Titel „Cheflos glücklich“ einen Beitrag, der kritisch hinterfragt, warum wir Chefs nicht einfach abschaffen, denn „sie sind ineffektiv, autoritär, überbezahlt und haben keine Ahnung.“

Selbst Chef von zwei sozialen Organisationen bzw. Unternehmen (Stadtteilzentrum Steglitz e.V. und .garage berlin GmbH) fühle ich mich natürlich a.) sofort angesprochen, b.) ein bisschen beleidigt und c.) zum weiterlesen angeregt…. Und der Autor zeichnet auch im weiteren Verlauf des Artikels ein düsteres Bild aus deutschen Unternehmen. Verschiedene Studien zitierend stellt er in den Raum: „Jeder zweite Angestellte hält seinen Chef für entscheidungsschwach und gesprächsunfähig, jeder dritte ihn für ineffektiv und illoyal. 38 % sind sicher, dass er die Arbeit seiner Mitarbeiter inhaltlich nicht versteht. 73 % fühlen sich durch ihren Chef ausgebremst. 60% behaupten, durch Führungsfehler würden die Arbeitsziele verfehlt.“ Sein Fazit: „Dass es auch ohne Chefs gehen würde, weiß eigentlich jeder, der einen hat.“

Ich selbst hoffe, sehr, dass meine Mitarbeiter*innen mich selbst nicht so negativ sehen und beurteilen würden. Dennoch hat mich der Artikel angeregt, darüber nachzudenken, was eigentlich die Rolle eines Chefs im Allgemeinen ist und wie ich meine eigene Rolle in meinen Arbeitszusammenhängen sehe. Auf Facebook und Twitter habe ich eine kleine Mini-Umfrage gemacht: Brauchen wir Chefs? Was ist Eure Meinung: Brauchen wir sie? Wenn ja: Wofür? Wenn nein: Wie gehts ohne…? Die bisherigen Antworten stimmen mich versöhnlich und hoffnungsfroh: Vom „Chef als Moderator“ ist die Rede, der „Menschen und Aufgaben zusammen bringt“, vom „emotionalen Leader“, davon, dass es jemanden braucht, der Ziel definiert, final zu entscheiden, um Leitlinien und Visionen vorzugeben und das Miteinander im Unternehmen zu organisieren und zu gestalten.

Mit diesen Bemerkungen und Stichworten zur Rolle des Chefs / der Chefin kann ich viel anfangen. So sehe ich mich auch:

  • Ich versuche, Ideen und Visionen in die Organisation einzubringen und bemühe mich, einzelne Mitarbeiter*innen und Teams so aufzustellen, dass sie die sich daraus resultierenden Aufgaben gut bewältigen und erledigen – und idealerweise daran selbst auch  wachsen  können….
  • Ich moderiere Entwicklungsprozesse im Unternehmen. Dies bezieht sich auf die Entwicklung von einzelnen Projekten genauso wie auf die Entwicklung der gesamten Organisation. Es umfasst die Entwicklung einzelner Mitarbeiter (Perspektiven, persönliche Ziele), die Arbeitsfähigkeit von Teams und die (Weiter-) Entwicklung von Angeboten und Produkten aufgrund sich verändernder Kunden- und / oder Klientenbedürfnisse…..
  • Ich bemühe mich, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken, wenn die Gefahr besteht, dass sie sich im „Alltagstrubel“ verlieren und ich bin Begleiter, wenn es darum geht, die „individuelle Flughöhe“ zu verändern (Leser von David Allens „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ wissen, was ich damit meine )
  • ich bin i.d.R. derjenige, der die letztendliche  Entscheidung darüber trifft, wie welche Ressourcen eingesetzt werden um die gewünschten Ziele und Ergebnisse zu erreichen. Für diese Entscheidungen trage ich  persönliche  Verantwortung und halte mein Kopf dafür hin, wenn etwas schief geht.

Mein Arbeitsalltag besteht also im Wesentlichen aus Moderation, Kommunikation nach innen und nach aussen, aus Coaching und Begleitung und um das recherchieren, sammeln und ordnen von Informationen die  benötigt werden, um die in der jeweiligen Situation  bestmöglichen Entscheidungen vorzubereiten und  zu treffen . Orientierung für mein Handeln bieten mir die „7 Wege zur Effektivität“ von Stephen R. Covey. Darüber, wie diese Ansätze auf die soziale Arbeit übertragbar sind, habe ich hier schon mal etwas geschrieben > zum Beitrag 7 Wege in der Sozialen Arbeit < !

Wie seht Ihr die Dinge? Brauchen Unternehmen und Organisationen Chefs? Liessen sich die von mir  als  „Chefaufgaben“ betitelten Aufgaben  anders (basisdemokratisch) möglicherweise viel besser organisieren? Welche Erfahrungen macht Ihr mit Euren Chefs?  Freue mich auf eine anregende Diskussion zu diesem Thema….

Gedanken zum Thema Freundschaft

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

eine große deutsche Tageszeitung hatte vor einigen Monaten Aufmerksamkeit mit einem Satz erregt, der bundesweit auf vielen Plakaten zu finden war: „Wir haben im Internet jetzt so viele Freunde, dass wir ein anderes Wort für die richtigen brauchen.“ Und in der Tat ist es nicht so einfach, wie es zunächst aussieht, den Begriff Freundschaft zutreffend und umfassend zu beschreiben. Eine Kollegin fasst es so zusammen: „Ein Freund, eine Freundin ist jemand, der/die mich weil er/sie mich schätzt, auch kritisch betrachten darf und soll …. mir nicht zu Munde redet sondern mich beim Denken/ Umdenken und Handeln unterstützt, mir Schwächen und Fehler nachsieht, mich eben als Ganzes akzeptiert wie ich bin – egal wie die Details aussehen – und in echten Lebenskrisen und -einschnitten oder auch Turbulenzen einfach da ist ……“

Eine andere Kollegin ergänzt: “ Freundschaft bedeutet Akzeptanz, Wertschätzung, Freiheit und Vertrauen. Akzeptanz bedeutet für mich, dass ich meine Freunde und ihre Lebenseinstellung so akzeptiere wie sie sind und sie nicht verändern will nur weil ich eine andere Einstellung habe. Wertschätzung ist für mich mehr als wichtig…..ich schätze meine Freunde dafür, dass sie niemals bewerten wenn ich mal einen schlechten Tag habe, ich mal Mist baue oder einfach Sachen passieren worauf ich keinen Einfluss habe und einfach …nur mich als Mensch wertschätzen. Freiheit ist zwanglose Freundschaft, ich muss nicht ständig mit Menschen zusammen sein – und trotzdem können es die besten und tollsten Freunde sein. Vertrauen ist für mich auch mehr als wichtig – dazu gehört Verschwiegenheit, Toleranz, Ehrlichkeit …..!“

Ich finde beide Beschreibungen ausgesprochen zutreffend und ansprechend. Denn sie betonen, dass Freundschaft etwas ausgesprochen persönliches, intimes und privates ist – etwas, was sich jedem Versuch der objektivierenden Definition widersetzen muss. Freundschaft ist mehr als ein „Klick im Internet“. Freundschaft ist das Beste, was einem Menschen passieren kann. In einem guten Freund, einer guten Freundin wird das Gute im Menschen sichtbar, an das wir doch sehr gern glauben und das wir erhoffen, in einer Welt, die auch soviel nicht-gutes für uns bereit hält…..

Die Sommer-Ausgabe der Stadtteilzeitung beleuchtet einige Aspekte und Facetten des Themas Freundschaft – und kann es doch nicht umfänglich „dokumentieren“. Ich würde mich freuen, wenn die Berichte und Artikel auch Sie zu Gedanken über Freundschaft im Allgemeinen und Ihre Freunde im Besonderen anregen würden.

Herzliche Grüße von Haus zu Haus
Thomas Mampel

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Dieser Beitrag erscheint als Vorwort der Sommerausgabe der Stadtteilzeitung des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. ( Juli/August 2013)

Glückwunsch contact!

Am 14. Juni 2013  feierten unsere Kollegen und Freunde von contact – Jugendhilfe und Bildung gGmbH ihren 15. Geburtstag. Zu diesem Anlass erschien eine kleine Festschrift, in der zahlreiche Wegbegleiter und Partner ihren Blick auf diesen modernen und innovativen Jugendhilfeträger formulieren. Auch ich durfte einen kleinen Beitrag zur Geburtstagsausgabe der „contactlinse“ leisten. Der Artikel ist hier in leicht gekürzter Fassung dokumentiert:

Erneuerung und Innovation

Die Notwendigkeit von Erneuerung und Innovation im sozialen Dienstleistungsbereich wird allerorts erkannt und bestätigt. Howaldt und Schwarz (2) beschreiben zutreffend: „Der Begriff Soziale Innovation bezieht sich auf den Prozess der Entstehung, Durchsetzung und Verbreitung von neuen sozialen Praktiken in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Während ‚Innovation’ wörtlich ‚Neuerung’ oder ‚Erneuerung’ bedeutet, ist mit ‚sozial’ entweder die Interaktion von Menschen oder – wenn es normativ gebraucht wird – ‚gut für die Gesellschaft und ihre Mitglieder’ gemeint. In der Innovationsforschung werden soziale Innovationen entweder als Voraussetzung, Begleiterscheinung oder als Folgen von technischen Innovationen thematisiert. Die Fragen, was eine Innovation zu einer sozialen Innovation macht, ob dabei der gesellschaftliche Nutzen das entscheidende Kriterium ist und wie sich dieser bestimmen lässt, werden kontrovers diskutiert. Weitgehend Einigkeit besteht hingegen darüber, dass sich der Begriff auf Innovationen bezieht, die im direkten Zusammenhang mit der Suche nach Lösungen für gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen stehen.Bei diesen Lösungen handelt es sich oft um neue Arten der Kommunikation und Kooperation. Die Auseinandersetzung mit sozialen Innovationen als ein zentrales gesellschaftstheoretisches wie politisches Konzept gewinnt zunehmend an Bedeutung.“

Innovation brauchte und braucht auch die Jugendhilfe im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Mit der Einführung der Sozialraumorientierung als verbindliches Organisationsprinzip der Jugendhilfe und als methodischen Ansatz in ganz Berlin entstand hoher Innovations- und Veränderungsdruck nicht nur für den öffentlichen Träger – die bezirklichen Jugendämter und die ihr angeschlossenen Einrichtungen und Dienste – sondern auch und vor allem für die Träger der freien Jugendhilfe. Insbesondere die Träger der „Hilfen zur Erziehung“ waren hier als Kommunikations- und Kooperationspartner gefragt. Mit der Einführung der Sozialraumorientierung war  zum Teil tiefgreifende Strukturveränderungen (Matrixorganisation, „Entsäulung“) verbunden und „liebgewordene“ Glaubenssätze und Arbeitsweisen und –haltungen mussten aufgegeben und überwunden werden. Das neue Mantra lautete „Vom Fall zum Feld“. Dieser Satz brachte den Paradigmenwechsel treffend auf den Punkt: Nicht mehr das Problem, das Defizit, der Fall und die damit verbundenen Hilfeleistungen aus dem Katalog der Jugendhilfeangebote standen im Mittelpunkt der Betrachtung. Vielmehr wurden nun die eigenen und die Ressourcen im sozialen Umfeld des Klienten in den Fokus gerückt – verbunden mit dem Anspruch nicht mehr als „Problemlöser“, sondern vielmehr als  “Problemlösungscoach“ in Erscheinung zu treten um Selbsthilfepotenziale bei den Betroffenen zu mobilisieren.

Solche radikalen Veränderungsprozesse funktionieren nur, wenn es auf allen Seiten Personen gibt, die sich diesen Prozessen verschreiben und sich zum Motor der Entwicklung machen – und die persönliches Risiko,persönliche Verantwortung und persönliche Leidenschaft in diesen Prozess einbringen. Auf der Seite des Jugendamtes Steglitz-Zehlendorf war es ohne Zweifel die langjährige Jugendamtsleiterin Ilka Biermann, die mit ihrem Team engagiert, beharrlich und konsequent diesen Weg der Erneuerung beschritt.

Auf Seiten der freien Jugendhilfe im Bezirk muss hier der persönliche Einsatz und das enorme fachliche  Gewicht von Uwe Lamm hervorgehoben werden. Uwe Lamm und sein gesamtes Mitarbeiter(innen)-Team haben einen enorm großen Anteil am Erfolg des sog. „Steglitz-Zehlendorfer-Modells“ und sind ohne Zweifel Vorreiter für die notwendige Modernisierung und Weiterentwicklung der Jugendhilfe im Bezirk. In der Schulsozialarbeit, in der Familienarbeit, in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, im Bereich der Inklusion: contact fällt auf als innovatives, modernes, professionelles und konstruktives soziales Unternehmen. Als Geschäftsführer des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. freue ich mich sehr, mit Uwe Lamm und seinen Mitarbeiter(innen) auch zukünftig eng zusammen arbeiten zu dürfen. Die anstehenden Aufgaben und Projekte – beispielhaft sei  hier nur das Thema der Weiterentwicklung sozialräumlich ausgerichteter Finanzierungsinstrumente und die damit einhergehende Notwendigkeit zu noch stärkerer Flexibilisierung der Hilfs- und Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche  und Familien genannt –  können nur erfolgreich gelöst und entwickelt werden, wenn sich Fachlichkeit, Professionalität und Erfolgsbereitschaft begegnen.

Mit diesen Worten und in diesem Sinne wünsche ich contact – Jugendhilfe und Bildung gGmbH, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ganz besonders auch Uwe Lamm persönlich alles Gute für die Zukunft. Es wartet noch viel Arbeit auf Euch, auf uns. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam etwas verändern und bewegen werden. Darauf freue ich mich. Darauf bin ich gespannt.

„Nicht die Welt macht diese Menschen, sondern diese Menschen machen die Welt.“
(Elfriede Hablé)

 

(2) Howaldt, Jürgen/Schwarz, Michael (2010): „Soziale Innovation“ im Fokus. Skizze eines gesellschaftsinspirierten Forschungskonzepts. Bielefeld

15 Jahr-Feier im KBH

15 Jahr-Feier im KBH