Staatsknete

Immer wieder mal liest und hört man davon, dass sich Führungskräfte in sozialen Unternehmen „die Taschen voll machen“, soll heissen: sich exorbitant hohe Gehälter und Vergütungen genehmigen (lassen). Das finden manche grundsätzlich schlimm – also auch bei Unternehmen, die im privatwirtschaftlichen, profit-orientierten Bereich unterwegs sind. Die Gier der Manager und Bosse ist überall hinlänglich beschrieben. Andere finden das ganze nicht so schlimm…. es sei denn, es handelt sich um Manager und Bosse von Sozialunternehmen. Begründung: Bei deren Vergütungen handelt es sich um staatliche Mittel – also Zuwendungen und Förderungen für einen sozialen Zweck. Mal abgesehen davon, dass ich Gier und Maßlosigkeit grundsätzlich verabscheuungswürdig finde, wäre mir doch daran gelegen, mal die Frage nach der Bedeutung der Herkunft der Mittel zu diskutieren. Kurz gefragt: Wie lange ist Staatsknete eigentlich Staatsknete? Und welche Staatsknete ist eigentlich gemeint……? Und was sind die Konsequenzen?

Wenn ein soziales Unternehmen Leistungen erbringt, die eine staatliche Stelle einkauft, erhält dieses Unternehmen die vereinbarte Bezahlung. Von diesen Einnahmen bezahlt das Unternehmen seine Kosten. Dazu gehören Löhne, Gehälter, Mieten usw.. Hat denn der Gehaltsempfänger nun Staatsknete erhalten? Oder verdientes Geld des Unternehmens? Und wenn es sich um Staatsknete gehandelt haben sollte: Wann hört die Staatsknete auf Staatsknete  zu sein? Wenn der beim Sozialunternehmen beschäftigte seine private  Miete überweist oder beim Bäcker seine Brötchen bezahlt – ist das Geld, das da den Besitzer wechselt noch Staatsknete? Und wenn nein: Warum nicht?

Welche Auswirkungen hat die Beantwortung dieser Fragen auf die Ausgestaltung der Vergütungssysteme bei sozialen Organisationen und Unternehmen? Sollten Beschäftigte im sozialen Bereich weniger verdienen, weil Staatsknete im Spiel ist? Und: gilt dies dann auch für Bauarbeiter und Bauunternehmer, die (z.B. bei  Straßen- oder Autobahnbau) hohe Summen an Staatsknete für Ihre Leistungen erbringen. Und wenn nein: Warum nicht?

 

Versteht jemand, was ich meine?

Realität meets ver.di

Der Ver.di  Sekretär Stefan Thyroke hat sich selbst zum Fachmann für die Finanzierung der sozialen Arbeit freier Träger ernannt und wird als solcher in der Berliner Morgenpost vom 30.12.2010 zitiert. (Der vollständige Mopo-Artikel ist auf socialNC dokumentiert…..) Thyroke hat herausgefunden, dass man die Leistungen an frei-gemeinnützige Träger ohne Probleme um 5% kürzen könnte (das Land Berlin würde dann rund 100 Millionen Euro sparen), ohne dass die Qualität der Arbeit darunter leiden würde.  Die Träger, so der Funktionär, würden zum Teil zwei-stellige Renditen einfahren, während die Beschäftigten unter unzumutbaren Bedingungen (schlechte Bezahlung, Kettenarbeitsveträge etc.) malochen müssten. Gleichzeitig würden Geschäftsführer-Gehälter  seit Jahren exorbitant steigen.

Ver.di-Funktionär Thyroke sieht laut Berliner Morgenpost  den Senat in der Pflicht. „Die Ämter sollten strenger kontrollieren und einen Tarifvertrag mit einer DGB-Gewerkschaft als Qualitätssiegel einfordern, wenn diese weiter für das Land tätig sein wollten.“

Ich selbst bin Geschäftsführer eines mittelkleinen freien Trägers. Der Verein Stadtteilzentrum Steglitz e.V. betreibt zwei Kitas, ist Träger von Schulhorten und Schulstationen und verantwortet die Arbeit von Jugend- und Nachbarschaftszentren. Unsere Mitarbeiter werden mittelprächtig bezahlt (wir befinden uns in etwas im Mittelfeld der Berliner Bandbreite),  der Geschäftsführer bekommt ein Gehalt, das deutlich unter dem berlinweiten Durchschnitt bei sozialen Trägern (der beträgt derzeit laut DPW ca. 56.000.- brutto per Anno) liegt und fährt keinen Dienstwagen. Wir erwirtschaften keine Gewinne und machen (i.d.R.)  auch keine größeren Verluste. Wir kommen am Ende der Tage mit einer „schwarzen Null“ raus. Damit will ich sagen: Wir kommen mit dem Geld aus. Wir können keine großen Sprünge machen, wir können unseren Mitarbeitern auch nicht ansatzweise eine „1 zu 1“ Umsetzung der tarifvertraglichen Regelungen für den öffentlichen Dienst anbieten. Wir können keine Rücklagen bilden (was selbst aus Senatssicht schlau wäre) – aber: Wir kommen hin. Und wir wundern uns. Ich wundere mich. Vor allem über die Realitätsferne des oben zitierten Gewerkschaftsfunktionärs.

Ein Blick in Richtung Kita-Eigenbetriebe kann vielleicht auch bei Gewerkschaftsmenschen zur Realitäts-Erkenntnis führen: Die Kita-Eigenbetriebe sind Staatsunternehmen, die (das war lange Zeit ausdrücklicher Wunsch der kommunalen Kitas) die gleiche finanzielle Ausstattung erhalten wie die Einrichtungen freier Träger. Die vom Land Berlin zu erstattenden Kosten pro Kind werden in (für alle Träger) einheitlichen und verbindlichen Kostenblättern geregelt.

Es ist eine absurde Situation, dass die Berliner Eigenbetriebe im Jahr 2010 ein Defizit von rund 7,8 Millionen Euro erwirtschaften (wie gesagt – bei gleicher Finanzierungslage wie die freien Träger)  und der Steuerzahler in den  Jahren 2010 – 2012  p.A. rund 4,6 Millionen in die Staatsunternehmen zusätzlich „einschiessen“ muss, damit die Betriebe nicht zahlungsunfähig werden – den freien Trägern aber das Geld gekürzt werden soll.

Begründet wird das hohe Defizit übrigens mit der Tariflage und den immensen Vergütungs- und Altersversorgungsansprüchen der Beschäftigten in den Eigenbetrieben. Interessant, dass Ver.di fordert, dass genau diese Tariflogik auch bei allen freien Trägern verbindlich eingefordert werden soll. Ich wäre im Interesse meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch dafür – allerdings unter einer Voraussetzung: Ich will dann auch alle Verluste vom Land Berlin erstattet bekommen. Ich möchte auch die Garantie bekommen, dass ich trotz unwirtschaftlicher Führung des Betriebes nicht zur Insolvenz gezwungen werde. Und ich möchte dann trotz Verlusten in Millionenhöhe auch soviel verdienen wie ein Geschäftsführer eines Kita-Eigenbetriebes in Berlin…..

Internet-Networking in der personellen Arbeit

Seminar mit Thomas Mampel und Andreas Oesinghaus, den Gründern von socialNC  am 22.02.2011 in Berlin

Vernetzung, Kooperation und Zusammenarbeit  sind Standards einer zeitgemäßen sozialen Arbeit. Soziale Netzwerke können hierbei ein sinnvolles und zielführendes ergänzendes Tool sein, da diese die vernetzte Zusammenarbeit auch über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg ermöglicht bzw. erleichtert. 
In diesem Sinne versteht sich das soziale Netzwerk socialNC (www.socialNC.de ) als Werkzeug für all jene, die professionelles, soziales Engagement auch im „Web 2.0 – Zeitalter“ weiterentwickeln wollen.

Die Mission von socialNC  ist es, Menschen aus allen Bereichen der Sozialen Arbeit dabei zu unterstützen, gemeinsam Projekte und Vorhaben zu diskutieren, zu planen und zu realisieren. socialNC  glaubt, dass die Welt durch Kooperation und gegenseitiges Vertrauen verändert werden kann. socialNC will den im Non-Profit-Bereich tätigen Menschen als Werkzeug dienen,die Welt gerechter und sozialer zu gestalten.

Thomas Mampel und Andreas Oesinghaus, Gründer und Betreiber des Netzwerkes, erklären in einem halbtägigen Seminar die grundlegenden Funktionen von socialNC: Profile anlegen, Gruppen gründen, Diskussionsforen einrichten, Kontakte finden und pflegen, Veranstaltungen organisieren und bewerben, Termine abstimmen und Teilnehmer(innen) koordinieren. Außerdem wird vorgestellt, wie socialNC mit eigenen Blogs und/oder Partnerprofilen für das Marketing von Organisationen und Einzelpersonen genutzt werden kann und wie diese Informationen  auch in andere soziale Netzwerke (Facebook, Twitter) kommuniziert werden können.

 

weitere Infos gibts hier……….!

 

Hau rein – und werde Unternehmer

Das ist der Tipp von Gary Vaynerchuck, den er in seinem Buch auf 207 Seiten anschaulich und in angenehm entspannter Art und Weise erläutert und begründet. Vaynerchuck gilt als Pionier der Nutzung sozialer Netzwerke . Durch planmäßige und professionelle Nutzung von Twitter, Facebook und Co. ist er einer der bekanntesten und erfolgreichsten Weinexperten und Blogger in den USA geworden. Sein Video-Blog Library TV ist legendär. Und seine These (die er auch gleich in den Untertitel des Buches packt): “Facebook und Co machen´s für jeden möglich” –  erfolgreich eine populäre Eigenmarke zu entwickeln.Ich habe das Buch in einer Woche verschlungen und eine Menge Inspiration und Anregungen für meine Arbeit rausgezogen. € 22.90 (bei Amazon) sind vollkommen OK – und bei sachgemäßer Anwendung der Empfehlungen dürfte sich dieses Invest schnell amotisiert haben.Einen Blick ins Buch gibts bei Amazon.

 

 

zwischen den Jahren

“zwischen den Jahren” ist für mich die (fast schon poetische) Umschreibung für die kurze Verschnaufpause, die sich nach einem erlebnisreichen Jahr auftut – bevor das neue mit neuen Herausforderungen Fahrt aufnimmt. Viele fahren ein bisschen runter, manche sortieren die “liegengebliebenen” Dinge, einige feilen an den Zielen für das neue Jahr, der eine oder andere schärft die Säge…….. Ich liebe diese kurze Zeit – zwischen den Jahren!

2 Männer

Was würde eigentlich passieren, wenn sich der Mann der ich bin, und der Mann, der ich sein könnte, mal treffen würden?Würden diese beiden Männer sich verstehen? Was würden sie einander fragen? Würde der eine dem anderen Vorwürfe machen? Würde der eine den anderen bewundern? Würde der eine den anderen verachten? Was würde der eine dem anderen für Ratschläge geben? Was hätte der eine für Vorwände um die Ratschläge des anderen von sich zu weisen? Was würden diese beiden Männer verabreden, um sich näher zu kommen? Wo würde das hinführen……..?Ziemlich viele Fragen für zwei Männer.