eigene kleine Netzwerke bauen……

Christian Müller (sozialPR) hat heute einen sehr interessanten Artikel veröffentlicht, der mich motiviert hat, diesen lauwarmen und nur halb-lebendigen Blog wieder zu reaktivieren. Ich teile seine Einschätzung, dass die gängigen „Sozialen“ Netzwerke immer weniger geeignet sind, Kooperation, Gemeinschaft und Austausch zu unterstützen – im Gegenteil: sie bedienen voneinander abgeschirmte „Blasen“, bestätigen diese durch speziell ausgewählte Inhalte, verhindern Austausch mit anderen Sichtweisen und (Leben-) Konzepten und tragen nicht unerheblich zur Spaltung der Gesellschaft bei.

Dieser Entwicklung können wir etwas entgegensetzen. Kleine, feine eigene Netzwerke auf eigenen Plattformen – und diese ganz bewusst mit einer Haltung (und daraus abgeleiteten Prinzipien und Regeln), die das Miteinander fördert und zu Kooperation und respektvollem Austausch einlädt.

Ich fang hier also wieder an. Schreibe aus meinem (Berufs-) Alltag als Geschäftsführender einer Sozialorganisation und eines Coaching- und Beratungsunternehmens und geb meinen Senf zu Dingen, die mir nicht „Wurscht“ sind……. Und ich freu mich, wenn gute Menschen mitlesen und die Beiträge kommentieren, ergänzen, kritisieren und mit mir ins Gespräch gehen. Könnte schön werden 😉

Hier der Link zu dem Artikel von Christian:

Ikigai

In einem Beitrag irgendwo in den Weiten des Netzes bin ich über den Begriff Ikigai gestolpert. Ikigai ist ein japanisches Lebensmodell. Mensch strebt danach, seinen / ihren Ikigai zu finden und danach zu leben. Dafür stellt Mensch sich 4 Fragen:

  1. Was liebst Du?
  2. Was kannst Du?
  3. Was braucht die Welt?
  4. Wofür wirst Du bezahlt?

In der „Schnittmenge“ der Antworten findest du deinen Ikigai, das, „wofür es sich zu leben lohnt“.

Ich habe für mich eine (bzw. vier) Antworten probiert:

  1. ….mit anderen Menschen zusammen an Projekten, Produkten, Organisationen zu bauen, die die Welt für alle ein bisschen besser machen. Vor allem der kreative Prozess von der ersten Idee bis zum konkreten Start des Projekts interessiert und fasziniert mich.
  2. Ich bin ganz gut darin, gute Menschen zusammenzubringen, die ebenfalls Lust haben, kleine und größere Beiträge für zukunftstaugliche, sinnvolle und wichtige Unternehmungen zu leisten und als Team ein Stück weit Zukunft mitzugestalten. Ich bin gut darin Hindernisse und Probleme nicht zu ernst zu nehmen – es gefällt mir, Herausforderungen (gern auch sehr herausfordernde Herausforderungen) gemeinsam mit anderen Menschen zu meistern… Meist gelingt es mir gut, meine Arbeitsbeziehungen so zu gestalten, dass langfristige Zusammenarbeit möglich ist.
  3. Die Welt braucht Menschen, die vor großen Aufgaben nicht zurückschrecken, die sich nicht von der Fülle der Probleme und Herausforderungen demotivieren lassen. Menschen, die jeden Tag bereit sind, noch ein Apfelbäumchen zu pflanzen…….. Die Welt kann ein besserer Ort sein. Gerechtigkeit und Frieden in diese Welt zu bringen – damit sollten wir alle nie aufhören.
  4. ……. genau dafür. Ich bin ein Glückspilz. 🙂

Wie siehts bei Euch aus? Wie stehts um Euren Ikigai?

Wer den Knall noch nicht gehört hat…….

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

(Martin Niemöller)

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ein paar Gedanken zum Thema „Fokus“

© Alex White – Fotolia.com

Der eine oder die andere, die diesem Blog verfolgt, weiss, dass ich mir immer mal wieder Gedanken darüber mache, wie ich mich und meine Arbeit gut organisiert bekomme. Selbstorganisation, Selbstmanagement, Produktivität sind Themen, die mich interessieren und mit denen ich mich gern beschäftige. Mein Ziel: Ich möchte die richtigen Dinge richtig machen. Und damit fangen meine „Probleme“ schon an: Was sind die richtigen Dinge?  Was heisst richtig machen? Wie setze ich die richtigen Prioritäten? Wie schaffe ich mir dafür Freiräume? Wie schaffe ich es – frei nach Covey – mir Termine für meine Prioritäten zu setzen – statt Prioritäten für meine Termine zu definieren? Ich suche immer wieder nach den hierfür am besten geeigneten Tools und Methoden. Mal arbeite ich analog und versuche mich mit dem „Bullet Journal“ zu organisieren, dann schwöre ich wieder auf meine digitalen Werkzeuge und Workflows. Letztens habe ich tatsächlich mal in Erwägung gezogen mit für ein paar Hundert Euro einen „Fokus-Planer“ aus Papier zu bestellen. Zum Glück hat sich „mein geiziges Ich“ durchgesetzt……

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ein Rant zum Thema Bewerbungen….

Ich bin manchmal ein bisschen überrascht (und ehrlich gesagt auch ein wenig verärgert), wer sich so alles bewirbt, wenn man eine Sozialarbeiter*innen-Stelle ausschreibt…..

Elektronistallateure, Friseure, Arzthelferinnen, Germanistinnen, Versicherungsberater.

Hey… Sozialarbeit ist ein Studium, das man mit einem Bachelor oder Master abschliesst. Nur dann hat man den Nachweis erbracht, dass man Sozialarbeit gelernt hat und den Beruf mit entsprechendem Abschluss ausüben darf und kann.

Ich komme doch auch nicht auf die Idee, mich irgendwo als Zahnarzt zu bewerben, nur weil ich meine „gut zubeissen zu können“ oder als Architekt, weil ich selbst ja auch in einem Haus wohne…. Was läuft da falsch bei den Leuten? Weiss man da schon genaueres?

Warum ich dieses mal CDU wähle

cropped-img_0456.jpgWer mich kennt, weiss das dieser Beitrag für mich „was besonderes“ ist. Ich habe mich selbst immer als „Linken“ definiert. Bis ich merkte, dass das dieses „rechts-links-Schema“ nicht  mehr taugt zur politischen Positionierung. Ich war mal Mitglied bei den Grünen und viel länger bei der SPD. Politisch sozialisiert wurde ich in der „Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken“ …. Ich war ein erklärter Gegner des Systems. Vor 40 Jahren. Mittlerweile sehe ich das anders. Und alle Antworten, die mir mal wichtig und richtig erschienen, taugen nichts mehr. Die Welt…, Deutschland…., Berlin …. haben sich auf eine Weise verändert, die kaum noch erklärbar und vermittelbar ist. Mit den neuen Problemen brechen alte Erklärungsmuster zusammen. Die Kompetenzen, die benötigt werden, um die Themen und Probleme von heute zu lösen, sind andere als vor 10, 20, 30 oder 40 Jahren. Ideologie hilft nicht mehr. Im Gegenteil: die Ideologen von rechts uns links schaden dem Fortschritt, weil mit ihnen pragmatische Lösungen im Sinne der Menschen nicht möglich sind.

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die Sache mit den (((Klammern)))

Screenshot 2016-06-05 14.53.55Bei Twitter gibt es einen neuen Trend. Und ich mache jetzt auch mit. Immer mehr Leute setzen ihren Twitternamen in eine dreifach-Klammer. Ich habe erst überhaupt nicht gewusst, was das soll und daher erstmal vermutet, dass das wieder irgendeinen Mode-Blödsinn der Generation Lustig ist…… weit gefehlt. Auf meine Frage hin, was es denn mit diesen Klammern auf sich hat bekam ich viele Rückmeldungen und unter anderem auch diesen Link zu einem Beitrag in Berliner Morgenpost vom 3.6.16:

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Land ohne Sorgen

easter-1238845__340Ich verzweifle manchmal an meinen Landsleuten. Ich höre sie jammern und schimpfen. Sie haben Ängste vor Fremden und vor allem, was sie potenziell für gefährlich oder riskant halten. Sie pflegen ihre dicken Bäuche und befürchten, nicht genug zu essen zu bekommen, wenn sie mal für ein paar Feiertage im Voraus einkaufen müssen. Sie haben Angst , dass Menschen, die ärmer sind als sie, etwas von ihrem Geld abhaben wollen. Wenn an der Grenze zur EU Menschen drauf gehen, schauen sie weg – sie sind ja nicht betroffen. Wenn in ihrer Stadt Nazis demonstrieren, schauen sie weg – der Mob richtet seinen Hass ja gegen andere.

Wenn der Nachbar sein Frau und seine Kinder schlägt drehen sie sich weg, es sind ja nicht ihre Kinder, nicht ihre Frauen, die da misshandelt werden. Wenn die Hilfeschreie anderer Menschen zu laut werden, drehen sie den Fernseher lauter. Ihre größte Sorge gilt der nächsten Gehaltserhöhung oder dem diesjährigen Urlaubsziel – denn man kann ja nicht mehr überall hinfahren, weil die Welt „da draussen“ so schlecht ist.

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20 Jahre – und das ist erst der Anfang

Niemals aufgebenHeute feiern wir Geburtstag: Das Stadtteilzentrum Steglitz feiert seinen 20ten….. Zwei Jahrzehnte, die aufregend, anstrengend, spannend, mitreissend, fröhlich, traurig, ……besonders waren. Ich möchte keinen Tag missen. Ich gehörte mit zu denen, die diesen Verein 1995 gegründet haben. Meine Frau – die bis heute eine tragende und (an-) treibende Kraft in diesem Verein ist – , war auch schon bei der Gründung dabei. Der Aufbau, alle Krisen, jedes Auf und Ab haben unser Familienleben nachhaltig beeeinflusst. Unsere Kinder können ein Lied davon singen. Wenig gemeinsame Freizeit, kurze Urlaube, Heiligabend im Nachbarschaftstreff, unzählige Wochenenden im Büro. Danke, dass Ihr das alles mitgetragen und ausgehalten habt!

Heute nachmittag feiern wir. Ab 17 Uhr werden erst Reden gehalten und dann das Tanzbein geschwungen. Ich bin fröhlich angespannt. Freu mich auf die Party. 20 Jahre gehen nicht spurlos an einem vorbei. 20 Jahre sind ein relativ großer Teil meines bislang 53 Jahre umfassenden Lebens……. Ich bin hungrig und durstig nach mehr von diesem Leben. Ich kann nicht genug davon bekommen. Das ist meine Form von „work-life-balance“……. „Wenn Du das liebst, was Du jeden Tag tust, brauchst Du nie wieder arbeiten…..“ Da ist was dran.

Liebe Freunde, draussen an den Empfangsgeräten: Lasst uns das Glas (oder die Tasse) heben: Ich danke Euch für Eure Begleitung, Unterstützung, Eurer Vertrauen, Eure Kritik, Eure Freundschaft, Eure Verwunderung, für Euer Verständnis – und dafür, dass Ihr da seid. Und jetzt könnt Ihr bitte weiterarbeiten….. 😉

#nurmalso

Was macht Euch stark?

Jeder kennt es: Auf gute und erfolgreiche Phasen folgen fast regelmäßig zähe und weniger erfolgreiche Phasen….. Über alles, was gut läuft, lesen wir viel bei Facebook, Twitter und Co.! Wenn es schlecht läuft, schreiben wir eher weniger dazu….. Verständlich irgendwie, aber eigentlich schade. Denn gerade auch in den schwierigen Phasen lernen wir viel für alle anderen Aufgaben (und Zeiten)…

soundcloudIn einem kurzen Podcast habe ich Euch gebeten, mir zu verraten, was Euch stärkt und motiviert, wenn es mal nicht so gut läuft… Wie richtet Ihr Euch auf, wenn Euch der Alltag niederringt, was hilft Euch, tatkräftig die Ärmel hochzukrempeln, wenn alle anderen frustriert das Handtuch werfen…..?

Hier mein Podcast ( K L I C K E N  – und weiter zu Soundcloud)

Ich freue mich auf Eure Kommentare – und auf den Artikel, der daraus entsteht…….