Von der Klowand zum Internetstar

Ich glaube, in gewisser Weise bin ich eine „Rampensau“. Aber eine  von der angenehmen Sorte. Rampensau meint hier: Ich will gesehen werden, ich will wahrgenommen werden. Ich möchte , dass man sich mit mir auseinandersetzt. Ich laufe zu Hochform auf, wenn man sich an dem, was ich tue, sage, schreibe, denke und von mir preis gebe reibt. Ich will – meistens – in der ersten Reihe stehen. Ganz vorne – da wo es weh tut, wenn es mal intensiver wird oder hart zur Sache geht. Andere würden statt „Rampensau“ freundlichere Umschreibungen wählen.  „Thomas hat ein starkes Profilierungsbedürfnis.“ „Thomas hat ein übertriebenes Geltungsbedürfnis.“ Oder, wie es in einem Grundschulzeugnis stand: „Thomas möchte immer im Mittelpunkt stehen und braucht viel Aufmerksamkeit.“

Wahrscheinlich ist alles irgendwie richtig. Wahrscheinlich stelle ich mich deshalb (trotz sehr bescheidenen Talents) mehrmals im Jahr mit meiner Gitarre auf die Bühne und mache meiner Band das Leben schwer, wahrscheinlich wollte ich deshalb unbedingt an einem Buch mitschreiben, das nunmehr seit einigen Wochen käuflich zu erwerben ist. Wahrscheinlich habe ich aus diesem Grund auch eine leitende Aufgabe, eine Führungsposition übernommen, wahrscheinlich schreie ich deshalb immer ganz besonders laut „Hier“, wenn irgendwo Arbeit verteilt wird.
Und wahrscheinlich betreibe  ich deshalb auch dieses Blog. Und wahrscheinlich habe ich gleich „Ich mache mit!“ gerufen, als Jeannette Hagen in ihrem Blog „Die Spaziergängerin“ zu einer Blogparade aufgerufen hat. Titel: „Von der Klowand zum Internetstar“.

Nun bin ich weit davon entfernt ein Internetstar zu sein (by the way: Von wem würdet Ihr behaupten, er oder sie sei  ein richtiger Internetstar?) – aber mit Klowänden kenne ich mich aus.

In meiner jugendlichen  „Sturm- und Drangzeit“ (also zu meiner Oberschulzeit) hatten Klowände eine wichtige kommunikative Funktion. Das,  was heute via Facebook, Twitter oder Tumblr in die Welt gepustet wird, musste damals – wir schreiben das Jahr 1977, Thomas ist 15 und in der Blüte seiner Pubertät – analog verbreitet werden. Die Schreibtische in den Klassenräumen und eben auch die Klowände waren wichtige analoge Plattformen für das explodierende Mitteilungsbedürfnis einer hormongeschwängerten Schülergeneration. Wie auch heute in den digitalen Räumen, gab es schon damals verschiedene Gruppen: politisch ambitionierte (wie mich) , die ihre berechtigten und unberechtigten Forderungen mit Edding verewigten (Bsp.: „Kampf dem US-Imperailismus“, „Nicht jammern und picheln – hammern und sicheln!“. ) Das war ernst gemeint. Damals. Andere waren eher hormon- und triebgesteuert und schmierten überall irgendwelche Penisse an die Wand und versuchten aufzumalen, wie sie sich das weibliche Geschlechtsteil vorstellten. Die Romantiker unter uns teilten mit, wen sie gerade unsterblich liebten. Und die ganz Eiligen begnügten sich mit kurz gehaltenen Status-Updates: „Jörg was here“.

Ich müsste glatt mal gucken, wie es heute an den Klowänden deutscher Schulen aussieht. Ist die Zeit der analogen „Wandmalerei“ vorbei? Hat sie sich ins Internet verlagert? Oder laufen beide Welten parallel? Wie dem auch sei: Fakt ist, dass heute mit vergleichsweise geringem  Aufwand unglaublich viele Menschen erreicht werden können. Haben meine Thesen und Forderungen im Jahr 1977  bestenfalls 40 bis 50 Schüler und die arme Reinigungskraft  erreicht, lesen heute tendenziell rund 1500 bis 2500 Leute jede Neuigkeit, die ich vom Stapel lasse. Das ist für so eine „Rampensau“ wie mich eine hervorragende Entwicklung. Und ich finde es großartig, dass ich  durch das bloggen die Möglichkeit habe, meinen Blick auf die  Themen „Soziale Arbeit“, „Social Entrepreneurship“ und „Sozialwirtschaft“ darzustellen und ein gutes Tool  für mein „Geschäftsführer-Tagebuch“ gefunden zu haben.

Insofern stimmt es  ja dann vielleicht doch irgendwie: „Von der Klowand zum Internetstar“ ……. oder wenigstens zum kleinen, interessanten „Sternchen“ 😉

Leuchttürme

Dieses (zugegebenermaßen ziemlich kitschige) Exemplar einer Leuchturm-Minitatur steht in einem Regal in meinem Büro. Ich mag Leuchttürme. Leuchttürme sind für mich das Sinnbild für Orientierung in unsicheren und / oder stürmischen Zeiten. Leuchttürme helfen mir „auf Kurs“ zu bleiben oder wieder in die die richtige Spur zu kommen, wenn  die Sicht mal schlecht ist oder wenn ich mich neu fokussieren muss, weil ich abgelenkt oder kurz unaufmerksam war.

Mampels Leuchhturm im Büro

 im Büro

Leuchttürme können im „richtigen Leben“ sehr unterschiedliche Formen annehmen: Mal übernehmen die von mir formulierten Ziele für mich die Funktion eines Leuchtturms, mal sind es andere Menschen, die mir Richtung geben und mir einen Weg zeigen. Manchmal sind es innere Bilder von mir – bzw. von dem Mann, der ich einmal sein könnte. Wie ist das bei Euch: Braucht Ihr Leuchtürme ? Wo stehen Eure?

Prioritäten

PrioritätenDieses Bild hängt an einer Wand in meinem Büro. Viel zu oft tritt dieser Aspekt, diese Anforderung in den Hintergrund, weil das „Dringliche“, das „Eilige“ so laut und „wichtig-tuerisch“  daher kommt. Es ist gut, uns ab und an daran zu erinnern und uns bewusst zu machen, wo unsere (eigenen) Prioritäten liegen und unser Handeln danach auszurichten.

Niemals aufgeben……!

Wolf Biermann hat mal ein total schönes Lied geschrieben: „Ermutigung“…. Da singt er: Du lass Dich nicht verhärten – in dieser harten Zeit. Die allzu hart sind brechen, die allzu spitz sind, stechen und brechen ab sogleich. (….) Die herrschenden erzittern, sitzt Du erst hinter Gittern, doch nicht vor Deinem Leid“.

Niemals aufgebenDieses Lied war mal eine ganze zeitlang ziemlich wichtig für mich. Ende der 70er Jahre – ein paar Jahre nach der Ausbürgerung Biermanns aus der DDR – war ich aufgrund des relativen Durcheinander in meinem jugendlichen Leben relativ mutlos und brauchte – Ermutigung. Irgendwie war dieses Lied immer der Weckruf, der Appell, die flammende Bitte an mich selbst: niemals aufgeben!

Dieses „niemals aufgeben“ möchte ich allen zurufen, die im Moment verzweifelt, am Ende, kraftlos, mutlos sind. Wir müssen uns gegenseitig Mut machen. Uns gegenseitig ermutigen. Auch (und gerade) die guten Leute brauchen manchmal gute Leute. Und die Ermutiger brauchen manchmal Ermutigung. Aufgeben ist niemals eine Option. Kämpfen immer! …….. Ihr wisst schon, was ich meine. Oder?

Ziele

Wer ab und zu in meinem Blog herumstöbert und meine Beiträge liest, stolpert zwangsläufig über den Begriff Ziele. Ich selbst setze mir Ziele in bestimmten Bereichen meines Lebens – am liebsten am Anfang des Jahres für das Folgejahr – und schaffe Raum und den Rahmen dafür, dass sich auch meine (Leitungs-) Mitarbeiter einmal im Jahr für ein paar Tage zurück ziehen können, um für ihre Projekte und Arbeitsbereiche Jahresziele und die entsprechenden Umsetzungsschritte  zu formulieren…. Wir tun das, weil wir glauben, dass es sinnvoll ist. Auf hoher See, in stürmischen Zeiten, den „Heimathafen“ zu finden, weil man sich an einem weithin sichtbaren Leuchtturm orientieren kann, scheint mir ein plausibles Konzept zu sein.

Der von mir sehr geschätzte (auch wenn ich ihn leider noch nicht persönlich kenne, so lese ich doch viel von ihm…) Kollege Stephan List hat nun in seinem „Toolblog“ einen Beitrag veröffentlicht in dem  er fragt: „Wie wichtig sind eigentlich Ziele?“   (H I E R gehts zum Beitrag von Stephan List)

Er schreibt: „In meinem Freundeskreis bin ich bekannt dafür, dass ich diesen Visionen und Zielen sehr skeptisch gegenüber stehe. Irgendwann (Achtung, es kommt eine Vision!) schreibe ich mal eine Polemik mit dem Titel “Fetisch Ziel”. In der Wirtschaftswelt ist der Begriff fast schon unantastbar. Er wird quasi alsconditio sine qua non betrachtet, ohne die wirtschaftliches Handeln nahezu unmöglich sei. Ist das wirklich so? Ich bezweifle das und möchte das gerne einmal kritisch hinterfragen.“

Meine Antwort ist eine Gegenfrage: Was ist die Alternative zu Zielen und Visisonen? Woran sollen sich die täglichen Entscheidungen und Handlungen ausrichten? Wie können wir entscheiden, was für uns, für unsere Unternehmen , unsere Organisationen langfristig bedeutsam und wichtig ist? Woran können wir erkennen, dass sich die Dinge so entwickeln, dass wir irgendwann zufrieden und mit Stolz zurückblicken können? Ich glaube, dass wir an der Formulierung von Zielen (die wir aus unseren Visionen abgeleitet haben) nicht vorbei kommen. Ich will nicht raus aufs stürmische Meer, wenn an Land die Leuchttürme ausgeschaltet werden….

Wie seht Ihr das? Welche Rolle spielen Ziele und Visionen in Eurem Leben?

10 Jahre rauchfrei!

An diesem Wochenende bin ich zehn Jahre rauchfrei….. Am 3. November 2003 habe ich meine allerletzte Zigarette ausgedrückt. Voran gegangen waren unzählige Versuche, mir das rauchen abzugewöhnen. Rauchfreie Phasen dauerten mal einen Tag, mal eine Woche. Nie länger als zwei. Ich hatte Humor und verarschte mich selbstironisch mit dem gute Zitat (ich glaube von Mark Twain): “ Mit dem Rauchen aufzuhören ist das leichteste von der Welt. Ich hab es schon zwanzigmal gemacht…. “ Immer und immer wieder bin ich rückfällig geworden. Habe mich zum Gespött meines sozialen Umfeldes gemacht („Na Thomas – heute mal wieder Nichtraucher?“) und war latent gefährdet jedwede Selbstachtung zu verlieren ob soviel Willen- und Disziplinlosigkeit. Und dann kam der November. Ich weiss nicht, was an diesem 3. November 2003 anders war. Aber in mir drin war eine unvergleichlich große Sicherheit und Gewissheit, dass meine Sucht vorbei ist. Ich wusste – aus welchen Gründen auch immer – dass ich nie wieder eine Zigarette rauchen werde, nachdem ich diese letzte Zigarette ausgedrückt habe. Und so kam es. Ich machte die Zigarette aus, warf alle restlichen Zigaretten in den Müll, entsorgte alle Raucheruntensilien und hörte auf. Einfach so. Es war sonderbar. Denn genau wie ich es erwartet („gewusst“) hatte, hatte ich ab diesem Moment nie wieder das Verlangen eine Zigarette zu rauchen. Weder spürte ich irgendwelche „Entzugserscheinungen“ (heute weiss ich, dass es diese „nur“ in unserer Phantasie / im Kopf gibt) , noch störte es mich, dass meine Frau und viele Leute in meinem Umfeld noch rauchten. Es interessierte mich einfach nicht mehr. Heute weiss ich, dass Sucht eine individuelle Entscheidung ist. Sucht kann man abwählen.

Ich legte und lege  weder missionarischen Eifer an den Tag, um Noch-Raucher zu „bekehren“, noch fühlte ich mich in irgendeiner Weise „überlegen“. Es war einfach und schön. Einfach schön. Ich genoss es, dass ich wieder längere Strecken joggen konnte ohne wie ein Greis zu japsen, mein Körpergefühl verbesserte sich dramatisch, mein Geruchs- und Geschmackssinn kamen nach und nach zurück….. Mein Körper erholte sich von einer 25 jährigen Raucherkarriere mit rund 40 Zigaretten am Tag.

Heute, 10 Jahre später, sind die schlimmsten Vergiftungsfolgen wahrscheinlich überstanden. Zumindest ist mein Risiko an Lungenkrebs zu sterben jetzt wieder genau so hoch wie das eines Nichtrauchers. Und auch andere Risiken sind heftig reduziert (guck mal hier….. )  Ich habe in diesen 10 Jahren rund € 36.500.- NICHT für Zigaretten und ausgegeben und gelernt, wieder angstfrei zu geniessen und mutig große Aufgaben anzugehen. Denn: Mit dem Rauchen aufzuhören, war einer der größten Erfolge meines bisherigen Lebens. Und ich weiss: Weil ich das geschafft habe, schaffe ich auch alles andere!

Ich möchte und werde immer noch nicht missionarisch auf Raucher einreden. Aber ich möchte Euch sagen, dass Ihr keine Angst haben müsst. Nichtrauchen ist einfach, leicht, und schön. Es gibt tolle Hilfsmittel – nutzt sie, oder lasst es sein. Aber tut Euch einen Gefallen: Zieht ernsthaft in Betracht, dass ein Leben ohne Nikotin tausendmal besser sein kann als das Leben, das  ihr jetzt führt. Ein Leben, in dem ihr wie Junkies bei jedem Pisswetter vor die Tür rennt um Euch Eure Dosis in die Blutbahn zu hauen; ein Leben mit dunklen Wolken über den Kopf (Wann wirds mich erwischen? Wann werde ich Blut husten? Werde ich Glück haben und die Sucht überleben?);  ein Leben in dem ihr selbst nicht mehr riechen könnt (weil Eure Geruchsnerven schon lange abgestorben sind) wie sehr Ihr stinkt (da hilft leider auch kein überteuertes Schickimicki-Parfum)  und dass Eure tollen teuren Klamotten stinken wie ein feuchter, voller Aschenbecher.  Von dem Schaden für Eure Produktivität im Job (weil ihr stündlich Eure Arbeit unterbrechen und vor die Tür müsst) und anderen Nachteilen die Ihr erleiden müsst,  fange ich gar nicht erst an….  Ihr wisst das alles. Aber Ihr raucht trotzdem.  Aber vergesst nie: Es ist Eure alleinige Entscheidung, ein anderes, besseres Leben zu führen.

Und alles, was ich Euch sagen will ist: Es lohnt sich. Versprochen!

Ich will doch nur arbeiten……

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen zum verzweifeln bringen……

Seit fast einem Jahr sind wir mit dem Schulamt unseres Bezirks im Gespräch, weil wir einen alten Schuppen auf einem  Schulgelände für unseren Schülerclub umbauen wollen….. Alle Beteiligten (Schulleitung, die MitarbeiterInnen des Stadtteilzentrums, das Jugendamt und sogar einige Mitarbeiter des Schulamtes) finden das Projekt toll – zumal das Stadtteilzentrum Steglitz die Finanzierung des Umbaus (geschätzte Kosten knapp 20.000.-) selbst über Stiftungen und Sponsoren realisieren würde, das Ganze den  Bezirk also nichts kosten würde…..  Einziges Problem: Bevor wir anfangen können zu bauen, brauchen wir eine Nutzungsvereinbarung mit dem Schulamt. An sich keine große Sache (für so was gibt es im Bezirksamt Musterverträge – und auch wir haben der zuständigen Mitarbeiterin schon ein Muster zur Verfügung gestellt, wie es z.B. im Jugendamt des gleiches Bezirksamtes genutzt wird….) – aber bislang vollkommen erfolglos. Unverbindliche Zusagen am Telefon, keine Reaktion auf E-Mails…

Heute habe ich es wieder versucht. Wieder eine Mail. Was ich vergass: es ist Urlaubszeit – die Zeit der Autoresponder. Das läuft dann ungefähr so ab: Ich schreibe an Frau B.;  ein paar Sekunden später eine automatische Antwort von einer Frau T., die besagt, dass diese (Frau T.) in der Zeit vom 1.7. – 28.7. im Urlaub und dass in dieser Zeit die Mails von einer Frau Sch. gelesen werden. Wiederum einige Sekunden später trifft eine Auto-Antwortmail von einer Frau O. ein, in der mir mitgeteilt wird, dass auch Frau O. (diese allerdings bis 2.8. ) im Urlaub sei. Mails würden nicht beantwortet und auch nicht weitergeleitet – man könne sich aber in dringend en Fällen an eine Frau V. wenden. Was Frau B. gerade macht, bleibt allerdings unklar….

Es sind manchmal wirklich  die kleinen Dinge, die einen zum verzweifeln bringen……dabei will ich doch einfach nur arbeiten und niemandem etwas Böses 😉

Umfrage: Ist Inklusion machbar?

Inklusion braucht keine sich immer weiter verfeinernde Diagnostik zur Feststellung von immer mehr und ständig weiteren „Defiziten“ von Kindern, denen man dann mit Sondermaßnahmen im medizinalisierten Weltbild Abhilfe zu schaffen vorgibt. Tony Booth, Mel Ainscow und Denise Kingston fordern zu Recht, sich vom medizinischen Modell der sonderpädagogischen Förderbedarfe zu lösen und stattdessen den Abbau von Barrieren für Spiel, Lernen und Partizipation aller Kinder in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn man diesen Ansatz aufnimmt, dann erweitert sich das Inklusionskonzept auch wieder von der Engführung nur auf Kinder mit Behinderungen hin zu dem weiten Salamanca-Ansatz einer Pädagogik der Vielfalt und der Differenzen: „Bei Inklusion geht es darum, alle Barrieren für Spiel, Lernen und Partizipation für alleKinder auf ein Minimum zu reduzieren.“ 

Lest bitte den Beitrag des Jugendhilfereferenten des Paritätischen Gesamtverbandes Norbert Struck im Jugendhilfe-Blog des DPW Berlin (hier >>>>>> gehts zum Artikel!)

 

Der Tag

Logbuch 23.05.13

Der Tag begann mit einem sehr gutem und infomativen Termin zum Thema „Nachhaltigkeits-Check“ – eine spannende Herausforderung, das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. in diesem Bereich zu „durchleuchten“ und fit für die Zukunft zu machen.

Erfreuliche Post: unser Bauantrag vom 19.12.2012 für den Umbau des Schuppens auf dem Hof einer kooperierenden Grundschule ist heute (!) bewilligt worden…

Mittags dann ein gutes produktives Treffen mit zwei KollegInnen wegen der Planung der nächsten Schritte zur Neugestaltung der Website http://www.garageberlin.de – es wird Zeit, dass das Projekt vorangeht… Zwischendrin habe ich mich gefreut, dass heute die erste Gründer*innen-Gruppe gestartet ist, die über den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein finanziert wird.

Highlight des Tages: neue Projektleitung für unser größtes EFöB-Projekt eingestellt…. und: volle Hütte in der .garage beim 2. Labor für Entrepreneurship…

Unterm Strich ein guter, normaler Arbeitstag…..
Falls das irgendjemanden interessiert…..

Ich möchte bitte mehr bezahlen

Gestern habe ich eine Reportage auf radioeins gehört. Es ging um „Primark“ und um die Bedingungen, die es möglich machen, dass Klamotten dort (und bei anderen Kleidungsdiscountern) zu absolut lächerlich niedrigen Preisen verscherbelt werden können. Es kamen Fachleute zu Wort, die über die furchtbaren und menschenverachtenden Produktions- und Lebensbedingungen in Bangladesch berichteten. Die Bilder der eingestürzten Fabrikgebäude sind uns allen ja noch frisch in Erinnerung…..

Ein Experte berichtete, dass Fabrikarbeiter(innen) in Bangladesch umgerechnet ca. 30.- € im Monat verdienen – für 12-16 Stunden Arbeit am Tag. Das ist selbst für dortige Verhältnisse sehr wenig; die Arbeiter(innen) leben dort in katastrophalen Verhältnissen in den Slums der großen Städte. Was mich vollkommen erschüttert hat: Würde man den Lohn der dort arbeitenden Menschen verdoppeln um wenigstens ein halbwegs auskömmliches (Über-) Leben zu ermöglichen, dann würde sich der Preis für  ein T-Shirt bei Kik, Primark und Co. gerade mal um 12 Cent erhöhen….

Ich gebe hiermit bekannt: Ich möchte bitte auf jeden Fall gern mehr bezahlen….. gern auch mehr als 12 Cent zusätzlich, wenn dies dazu beiträgt, dass die Menschen in Bangladesch (und anderen „Billig-Lohn-Ländern“) besser / menschenwürdiger leben können. 

Und ansonsten: Wir haben es in der Hand. Es wird Zeit, dass wir unsere Verbrauchermacht solidarisch für die Ärmsten der Armen nutzen.