Bildung

“Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.”

John F. Kennedy

Ich zahle gerne Steuern.

Klingt vielleicht bescheuert. Ist aber so. Wenn ich in den Zeitungen lese oder im Fernsehen sehe und höre, mit welcher dreisten kriminellen Energie und mit wieviel Engagement und Hartnäckigkeit manche Leute versuchen, „ihr“ Geld dem staatlichen Zugriff zu entziehen, platzt mir wirklich fast jedes Mal der Kragen. Gerade heute wieder war zu lesen, dass FC Bayern-Präsident Hoeneß ein „unvorstellbares Vermögen“ am deutschen Fiskus vorbei in die Schweiz transferiert und  nun – um das zu erwartende Strafmaß zu reduzieren – eine Selbstanzeige erstattet hat.

Ich sage es hier ganz deutlich – und ich hoffe, dass viele andere  auch so denken und es laut sagen: Ich zahle gerne Steuern. Ich finde es sehr OK, dass ein Teil meines Einkommens zurück fliesst in eine große Gemeinschaftskasse, aus der all das bezahlt wird, was wir für ein vernünftiges und angenehmes Leben in unserer Stadt, in unserem Land, in Europa benötigen.  Ich freue mich, dass Geld da ist für Kindertagesstätten und Schulen, Universitäten. Für Feuerwehr, Polizei, Krankenhäuser. Für Einrichtungen der Behindertenhilfe. Für Nachbarschaftsheime, Kinder- und Jugendprojekte und Erziehungsberatungsstellen. Für Familienzentren. Für Konfliktberatungsstellen. Für Gerichte und Gefängnisse. Für Bewährungshelfer und Resozialisierungsprojekte.  Und für Straßen, für Laternen, für Parks, für Spielplätze, für Friedhöfe….. und und und……

Ja ich zahle gerne Steuern. Ich fühle mich solidarisch mit all jenen verbunden, die in stiller Eintracht pünktlich ihre Steuerpflicht erfüllen.  Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem ich auf das alles verzichten müsste. Vielleicht bescheuert. Ist aber so.

 

Wofür zahlst Du am liebsten Deine Steuern?

Serviceerfahrung in Westfalen. Ausgerechnet in Westfalen.

Wenn man etwas über Freundlichkeit und Servicementalität im Gastgewerbe lernen möchte muss man nach Bad Sassendorf kommen. Das Ausmaß an ehrlicher Freundlichkeit und Offenheit ist für mich als waschechten Berliner gradezu fremd und überwältigend. Macht Ihr in der Ferne auch ähnliche Erfahrungen?

Dreck, Müll und gute Energie!

Heute haben viele Leute zusammen die Schäden einer vorsätzlichen Brandstiftung im KiJuNa, einer Kinder- und Jugendeinrichtung des Stadtteilzentrum Steglitz e.V., beseitigt. Arbeit in Dreck, Schutt, Asche. Was alle Helferinnen und Helfer besonders bewegt hat, war die Tatsache, dass die Räume des „Klamöttchens“ vollständig zerstört wurden. Im Klamöttchen wurden Spielzeug und (Kinder-) Kleidungsspenden angenommen, von ehrenamtlichen und zusätzlich beschäftigten MitarbeiterInnen aufgearbeitet oder repariert und zum symbolischen Preis von 50 ct. an Befürftige abgegeben. Bei manchen, bei denen selbst die 50 ct nicht da waren, haben wir die Sachen verschenkt oder gegen irgend etwas anderes „getauscht“…… Ein solches Projekt, ein solches soziales Angebot gezielt zu zerstören (es wurde gezielt ein Gulli-Deckel in das Fenster des „Klamöttchen“ geworfen und dann die Feuerwerkskörper punktgenau  zu platzieren…) erscheint allen Beobachtern und Beteiligten vollkommen sinnlos.

Ein Foto, das die ganze Absurdität dieser Situation illustriert, möchte ich hier gern dokumentieren. Es zeigt die ganze Respektlosigkeit, vor allem, was wir im „Klamöttchen“ bewegen wollten. Es zeigt Kinderspielzeug) auf dem Müll. Es zeigt, was die  Täter  von ihren  Mitmenschen, von Kindern, Jugendlichen und Familien  für die wir arbeiten, halten.

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Und dennoch: Dieser Tag hat auch Mut gemacht. Denn via Facebook – Verabredung haben sich innerhalb von zwei Stunden rund 20 Leute zusammengefunden, die sich ans aufräumen gemacht haben. Freiwillig. Unbezahlt. Und gut erstaunlicherweise doch relativ gut gelaunt. Wir haben aufgeräumt. Müll sortiert. Und jedeR hat für sich beschlossen: Jetzt erst recht. Denn Leuten, die alles, was uns wichtig ist, mit Füßen treten, wollen wir nicht das Feld überlassen. Eine gute Energie für 2013!

mal ganz praktisch…

Stephen R. Covey schreibt zum Thema „Synergien schaffen“ : „Sehen Sie die Position des anderen.Wenn Sie das nächste Mal eine Meinungsverschiedenheit oder eine Konfrontation mit jemandem haben, versuchen Sie, die Belange des anderen zu verstehen. Behandeln Sie diese in einer kreativen Weise, die für beide vorteilhaft ist.“

Das leuchtet mir sofort ein. Wie alle Ratschläge und Anregungen, die Covey in seinem Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ für uns bereit hält….. Doch beim zweiten oder dritten mal lesen fange ich oft  an zu grübeln. Weil ich merke, dass ich einen wichtigen Teil zwar intellektuell erfasst habe, aber keinen Weg für die Umsetzung im ganz praktischen Sinne finde. Wie macht man das eigentlich, inmitten einer hitzigen Auseinandersetzung „auf kreative Weise, die für beide vorteilhaft ist“ die Belange des anderen zu verstehen? Wie schafft man es, in einer Diskussion die Ebene der Konfrontation zu verlassen und die Perspektive des „Beobachters“ einzunehmen, der die Belange und Sichtweisen aller Beteiligten erfasst, kreativ aushandelt und so Synergien schafft? Wie macht Ihr das? Im Streit. In der Diskussion. In der Auseinandersetzung .Mal ganz praktisch…….

ein Weihnachtsgruß

Ich möchte all meinen Freunden und den anderen Menschen, die mich kennen, ein schönes Weihnachtsfest wünschen. Ich werde – wie die meisten von Euch – Heiligabend im Kreis der Familie verbringen. Die Feiertage werde ich mich faul und gemütlich hauptsächlich auf dem Sofa aufhalten…. viel lesen und ab und zu mal ein Märchenfilm im Fernsehen angucken. Ein herrlich entspannendes Ritual…..

Die schönste Zeit rund um Weihnachten, ist für mich allerdings die Zeit „zwischen den Jahren“ – die Tage zwischen der Weihnachtsruhe und dem Silvestergetöse… In diesen Tagen lasse ich in entspannter Stimmung noch einmal mein Jahr Revue passieren und schaue mir noch einmal all meine Höhepunkte und all meine Niederlagen an. Diese Rückschau gibt mir Kraft und Inspiration für neue Pläne und Vorhaben, Ideen für das neue Jahr!

Ich möchte mich heute bei allen Menschen bedanken, die mich  im Jahr 2012 begleitet haben. Mit Eurer  Kritik, Unterstützung, Ablehnung, Freundschaft, Mißachtung und Liebe habt ihr mich sehr unterstützt und gestärkt. Immer mehr werde ich der Mann, der ich sein kann. Danke!

Euch und Euren Leuten alles Gute – bleibt mir gewogen……

Wer findet wen?

Heute erreichte mich über XING eine Anfrage einer  erfolgreichen Managerin, die den „Wachstumswahnsinn“ satt hat und deshalb eine sinnvolle Beschäftigung im sozialen Bereich sucht. Sie wollte von mir wissen, wo man denn einen entsprechenden Job findet und wie man denn mit den Kompetenzen Marketing und Projektmanagement am ehesten Anschluss findet.

Ich habe Ihr geantwortet: „Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten …. Dass Sie den „Wachstumswahnsinn“ satt haben kann ich ausgesprochen gut verstehen….. Aber das allein ist noch keine gute Motivation für einen Sprung in den „sozialen Bereich“….. Denn auch in dem gibt es ganz unterschiedliche Bereiche, Fachrichtungen, Spezialisierungen. Zunächst wäre also erstmal wichtig zu wissen, wofür Sie „brennen“…..: Ist es die Behindertenarbeit oder eher die Arbeit mit straffälligen Jugendlichen? Mehr der Senioren- oder eher der Familienbereich? Es gibt viele sehr unterschiedliche Bereiche in der sozialen Arbeit – was reizt Sie am meisten? Meine Erfahrung sagt mir: Wenn ich für etwas wirklich brenne und bereit bin, mich leidenschaftlich in diesem Feld zu engagieren, dann brauche ich nicht nach „Jobs“ oder Gelegenheiten zu suchen. Nicht ich finde die Möglichkeiten. Die Möglichkeiten finden mich……. „

 

Wie geht Euch das? Ist es bei Euch auch so, dass sich Euch immer viel mehr Möglichkeiten bieten, als Ihr nutzen und umsetzen könnt? Ich bin manchmal vollkommen überrascht und überwältigt, wieviele unterschiedliche Varianten und Chancen das Leben mir bietet. Ich käme nie auf die Idee, zu fragen, wie ich Möglichkeiten und Gelegenheiten ausfindig machen kann…… Ich hab manchmal eher das Gefühl, dass mich diese Möglichkeiten finden – ganz egal, wo ich mich gerade verstecke….. Kennt Ihr das?

Vertrauen inspiriert

Immer mal wieder begegnen einem außergewöhnliche Menschen, außergewöhnliche Geschichten, außergewöhnliche Biografien. Ich darf dann kurz in eine ganz andere, mit vollkommen fremde Welt hineingucken…. Für einen kurzen Moment öffnet sich ein eine Tür. Nur einen kleinen Spalt, nur für ein paar Blicke. Und dann wird mir Vertrauen entgegengebracht und ich   höre  etwas aus dem Leben dieser Menschen. Über ihre Geschichte, über ihre Erfolge und Niederlagen, über ihre Sicht auf die Dinge, auf ihr ganz persönliches, privates Leben. Manchmal geschieht dies – so wie gestern auf einer Weihnachtsfeier – im persönlichen Gespräch, manchmal beim Lesen eines persönlichen Textes oder beim Lesen eines unter einen Pseudonym geschriebenen autobiografischen Romans.  Ich bin dann ganz gefesselt. Und ich fühle mich geehrt. Ich fühle mich diesen Menschen dann sehr nah. Und ich habe das Bedürfnis ebenfalls offen und voller Vertrauen zu sein.

Ich glaube, dass wäre ein schöner Leitsatz für den Führungsalltag: „Anderen Vertrauen schenken und sich Vertrauen anderer verdienen.“ Wenn wir Vertrauen schenken, wenn wir das Geschenk des entgegengebrachten Vertrauens annehmen können, wenn wir offene und vertrauensvolle (Arbeits-) Beziehungen zulassen können, dann wird sich unser Arbeitsalltag grundlegend verbessern. Die Qualität aller Prozesse und aller Ergebnisse wird sich erheblich steigern. Nicht „Höher, besser, weiter“ sondern „Offener, fester, tiefer“ ist dann das Ziel der (Zusammen-) Arbeit. Sind wir bereit für offene und vertrauensvolle Arbeitsbeziehungen? Sind wir bereit für eine auf gegenseitiges Vertrauen basierende Arbeitsweise? Mich inspiriert diese Vorstellung sehr. Nicht nur für mein Arbeitsleben.

 

Master-Review

Seit ein paar Tagen habe ich Urlaub. Ich geniesse das faule Leben und erhole mich von der anstrengenden Seite meines Jobs und versuche (recht erfolgreich) meine „Grundschwingung“ mit der natürlichen Schwingung meiner Umwelt zu synchronisieren …..Es  dauert immer ein paar Tage – aber es klappt immer. Nach kurzer Zeit habe ich das Gefühl, dass meine innere Uhr, mein Takt, meine Geschwindigkeit mit der „äußeren“ Welt synchron läuft. Entschleunigung, Entspannung, Wechsel von Stimmungen und Gefühlslagen. Alles „passiert“ vollkommen automatisch. Ich reagiere gelassener auf äußere Reize (wenn gleich es bei starken äußeren Reizen immer noch nicht 100%ig klappt-…..) und versuche mich in „Angemessenheit“. Ich vergleiche das mit einem Stein, den man ins Wasser wirft: Erst schlägt er ein paar Wellen…. die dann auslaufen, dann immer weniger erkennbar werden bevor das Wasser wieder ganz still ist. Natürlich verursachen große Steine große Wellen. Davon gibt’s im Moment bei mir auch einige….aber: Ich versuche mich in Angemessenheit. Wellen schlagen, ruhig werden, Stille.

In den Momenten der Stille wächst mein Bedürfnis nach Ordnung und Harmonie. Dies macht sich unter anderem auch darin bemerkbar, dass ich einen unbändigen Willen verspüre, alles zu sortieren, mir anzugucken, zu prüfen, um dann zu entscheiden, was ich behalten oder aussortieren  will, welche Aufgaben und Projekte ich weiterverfolgen und welche ich aufgeben möchte. In Anlehnung an den großen David Allen bezeichne ich dies als meinen „Master-Review“. Damit werde ich nun beginnen. Radikal „ausmisten“, vereinfachen, neu ausrichten. Es wird Zeit.

Wann habt Ihr das letzte Mal richtig „ausgemistet“? Wie war es?

Eine Waffe mehr in Steglitz-Zehlendorf

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf hat die Verfügungsmacht über eine recht überschaubare Summe von Haushaltsmitteln, die sie für besondere und förderungswürdige Projekte und Initiativen in eigener Entscheidungsverantwortung verteilen darf. Anträge werden direkt an das Büro des BVV-Vorstehers gerichtet. In den StadtrandNachrichten habe ich nun gelesen, dass die BVV Sondermittel für die Beschaffung eines Gewehres für einen Steglitzer Schützenerein bewilligt hat…….. Eine Waffe mehr in unserem Bezirk….. finanziert aus Bezirksmitteln.  Ich weiss gar nicht, was ich davon halten soll……. Was denkt Ihr? Sollte Schiesssport auf diese Weise unterstützt werden?