Politik?

Kurzurlaub in Binz. In mir brennt ein spürbares Verlangen, mich (wieder) verstärkt (partei-) politisch zu engagieren.Warum? Weil ich denke, dass man als Bürger im Rahmen seiner Möglichkeiten und Kompetenzen daran mitwirken sollte, die Gesellschaft, die Verhältnisse zu schaffen in denen man leben möchte und die der Mehrheit der Menschen ein Höchstmass an Zufriedenheit, Glück, Freiheit und Gerechtigkeit bietet.

Ich bin noch zögerlich. Ich bin schonmal aus einer Partei ausgetreten, desillusioniert, unzufrieden, über Umgangsformen und intrigantes Verhalten unter „Parteifreunden“ entsetzt. Und seither haben sich Parteien ja wohl kaum grundlegend verändert. Aber vielleicht habe ich mich verändert….. und kann jetzt anders damit umgehen?

Komisch, dass mir solche Gedanken im Urlaub kommen. Aber vielleicht braucht man den Abstand zum alltäglichen Geschäft, damit solche Gedanken eine Chance haben „hoch zu kommen“……

Drei Parteien kommen für mich in Frage. Theoretisch. Vom Kopf her. Vom Herzen her nur eine…… Na mal schauen…….

Lebst Du erfolgreich?

Das ist ja mal eine spannende Frage. Und ich stell sie mir immer öfter: woran erkenne ich, ob mein Leben, ob ein Leben gelungen ist. Gibt es Maßstäbe dafür? Gibt es Kriterien, anhand derer sich ablesen ließe, ob wir am Ende aller Tage „gut“ waren – oder eher nicht? Ich vermute, dass es hierzu sehr viele, sehr unterschiedliche, sehr individuelle Antworten gibt. Geben muss. Das ist gut. Hilft manchmal nicht weiter. Manchmal aber doch. Es hilft (vielleicht), seine eigenen Kriterien und seine eigenen Vorstellungen von Werten und Normen zu reflektieren und zu überprüfen. Das könnte möglicherweise hilfreich sein, wenn es darum geht, klarer zu sehen, klarer zu werden in einer Welt, die ganz offensichtlich immer unklarer und komplizierter wird und schwerer zu verstehen ist. Lange Rede, kurzer Sinn: Mich interessieren Eure Ideen dazu. Was macht ein erfolgreiches, gelungenes Leben für Euch aus? Woran erkennt Ihr, ob ihr das Beste aus Euren Möglichkeiten gemacht habt? Wann seid, wann wäret Ihr mit Euch zufrieden? Und wenn ihr irgendwann in eurem Sterbebett liegt und Alles nochmal Revue passieren lasst…..was werdet Ihr als „Erfolg“ verbuchen?

Ich bin so gespannt…….!

Ohne Worte?

Heute war ich  bei einer Beerdigung. Eine Mitarbeiterin unseres Vereins hat ihren langen Kampf gegen den Krebs verloren. Sie starb im Alter von 40 Jahren. Zu früh. Viel zu früh. Rund 25 Menschen haben sich zu der Trauerfeier in Tempelhof zusammengefunden. Ihr Vater, ein zerbrochener, kranker Mann. Freunde. Wegbegleiter, ein paar ehemalige Kolleginnen aus dem Stadteilzentrum. Ein paar Kinder, die sie noch aus ihrer Tätigkeit als Horterzieherin kannten.

Die Trauerfeier beginnt pünktlich. Es werden ein paar CD´s angespielt. Melancholische Lieder. Traurige Lieder. Bei zwei Liedern streikt der  friedhofseigene tragbare Kompakt-CD-Player. Offensichtlich kann er die selbstgebrannten CD´s nicht lesen. Nach 15 Minuten ist alles vorbei. Die Trauergemeinde folgt der Urne. Dem Vater. Den nächsten Angehörigen. Die Urne verschwindet in einem kleinen Erdloch. Wir legen Blumen ab, werfen Sand auf die Urne. Nach noch einmal 15 Minuten sind alle fertig. Die Feier ist beendet. Alle gehen nach Hause. Zurück in ihr Leben. Und in der ganzen Zeit wurde kein einziges Wort gesprochen. Keine Trauerrede. Keine Ansprache. Keine wörtliche Anteilnahme. Ein Mensch geht. Ein junger Mensch hat Abschied genommen. Und niemand sagt etwas. Ich auch nicht. Aber mir gehen viele Gedanken durch den Kopf: Wer wird etwas sagen, wenn ich gehe? Was wird gesagt werden? Was soll über mich und mein Leben gesagt werden, wenn ich gehe? Und warum? Sehr schnell stellt sich mir die Frage nach dem Lebensziel. Nach meinem Lebensziel. Wofür lohnt es sich zu leben und zu kämpfen? Wofür brenne ich? Wofür möchte ich geschätzt und geliebt werden? Wofür schätze und liebe ich mich selbst? Und wofür nicht? Was habe ich gut  gemacht in diesem Leben? Was nicht? Was soll bleiben von mir in den Herzen der Menschen, die mich kannten……?  Was soll bei meiner Trauerfeier, bei meiner Beerdigung über mich gesagt werden? Ich spüre: Wenn ich auf diese Fragen meine Antworten gefunden habe, habe ich meinen Lebenssinn gefunden. Eine herausragende Herausforderung.

Mein Freund Andreas und ich gehen schweigend zum Auto. Wir versprechen uns gegenseitig, dass der, der länger bleiben darf, für den  anderen ein paar Wort spricht bei der letzten Zusammenkunft, beim letzten „Meeting“ mit Freunden, Kollegen und den Liebsten. Niemals soll ein Leben so ganz ohne Worte, so ganz sprachlos verabschiedet werden. Nie soll auf (m)einem  Grabstein stehen: „Ohne Worte“…………………………….

generationsübergreifendes Verständnis

Gestern bei Hugendubel in der Steglitzer Schloßstraße: Eine sichtlich genervte Mutter erklärt Ihrem fast erwachsenen Sohn, dass der ganze „Internetscheiss“, diese vielen E-Mails und Facebook, XING und so ….sie ganz fertig machen. Sie kommt nicht mehr hinterher. Warum denn ihr Sohn damit so entspannt umgehen könne? Der Sohn, ein attraktiver, gut aussehender Jung-Mann, bleibt stehen, guckt sie liebevoll an, und sagt: „Ich bin halt eine andere Generation.“ Und nach kurzer Pause fügt er hinzu: „Aber wenn ich selbst mal Kinder habe, dann wird es mir genau so gehen, wie Dir jetzt.“ Beide umarmen und sich und gehen weiter. In die Computerbuchabteilung von Hugendubel……

Vielfältig statt einfältig – Bunt statt Braun!

Im Stadtteilzentrum Steglitz e.V. arbeiten Menschen aus „aller Herren Länder“: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Vereins  kommen aus Polen, aus der Türkei, aus dem Libanon, aus Frankreich, aus Russland und und und…… Diese Vielfalt bereichert die Arbeit unseres Vereins! Unsere „typisch deutschen“ Sichtweisen werden ergänzt, korrigiert und beeinflusst von Menschen, die kulturell und historisch anderes Erfahrungswissen und andere (für uns neue) kulturell bedingte  Sichtweisen einbringen. Es gibt keinerlei Konflikte, die auf die unterschiedliche Herkunft von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. zurückzuführen wären. Im Gegenteil: Unsere Vielfalt wird in den Projekten und Einrichtungen als wichtige Ressource und großer Gewinn wahrgenommen. Die interkulturelle Kompetenz des gesamten Teams steigt exorbitant, wenn Kolleginnen und Kollegen „mit Migrationshintergrund“ dazustoßen. Wir spüren das in allen Bereichen: In der Arbeit mit Kindern, mit Jugendlichen, mit Familien. Vielfalt ist immer bereichernd! Aus diesem Grund lehnen wir auch alle „ausländerfeindlichen“ Bestrebungen in unserer Gesellschaft entschieden ab. Auch die neuerdings unter dem Deckmantel der „Islamkritik“ heranschleichende Ausländerfeindlichkeit , die sich u.a. leider auch in Steglitz-Zehlendorf breit macht, ist entschieden abzulehnen. Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. hat deswegen auch den Protest der Bezirksverordnetenversammlung unseres Bezirks  und der demokratischen Parteien gegen die Gründung eines Steglitz-Zehlendorfer Kreisverbandes von „Pro Deutschland“ im März diesen Jahres unterstützt. Barbara John, ehemalige Ausländerbeauftragte der Berliner Senats und jetzt engagiert als Vorsitzende des Berliner Landesverbandes des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes kritisiert den Umgang mit Zuwanderern im „Tagesspiegel“ vom 17. April: Wir behandeln diese Menschen ausländerrechtlich wie „Leibeigene“ und gesellschaftlich wie „Eindringlinge“.  Damit muss Schluss sein. Im „Kleinen“ wie im „Großen“. Wir wollen eine Gesellschaft, die offen und „bunt“ ist und die Einwanderung als Gewinn und nicht als Bedrohung empfindet. Wir alle können sofort anfangen, eine solche Kehrtwende einzuleiten. In den Schulen, in den Betrieben, in den Vereinen und Institutionen: Deutschland ist und bleibt bunt und vielfältig – statt braun und einfältig!

Staatsknete

Immer wieder mal liest und hört man davon, dass sich Führungskräfte in sozialen Unternehmen „die Taschen voll machen“, soll heissen: sich exorbitant hohe Gehälter und Vergütungen genehmigen (lassen). Das finden manche grundsätzlich schlimm – also auch bei Unternehmen, die im privatwirtschaftlichen, profit-orientierten Bereich unterwegs sind. Die Gier der Manager und Bosse ist überall hinlänglich beschrieben. Andere finden das ganze nicht so schlimm…. es sei denn, es handelt sich um Manager und Bosse von Sozialunternehmen. Begründung: Bei deren Vergütungen handelt es sich um staatliche Mittel – also Zuwendungen und Förderungen für einen sozialen Zweck. Mal abgesehen davon, dass ich Gier und Maßlosigkeit grundsätzlich verabscheuungswürdig finde, wäre mir doch daran gelegen, mal die Frage nach der Bedeutung der Herkunft der Mittel zu diskutieren. Kurz gefragt: Wie lange ist Staatsknete eigentlich Staatsknete? Und welche Staatsknete ist eigentlich gemeint……? Und was sind die Konsequenzen?

Wenn ein soziales Unternehmen Leistungen erbringt, die eine staatliche Stelle einkauft, erhält dieses Unternehmen die vereinbarte Bezahlung. Von diesen Einnahmen bezahlt das Unternehmen seine Kosten. Dazu gehören Löhne, Gehälter, Mieten usw.. Hat denn der Gehaltsempfänger nun Staatsknete erhalten? Oder verdientes Geld des Unternehmens? Und wenn es sich um Staatsknete gehandelt haben sollte: Wann hört die Staatsknete auf Staatsknete  zu sein? Wenn der beim Sozialunternehmen beschäftigte seine private  Miete überweist oder beim Bäcker seine Brötchen bezahlt – ist das Geld, das da den Besitzer wechselt noch Staatsknete? Und wenn nein: Warum nicht?

Welche Auswirkungen hat die Beantwortung dieser Fragen auf die Ausgestaltung der Vergütungssysteme bei sozialen Organisationen und Unternehmen? Sollten Beschäftigte im sozialen Bereich weniger verdienen, weil Staatsknete im Spiel ist? Und: gilt dies dann auch für Bauarbeiter und Bauunternehmer, die (z.B. bei  Straßen- oder Autobahnbau) hohe Summen an Staatsknete für Ihre Leistungen erbringen. Und wenn nein: Warum nicht?

 

Versteht jemand, was ich meine?

zwischen den Jahren

“zwischen den Jahren” ist für mich die (fast schon poetische) Umschreibung für die kurze Verschnaufpause, die sich nach einem erlebnisreichen Jahr auftut – bevor das neue mit neuen Herausforderungen Fahrt aufnimmt. Viele fahren ein bisschen runter, manche sortieren die “liegengebliebenen” Dinge, einige feilen an den Zielen für das neue Jahr, der eine oder andere schärft die Säge…….. Ich liebe diese kurze Zeit – zwischen den Jahren!

2 Männer

Was würde eigentlich passieren, wenn sich der Mann der ich bin, und der Mann, der ich sein könnte, mal treffen würden?Würden diese beiden Männer sich verstehen? Was würden sie einander fragen? Würde der eine dem anderen Vorwürfe machen? Würde der eine den anderen bewundern? Würde der eine den anderen verachten? Was würde der eine dem anderen für Ratschläge geben? Was hätte der eine für Vorwände um die Ratschläge des anderen von sich zu weisen? Was würden diese beiden Männer verabreden, um sich näher zu kommen? Wo würde das hinführen……..?Ziemlich viele Fragen für zwei Männer.