eine ganze Woche: „Digital Detox“

Ich fahre für eine Woche in den Urlaub. Samstag gehts los – eine Woche Rügen. Meer und mehr. Ein bisschen vom Wind durchpusten lassen, Sport treiben, gesunde Sachen essen und denken, runterkommen. Kraft tanken. Ick freu mir.

cup-1276775_1280 KopieIch habe mir vorgenommen, diese eine Woche als „digitale Fastenwoche“ zu nutzen: eine ganze Woche kein Facebook, kein Twitter, kein G+, kein XING, kein Blogbeitrag, keine Likes, keine Favs, keine Kommentare, keine Fotos, keine Statements in den sozialen Netzwerken. Kein morgendliches „Moin“, keine Twitter-Kaffeerunde mit der #sshg ;)…. Mein Klout-Score wird in den Keller sinken. Meine Online-Reputation wird Beulen und Schrammen abbekommen. Aber ich will es trotzdem versuchen. Herausfinden, wie es mir geht, wenn ich nicht ständig verfolge was passiert – und v.a. wie es mir geht, wenn ich versuche dem Drang zu widerstehen, alles was ich mache online zu stellen….

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Geschäftsführertagebuch: Deutschland für Einsteiger

IMG_4600Vor ein paar Tagen erreichte uns eine Petition, die von rund einhundert BewohnerInnen unserer Notunterkunft in Lankwitz unterschrieben war. Kritikpunkte: das Essen schmeckt nicht, die Internet-/WLAN-Aussstattung in der Sporthalle ist schlecht, es fehlen Waschmaschinen. Über diese Form der Beschwerde haben wir uns sehr gefreut! Denn: das Anliegen wurde auf eine sehr angemessene Art und Weise vorgetragen, die Petition von einer Delegation überreicht, die von Anfang klar machte, dass sie sehr zufrieden mit der Versorgung und Betreuung in der Sporthalle durch unsere Leute ist und dass man an einer konstruktive Lösung interessiert sei. Man darf vermuten, dass unsere Bewohner gleich mal ausprobieren und testen wollten, ob das, was sie im Kurs  Deutschland für Einsteiger  (der Link führt zu einem Bericht der Berliner Morgenpost über unser Projekt) gelernt haben, auch tatsächlich funktioniert und zur Anwendung kommen kann: Demokratie, Diskussion und Austausch auf Augenhöhe, Partizipation und Gerechtigkeit.

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Ehrenamtliche Arbeit in Notunterkünften für Geflüchtete

Am 31.1. fand im Roten Rathaus Berlin der Aktionstag „Berlin sagt Danke“ statt. Damit sollte  die Arbeit der vielen Freiwilligen / Ehrenamtlichen im Bereich der Arbeit mit Geflüchteten gewürdigt und gewertschätzt und gewürdigt werden. Viele Berlinerinnen und  Berliner nutzten diesen Tag um sich auf dem „Markt der Möglichkeiten“ über die Arbeit in diesem Bereich zu informieren. Die Paritätische Akademie bot eine Reihe von Vorträgen an, die die verschiedenen Aspekte der Arbeit von Ehrenamtlichen in diesem Bereich beleuchteten. Ich durfte einen Vortrag zum „Ehrenamt in Notunterkünften“ halten.  Der Vortrag (ca. 30 Minuten) wurde aufgezeichnet und kann also auch bequem in der warmen Stube gehört werden. Über Feedbacks und Eure Fragen  freu ich mich natürlich.

Auch alle anderen (sehr sehr interessanten) Vorträge des Tages stehen als Video auf der Facebook-Seite der Paritätischen Akademie zur Verfügung.

Geschäftsführertagebuch: Machtlosigkeit

IMG_4487Wenn ich etwas wirklich hasse, dann ist es Machtlosigkeit….. oder besser: das Gefühl von Ohnmacht in einer offensichtlich fremdbestimmten Situation. Jemand entscheidet etwas, und du hast keine Möglichkeit diese Entscheidung zu beeinflussen – musst aber mit den Folgen klarkommen. Irgendwelche Leute, tun etwas ohne sich über mögliche Konsequenzen oder gar über ihre eigene Verantwortung für die Ergebnisse ihres Handelns Gedanken zu machen. Das scheint ein institutionelles, strukturelles Problem zu sein: Je abstrakter und „unpersönlicher“ ein Aufgabenbereich – z.B. in einer Behörde – zu sein scheint, desto weniger scheinen sich die in dieser Struktur handelnden Personen ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Ein schlauer Mensch hat für dieses Phänomen mal den Begriff der „organisierten Verantwortungslosigkeit“ geprägt. Dieses Phänomen – gepaart mit Personalmangel und Überlastung der einzelnen Mitarbeitenden – führt z.B. in der Berliner öffentlichen Verwaltung zu den bundesweit berühmt-berüchtigten Fehlentwicklungen. Lageso, S-Bahn, BER sind zu Synonymen  für das Versagen öffentlicher Steuerung geworden.

Bei uns im Stadtteilzentrum Steglitz spielen sich die Dinge auf objektiv viel kleinerem, aber deshalb für uns nicht minder bedeutsamen Niveau ab. Ich werde jetzt hier nicht das übliche Lageso- und Senatsbashing betreiben oder mich daran beteiligen. Aber ich möchte meinen Unmut darüber zum Ausdruck bringen, dass sich in diesem Bereich trotz zahlreicher Ankündigungen kaum etwas verändert. Unser Verein knabbert aktuell an Aussenständen bzw. fälligen Zahlungen in Höhe von rund € 400.000.-. Das ist für den einen oder die andere vielleicht eine vergleichsweise geringe Summe (ich hatte diese Woche mit Kollegen gesprochen, die bei den bei den gleichen Behörden auf rund 1,5 Millionen Euro an überfälligen Zahlungen kommen – für uns ist das ein richtiger Brocken. Mithin fast die komplette Summe, die wir monatlich für Lohn- und Gehaltszahlungen aufbringen müssen.

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Geschäftsführertagebuch: Wer, wenn nicht wir?

Mampel mit D. Segina (l.) und H. Kleebank (r.) in Kladow

Mampel mit D. Segina (l.) und H. Kleebank (r.) in Kladow

Das „Flüchtlingsthema“ war in der zurückliegenden Woche wieder bestimmend. Mehrere Sitzungen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten des Themas befassen, ein Treffen beim DPW mit der Staatssekretärin aus der Senatskanzlei, an dem ich als Vertreter des Vorstandes des Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit teilgenommen habe, ein Treffen mit dem Spandauer Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank und dem Integrationsbeaufragten des Bezirks, Danilo Segina,  in unserem Projekt „Jugendwohnen Kladow“, Sitzung mit der „Trägerkooperation umF“ und und und…….

Der Fachtag am Freitag im Steglitzer Rathaus zum Thema „Steuerung in der Jugendhilfe“, bei dem auch das von Jugendamt Steglitz-Zehlendorf, FAMOS, Mittelhof und Stadtteilzentrum Steglitz e.V.  aufgelegte Modellprojekt „Sozialräumliche Leistungen – SRL“ vorgestellt wurde,  passte nicht so ganz in diese Woche – aber auch hier war das Thema „Arbeit mit Geflüchteten“ zwischen den Zeilen und in Pausengesprächen präsent.

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Geschäftsführer-Tagebuch: die Sache mit der Kohle….

IMG_4370Ich habe immer noch keinen Weg gefunden, souverän mit dem Thema „Geld“ umzugehen. Geld ist für mich ein sehr emotional besetztes Thema. Wenn es knapp wird, werde ich schnell unsicher und ängstlich. Wenn es uns finanziell gut geht, werde ich manchmal „euphorisch“ und möchte, dass alle im Verein von der guten Entwicklung profitieren. Dazwischen gibt es dann Phasen – häufig auch recht lange -, bei denen wir auf „hohem Niveau“ von der Hand in den Mund leben: Wir können alles bezahlen und uns etwas leisten, aber es bleibt wenig übrig für „Rücklagen“ und größere Investitionen.

Zu meinen Hauptaufgaben als Geschäftsführer gehört es Entscheidungen zu treffen, die Auswirkungen auf die finanzielle bzw. wirtschaftliche Situation der Organisation haben. Das, was weitläufig als das „unternehmerische Risiko“ bezeichnet wird, ist deshalb mitunter schwer zu kalkulieren, da unternehmerische Entscheidungen (auch sozial-unternehmerische) oft auf Annahmen und Prognosen beruhen. Und Prognosen sind mithin dann eine schwierige Angelegenheit, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen ;-).

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Geschäftsführertagebuch: Begegnungen

refugees welcome beim Nachbarschaftstalk in Lankwitz

refugees welcome beim Nachbarschaftstalk in Lankwitz

Es waren Begegnungen mit anderen Menschen, anderen Schicksalen und anderen Realitäten, die diese Woche geprägt haben….. Gleich am Montag nachmittag hatte ich das Vergnügen, eine Veranstaltung unseres Vereins zu moderieren, die in einer befreundeten Kirchengemeinde stattgefunden hat. Wir haben Bewohnerinnen und Bewohner unserer Notunterkunft in der Kiriat-Bialik-Sporthalle und Anwohner aus der Nachbarschaft zu einem „Nachbarschafts-Talk“ eingeladen. Die Idee: Wie in einer TV-Talkshow werden Gäste „interviewt“ und können ihre „Geschichte“ erzählen…… Ich hatte die Ehre, zwei Geflüchtete – einen jungen Mann und eine junge Frau, die auch einen unserer Deutschkurse besuchen – zu befragen. Sie berichteten – unterstützt durch einen Dolmetscher – von ihrer Flucht aus Syrien nach Berlin, ihre ersten Tage auf dem Lageso-Gelände in Berlin und wie sie dann bei uns in der Sporthalle „gelandet“ sind.

Sie erzählten von ihren Zukunftsplänen und Berufswünschen in Deutschland – und waren nach ein paar Minuten schon keine Fremden mehr. Ganz normale junge Menschen mit Ängsten, Hoffnungen, Wünschen, Trauer und Humor. Das Eis zwischen neuen und alten Nachbarn war schnell gebrochen – und bei Kaffee, Tee und Kuchen, den ehrenamtliche tätige Gemeindemitglieder vorbereitet hatten, entstand im Anschluss an die „Talk-Runde“ ein lebendiger Austausch und anrührende Gespräche zwischen den Menschen….. Wenn sie sich das nächste mal auf der Strasse, im Bus oder im Supermarkt begegnen, kennen sie sich schon. Sie werden keine Angst mehr voreinander haben und miteinander sprechen. Die beste Voraussetzung für ein friedliches und solidarisches Miteinander im Kiez! Auf stadtteilzentrum-steglitz.de gibt es einen ausführlichen Bericht über diese Veranstaltung.

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#Geschäftsführertagebuch: „Einblicke“

12573780_1724657137750563_7658339517381344766_nDie zurückliegende Woche war eine Woche der Einblicke. Einblicke in Gedankenwelten und Überlegungen, die mir aus verschiedenen Gründen bislang verwehrt und teilweise fremd waren. Zwei Ereignisse stechen dabei heraus: Ein Treffen des Vorstandes des Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit mit dem Berliner Gesundheits- und Sozialsenator Mario Czaja am Montag und meine Teilnahme an einer Klausurtagung der CDU Steglitz-Zehlendorf  zur Flüchtlingssituation am Freitag und Samstag.

 
Das Treffen mit Senator Czaja hatte zwei Schwerpunkte, die die Aktivitäten der Berliner Stadtteilzentren im Bereich der Senioren- und der Flüchtlingsarbeit betreffen. Es gab Ergebnisse. Nichts spektakuläres – aber für uns relevant und deshalb gut. (Ich berichte ungern aus solchen nicht-öffentlichen Runden in meinem Blog – ihr merkt das wahrscheinlich an meinen schwammigen Formulierungen…… aber ich finde es nicht OK alles immer gleich rauszuposaunen, auch wenn die Dinge an sich erstmal noch reifen müssen….. Ihr versteht das, oder?)

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4 Schritte vor…

Das war wieder eine rasante Woche. Volles Programm und in ein paar Angelegenheiten wieder den einen oder anderen großen Schritt vorwärts gekommen:

  • Unser Antrag für den Ausbau (eigentlich fast ein kompletter Neubau) einer neuen Kita unseres Vereins in Alt-Marienfelde ist in dieser Woche komplett fertig gestellt und an die (hoffentlich) fördernden Stellen rausgeschickt worden. Jetzt bitte Daumen drücken – wenn alles klappt, gibt es im Laufe des Jahres in Marienfelde 60 neue Kitaplätze. Kann die Ecke gut gebrauchen!
  • Unsere Weiterbildungsmaßnahme „Flüchtlingshelfer/in“ scheint genau den Nerv der Zeit zu treffen. Wir starten am 1.2. mit dem ersten Kurs – und habe jetzt schon Anmeldungen für die zweite Ausbildungsgruppe, die am 7.3. startet. (weitere Infos findet Ihr hier: garagelernhaus.de/fluechtlingshelfer – könnt Ihr bitte gerne teilen. Danke!)
  • Zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Hauskrankenpflege e.V. (B.A.H.) bieten wir einen gemeinsamen Lehrgang „Fachwirt/in im Sozial-/Gesundheitswesen“ an. Zusammen mit der B.A.H. haben wir ein Angebot entwickelt, dass sich speziell an Leitungskräfte und Pflegedienstleitungen in ambulanten Pflegediensten richtet. Unsere gemeinsame Presseinformation findest Du hier: garagelernhaus.de/kooperation-mit-der-bundesarbeitsgemeinschaft-hauskrankenpflege-e-v – Wir freuen uns, dass der Kurs im Frühjahr 2016 startet!
  • Unser neues „Baby“ – ein Jugendwohnprojekt für unbegleitete, minderjährige Geflüchtete in Berlin-Spandau, läuft gut an….. Die Finanzierung scheint in „trockenen Tüchern“, die Perspektive ist prächtig: so wie es scheint, können wir an diesem Standort eine langfristige Perspektive entwickeln.

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Commitment ist alles

Pfeil von einem Kompass zeigt in Richtung Mission

(c) fotolia.com

Wenn ich  die zurückliegende Woche unter ein „Motto“ stellen sollte, dann würde ich mich für den Satz „Commitment ist alles“ entscheiden.

Mit insgesamt 24 Terminen – Mitarbeiter-gesprächen, Planungsmeetings und Sitzungen – waren die 5 Arbeitstage recht gut gefüllt. Interessanterweise ging es in fast allen Gesprächen und Meetings um wichtige Grundlagen der vor uns liegenden Arbeit: Stellen-  und Aufgabenbeschreibungen müssen entweder neu entwickelt oder angepasst und neu verhandelt werden, da sich die Schwerpunkte unserer Arbeit – und damit die Anforderungen an jeden einzelnen von uns – verändern; unser Projekt „StadtteilZeitung“ soll neu aufgestellt und neu ausgerichtet werden; neue Standorte, die entstehen wollen geplant, neue Projektideen mit Leben erfüllt werden; für unsere Notunterkunft (und alle weiteren Unterkünfte, die noch kommen werden) wollen wir hauseigene Qualitäts- und Leistungsstandards entwickeln und festlegen; in bezirklichen Gremien und Arbeitsgruppen bereiten wir uns auf große Herausforderungen und neue Themen vor, die unseren Arbeitsalltag in diesem Jahr massiv beeinflussen werden – u.a. dem zu erwartendem stärkeren Zuzug von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten in unseren Bezirk. Kurzum: Wir planen, organisieren, koordinieren und reflektieren unsere Vorhaben, Verpflichtungen und die Umsetzung unserer Ideen.

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