In einem Beitrag vom 25.10.2015 hatte ich angedroht, dass ich die Leserinnen und Leser dieses Blogs fortan mit Ratschlägen behelligen werde. Montags bis Freitags – insgesamt 99 mal – bekommt Ihr jeweils einen Gedanken serviert, der auf dem Erfahrungsschatz meiner 20-jährigen Geschäftsführertätigkeit in einer kleinen sympathischen Sozialorganisation basiert. Ich lade Euch herzlich ein, diesen Gedanken zu hinterfragen und zu kommentieren 🙂
GF-Tagebuch
Danke für diese imposante Ansage gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit!
Während ich hier in Binz an der Ostsee eine Woche Urlaub mache, haben die Kolleginnen und Kollegen des Stadtteilzentrum Steglitz am Samstag eine imposante Demonstration gegen „Pro Deutschland“ auf die Beine gestellt. Zusammen mit dem Willkommensbündnis und vielen politischen Gruppen und Parteien mobilisierten die KollegInnen rund 500 Bürgerinnen und Bürger, um gegen eine unverschämte rechtsextreme Provokation Flagge zu zeigen: die Nazis wollten genau vor der Notunterkunft Lippstädter Strasse gegen Flüchtlinge und Asylbewerber demonstrieren. Die rund 10-15 Nazis sind aber nicht mal in die Nähe der Halle gekommen, weil sich engagierte Bürgerinnen und Bürger schützend vor die Sporthalle stellten, in der zwischenzeitlich bis zu 250 Flüchtlinge untergebracht waren.
Quarter-Review: Blick zurück nach vorn……
Schwuppdiwupp ist das erste Quartal des Jahres schon wieder vorbei. Hatte ich nicht gerade erst Weihnachten und Silvester gefeiert? Habe ich nicht noch bis vor kurzem, allen ein „schönes neues Jahr“ gewünscht? War das Jahr nicht eben noch frisch und unverbraucht und voller neuer Pläne und Ziele?
Es geht rasant voran. Das erste Quartal 2015 ist Geschichte – Zeit für ein „Quarter-Review“. Alles nochmal Revue passieren lassen, Jobs und Aufgaben (aus-) sortieren, Kompass neu ausrichten. Strategien und Pläne überdenken und neu formulieren bzw. schärfen. Fokussierung ist angesagt. Ostern ist ein guter Zeitpunkt für einen „Neuanfang“, für meine persönlich „Auferstehung“. Denn: Das erste Quartal hat mir ganz schön viel abverlangt und mich zeitweise an meine Grenzen geführt. Sichtbares Zeichen für die LeserInnen dieses Blogs: Es gab relativ wenig Beiträge – mir fehlte schlichtweg die Zeit und die Energie…….
Was waren die Themen der ersten 3 Monate – und wie gehts weiter?
„Unser infrastrukturelles Herz“
In unserer neuen Geschäftsstelle in Lichterfelde-Ost sind wir gut angekommen. Ende des Jahres hier eingezogen, hatten wir die Hoffnung, dass sich unser „Headquarter“ schnell zum „infrastruktuerellen Herz“ des Stadtteilzentrum Steglitz entwickeln würde. Unsere Hoffnung wurde erfüllt: Die internen Abläufe sind spürbar effizienter und effektiver geworden, Kolleginnen und Kollegen aus den Aussenstellen nutzen die Möglichkeiten, die die neuen Räume bieten, intensiv: Zusammenarbeit und interne Kommunikation haben einen gewaltigen Schub erfahren. Das stimmt mich sehr hoffnungsvoll für die weitere Entwicklung unseres kleinen, sympathischen Vereins.
Alles dreht sich, alles bewegt sich…….und dann noch eine Umfrage.
Wieder ist ein Monat vorbei, die Wochen verrennen. Kaum bist Du Montag früh im Büro angekommen, ist auch schon wieder Freitag nachmittag…… Ich habe im Moment so viel zu tun, dass ich es kaum schaffe, mich angemessen um diesen kleinen Blog zu kümmern. Schlimm sowas 😉
Aber das ist „jammern auf hohem Niveau“. Denn: die meisten Dinge, die ich mache, sind ziemlich interessant. Diese Woche zum Beispiel hatte ich die Gelegenheit zu einem Treffen mit dem wunderbaren Christian Müller. Ein ausgesprochen angenehmer Mensch, mit dem ich erste Ideen für Podcast-Projekte für das Stadtteilzentrum Steglitz, die .garage berlin und die .andersberater ausgetauscht habe. Diese Begegnung war ausgesprochen inspirierend und gehört auf jeden Fall zu den Höhepunkten des Monats. Schon bald werdet Ihr hier und an anderer Stelle mehr über unser neues Vorhaben lesen und vor allem hören 🙂 (Bitte beachtet hierzu auch die kleine Umfrage am Ende dieses Beitrages!)
Dann habe ich mich in dieser Woche sehr gefreut über eine gelungene Anwohnerinformationsveranstaltung zum Thema „Flüchtlingsunterkünfte in Lichterfelde Süd“. Auch wenn der „Star-Gast“ des Abends, Senator Mario Czaja, leider kurzfristig absagen musste, weil Berlin gerade ein akutes „Masern-Problem“ hat, war es eine sehr gute Veranstaltung. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger diskutierten mit Staatsekretär Gerstle, Bezirksbürgermeister Kopp, der Wahlkreisabgeordneten Seibeld, dem Lageso-Chef Allert und vielen weiteren Vertretern aus Politik und Verwaltung über die aktuellen Entwicklungen im Kiez. Was mich – wie schon im Dezember – wieder besonders gefreut hat: Die Diskussion war ausgesprochen sachlich und getragen von einem deutlich wahrnehmbaren Gefühl der Solidarität mit den Flüchtlingen. Nicht mal ansatzweise gab es irgendwelche fremden- oder ausländerfeindlichen Äußerungen. Es ist ein gutes Gefühl, in einem solchen Umfeld arbeiten und leben zu dürfen.
Bitte macht Werbung für #steglitzhilft
Wir haben heute eine neue Seite freigeschaltet! Auf http://www.steglitzhilft.de informieren wir über unsere Aktivitäten und über Willkommensprojekte für Flüchtlinge in unserem Kiez!
Ich freue mich wenn Ihr helft diese Seite bekannt zu machen, in dem Ihr diesen Hinweis massenhaft teilt! Vielen Dank!
#steglitzhilft
Was tut das Stadtteilzentrum Steglitz für Integration und Toleranz?
– Eine kurze Bestandsaufnahme –
Seit 1995 ist der gemeinnützige Verein Stadtteilzentrum Steglitz e.V. im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf aktiv. Gegründet unter dem Namen „Nachbarschaftsverein Lankwitz“ entwickelte sich der Verein von einer kleinen ehrenamtlichen Selbsthilfe- und Nachbarschaftsinitiative beständig weiter zu einem leistungsstarken Träger der sozialraum- und gemeinwesenorientierten Kinder-, Jugend- und Familienarbeit mit rund 170 festangestellten und rund 50 freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Viele ehrenamtlich Tätige unterstützen die Arbeit der Projekte und Einrichtungen – Kindertagesstätten, Schulkooperationen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Nachbarschafts- und Seniorenzentren – auf vielfältige Weise.
Seit viele Jahren engagiert sich der Verein auch für die Integration von Menschen mit Migrationhintergrund vor allem in den beiden sozialen Brennpunkten des Bezirks („Thermometer-Siedlung“ und „Belß-/Lüdeckesiedlung“): Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. ist Initiator und Moderator der „Stadtteilkonferenz Lankwitz-Ost“, des Runden Tisches im Gutshaus Lichterfelde und des „Runden Tisches Lichterfelde-Süd“, Mitarbeitende des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. arbeiten aktiv mit im Präventionsbeirat des Bezirks und engagieren sich in weiteren Gremien.
Soziales Unternehmertum zur Förderung sozialer Innovation
Am Montag und Dienstag der kommenden Woche bin ich bei einer Veranstaltung des „Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.“ Der Name steht für Tradition und (das verrät der Begriff „Fürsorge“) für ein eher klassisches Modell der Sozialarbeit. Umso erfreulicher, dass sich der Deutsche Verein nun auch dem Thema „Soziales Unternehmertum“ widmet. Ein weiterer Beleg dafür, dass dieses Konzept in der Mitte der Fachwelt ( und der Gesellschaft ?) angekommen ist.
Die Ankündigung der Tagung, die im NH Hotel Alexanderplatz in Berlin stattfindet, verspricht viele Anregungen und hilfreiche Informationen:
„Im Rahmen ihrer Initiative für Soziales Unternehmertum hat die Europäische Kommission Maßnahmen und Aktionen ins Leben gerufen, um ein Umfeld zur Förderung der Sozialunternehmen als Schlüsselakteure der Sozialwirtschaft und der sozialen Innovation zu schaffen. Es sollen innovative Ideen zur Bewältigung der vielfältigen und zahlreichen sozialen Bedürfnisse unterstützt werden. Die möglichen Handlungsfelder sind, wie die gesellschaftlichen Herausforderungen selbst, vielfältig: Armutsbekämpfung, Integration in den Arbeitsmarkt, Verringerung von Jugendarbeitslosigkeit, Umgang mit dem demografischen Wandel, Pflege älterer Menschen, Prävention…
#steglitzhilft – update vom 11.01.15
Am Freitag, den 9.1. trafen sich rund 20 Helferinnen und Helfer im KiJuNa des Stadtteilzentrum Steglitz. Wir haben Ideen für Aktivitäten und AGs für die Flüchtlinge in der Sporthalle Lippstädter Strasse zusammengetragen….. Die Freiwilligen werden ab nächste Woche Begleitdienste übernehmen, Aktivitäten für Kinder und Familien organisieren und weitere Unterstützungsangebote machen…..
VIELEN DANK an alle, die mitmachen – oder vielleicht noch dazu stossen!
Immer wieder werden wir gefragt, was noch gebraucht wird – die Hilfs- und Spendenbereitschaft der Steglitz-ZehlendorferInnen ist nach wie vor beeindruckend!
Folgende Dinge stehen auf unserer „Dringend & Wichtig„-Liste:
für Männer
Männerbekleidung (Alter ca.18-30, Größen M,L), Rasierer, Gürtel, Rucksäcke, Bauchtaschen
für Babys
Babybad,Babycreme,Windeln Feuchttücher, Spielzeug
Baby-Kleidung (gewaschen und bitte mit Größen beschriften)
Duschzeug ,“1xHöschen“
für Frauen
Binden,Tampons,Einmallappen,“1xHöschen“, Haarschampoo, Bürsten, Kulturtaschen, Strümpfe, Schlüpfer, warme Damenstiefel,
für Kinder
Süßkram,Tischspiele,Lego, kleine Spielkoffer,
Kindersachen (gewaschen und mit Größen versehen);
und: Wir brauchen noch Zucker,Zucker, Zucker.…..
Die Spendenannahme findet immer Montags und Freitags von 10-15 Uhr im KiJuNa (Scheelestraße 145, 12209 Berlin / Ecke Osdorfer Straße) statt.
Die Spendenausgabe findet jeweils Dienstag von 10-12 Uhr und Donnerstag von 16-18 Uhr in der Sporthalle statt.
Wir können helfende Hände immer gut gebrauchen. Bitte unbedingt vorher Kontakt aufnehmen: helfen@sz-s.de
Das nächste HelferInnen-Treffen findet statt am Freitag, den 23.01.2015 um 18.00 Uhr im KiJuNa….. Wir freuen uns über rege Teilnahme und fleissiges „teilen“ und weitersagen!
#steglitzhilft – VIELEN DANK!
zurück im Karussell…
Ich weiss nicht, wie es Euch geht…. Aber ich wunder mich. Weihnachten ist gerade mal zwei Wochen her, vor etwas über einer Woche haben wir den Jahreswechsel gefeiert. Und seit 5 Tagen erst arbeitet unsere Geschäftsstelle wieder im „Normalbetrieb“. Mir kommt das alles allerdings merkwürdig vor – denn gefühlt sind die oben erwähnten Ereignisse schon wieder eeeeeeeeewig her. Alles dreht sich und bewegt sich – wie mir scheint immer schneller und schneller….. Willkommen zurück im Karussell! Ghandi soll mal gesagt haben: „Es gibt wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“ Da ist wohl allerhand dran.
Fragt sich nur: Wie hält man das Karussell an? Wie entschleunigt man sinnvoll? Und wie kommt es überhaupt, dass man mit zunehmendem Alter permanent das Gefühl hat, die Zeit vergeht schneller als früher?
Was denkt Ihr dazu?
(Wo-) Menpower gefragt / #steglitzhilft – update 2.2.15
Mittlerweile leben 250 Flüchtlinge in der Halle in der Lippstädter Straße. Die Spendenbereitschaft der Menschen aus der Nachbarschaft war (und ist weiterhin) enorm – wir konnten alle Flüchtlinge mit dem Nötigsten an Kleidung versorgen. Viele Menschen haben darüber hinaus Spielzeug und Hygieneartikel ins KiJuNa oder direkt in die Sporthalle gebracht. Grandios. Allerdings sind mittlerweile alle Lager voll – und wir können derzeit keine weitere Kleidung annehmen (Ausnahme: Jeans und Pullis in schlanken Herrengrößen). Auch Hygieneartikel werden weiterhin gebraucht. Sollte sich die Situation ändern, geben wir natürlich sofort Bescheid.
Nachdem die Menschen nun erstmal mit Kleidung und wichtigen „Alltagsutensilien“ versorgt sind werden wir die Ausqabe weiterer Spenden in der Halle auf zwei Tage je Woche konzentrieren, nämlich auf Dienstag und Donnerstag jeweils in der Zeit von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Hierfür brauchen und suchen wir noch dringend weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.






