Wundertüte Haushalt

Die meisten wissen schon und haben es in Presse, Funk und Fernsehen verfolgt, dass es jetzt einen ersten Entwurf für den Berliner Doppelhaushalt 26/27 gibt, der insofern überrascht hat, dass das Haushaltvolumen durch Neuverschuldung und Sonderprogramme deutlich größer ist als in den Vorjahren. Zwar geht ein Großteil dieser zusätzlich veranschlagten Mittel in die (gestiegenen) Personalkosten des öffentlichen Dienstes, aber es scheint auch zu bedeuten, dass der befürchtete ganz große Kahlschlag im sozialen Bereich erstmal ausbleibt. Was das alles genau bedeutet, wissen wir noch nicht. Die konkreten Zuweisungen und  Verhandlungen mit den einzelnen Senatsverwaltungen kommen erst noch…… aber es gibt vorsichtig optimistische Signale. So wird z.B. kolportiert, dass die Schulsozialarbeit im Bezirk gesichert sind und dass die Familienzentren (wohl auch die Familiengrundschulzentren) nicht gestrichen werden.  Das wäre großartig. Gleichzeitig erreichen uns aber auch schon die ersten Ankündigungen massiver Kürzungen – unter anderem Im Bereich der Mobilen Stadtteilarbeit. Das ist fatal – denn gerade die mobile Stadtteilarbeit ist unverzichtbar, weil sie durch ihren aufsuchenden Charakter Personen anspricht, die wir mit unseren ortsgebundenen Angeboten häufig gar nicht oder nur sehr sehr schwer erreichen. Diese Personengruppe droht durchs Raster zu fallen – betroffen sind v.a. viele sehr alte Menschen, mobilitätseingeschränkte Menschen, Menschen, die aufgrund von physischen und / oder psychischen Besonderheiten darauf angewiesen sind einen niedrigschwelligen Zugang zu sozialen Angeboten und Projekten zu haben. Hier muss (und wird) auf jeden Fall noch Druck gemacht werden.

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Sozialbereich: Ein Segen für die Volkswirtschaft

In der rbb-Abenschau habe ich heute (Mittwoch) abend einen Beitrag gesehen, in der der volkswirtschaftlche Nutzen der Berliner Museen dargestellt wurde. Kurz zusammengefasst: jeder Euro, der als Subvention in Museen investiert wird, spült € 1,70 zurück in die Volkswirtschaft. Einbezogen wurden Effekte bei Dienstleistern, Mitarbeitenden (die konsumieren und in die sozialen Sicherungssysteme einzahlen usw.) und eigene Einnahmen durch Eintrittsgelder und Geschäftsbetrieb. Interessanter Ansatz, der auch für den Sozialbereich untersuchenswert wäre. Econ, das Consulting-Unternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) beschreibt die Herausforderung:

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Wir sind das soziale Rückgrat Berlins

Über 120 Kolleg*innen aus Stadtteilzentren, Verwaltung und Politik nahmen heute an der Fachkonferenz „Stadtteilarbeit zwischen Kontinuität und Zukunft: verlässlich, wirksam, unverzichtbar!“ teil. Veranstaltet wurde die Tagung vom Verband für sozial-kulturelle Arbeit und dem Paritätischen Berlin.
Nicht nur „wohltuend“, sondern extrem richtig und wichtig war die Eröffnungsrede der Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA), Cansel Kiziltepe. Vor allem auch, weil sie betonte, welche Bedeutung Stadtteilzentren für die Stadt haben: „Stadtteilzentren sind das Herz der sozialen Infrastruktur Berlins“ und das „soziale Rückgrat“ der Stadt.

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Zukunft wird aus Mut gemacht

Wie fängt man nach rund anderthalb Jahren „Pause“ wieder an mit seinem Geschäftsführer-Tagebuch? Ein Rückblick, was seit dem letzten Beitrag alles passiert ist? Langweilig. Irgendein Bezug zum letzten veröffentlichten Beitrag? Hmm….. nicht wirklich plausibel. Einfach neu anfangen und wieder einsteigen,  wo man gerade steht? Warum eigentlich nicht…….? Ich taste mich mal vorsichtig ran……..

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Wir sind die Brandmauer!

Employer Branding: jetzt aber richtig!

Natürlich beschäftigt uns das Thema Fachkräftemangel genau so intensiv, wie alle anderen in  der Branche. Es wird immer schwieriger Stellen, mit guten Leuten zu besetzen, der Konkurrenzkampf um die Fachkräfte treibt mitunter skurrile Blüten.

Schon vor Corona haben wir uns deshalb mit dem Thema beschäftigt und eine interne AG „Attraktive Arbeitgebermarke“ ins Leben gerufen, die auch vielversprechend begonnen hat – unter anderem mit einem sehr lebendigen Workshop  für unsere Projektleitenden mit der wunderbaren Anne Engelshowe (Gute Arbeit besser machen – SALON DER GUTEN)   Aber wie so oft ist der Alltag der Feind des strategischen und visionären Arbeitens. Immer mehr Kolleg:innen sprangen nach und nach ab sie Arbeit der AG kam zum Erliegen.

© FOTOLIA

In diesem Jahr haben wir das Thema wieder nach oben auf die Agenda gesetzt – und uns diesmal externe Unterstützung geholt! Christian Müller und seine Kolleg:innen im Team von sozialPR (Digital kommunizieren – Menschen erreichen | sozial-pr) begleiten uns durch diesen Prozess und stehen uns beratend zur Seite.

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Soziale Arbeit frei-gemeinnütziger Organisationen: Wichtiger, als Du denkst!

Die soziale Versorgung in Berlin wird fast vollständig von starken Organisationen getragen, die du kennst: AWO, Caritas, Diakonie, Paritätischer, Jüdische Gemeinde u.a. Wir, die Freien Träger, kümmern uns um alle Situationen, in denen jemand Hilfe braucht. Mit Krankenhäusern, Kitas, Streetwork und vielem mehr. (…)

Die Freien Träger stellen die soziale Versorgung sicher – im staatlichen Auftrag. Nicht in einer Behördenstruktur, nicht gewinnorientiert – sondern ausschließlich unseren Werten verpflichtet. Ein zivilgesellschaftliches, weltweit einzigartiges System, das seit über 100 Jahren sehr gut funktioniert. Wir entwickeln Konzepte für soziale Strukturen, wir organisieren mit zehntausenden Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen konkrete Hilfen. Wir machen uns stark für die Schwächeren in der Gesellschaft, erklären den politischen Entscheidern mit Expertise und Erfahrung, wo Unterstützung gebraucht wird.

Mit der Kampagne „Wichtiger, als Du denkst“ stellen die Wohlfahrtsverbände klar, wie bedeutend und unverzichtbar unsere Arbeit für das Leben in unserer Stadt ist.

GF – Logbuch….. aktuelles update

Liebe Lesende,

ich nehme mir immer wieder mal vor, hier regelmäßig aus meinem Geschäftsführungsalltag zu berichten. Nicht um mich selbst zu feiern, sondern um interessierten Menschen, die nicht Teil der „Sozial-Blase“ sind, einen kleinen Einblick zu liefern, was den Alltag sozialwirtschaftlicher Organisationen ausmacht und mit welchen Themen wir uns so beschäftigen und „rumschlagen“.

Als ich damit anfing, habe ich meine Gründe und den „Auslöser“ für die Idee hier vor rund 10 Jahren mal beschrieben. Die Frage, „was machen Sie eigentlich beruflich“ hat mich in dem im Text beschriebenen Kontext nachhaltig beeindruckt 😉

Das mit der Regelmäßigkeit klappt nicht so richtig gut. Aber ich will besser werden.

Um einen kurzen Überblick zu bekommen, was so alles in den letzten Monaten passiert ist, möchte ich Euch die Seiten des Stadtteilzentrum Steglitz und der Andersberater:innen (ehem. garage berlin) auf Facebook ans Herz legen:

Und dann gehts auch bald schon wieder los mit regelmäßigen Berichten und updates…….

#staytuned

© Alexstar – Fotolia.com

Demokratieförderung wirkt!

In unserem Verein haben wir ein kleines, aber sehr feines Projekt, die „Mobile Lernwerkstatt Demokratie“. Mit Koffern voll mit Moderations- und Workshopmaterial führen die Kolleg*innen spannende Projekttage an Schulen und in Kinder- und Jugendprojekten durch.



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Die Nachwuchsdemokrat*innen lernen demokratische Diskurs- und Entscheidungsverfahren kennen, üben sie in der Praxis -z.B. bei Aufbau und Organisation einer Schüler*innen-Vertretung – und machen alltagsrelevante und lebensweltbezogene (Lern-) Erfahrungen mit Vielfalt, Akzeptanz, (Anti-) Diskriminierung und den Grundlagen unseres freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsmodells, das aktuell von AFD und dem Faschisten Höcke und seinen Anhänger*innen auf allen Ebenen massiv in Frage gestellt und bedroht wird.

Die Finanzierung unseres kleinen Projekts ist „wackelig“ – und wir suchen aktuell nach Möglichkeiten zusätzlicher Förderung und Unterstützung zur Absicherung und zum Ausbau dieses wichtigen Arbeitsfeldes. Für Tipps und Hinweise auf Programme zur Demokratieförderung bin ich Euch sehr dankbar (die allseits bekannten kennen wir natürlich auch – wir hoffen auf den einen oder anderen „Geheimtipp“ ;-))

Erschreckt hat mich und meine Kolleg*innen die Meldung in der vorletzten Woche, dass die Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung von 96 auf 76 Millionen Euro gekürzt werden soll. 20 Millionen weniger für diese für unsere Demokratie so wichtige Arbeit sind eine „Steilvorlage“ für die Feinde der Demokratie und erschwert die präventive Arbeit gegen den erstarkenden Rechtsextremismus. Bei der AFD haben sicher die Sektkorken geknallt………

Das ganze Desaster kann man u.a. hier nachlesen: https://taz.de/Bundeszentrale-fuer-politische-Bildung/!5952459/

Ich möchte mich ausdrücklich dem CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen anschliessen, der auf „X“ (ehem. Twitter) schrieb: Eine Mittelkürzung um rund 20 Prozent komme „zur völligen Unzeit“. Dies wäre „ein fatales Signal mit dramatischen Auswirkungen“. Politische Bildung müsse gerade jetzt gestärkt werden.

Dem ist nichts hinzufügen. Demokratieförderung und -bildung wirkt. Das Gegenteil leider auch.

Selbstdemontage

Warum fällt es manchen Menschen so schwer, ihren geliebten Job loszulassen, den Platz für Nachfolger*innen frei zu machen, warum ist es für so viele so schwer, sich selbst für „verzichtbar“ zu erklären? Ich weiß es nicht. Und ich hoffe, dass ich mitkriege, wann die Zeit gekommen ist zu gehen. Oder, dass gute Menschen mir das deutlich sagen…..

Ich habe in jüngster Zeit ein paar solcher Erlebnisse gehabt: Engagierte Leute geben 20, 25, 30 Jahre im Job alles, sind mit Haut und Haaren dabei. Schaffen Großes und Kleines. Arbeiten an ihrem Lebenswerk. Gern weit über das offizielle Renteneintrittsalter hinaus – und merken nicht, dass sich die Welt um sie herum verändert hat, dass sie selbst sich verändert haben, dass neue Herausforderungen, neue Antworten brauchen und dass ihr Festhalten an alten Rollenmodellen und Strategien zur Gestaltung der Realität in ihrem direkten Arbeitsumfeld nicht mehr funktionieren. Es ist mitunter so traurig und tragisch mit anzusehen, wie sich gute Leute an Ende ihrer Strecke im Berufsleben quasi selbst demontieren und alles, was sie sich selbst an gutem Ruf, Respekt, Reputation aufgebaut haben, aufs Spiel setzen, weil sie nicht merken, dass sie dem Fortgang der Dinge, der Entwicklung „im Weg stehen“. Kolleg*innen fangen an über sie zu lästern, sich über „Macken“ lustig zu machen. Sie verlieren ihren Respekt und fangen an darauf zu hoffen, dass es endlich vorbei ist mit dem „Theater“. Und große Abschiedsfeiern von / für tolle(n) Kolleg*innen, die dann mit 70, 71 in den Ruhestand gehen, werden zu tragischen Momenten……..

Ich habe meine Leute gebeten, mich zur Seite zu nehmen und offen und ehrlich mit mir zu reden, wenn sie meinen, dass es für mich, für die Organisation besser ist, zu gehen. Ich hoffe inständig, sie halten sich dran. (Und ich hoffe, ich hab bis dahin noch ein paar Jahre 😉 )….. Aber wenn es soweit ist, bin ich bereit. Ich möchte mit Würde und erhobenem Haupt meinen „Kampfplatz“ räumen und in guter Erinnerung bleiben. Für alles andere waren die letzten 30 Jahre zu intensiv und zu anstrengend,

Erinnert mich bitte in spätestens sieben Jahren an diesen Beitrag. Danke.