Unsere Bewerbung- und Auswahlverfahren sind richtig gut. Wir machen im Stadtteilzentrum Steglitz e.V. keine Kompromisse. Das ist mit den Teams und Leitungskräften so abgesprochen: Bevor wir eine Stelle mit jemanden besetzen, der nicht 100%ig unsere Anforderungen erfüllt, lassen wir die Stelle lieber eine Weile unbesetzt und teilen die Arbeit irgendwie anders auf. Wir wollen, dass die Leute, die wir einstellen gut zu uns passen, dass sie sich fachlich und menschlich auf hohem Niveau bewegen und dass sie ein gutes Aushängeschild für unseren Verein sind. Unsere Kunden sollen absolut begeistert von unseren MitarbeiterInnen, unserem Verein, unserer Arbeit sein. 100% Qualität. Und wer dann eingestellt wird, weiss, dass er nun zum Kreis der Besten gehört. Wir denken, dass wir – auch in Zeiten des Fachkräftemangels – keine Abstriche machen dürfen, wenn es um Qualität geht. Denn es geht um Menschen, um die wir uns zu kümmern haben.
GF-Tagebuch
Zielplan-Canvas: kreativ Ziele erarbeiten – Wirklichkeit gestalten!
Vom 20.-22. November waren die Projekt- und Bereichsleitungen des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. zur Jahresklausurtagung im wunderbaren (und sehr aussergewöhnlichen) Pentahotel Potsdam/Teltow. Wie jedes Jahr stand das Thema „Jahreszielplanung“ auf der Agenda.
Hierfür hatten wir in den vergangenen Jahren ein festgelegtes Verfahren, das sich sehr stark an der HelfRecht-Methode orientierte. Ich hatte H I E R im Blog schon darüber berichtet. Die Methode war gut. Allerdings war in letzter Zeit zu beobachten, dass sich bei den Kolleginnen und Kollegen – aber auch bei mir selbst – ein gewisser Frust aufbaute. Die Bedingungen unter denen wir alle arbeiten, haben sich in den letzten Jahren doch merklich verändert:
- Rahmenbedingungen sind nicht mehr stabil. Was vor einem oder zwei Jahren noch richtig und „wegweisend“ war, muss heute nicht mehr stimmen;
- die Geschwindigkeit aller Prozesse und Abläufe erhöht sich beständig. Das muss man nicht schön finden – das ändert aber nichts. Auch – aber sicher nicht nur – durch die technische Weiterentwicklung aller gängigen Kommunikations- und Arbeitstools wird der zur Verfügung stehende Zeitrahmen zwischen „Reiz“ und „Reaktion“ (oder zwischen „Auftrag“ und „Erledigung“ oder „Anfrage“ und „Antwort“ … etc.) immer enger. Die Kolleginnen müssen in immer kürzeren Abständen auf sich verändernde Bedingungen und Anforderungen reagieren. Das führt häufig dazu, dass die „Alltags-Anforderungen“ gefühlt oder real immer mehr Raum einnehmen -und für strategische und / oder übergeordnete Aufgaben weniger Zeit zur Verfügung steht.
- der Anteil der „komplizierten und komplexen Aufgaben und Prozesse“ nimmt zu; immer öfter bewegen sich Kolleginnen und Kollegen in „chaotischen Arbeitssituationen“. (Wer dazu mehr lesen möchte, dem sei hierzu der Blog von Oliver Schmidt empfohlen, der dies in seinem „HOME“ -Konzept anschaulich erklärt: blog.zwo-punkt-null.de )
Klausur 2014 ….: „auf zu neuen Ufern“
Heute ist es soweit: mit 20 Projekt- und Bereichsleitern des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. gehen wir in Klausur um die Jahresziele 2015 zu planen und erste Umsetzungsschritte zu besprechen. Am Wochenende werde ich berichten – u.a. auch, wie die Jahreszielplan – Canvas angekommen ist, die ich (angeregt durch die Business Model Canvas) entwickelt habe.
Hier unser Programm für die nächsten 2,5 Tage:
Ich bin sicher,m dass die Zielplan-Canvas auch für Euch interessant ist. Und: ab sofort könnt Ihr über die .andersberater Beratungs- und Coachingtermine zum Thema Jahreszielplanung 2015 buchen. Anfragen und weitere Informationen bitte an mampel@andersberater.de
Neue Zeiten
GF-Tagebuch #46
Wer mir bei Facebook, Twitter und Co. folgt, hat mitbekommen, dass sich in meinem Arbeitsleben gerade eine Menge bewegt und verändert: Die größte und aktuell sichtbarste Veränderung ist der Umzug der Geschäftsstelle des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.. Ich hatte hierzu an anderer Stelle schon geschrieben: „Die neuen Räume bieten mehr Platz für die Mitarbeitenden der Verwaltung. Darüber hinaus sind nun neben der Geschäftsführung auch alle Bereichsleitungen des Vereins “unter einem Dach”. (…) Beim Raumkonzept wurde großer Wert auf die Schwerpunkte “Kommunikation” und “Zusammenarbeit” gelegt: Drei Besprechungsräume, die auch für ein Seminare und Schulungen geeignet sind, und eine großer Co-Working-Bereich, in dem 10 Arbeitsinseln für die Mitarbeitenden aus den verschiedenen Einrichtungen, aber auch für Kooperationspartner, das SRL-Innovationsteam oder engagierte Freiwillige / Ehrenamtliche zur stundenweisen bzw. temporären Nutzung zur Verfügung stehen.“
Die neuen Räume – von denen ich wirklich schwer begeistert bin – sind auf Wachstum und Erweiterung ausgelegt. Mit der Aufnahme der Arbeit hier ist das Versprechen verbunden, dass wir uns noch stärker für die sozialen Belange im Bezirk engagieren und noch mehr Verantwortung übernehmen und Engagement zeigen werden.
Ihr werdet in den nächsten Wochen und Monaten von vielen neuen Projekten und Vorhaben hören und auch an dieser Stelle lesen. Vom Förderumfang her eher kleine Projekte wie das „Willkommensprojekt Containerdorf Ostpreußendamm“ werden dabei sein, genau wie große Projekte, wie z.B. ein Social-Franchise-Vorhaben, mit dem wir die überregionale „Bühne“ betreten und unser Know-How und unsere Leistung bundesweit für Jugendhilfeträger zur Verfügung stellen.
(m)ein kleines Fazit von der deGUT 2014
Zum 30. mal fanden in diesem Jahr die „Deutschen Gründer- und Unternehmertage“ – kurz: deGUT – in Berlin statt. Und in 2014 wieder – wie im Vorjahr – im altehrwürdigen Hangar 2 des alten Flughafen Tempelhof. Am 17. und 18. Oktober gaben sich Gründungsberater, Unternehmensberater, Banken, Dienstleister aller Art und Gründerinnen und Gründer ein „Stell-Dich-ein“. Begleitet wurde die Messe von einem ziemlich umfangreichen Seminar- und Workshop-Programm…
Meine Eindrücke von der Messe in Stichpunkten:
- die Stimmung war entspannt – keine „Marktschreier“, keine bekloppten Showelemente – stattdessen viel Raum und Zeit für Gespräche mit den Ausstellern…
- Alles, was in Berlin-Brandenburg Rang und Namen in der Gründungsszene hat, war vertreten: die Bundesregierung, die KfW, die Wirtschaftsförderungen der Bezirke, die IBB und die wichtigen Hausbanken, Coachinginstitute, Anwaltskanzleien, Steuerberater…… und natürlich auch die .garage berlin.
- es waren relativ viele Gründerinnen und Gründer da. In den Vorjahren hatte ich eher das Gefühl, dass das „Schau-Laufen“ der Gründungsberater und Coaches im Vordergrund steht. Diesmal waren (zumindest an unserem Stand) die Menschen in der Mehrheit, die tatsächlich gründen wollen und nach guten Beratungs- und Unterstützungsangeboten suchen.
(m)ein „frisch-und-motiviert-aus-dem-Urlaub-zurück“- Update…
GF-Tagebuch #40
In den letzten Wochen war es etwas ruhig in meinem Blog. Das lag daran, dass ich drei Wochen lang Urlaub hatte – die ich auch ziemlich konsequent genutzt habe, mal ein bisschen „runter zu kommen“ und Kraft zu sammeln. Also: wenig Arbeit, wenig am Rechner…… dafür um so mehr neue Ideen und Lust auf inspirierende Projekte.
Schwerpunktmäßig steht bei mir ein „update“ der Arbeitsweise, der Arbeitsperspektiven und meines Fokus auf der Tagesordnung. Es stehen ein paar größere Veränderungen an (Vergrößerung nach Umzug der Geschäftsstelle des Stadtteilzentrum Steglitz im November; Umzug der .garage berlin in neue Räume im Dezember diesen Jahres). Neuausrichtung, Erweiterung, Konsolidierung, Fokussierung, Professionalisierung und Stabilisierung – scheinbar verschiedene – aber im Kern aufeinander aufbauende Aufgaben und Prozesse, die uns / mich in dieser Phase heftig beschäftigen werden.
Ein erstes Social-Franchise-Projekt“ (2015 geht es los… ) steht in den „Startlöchern“ und meine Arbeitsweise wird hierdurch zukünftig ein Stück weit überregionaler ausgerichtet sein. Auch meine „Berufung“ zum Partner und Kurator der „Karlsberatung“, einer studentischen Unternehmensberatung an der „Internationalen Universität Karlshochschule“ in Karlsruhe wird die Erweiterung meines bislang hauptsächlich auf Berlin beschränkten Horizontes deutlich forcieren….;-) Und dann steht ja auch die Veröffentlichung des zweiten .garage-eBooks von Jeannette Hagen und mir im Kalender – im November soll es erscheinen. Arbeitstitel „Das erste Jahr der Selbständigkeit“ – die Fortsetzung des ersten Bandes („Das Prinzip .garage„), in dem es um spannende Gründungsgeschichten ging… Für das zweite Buch ist noch einiges zu schreiben (- gut, dass Jeannette die meisten Beiträge schreibt 😉 )…..
Ihr seht: die Arbeit wird nicht alle – und ich werde hier in diesem Blog regelmäßig berichten, was so alles passiert und sich entwickelt…..
Vermutlich braucht auch dieser Blog ein (kleines?) inhaltliches update…. Da würde ich mich sehr über Eure unterstützenden Rückmeldungen freuen und Euch bitten, die Kommentarfunktion zu nutzen und mir ein paar Tipps und Einschätzungen zu geben.
Ich bin neugierig zu erfahren, was Euch am meisten interessiert – die Blogstatistiken geben hier keine klare Antwort….. Sind es (Erfahrungs-) Berichte aus meinem beruflichen Alltag, sind es Vorstellungen und Links zu interessanten Projekten aus der Welt des „social entrepreneurship“ ? Soll es mehr um „Soziales Unternehmertum“ gehen oder mehr um „klassische“ soziale Themen? Interesse an „Management und Produktivität“?
Ich bin gespannt…..und grüße Euch herzlich!
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Seit November 2013 schreibe ich wöchentlich an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter und Co.) teilt und verbreitet!
… die richtigen Dinge richtig machen…..
GF-Tagebuch #36
Replik auf Anna Schmidt´s „Mein digitaler Chef“
Meine Mitarbeiterin Anna Schmidt bloggt seit einiger Zeit sehr erfolgreich (und ich behaupte mal, dass das ein Stück weit auch meinem guten Einfluss zu verdanken ist, das sie das tut… ;-)) Ihr Blog heisst „Bunt und farbenfroh„. Und der neueste Blogbeitrag beschäftigt sich mit ihrem „digitalen Chef“. Das war eine nette Überraschung für mich – denn der „digitale Chef“, das bin ich 🙂 …..
Inspiriert durch diesen Beitrag fühle ich mich motiviert, Euch ein bisschen genauer zu erklären, was ich für Tools benutze, warum ich dies tue – und warum ich nicht locker lasse, gute Abläufe und Werkzeuge auch meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „aufs Auge zu drücken“…
Beruflich bin ich mit verschiedenen Aufgaben betraut: Ich bin Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins Stadtteilzentrum Steglitz e.V. mit rund 150 Mitarbeitenden, ich bin geschäftsführender Gesellschafter des Existenzgründungs- und Unternehmerzentrums .garage berlin GmbH, ich bin Vorsitzender des Aufsichtsrates der Genossenschaft youth collaboration eG., bin Mitglied des Vorstandes des gemeinnützigen Vereins Computerbildung e.V. und ich unterstütze meinen Sohn beim Aufbau seines Unternehmens als Partner. Und natürlich habe ich – wie (fast) jeder andere Mensch auch – Familie, Freunde, Hobbies – und manchmal bin ich gern auch einfach mal faul. Alles unter einen Hut zu bekommen, ist also eine wichtige Frage, eine wichtige Herausforderung für mich, gute Organisation fast eine Überlebensfrage.
Und in der Tat – Anna hat es gut beschrieben – habe ich schon sehr früh eine Affinität zu digitalen Tools und „Helferlein“ entwickelt, die mir helfen produktiv zu sein. Mittlerweile habe ich einen ganz guten Werkzeugkoffer für mich zusammen gestellt, mit dem ich meine Arbeit gut organisiert kriege und der mir hilft erfolgreich zu sein.
Erfolgreich ist, wer der die richtigen Dinge richtig macht.
Meine Arbeitsorganisation ist stark geprägt und beeinflusst vom HeffRecht-System und der dem GTD-Konzept von David Allen. Nach der Helfrecht Methode erarbeite ich (und mittlerweile auch alle Leitungskräfte im Stadtteilzentrum und in der .garage) einmal im Jahr die Jahreszielplanung für die Organisation. Es geht darum, mindestens einmal im Jahr den Kompass auszurichten, die wichtigsten Ziele in den erfolgsrelevanten Feldern zu definieren und eine (grobe) Vorgehensplanung zu skizzieren. Das GTD-Konzept von Davis Allen sorgt dafür, dass wir das operative Geschäft mit seiner großen Vielzahl von Projekten, Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten gut gemanagt bekommen. Die richtigen Dinge richtig zu machen – mit diesen beiden Konzepten ist sichergestellt, dass wir uns auf die wichtigen und richtigen Dinge fokussieren und uns nicht vollkommen vom Alltagstrubel vereinnahmen lassen.
Mitten in Berlin: Drei Kinder leben im VW-Golf….
GF-Tagebuch #35
Es sind solche Meldungen, wie die im Tagesspiegel vom 29.8. diesen Jahres, die mir manchmal fast die Tränen in die Augen treiben: Durch das Schreien eines Kindes in einem am Straßenrand geparkten Auto werden Passanten auf einen VW-Golf aufmerksam und verständigen die Polizei. Die Beamten entdecken im Auto ein sieben Monate altes Baby, ein anderthalbjähriges Mädchen, einen vier Jahre alten Jungen. Und die Mutter der drei Kinder, 24 Jahre alt. Der 42-jährige Vater kommt später hinzu – er war Wasser besorgen. Offensichtlich lebte diese 5-köpfige Familie schon seit längerer Zeit in dem Auto. Es war vollkommen verdreckt und zugemüllt.
Ich lese diese Zeilen und bin fassungslos. Stelle mir meinen kleinen Enkel vor, die vielen Kinder, die mir so im beruflichen und / oder privaten Umfeld begegnen – und ich werde unendlich traurig. Was für ein Leid müssen diese kleinen Menschen durchmachen? Welche tiefen Verletzungen und Beschädigungen müssen ihre kleinen Seelen verkraften? Ich überlege, wie diese Kinder einschlafen, mit welchen Gedanken nd Gefühlen sie aufwachen. Wie sie auf andere Kinder schauen, die an ihrem Auto vorbeilaufen. Andere Kinder, die in richtigen Betten schlafen, in Kitas gehen, geliebt und versorgt werden. Das Jugendamt hat die drei Kinder in Obhut genommen und dem Kindernotdienst übergeben.
Mein nächster Gedanke gilt den Eltern. Was läuft in den Köpfen dieser Leute schief? Wie kann es sein, dass erwachsene Menschen in Kauf nehmen, mit ihren Kindern in solchen Verhältnissen zu leben. Wann haben diese Menschen mit ihrem Leben abgeschlossen? Wann haben diese Menschen aufgegeben an eine Zukunft für sich und vor allem für ihre Kinder zu glauben? Warum haben es diese Menschen offenbar nicht geschafft, nach Hilfe zu fragen, sich Rat und Unterstützung beim Jugendamt oder in irgendeiner Beratungsstelle zu holen. Bei aller Fehlerhaftigkeit unseres Sozialsystems: Wenn Du nicht mehr weiter weisst und am Boden liegst, findest Du in diesem Land IMMER einen Ansprechpartner. Erst recht, wenn Du Kinder hast. Wussten das diese Menschen nicht?
Und was ist mit dem „Hilfesystem“? Ist diese Familie schon vorher aufgefallen? Wusste irgendjemand von einer drohenden Obdachlosigkeit? Sind niemanden die Kinder aufgefallen, die ja auch irgendwann mal das Auto verlassen haben werden…..? Fühlte sich niemand für diese Familie verantwortlich? Fragen, die vielleicht im Verlauf der Aufklärung dieses Falles beantwortet werden. Ich hoffe es…..
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: Emergent Berlin
GF-Tagebuch #33
„Emergenz […] ist die spontane Herausbildung von Phänomenen oder Strukturen auf der Makroebene eines Systems auf der Grundlage des Zusammenspiels seiner Elemente. Dabei lassen sich die emergenten Eigenschaften des Systems nicht offensichtlich auf Eigenschaften der Elemente zurückführen, die diese isoliert aufweisen. Der auf Aristoteles zurückgehende Satz „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ beschreibt sehr gut das Auftreten emergenter Phänomene. Die Kontextbedingungen emergenter Systeme stimmen weitgehend mit den Eigenschaften selbstorganisierter Systeme überein.“ Soweit wikipedia zum Begriff „Emergenz“.
In Berlin fand heute das „Emergent Berlin Festival 2014“ statt. Und nach einer kurzen Zeit der „Eingewöhnung“ in dieses für mich doch recht ungewöhnliche Setting an einem für mich unbekannten und ungewohnten Ort („Spreeacker“) habe ich den Titel schnell und umfassend verstanden. Überall kleine Gruppen von Menschen, die sich austauschen, diskutieren. Präsentationen von Projekten aus dem Sozial,- Umweltschutz- oder Nachhaltigkeitsbereich und überall spürbar großes Interesse der Menschen füreinander. Es sollte ein Fest und eine Möglichkeit der Begegnung für „Weltverbesserer“ und Heldinnen und Helden des Alltags werden. Das ist gelungen.
Die Veranstaltung hat mich angenehm überrascht. Es waren unglaublich viele – vorwiegend junge – Menschen aus verschiedenen Ländern da. Ein deutliches Zeichen dafür, dass viele junge Menschen auf einem ziemlich guten Weg sind. Und in mir wächst die Hoffnung, dass die nachfolgende Generationen gute Antworten auf die sozialen, ökologischen und ökonomischen Fragen einer sich rasant verändernden Gesellschaft finden wird – und v.a. auch Strukturen und Lösungen finden wird, die neuen Probleme zu bearbeiten. Und in der Tat: Diese Strukturen organisieren sich selbst. Kooperation und Zusammenarbeit entsteht spontan als Phänomen – weil verschiedene Elemente des Systems (ungeplant) zusammentreffen und Synergien erzeugen…. Emergenz halt …. 😉
Ich durfte einen Workshop geben zum Thema „Gründen im sozialwirtschaftlichen Bereich“. Es ging um die Rechtsformen – vom „e.V.“ bis zur gemeinnützigen Aktiengesellschaft – und die Grundlagen der Gemeinnützigkeit. Positive Überraschung: Viele kannten unser Projekt .garage berlin vom „hören sagen“ oder sind im Internet schon mal drüber gestolpert. Unser neues Angebot der Unternehmensberatung mit den „.andersberatern“ kam gut an. Viele neue Kontakte wurden geknüpft – und einige der TeilnehmerInnen werde ich in der .garage oder bei den .andersberatern wiedersehen, um von dort aus spannende soziale Gründungsprojekte zu beraten und zu begleiten.
Ich finde, ich habe einen ziemlich tollen Job. Oder?
Organisiert wurde das Fest übrigens von Karen Wohlert und Scott Bolden vom Baumhaus Berlin….. Mit dem Baumhaus kooperiert die .garage berlin eng – und zukünftig werden wir auch gemeinsame Angebote für Social Entrepreneurs und GründerInnen im Sozial- und Nachhaltigkeitsbereich realisieren. H I E R steht dazu schon mal was…. Und ein anderes Mal berichte ich dazu mehr……………….
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Seit November 2013 schreibe ich wöchentlich an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter und Co.) teilt und verbreitet!
In (Weiter-) Bildung zu investieren zahlt sich immer aus….
GF-Tagebuch #32
Die Geschichte kennt Ihr vielleicht: Die zwei Geschäftsführer eines Unternehmens sitzen mittags zusammen und diskutieren das Jahresbudget für Weiterbildungsmaßnahmen für die Belegschaft. Der eine sagt: „Wir geben soviel Geld aus für Weiterbildung…. .Stell Dir mal vor, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bilden sich auf unsere Kosten fort….. und dann gehen sie zur Konkurrenz.“ Der andere überlegt kurz und entgegnet: „Stell Dir mal vor, wir geben kein Geld für Fort- und Weiterbildung unserer Leute aus….. – und dann bleiben sie.“
Diese kleine Geschichte veranschaulicht ganz gut, wie mit dem Thema Qualifizierung und Weiterbildung in Unternehmen umgegangen werden muss. Wir müssen Investitionen in das Wissen und das Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Investition in die Zukunft des Unternehmens, als wesentlichen strategischen Beitrag zur Existenzsicherung der Organisation, betrachten. Wenn wir unsere Organisationen auf „der Höhe der Zeit“ halten wollen, müssen wir dafür sorgen, dass die in der Organisation tätigen Menschen immer auch auf „der Höhe der Zeit“ sind, was ihre Kenntnisse, Fertigkeiten, Wissen und Umsetzungs-Know-How angeht. Wir müssen dafür sorgen, dass die Organisation bzw. das Unternehmen konkurrenz- und marktfähig bleibt. Das Unternehmen muss jederzeit in der Lage sein, auf sich verändernde Markt- und Rahmenbedingungen und auf wechselnde Nutzer- und Kundenwünsche einzugehen und es muss in der Lage sein, dem Bedarf entsprechend angemessen zu reagieren. D.h. es muss in der Lage sein, seine Produkte und Angebote, seine Projekte und Lösungsvorschläge immer weiter zu verbessern und anzupassen. Neue Techniken und fachliche Erkenntnisse müssen in diesen Verbesserungs- und Anpassungsprozess ebenso einfliessen wie die Ergebnisse der Markt- und Konkurrenzbeobachtung. All dies können nur gut aus- und fortgebildete Leute leisten. Wenn wir in diese notwendigen Kompetenzen nicht investieren, werden wir recht schnell „weg vom Fenster“ sein. Ehemals große „Global-Player“ zeigen uns, was passiert, wenn wir den Anschluss verlieren und das Unternehmen nicht in die Anpassungs- und Innovationsfähigkeit seiner Mitarbeitenden investiert. Anschauliches Beispiel: Ehemalige Weltmarktführer wie „Blackberry“ und „Nokia“ taumeln angeschlagen dem Abgrund entgegen…. Aber auch im sozialwirtschaftlichen Bereich ist eine interessante Dynamik zu beobachten: Große, traditionsreiche Verbände verlieren an Attraktivität und Einfluss. Im Kampf um die hoch-qualifizierten und hoch-engagierten Fachkräfte ziehen sie immer häufiger „den Kürzeren“; junge, innovative und professionell aufgestellte kleine soziale Unternehmen ziehen gute Fachkräfte an und verstehen es, sie an sich zu binden.








