GF-Tagebuch #8: Berufswahl und andere Defekte…..

Während meines Studiums der Sozialarbeit hatte ich auch das Vergnügen, das Seminar  Sozialpsychologie zu besuchen. Das Einzige, was mir aus diesem Seminar in Erinnerung geblieben ist, ist ein sehr provokanter Satz unseres Dozenten: „Berufswahl ist Symptomwahl„. Was er damit meinte,  war wohl, dass wir die Berufe wählen, von denen wir vermuten, dass sie am ehesten geeignet sind unsere persönlichen Defizite und emotionalen und mentalen Bedürfnisse zu befriedigen. Ganz plump: wer als Kind stark unter Benachteiligung oder sozialer Ungerechtigkeit gelitten hat, wird  mit größerer Wahrscheinlichkeit einen sozialen Beruf wählen, als junge Menschen die diese Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen nicht erlebt haben.

Jetzt wisst ihr, warum ich Sozialarbeiter geworden bin.

© Dmitry Naumov - Fotolia.com

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Manchmal ist es notwendig, in sich zu gehen, und zu überlegen, warum man die Dinge tut, die man tut. Warum habe ich diesen Beruf gewählt? Warum sorge ich im Rahmen meiner Möglichkeiten dafür, dass wir uns im  Stadtteilzentrum Steglitz e. V. oder in der garage berlin GmbH um die  Dinge kümmern, um die wir uns kümmern? Warum engagieren wir uns für andere Menschen, warum kümmern wir uns um die Probleme anderer Leute ? Was wollen wir bewirken? Wofür wollen wir stehen? Was treibt uns an?

Für mich, glaube ich, habe ich die Antwort gefunden. Dies ist mir am Donnerstagabend in der Teamsitzung der .garage berlin wieder sehr bewusst geworden: Es befriedigt mich, anderen Menschen zu helfen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Es macht mich glücklich, wenn ich sehe, dass ich einen Beitrag dazu leisten kann, dass andere Menschen bessere Möglichkeiten und bessere Perspektiven für sich selbst entdecken und verfolgen können. Ich finde es grandios, wenn ich zusehen darf, wie andere Menschen über sich selbst hinaus wachsen. Ich bin begeistert von Menschen, die wieder aufstehen und weitermachen, nachdem sie zum fünften Mal aufs Maul gefallen sind. Das ist ein Leitsatz unserer Arbeit: Jeder Mensch hat das Recht und die Pflicht, das Beste aus seinem Leben zu machen. Und denen, die dieses Recht nutzen, stehen wir solidarisch zur Seite. Viele Menschen haben mit  besonderen Benachteiligungen zu kämpfen. Manche wachsen in Armut auf oder werden  lieblos erzogen. Manche  haben körperliche oder psychische Beeinträchtigungen, die ein „normales“aufwachsen schwerer erscheinen lassen. Andere sind Opfer sexueller Gewalt oder müssen ähnlich traumatisierende  Demütigungen über sich ergehen lassen. Viele Menschen haben das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, überflüssig zu sein. Ihr Leben scheint keinen Sinn zu haben. Diesen Menschen ein Partner zu sein, diesen Menschen zu helfen, ihren Weg zu gehen, diesen Menschen solidarisch zur Seite zu stehen: das ist unsere Art das Leben zu feiern!

Wofür steht Ihr? In was für einer Welt wollt Ihr leben –  und was tut ihr dafür?

Woran sollen sich die Nachfolgenden erinnern, wenn sie von Euch reden?

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GF-Tagebuch #7: Reden hilft. Immer.

Ich glaube, ich habe selten soviel geredet und soviel zugehört wie in der letzten Woche. Ich komme auf 28 Besprechungstermine in der zurückliegenden Woche. „Tür-und Angel-Gespräche“ und private Termine nicht mit gerechnet. Bei soviel Terminen und Meetings bleibt wenig Zeit für die „normale“ Büroarbeit. Diese Schreibtischarbeit mache ich dann am Samstag nachmittag im Büro oder  im HomeOffice. Das ist zwar nicht richtig lustig am Schreibtisch zu sitzen während andere gemütlich auf der Couch rumlümmeln und Sportschau sehen – aber ich nehme diesen Nachteil hin und wieder gern in Kauf. Denn ich möchte auf den allergrößten Teil meiner Besprechungen und Gespräche nicht verzichten. Du kannst noch so toll ausgestattet sein mit neuester Kommunikationstechnik und den abgefahrenen Apps – nichts von alledem ersetzt das persönliche Gespräch, die persönliche Begegnung. Ob Planungstermine mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Abstimmungsrunden mit Kooperationspartnern, Input in kleinen Arbeitsgruppen, Teamsitzungen oder Treffen mit Mitbewerbern und Kunden: Immer wieder wird mir der Wert der persönlichen Begegnung, des Gesprächs bewusst. Tonfall, unausgesprochene Worte zwischen den Worten, Nervosität und Anspannung beim anderen – oder bei mir, Blicke, Gesten… Häufig sind es diese Teile des Kommunikationsgeschehens, die den Charakter und den Verlauf von Begegnungen bestimmen.

© Trueffelpix - Fotolia.com

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In dieser Woche war ich mit dem Vorstand unseres Vereins auf „Tour“ durch einige Einrichtungen des Stadtteilzentrum Steglitz. Schwerpunktmäßig haben wir für die Besuche solche Standorte ausgewählt, von denen wir wussten, dass die Bedingungen für die Mitarbeitenden dort schwierig sind: Lärm und beengte Raumsituation, ungünstige Rahmenbedingungen, die von dritten vorgegeben werden, oder schwierige Situationen mit herausfordernden Eltern herausfordernder Kinder. Bedingungen, die in den besuchten Einrichtungen durch den Verein nicht zu beeinflussen sind. In solchen Situationen zeigt sich, ob in der Organisation Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung vorhanden sind – oder eben nicht. Es hat mich ungemein gefreut, dass beide Seiten – unser Vorstand und die Teams, die wir besucht haben – sofort einen offenen und von gegenseitiger Wertschätzung geprägten „Draht“ zueinander hatten. Da kann  die eine Seite über Missstände und die andere über die eigene Machtlosigkeit klagen – am Ende sind sich aber alle einig, dass sie gemeinsam daran arbeiten, dass es besser wird. Das gefällt mir. Da müssen wir in der Vergangenheit einiges richtig gemacht haben.

Der Vorstand – dem ich in regelmäßigen Sitzungen immer und immer wieder berichte, wie und woran in unseren Projekten gearbeitet wird – war vollkommen begeistert von dieser Tour und will solche Projektbesuche jetzt (wieder) öfter machen. Die Kollegen sind begeistert von neuen Eindrücken, von direktem Feedback und authentischer Information. Ich selbst merke: mir tut das auch gut. Immer mal wieder rein in den Alltag unserer Einrichtungen, rein in die Projekte. Angucken, sehen, hören, riechen, spüren, was den Arbeitsalltag unserer Mitarbeitenden und unserer Kunden ausmacht. Stimmungen, Meinungen und Feedback einsammeln – direkt bei den KollegInnen vor Ort. Das ist, glaube ich, ein notwendiger Schritt, ein besserer Geschäftsführer zu werden. Ein wichtiger Schritt, bessere Ideen für die Verbesserung unserer Angebote und der Arbeitsbedingungen zu entwickeln……

Mein Schreibtisch ist toll. Meine Kommunikationsinstrumente sind die besten….. Aber eins bleibt sicher: Reden (und zuhören)  hilft. Direkt. Von Mensch zu Mensch. Immer.

Mal eine Frage an andere Chefs in meiner Leserschaft (und solche, die es werden wollen): Wir kriegt Ihr das hin – Eure Jobs im Leitungsbereich, Organisation, Administration, Unternehmensführung…… und und und….. – und gleichzeitig den Blick und den Kontakt für die „Basis“ nicht zu verlieren….? Erfahrungsberichte würden mich interessieren…..

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GF-Tagebuch #6: wir sollten langsamer UND besser werden……

Das Thema „Produktivität“ beschäftigt mich ja schon eine ganze Weile… man könnte fast sagen, es ist so eine Art „Steckenpferd“ geworden. Ich lese gern Beiträge über neue Produktivitätstechniken, probiere vieles aus und bin immer für neue technische Spielereien zu haben, die mir versprechen, meinen Arbeitstag noch effizienter und effektiver gestalten zu können. Manchmal ist es auch so: Die neue Idee, ein neuer Ablauf, das neue Tool bringt „frischen Schwung“ in die Routinen und ich habe das Gefühl mehr zu schaffen. Das geht mal länger, mal kürzer so… aber irgendwann stehe ich wieder da und bin erschlagen von den Jobs die ich zu erledigen habe. Oder treffender: ich bin gestresst und erschlagen von den vielen Jobs, die ich gerade nicht erledigt bekomme. Es ist ja häufig so, dass die Dinge, die wir nicht schaffen, uns mehr Druck machen und uns stärker schlauchen, als die Dinge, die wir erledigen und „abhaken“ können….. Dann versuche ich wieder, meine Bemühungen zu verstärken. Schneller, effektiver, produktiver zu werden. Mit den immer gleichen Ergebnissen. Nach vorübergehender Entlastung durch neue Hilfsmittel kommt der Druck nach kurzer Zeit in geballter Wucht – und manchmal noch stärker – wieder zurück.

© burnhead - Fotolia.com

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Diese Problematik erfasst auch immer mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in meinem beruflichen  Umfeld – in unserem Verein, in der .garage, in anderen Organisationen und Unternehmen…. Es scheint so, als würden wir durch neue Produktivitätstechniken und immer „besseres“ Zeitmanagement selbst dazu beitragen, dass sich das Karussell des Lebens immer schneller und schneller dreht. (Frisch gelesen: „Ein Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Karriereleiter“) Und gerade die besten Leute kommen dann manchmal gar nicht mehr hinterher – und (ver-) zweifeln an sich selbst.  Ich bekomme immer häufiger den Eindruck, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Fortschritt und der Perfektionierung unserer  Produktivitätstechniken und der Häufung von Burn-Out-Symptomen und „Störungen“ gibt. Das von uns geschaffene System funktioniert in einer Geschwindigkeit, der wir selbst häufig nicht mehr gewachsen sind. Fast scheint es so, dass unser eigenes System ohne uns besser bzw. schneller funktioniert. Das kann nicht vernünftig sein.

In Stadteilzentrum Steglitz konstituiert sich aktuell gerade eine interne „AG Gesundheitsförderung“. Wir wollen gemeinsam – also „BasisarbeiterInnen“, ProjektleiterInnen und Geschäftsführung – darüber reden, wie wir unseren Arbeitsalltag und die Rahmenbedingungen so gestalten können, dass sie die Gesundheit der Mitarbeitenden a.) nicht belasten und b.) vielleicht sogar fördern können. Da geht es um Schallschutz in unseres Kitas und Horten, um vernünftige Arbeitsmöbel und technische Geräte, um Stressvermeidung und -bewältigung und natürlich auch um die Gestaltung unserer Abläufe.

Ich möchte und werde in dieser AG ein paar Ideen zur „Entschleunigung“ und Thesen zur Produktivitätsentwicklung zur Diskussion stellen. Die Gedanken sind noch nicht ausgereift – und ich bitte Euch herzlich um ein kurzes Feedback zu folgenden Ideen und Ansätzen:

  • Produktivität heißt nicht, dass wir in immer weniger Zeit immer mehr Arbeitsaufkommen bewältigen. Produktivität und gutes Zeitmanagement erkennen wir daran, dass wir in der zur Verfügung stehenden Zeit die besten Arbeitsergebnisse erreicht haben. Es geht nicht um Quantität, die Menge der geleisteten Arbeit, sondern um die Qualität der Ergebnisse.
  • Wir müssen langsamer und geduldiger werden. Wir müssen uns fragen, ob enge Fristen, die wir uns und anderen zur Erledigung von Aufgaben setzen,  wirklich erforderlich sind – oder ob sich diese „Dringlichkeit“ aus  irgendeiner anderen Denklogik oder Haltung heraus ergibt – die für uns real gar nicht relevant ist. Wir selbst könnten mit Entschleunigung zum Beispiel damit anfangen, dass wir E-Mails nicht mehr sofort beantworten – sondern vielleicht erst am nächsten Tag. Oder dass wir nicht auf jedes Post-It „Wichtig“ oder „Eilt“ drauf schreiben – sondern nur auf die paar Vorgänge ,die wirklich dringend und eilig sind….. Es geht darum, die Grundgeschwindigkeit wieder auf ein normales Maß runter zu fahren…
  • Wir müssen unsere Ziele und aktuellen Projekte untereinander in den Teams noch besser und  klarer kommunizieren. Wenn ich weiss, woran der andere gerade arbeitet und warum die Arbeit an diesem Projekt oder an  diesem Thema gerade wirklich wichtig ist kann ich a.) ein selbstbewusstes „NEIN  DANKE“  gut akzeptieren, wenn ich den Kollegen mit einer neuen Aufgabe konfrontiere und b.) Möglichkeiten aufzeigen, wie ich ihn und das gesamte Team möglicherweise gut unterstützen kann. Das funktioniert genauso in die andere Richtung und so können durch offene Kommunikation über die jeweiligen Prioritäten schöne „Win-Win-Effekte“ realisiert werden.

Welche Ideen habt Ihr zum Thema „Produktivität durch Entschleunigung“? Was wären für Euch gesundheitsförderliche Maßnahmen im Rahmen der Produktivitätsentwicklung und Eures Zeitmanagements?

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GF- Tagebuch #5: 16 mal „wow“ in einer halben Stunde. Und Ihr so….?

Immer am letzten Freitag des Monats findet die Runde der Projektleiter und -leiterinnen des Stadtteilzentrums statt. Heute auch wieder. Mittlerweile immerhin 16 Menschen – wenn alle da sind. Seit einigen Monaten haben wir den Ablauf und die Struktur der Runde etwas verändert. Ging es früher eher darum, dass jede/r die wichtigsten Informationen aus seinem Projekt oder seiner Einrichtung referierte  (was bei soviel Leuten häufig zu einem absoluten Informations-Overflow führte), sind wir mittlerweile dazu übergegangen, uns auf den Austausch über gemeinsame und projektübergreifende Fragestellungen zu konzentrieren. Den notwendigen  Informationstransfer erledigen wir hauptsächlich  in unserem internen virtuellen Netzwerk  via „yammer“.

© Trueffelpix - Fotolia.com

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Nach einem kurzen Input „Wichtige Infos aus der Geschäftsstelle“ widmen wir uns in der  ersten Hälfte der zweistündigen Sitzung einem zuvor gemeinsam festgelegten Schwerpunktthema. In den den letzten Monaten waren das z.B. die Themen  „Teamkultur“ und  „Umgang mit Mobbing“. Heute ging es um den aktuellen Stand und Input durch Oliver Schmidt zum Thema „Nachhaltigkeitscheck im Stadtteilzentrum Steglitz“. Eine Stunde beschäftigen wir uns und diskutieren wir sehr intensiv zu diesem Schwerpunktthema und entwickeln im Idealfall eine gemeinsame Haltung und Sichtweise dazu. Nach diesem Teil unserer PL-Runde legen wir – getreu dem Motto „der produktivste Teil einer Tagung sind die Kaffeepausen“ –  eine vergleichsweise lange Pause ein:  20 bis 25 Minuten, die genutzt werden, sich mit den  Kolleginnen und Kollegen bei einer Tasse Kaffee oder Tee auszutauschen, zu plaudern, vereinsintern abzustimmen und für gemeinsame Aktivitäten und Vorhaben verabreden zu können.  Und nach der Pause kommt das „Highlight“ der Sitzung – unsere „Wow-Runde“!
Am Anfang wurde diese Idee von manchem Kollegen noch etwas belächelt – jetzt ist sie als Ritual nicht mehr wegzudenken. Reihum berichten die KollegInnen von Ihrem „wow“ , von ihrem größtem Erfolg, von ihrem persönlichen „Gipfelerlebnis“ des Monats. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie sich die Energie in einem Raum verändert, wenn 15 oder 16 Menschen von Ihren Erfolgserlebnissen berichten: Freude über eine gelungene und erfolgreiche Veranstaltung. Eine neue und vielversprechende Mitarbeiterin im Team. Eine neuer Kooperationspartner, an dem man schon lange dran war und der nun endlich eine  Vereinbarung über die Zusammenarbeit mit unserem Verein unterschrieben hat. Ein mit einer Schülerband aufgenommener Song, der bei einer Aufführung vor mehreren hundert Menschen für Begeisterungsstürme  gesorgt hat und nun als CD „vermarktet“ werden soll. Oder der  Dank für ein tolles Feedback, das man von einem Kollegen bekommen hat.

Dieser gemeinsame Blick auf den Erfolg des anderen, der aufrichtige Applaus und die gemeinsame Freude darüber, dass der Kollege / die Kollegin etwas tolles und großes geschafft hat – das ist eine ganz besondere Dimension im Miteinander und bringt eine ganz neue Qualität und Intensität in die Zusammenarbeit. Alle, wirklich alle, gehen aus dieser Sitzung größer raus, als sie reingegangen sind. Und diese gute Energie hilft und trägt in den schwierigen Phasen des Jobs (die es auch in unserem Verein zur genüge gibt)  und schafft Vertrauen in die Tragfähigkeit der (Arbeits-) Beziehungen innerhalb unseres Vereins. Und jede/r einzelne – so  mein Eindruck – ist innerlich stolz, Teil dieses Teams zu sein. Klingt ziemlich dicke und ein bisschen pathetisch – ist aber so.

16 Mal „wow“ im Monat…. das sind im Jahr rund 200 Erfolgsberichte aus der täglichen Arbeit. Wieviel schafft Ihr in Euren Teamrunden?

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GF-Tagebuch #4: gute Unternehmer für eine gute Sache

Zu den größten Vorzügen meines Jobs gehört es, dass ich andauernd tolle und interessante Leute kennenlerne. Ich find es toll, wenn ich z.B. am Rande des gestrigen Neujahrsempfangs der SPD Steglitz-Zehlendorf  ein bisschen mit dem SPD – Landesvorsitzenden über das Konzept der „Kooperenz“ fachsimpeln kann- und wir feststellen, dass sich der soziale Dienstleistungsbereich  und das Innenleben einer Partei – was das Spannungsverhältnis von Kooperation und Konkurrenz und den Umgang damit angeht ….. –  über weite Strecke gar nicht so sehr unterscheiden. Ich kann mit Entscheidungsträgern und RepräsentantInnen anderer Verbände, Vereine und Organisationen ein wenig plaudern und den Grundstein für zukünftigen Austausch und gemeinsame Aktivitäten legen.

Immer wieder finde ich es anregend und inspirierend etwas aus dem Alltag und der Arbeit anderer interessanter Menschen zu erfahren. Und manchmal ist es einfach nur wohltuend im Gespräch zu hören, dass man mit bestimmten Themen und Herausforderungen nicht allein da steht. Es hilft zwar keinem, aber ich finde es irgendwie trotzdem schön zu wissen, dass mich mit dem Kollegen vom Diakonischen Werk ein ähnliches Schicksal verbindet: Nach dem Empfang werden wir uns beide noch an unsere Schreibtische setzen und noch mindestens  ´ne Stunde E-Mails abarbeiten…..

im Gespräch mit Karen Wohlert und Scott Bolden

im Gespräch mit Karen Wohlert und Scott Bolden

Der Höhepunkt, was die Begegnung mit inspirierenden Menschen angeht, war allerdings ein Treffen mit zwei Gründern am Montag in der .garage…. Karen Wohlert und Scott Bolden waren am Montag nach einem wichtigen Bankgespräch bei uns, um über den aktuellen Stand ihres Projektes zu berichten. Die beiden sind schon seit einiger Zeit mit der .garage verbunden und nutzen das umfangreiche Beratungs- und Coachingangebot unseres Unternehmens. Und  dass Sie ein ziemlich gutes Projekt machen, hatte sich innerhalb der .garage und  weit darüber hinaus auch schon lange rumgesprochen. Aber die persönliche Begegnung mit den beiden hat mich doch sehr berührt – im besseren Sinne des Wortes.

 

Eine wunderbare Verbindung von „Unternehmer-Denke“ und sozialem Engagement

Menschen, die mich kennen, wissen, dass ich ein glühender Anhänger der „Nachbarschaftsheimbewegung“ bin. Ich habe großen Respekt vor der historischen Leistung früherer  KollegInnen-Generationen: Von Toynbee-Hall in London 1884, über das erste  „Volksheim“ 1901 in Hamburg, dem alliierten Nachbarschaftsheimplan von 1944 und der Gründung der Berliner Nachbarschaftsheime in der Nachkriegs-Ära … bis heute: Immer waren es die Nachbarschaftshäuser, Bürgerzentren, Stadtteilzentren, von denen die wesentlichen Impulse für ein soziales Gemeinwesen und ein friedliches Miteinander der verschiedenen Menschen im Stadtteil ausgingen. Die Verbindung von sozialen und kulturellen Projekten und Angeboten und die Vielfalt der Möglichkeiten, sich selbst einzubringen, sich zu engagieren und zu beteiligen ist dabei das besondere Alleinstellungsmerkmal der Stadtteil- und Nachbarschaftszentren. Karen und Scott nehmen diese Tradition – bewusst oder unbewusst – auf und entwickeln mit dem „Baumhaus Berlin“ mitten im Wedding einen ganz neuen Typus von Stadtteil-, Kultur- und Kommunikationszentrum. Sie selbst beschreiben es so: „Das Baumhaus ist ein kollaboratives Projekt von Nachbarn und lokalen & internationalen Künstlern für ein öffentliches Baumhaus in Berlin Wedding. Wir haben uns alle gefragt: “Was kann ich tun, um die Welt zu verbessern?”.Unsere Antwort ist, lokal zu handeln und dieses Jahr gemeinsam einen öffentlichen Raum zu bauen. Einen Ort, der Leute inspiriert sich zu treffen, miteinander zu kommunizieren und Teil der wachsenden Kultur des Engagements und der Kooperation zu werden.“ Und wenn die beiden anfangen zu erzählen und sie mit leuchtenden Augen und leidenschaftlich ihre Vision beschreiben – dann geht mir das Herz auf. Und ganz nebenbei: Ich habe noch niemals nie zuvor einen so guten Businessplan gesehen (und ich habe viele gesehen) – und ich wüsste spontan kein besseres Beispiel für die gelungene Kombination von „Unternehmer-Denke“ und sozialem und kulturellem Engagement. Es klingt pathetisch, ich weiss…. aber: die beiden haben es geschafft, die altehrwürdige Tradition und die „Lebensidee“ der Nachbarschaftbewegung ins 21. Jahrhundert zu übersetzen.

Ich freue mich, dass die beiden mich gefragt haben, ob ich sie auf dem weiteren Gründungsweg ein Stück begleiten und sie partnerschaftlich unterstützen möchte. Es ist mir eine Ehre….. !

Wenn Ihr mehr wissen wollt (und den Link der Woche #4 übersehen habt) einfach mal www.baumhausberlin.de anklicken!

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GF-Tagebuch #3: Wir evaluieren uns zu Tode

Das war eine schöne Woche. Erster Termin der Woche am Montag : die Unterzeichnung der Vereinbarung mit dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf über die Zusammenarbeit mit unserer Kita „Lankwitzer Maltinis“ im Rahmen des Landesprogramms „Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita“; letzter Termin der Woche: die grandiose Charity-Veranstaltung für das Projekt jugendnotmail.de unseres Mitglieds „jungundjetzt e.V.“! (Der Verein  ist als juristische Person Mitglied im Stadtteilzentrum Steglitz). Die Veranstaltung war phantastisch organisiert und vorbereitet (DANKE an  Toni Mampel und ihr Team) und zahlreiche Gäste genossen die schöne Stimmung und das musikalische Programm („Telte  live“) – und spendeten fleissig. Über 2600.- € sind an diesem einen Abend zusammengekommen….. Klasse!
Zwischen diesen beiden Höhepunkten dann Besprechungen, Mitarbeitergespräche, zwei Vorstellungsgespräche für die Stelle der Leitung einer Kita unseres Vereins, Abschluss der Jahreszielplanung mit den Leitungskräften der .garage berlin, eine Besichtigung von neuen Büroräumen für unsere Geschäftsstelle  und eine Planungssitzung zur weiteren Arbeit im Modellprojekt „Sozialräumliche Leistungen“.

© olly - Fotolia.com

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Und „nebenbei“ fangen wir jetzt an, die Daten, Zahlen und Leistungsdokumentationen  für die im ersten Quartal fälligen Verwendungsnachweise und Sachberichte aufzubereiten und zu strukturieren. Ich muss zugeben, dass sich in mir immer ein gewisser Widerstand gegen bestimmte Berichtsformen aufbaut. Ich finde es natürlich richtig und notwendig zu überprüfen, ob die vereinbarten Ziele bzw. Vorgaben erreicht und umgesetzt wurden und ob die von verschiedenen Stellen finanzierte Arbeit die gewünschte Wirkung erzielt hat. (Über die Messung von Wirkungen sozialer Arbeit wurde an DIESER STELLE schon mal geschrieben….) Aber : der Umfang und das Ausmass der diversen Nachweise und Berichte nehmen eine Form an, die teilweise kaum noch beherrschbar ist. Dahinter steckt der offenkundige Wunsch jeden Teilbereich eines Projektes, jeden Aspekt  der Arbeit einer Einrichtung und  die Vielzahl der Tätigkeiten  im Rahmen der verschiedenen Arbeitsfelder sozialer und pädagogischer Arbeit allumfassend zu „evaluieren“:  „Interne und externe Evaluation“ in den Kitas;  Modellprojekte (wie das oben genannte Projekt „Kitas bewegen“) werden als „Instrumente der internen Evaluation“ angepriesen;   umfassende Erhebung bzw. Abfrage von Daten aller Art zur Evaluation der Zielgenauigkeit des Mitteleinsatzes.

Sammelwut ohne Grenzen

Ein paar Beispielabfragen gefällig?: „Detaillierte Angaben zu Anzahl, Art und Größe (qm)  der im Berichtszeitraum genutzten Räume“;  „Anteil der Besucher/innen mit Migrationshintergrund mit %-Angaben (geschätzt) zur Zuordnung zu den Nationalitäten Englisch, Spanisch, Französisch, Türkisch, Serbe-Kroatisch, Russisch, Vietnamesisch, Arabisch, Kurdisch, Andere … im Berichtszeitraum“; „Ausführliche Darstellung zu Kooperationen und Netzwerkbildung und zum Stand der Qualitätssicherung (ausführliche Darstellung der Vereinbarungen, Maßnahmen und Ergebnisse“; „Wieviele Kinder und Jugendliche besuchen den Normalbetrieb der Einrichtung – Angaben getrennt nach „regelmäßig“ und „nicht-regelmäßig“ und gesondert nach Altersklasse 6-9 Jahre, 10-13 Jahre, 14-17 Jahre, 18-21 Jahre, 22- 26 Jahre und 27 Jahre und älter – dies nochmal  jeweils getrennt nach Grundschüler/innen, Sekundarschüler/innen, Gymnasiast/inn/en, Gesamtschüler/innen und Sonderschüler/innen bzw. bei älteren getrennt nach „in Ausbildung“, „in Berufsbildungs- oder Berufsvorbereitungsmaßnahmen“, im „Studium“, „berufstätig“, „arbeits- /ausbildungslos“ (hierbei mit Anzahl der Arbeitslosen ohne Schulabschluss) – und natürlich mit Angaben des jeweiligen Anteils der Besucher mit Migrationshintergrund in der jeweiligen Altersgruppe.“

Das war nur ein kleiner Auszug aus dem Berichtsraster  einer Verwaltung für eines unserer Projekte. Wir haben zahlreiche Projekte und Einrichtungen und arbeiten mit zahlreichen Verwaltungen und Mittelgebern zusammen – und jeder dieser Partner hat seine eigenen Schwerpunkte und Vorlieben , wenn es um das Sammeln von Daten geht……

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich bin sehr dafür, dass wir gemeinnützigen Träger die  zweckentsprechende Verwendung unserer Mittel nachweisen und ich bin dafür, dass die Wirkung der eingesetzten Mittel überprüfbar gemacht  und transparent kommuniziert wird. Geeignete Messinstrumente hierfür gibt es – man kann sie auch in der sozialen Arbeit einsetzen. Aber mal im Ernst: Glaubt Ihr wirklich, dass diese vollkommen irre Sammlung von Daten, Zahlen, Prozentpunkten, Quoten und qm-Angaben in irgendeiner Weise geeignet ist, die Qualität und die Wirkung sozialer Angebote zu messen und zu bewerten? Und „by the way“: Wieviele Menschen sind eigentlich damit beschäftigt, diese schier unglaubliche Datenmenge zu ordnen, zu dokumentieren, auszuwerten und für politische Entscheidungsprozesse aufzubereiten? Hat jemand mal ausgerechnet was dieser Irrsinn kostet? Berlinweit? Bundesweit?

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Geschäftsführer-Tagebuch #2

Neues Jahr – neues Bündnis

Erwartungsgemäß gings gleich wieder richtig zur Sache in KW 2, meiner ersten „richtigen“ Arbeitswoche in diesem Jahr. Lange und gut genug vorbereitet hatte ich mich ja…. – wie Ihr HIER wahrscheinlich schon gelesen habt.

Zeit für neuesDie Woche war geprägt von langen Listen mit  Tagesordnungspunkten für die wöchentlichen Mitarbeiterbesprechungen und die ersten Gremien und Sitzungen in diesem Jahr. Herausstechend war neben der Redaktionssitzung des Blogs Jugendhilfe-bewegt-berlin.de beim DPW vor allem die gemeinsame Sitzung des Beirates und der Steuerungsgruppe Schule-Jugendhilfe im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Berlinweit wird versucht, durch Anpassung von Abläufen, Organisations-  und Arbeitsstrukturen und vor allem durch gemeinsame Projekte, die absurde Trennung (real und in den Köpfen der Beteiligten) der Bereiche Schule und Jugendhilfe zu überwinden. Noch allzu oft arbeiten beide Systeme parallel zueinander, ohne sich aufeinander zu beziehen. Vormittags „mein“ Kind in der Schule, nachmittags „dein“ Kind in der Jugendeinrichtung. Wenn Probleme „am Kind“ auftauchen und das Kind in der Schule auffällig wird, wird Jugendhilfe quasi als Reparaturbetrieb zur Hilfe gerufen. Das störende Kind wird schlimmstenfalls aus dem System Schule entfernt, gemeinsam mit den Eltern in professionellen Jugendhilfe-Settings bearbeitet und dann irgendwann repariert, zumindest therapiert, wieder dem Lernbetrieb zugeführt. Zugegeben: Das ist überzogen. Und ja: es gibt auch viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die auch jetzt schon den Blick „über den Tellerrand“ ihres Klassenzimmers wagen. Aber Fakt ist:  Strukturell und in den Haltungen der Beteiligten liegt da noch einiges im argen.

In Steglitz-Zehlendorf wächst zusammen, was zusammen gehört…

Steglitz-Zehlendorf ist da schon weiter als viele andere Bezirke – und nicht zu Unrecht blicken viele Akteure aus Berlin auf unseren Bezirk. Die Arbeit der Steuerungsgruppe Schule-Jugendhilfe und aller  am Prozess der Entwicklung und Umsetzung eines bezirklichen Rahmenkonzeptes beteiligten Organisationen, Verwaltungsabteilungen und Fachkräfte haben schon zu deutlichen Veränderungen und Fortschritten in der Zusammenarbeit geführt. In der gestrigen Sitzung nun, drückte sich das gemeinsame Verständnis der Zusammenarbeit und die miteinander entwickelte neue Haltung in einer Umbenennung des Bezirksprojektes aus: Wir sind jetzt das „Bündnis für Bildung“ – versehen mit dem Zusatz „vernetzen – kooperieren – mitmachen“. Das ist großartig – denn hier drückt sich ein vollkommen anderer – zeitgemäßer – Bildungsbegriff aus. Bildung ist viel mehr als die reine Wissensvermittlung in den Klassenräumen. Eine Binsenweisheit, aber immer noch nicht in allen Niederungen der Gesellschaft angekommen.

Bildung findet überall statt

Wir behaupten: Jeder Mensch hat das Recht – möglicherweise auch die Pflicht – das Beste aus seinem Leben zu machen. Den Prozess der Aneignung aller Fähigkeiten und Kenntnisse, die man dafür braucht, nennen wir Bildung. Hierbei spielt es überhaupt keine Rolle an welchem (Lern-) Ort Bildung erfolgt. Bildung findet statt in der Familie, in der Kita, im Freundeskreis, auf der Straße, auf dem Fussballplatz, im Shopping-Center. Wenn man Glück hat, auch im Klassenraum einer Schule….

Wenn Ihr Euch mehr für die Arbeit unseres bezirklichen Bündnisses für Bildung interessiert, empfehle ich Euch sehr, unseren Blog Schule-Jugend-SZ zu besuchen.

Ich freu mich riesig, an diesem Projekt in unserem Bezirk mitarbeiten zu dürfen. Aber das habt Ihr Euch wahrscheinlich schon gedacht. 😉

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KW 1: Allem Anfang wohnt ein Zauber inne….

Hermann Hesse hat recht. Natürlich. Etwas Neues zu beginnen, mit einem spannenden Vorhaben anzufangen, ein Projekt „auf die Schienen“ zu setzen… all das hat seine ganz eigene Energie, ist motivierend, ist inspirierend. Nach zwei Wochen Pause, Zeit der Entspannung, des Säge schärfens, der Planung und der Vorbereitung fühle ich mich wie ein Hund an der Leine, der endlich losrennen will. Voller Tatendrang und mit viel Lust auf die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen sehe ich meinem ersten regulären Arbeitstag im neuen Jahr – Montag ist es soweit – entgegen.

In meiner Jahreszielplanung stehen aufregende Vorhaben. Einige  sind schon sehr konkret (wir planen eine neue Kita; wir werden uns in einem Modellprojekt zur Weiterentwicklung sozialraumorientierter Jugendhilfe in verantwortlicher Rolle engagieren; in der .garage wird ein neuer Arbeitsbereich bzw. ein neues Projekt  in unserem Unternehmen  an den Start gehen – „die .anders-berater“, eine Unternehmensberatung speziell für Non-Profit-Organisationen aus dem Sozial- und Umweltbereich und für die „Kreativszene“.)

Und zum Ende des Jahres wird mein Buch erscheinen, das sich  dem – mal mehr oder weniger spannenden – Alltag sozialer Unternehmen und Organisationen widmet.

Darüber hinaus habe ich beschlossen, mich ein bisschen mehr mit interessanten Ansätzen und Projekten und  Initiativen ausserhalb meiner gewohnten „Arbeits-Blase“ zu beschäftigen. Zwei Themen die mich besonders interessieren: Social-Franchise-Systeme und Offener Projekttransfer (hierzu hatte ich ja schon eine Leseempfehlung geblogt).Mittlerweile habe ich via Twitter Leute gefunden, die an diesem Thema schon länger arbeiten…. das reizt mich doch sehr.

Über meine Fortschritte, Rückschritte, Erfolge und Misserfolge werde ich weiter in diesem Geschäftsführer-Tagebuch berichten. Ich freue mich auch im neuen Jahr über Kommentare, Kritik, Anregungen und sonstige Rückmeldungen … und ganz besonders natürlich, wenn Ihr dieses Blog durch tatkräftiges „teilen“ und empfehlen unterstützt.

Bevor es denn so richtig weitergeht mit dem Tagebuch möchte ich aber noch um eine kurze Rückmeldung bitten! Ich habe unterschiedliche Feedbacks bekommen zu meiner Form der Ansprache: Es gab ein paar Mails von Leuten, die es unangemessen und unpassend finden, dass ich hier alle mit „Du“ anspreche. Wie seht Ihr das? Eigentlich finde ich das angenehmer… andererseits kennen wir uns ja nicht 😉

Eure Teilnahme an der unten stehenden kleinen Umfrage könnte für Klarheit und Orientierung sorgen….. Vielen Dank schon mal dafür!

Wertschätzung – (ein) Schlüssel zum Erfolg….

Ich schätze das ungeheure Engagement meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Stadtteilzentrum Steglitz e.V., egal ob es sich um die KollegInnen an der pädagogischen „Front“ oder um die Leitungskräfte unseres Vereins handelt. Sie leisten tagtäglich hervorragende Arbeit – teilweise trotz schwieriger Rahmenbedingungen (die leider durch uns kaum veränderbar sind). Ich lasse nicht nach, diese Wertschätzung auch oft und gezielt zum Ausdruck zu bringen – denn ich möchte, dass „meine“ Leute wissen, wie sehr ich ihre Arbeit schätze. Und ich hoffe immer, dass diese Botschaft bei den Kolleginnen und Kollegen auch immer wieder ankommt.

Auf der Website des Stadtteilzentrums hat ein Kollege nun einen Beitrag veröffentlicht, über den ich mich sehr gefreut habe, weil er belegt, dass diese Wertschätzung in unserem Verein auf Gegenseitigkeit beruht. Wohl keine Selbstverständlichkeit, wenn ich mir anschaue, wie es so in dem einen oder anderen Unternehmen zugeht…..

Unter anderem schreibt Sebastian Unger: „Die Partizipation von Mitarbeiter_innen bei der Entwicklung des Trägers sowie der einzelnen Projekte, gemeinsame Erlebnisse wie ein Mitarbeitertag, der ebenfalls dem gegenseitigen Kennenlernen und dem positiven Miteinander dient, sind hierfür die tragende Säulen beim Stadtteilzentrum Steglitz e.V.. Es geht hierbei natürlich immer um mehr als nur den gemeinsamen Spaß. Es geht um Identifikation und gegenseitige Wertschätzung sowie schließlich auch um gemeinsamen Erfolg. Dieser ist maßgeblich davon abhängig, wie wohl sich Mitarbeiter_innen in einem Unternehmen bzw. ihrem Team fühlen. Unter anderem nach solchen Kriterien entscheidet sich, ob es einem Unternehmen gelingt, gutes Personal langfristig an sich zu binden. Das heißt – drastisch verknappt – dass jede Maßnahme, mit der wir unser Wohlbehagen und das Wir-Gefühl am Arbeitsort steigern immer auch eine positive wirtschaftliche Auswirkung hat.“

Den ganzen Beitrag findet hier Ihr H I E R (anklicken!!) – sehr lesenswert…..

Wie wird in Euren Unternehmen und Organisationen Wertschätzung „gelebt“? Woran erkennt Ihr, dass Eure Arbeit gewürdigt und gewertschätzt wird?

KW 52: statt eines Wochenrückblicks… der Master-Review

Seit einer Woche habe ich frei. Weihnachten sei dank. Daher gibt es in dieser Woche auch keinen Wochenrückblick in meinem Geschäftsführer-Tagebuch. Das heisst natürlich nicht, dass ich Rückblick-technisch untätig bin. Ganz im Gegenteil. Ich nutze die Zeit zwischen den Jahren immer sehr intensiv für meinen „Master-Review“. Kenner der Materie wissen, dass dieses Tool ein wesentliches Element des Selbstmanagement-Konzepts „GTD“  von David Allen ist. Und viele  von Euch wissen, dass ich ein leidenschaftlicher „GTD´ler“ bin.

Wie sieht mein Master-Review konkret aus?

Zunächst einmal sehe ich meine persönliche „Liste meiner Erfolge“ und der Erfolge der von mir geleiteten Unternehmen / Organisationen und Projekte an. Da kam in diesem Jahr 2013 einiges zusammen: Eröffnung unserer dritten Kita, Eröffnung eines Familienstützpunktes, Beteiligung an spannenden Modellprojekten im Bezirk, neue Produkte in der .garage berlin, Fertigstellung und Präsentation  eines Buches, an dem ich mitgewirkt habe… u.v.m…… ! Diese „Liste der Erfolge“ ist ein „Heiligtum“ – denn sie rückt meine Wahrnehmung zurecht: Im Arbeitsalltag bin ich häufig mit den Themen und Fragestellungen befasst, die nicht so reibungs- und problemlos laufen; viele Sachen gehen schief oder werden be- und  verhindert. Der Blick auf meine „Liste der Erfolge“ relativiert die „negative“ Wahrnehmung und wirkt auf mich motivierend. Arbeiten ist immer beides: gewinnen und verlieren, erfolgreich sein und Misserfolge aushalten, Hochdruck und Entspannung. Auf die Balance kommt es an. Ungleichgewicht in die eine oder die andere Richtung kann man / kann  ich immer für eine bestimmte Zeit gut aushalten…. dauerhafte Schieflagen sind aber kräftezehrend und zermürbend. Der Rückblick auf ein ganzes Jahr rückt hier auch die zeitliche Dimension bestimmter Phasen in ein realistisches Licht.

Foto (c): Fotolia

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Immer am Ende des Jahres stelle ich auch fest, dass ich an zu vielen Projekten beteiligt bin und  an zu vielen Themen, an zu vielen „offenen Enden“ gleichzeitig arbeite. Ich neige dazu, immer neue Aufgaben anzunehmen. Interessante und herausfordernde Aufgaben üben eine magische Anziehungskraft auf mich aus. Ich kann nicht „Nein“ sagen, wenn der Job, das Projekt spannend aussieht und persönliche und/oder berufliche Weiterentwicklung verspricht. Daher ist der zweite Schritt meines Master-Reviews eine Mischung aus Rückblick und Vorausplanung: Ich sehe mir jeden (!) Job, jedes (!) Projekt an dem ich beteiligt bin, jedes (!) „offene Ende“ an und prüfe a.) ob mich das Thema noch interessiert bzw. noch aktuell und wichtig ist und ich weiter daran arbeiten möchte oder ich b.) die Aufgabe aufgeben (schöne Wortkombination… 😉 ) und/oder jemand anders anvertrauen kann oder c.) sich das Thema vielleicht schon vollkommen verändert oder „überlebt“ hat und es gar nicht mehr bearbeitet werden muss. Gerade Variante c.) ist immer wieder ein „Aha-Erlebnis“: Wenn Du plötzlich feststellst, dass Du bestimmte Aufgaben eigentlich nur noch machst, weil Du Dich so schön  an die Aufgabe gewöhnt hast – obwohl diese eigentlich im Laufe der Zeit vollkommen überflüssig und sinnlos geworden ist. Zum Glück kommt das bei meinen Aufgaben nicht sehr häufig vor – allerdings tritt das Phänomen bei der Überprüfung von Sitzungs- und Gremien-Teilnahme erschreckend oft auf….

Das „aussortieren“ erfolgt übrigens nicht nur im Bereich der Aufgaben und Verpflichtungen. Fast automatisch passiert es „nebenbei“, dass es mir ein  dringendes Bedürfnis wird, mich von „Zeugs“ zu trennen. Dinge in der physischen Welt, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, Dinge, die ich mir gekauft, dann aber schnell das Interesse oder den Gefallen verloren habe. Kram der alles verstopft. Am Ende des Jahres schmeisse ich unglaublich viel weg oder verschenke Sachen, die vielleicht für andere noch einen Nutzen haben.

Alles was in diesem Check „rausfliegt“ macht Platz für neues. Das ist der dritte Teil meines „Master-Reviews“: Ausschau halten, in mich gehen, die Welt beobachten und entscheiden: Womit will und werde ich mich im nächsten Jahr verstärkt beschäftigen. Wo gibt es Chancen und Risiken, um die ich mich kümmern will?  Welche Entwicklungen und Projekte will ich befördern? Wo will ich mich engagieren? Und Wie?
Auch diese Liste überprüfe ich, unterziehe sie einem „Realitätscheck“. Dabei hilft mir mein Jahreszielplan (dessen Grobgerüst schon seit Ende November steht) und dabei hilft die „Liste meiner Hauptaufgaben“? Auf der „Liste meiner Hauptaufgaben“ stehen die Aufgaben und Verpflichtungen, die sich aus meiner Tätigkeit als Geschäftsführer zwangsläufig ergeben. „Für was genau leisten sich Stadtteilzentrum Steglitz und .garage berlin einen Geschäftsführer?“ Auf dieser Liste steht die Antwort…… Aus diesen definierten Hauptaufgaben und aus meinem beruflichen und persönlichen  Zielen ergeben sich meine Prioritäten, die im letzten Teil meines Master-Reviews zu einem Arbeitskonzept, zu einem Handlungsleitfaden für das neue Arbeitsjahr zusammengeführt werden.

Für mich ein unverzichtbarer Teil meines Selbstmanagement-Konzepts und meiner Arbeitsorganisation. „Zwischen den Jahren“ – für mich die wichtigste Zeit des Jahres.