Wem gehört der Verein?

Am Freitag hatte ich in meinem Logbuch-Eintrag ganz am Ende kurz und ohne großartige Hintergrundinformation die Frage gestellt, wem eigentlich ein Verein „gehört“. Vielen Dank für die Rückmeldungen (v.a. bei Twitter).

Die Frage nach den Eigentümer*innen ploppte bei uns im Rahmen der GWÖ-Bilanzierung auf. Zum besseren Verständnis der mich umtreibenden Frage möchte ich hierzu noch ein paar Infos nachtragen……

Im Rahmen der Erstellung unserer ersten Gemeinwohlbilanz diskutieren und bearbeiten wir in unserer Backup-Gruppe verschiedene Bilanzbereiche, die dann von zwei Kolleg*innen in Berichtsform gebracht und dann in der Peer-Group beim Forum GWÖ eingebracht werden. Unsere Selbsteinschätzungen zu den Fragen in den jeweiligen Bilanzbereichen werden in der Peer-Group hinterfragt, diskutiert, manchmal bestätigt, manchmal korrigiert. Relativ häufig scheinen wir mit unserer Selbsteinschätzung richtig zu liegen.

Einen Dissens gab / gibt es zu unseren Antworten im Bilanzbereich B4 „Eigentum und Mitentscheidung“. Die für die Bewertung zugrundeliegenden Kriterien haben bei uns für Diskussionen gesorgt:

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GF-Logbuch #21: Neues aus dem Stadtteilzentrum

Heute wird überall in Europa der „Tag der Nachbarn“ gefeiert. Nachbarschaftszentren und -projekte nehmen diesen Tag zum Anlass für Aktionen, die das Miteinander in Kiez befördern wollen und Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und Mitmachen bieten. Auch bei uns im Stadtteilzentrum in Steglitz.

Eine Übersicht aller in Berlin stattfindenden Projekte und Aktionen findet Ihr auf der Seite des Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit // Fachverband für Nachbarschaftsarbeit: Das Fest der Nachbarn (das-fest-der-nachbarn.de)

Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. ist heute mit zwei besonderen Aktionen dabei gewesen, die erfreulicherweise (unter Einhaltung strenger Sicherheits- und Hygienevorschriften) endlich mal wieder in Präsenz stattfinden konnten: Im Garten hinter dem Nachbarschaftszentrum Gutshaus Lichterfelde waren Nachbar*innen eingeladen von 10.00 bis 13.00 Uhr gemeinsam ein Transparent mit Statements gegen Hass und Rassismus zu beschriften. Dieses Transparent wird später gut sichtbar vor dem Haus ausgehangen. Wir wollen damit ein klares Zeichen setzen. Gäste mit „multinationalen Hintergrund“ machten während dessen verschiedene Angebote.

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„….die teuerste und sicher demotivierendste Art zu sparen!”

Berliner Senat plant Streichung der Mittel für Integration von Geflüchteten. Ein fatales Signal!

Der Berliner Senat stellt seit 2016 Mittel bereit, um in der Stadt eine Struktur von Projekten und Unterstützungsangeboten zu entwickeln, die die Integration von Geflüchteten begleiten und befördern sollen. Auch in Steglitz-Zehlendorf sind solche Angebote entstanden: Kontaktstellen für Integration, Sprach-Cafes, Beratung bei der Arbeitsplatz- und Ausbildungssuche, Vermittlung von Wohnraum.Angebunden an nachbarschaftliche Strukturen tragen diese Angebote wesentlich dazu bei, dass Integration und Teilhabe von Geflüchteten und ein gutes nachbarschaftliches Miteinander von Neu- und Alt-Berliner*innen gelingt. Nach dem Willen des Berliner Finanzsenators soll damit Ende 2021 Schluss sein. Fachleute und Integrationspolitiker*innen laufen dagegen Sturm.

Die Beauftragte des Senats für Integration und Migration fordert den Erhalt und die Verstetigung dieser Strukturen und Angebote. In einer gestern veröfffentlichten Pressemitteilung schreibt sie: „Berlin wird als Metropole auch in Zukunft von Migration geprägt sein. Zentrale integrationspolitische Errungenschaften der Legislatur dürfen nicht kurz vor der Wahl eingestampft werden. Der Integrationsfonds in den Bezirken hat sich als erfolgreiches Instrument bewährt. Allein im letzten Jahr wurden 262 Projekte finanziert. Sie sind für uns wichtige Anker, um auch während der Pandemie Menschen aus verschiedenen Communities zu begleiten.“

Liebe Politiker*innen, die Ihr das lest: Helft mit, diese Strukturen zu erhalten und im Rahmen einer Regelförderung auch für die Zukunft weiter abzusichern. Ludgar Lemper von der KulturMarktHalle e.V. und Hardy Schmitz von der Ulme35 haben Recht, wenn sie schreiben: „Diese bürgerschaftlich breit getragenen, innovativen Plattformen ehrenamtlicher Arbeit würden durch einen Wegfall der Finanzmittel nachhaltig zerstört. Reine Projektförderung muss hier ¬¬– im Gegensatz zu den Plänen des Finanzsenats – in weitgehend strukturelle Förderung umgewandelt werden. Die geplante Streichung wäre die teuerste und sicher demotivierendste Art zu sparen!”

DIe gesamt Pressemitteilung der Berliner Integrationsbeauftragten gibt es >> H I E R <<

Die Kontaktstelle Integration des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. stellt sich >> H I E R << vor.

Bitte unterstützt das Anliegen zur Rettung der Integrationsarbeit in Berlin: teilt diesen Beitrag, sprecht mit Euren Abgeordneten, unterstützt Aufrufe und Petitionen! Danke!

Erklärung Berliner Träger aus dem Sozialen Bereich

Eine große Anzahl von Berliner Vereinen, Verbänden und Projekten hat die nachfolgend dokumentierte Erklärung gegen rechte Hetze und Verschwörungserzählungen veröffentlicht. Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. gehört zu den Erstunterzeichnern dieser Erklärung. Wir sind parteipolitisch neutral – wenden uns aber engagiert und lautstark gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz. Bitte unterstützt diese Erklärung und teilt sie massenhaft. #lautgegenrechts

Gegen rechte Hetze und Verschwörungserzählungen

Im Jahr 2021 stehen mit der Wahl des Abgeordnetenhauses, der Bezirksverordnetenversammlungen und der Bundestagswahl wichtige Ereignisse bevor. Ihre Ergebnisse werden Einfluss haben auf das respektvolle, demokratische und menschenrechtsorientierte Zusammenleben in Berlin.
Im Wahlkampf werden politische Positionen verstärkt und oft polarisierend ausgetragen. Der Wettstreit der Meinungen und Positionen findet aber nicht im luftleeren Raum statt. Eine demokratische Kultur setzt auch Grenzen. Und zwar da, wo Menschengruppen herabgewürdigt, Geschichte geleugnet, Verbrechen verharmlost oder andere diskriminiert werden.


Mit Sorge beobachten wir, dass gerade in Wahlkampfzeiten die Würde und Gleichheit aller immer wieder missachtet wird: Rassistische und diskriminierende Klischees werden bedient, Hetze gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen verbreitet und u.a. das Recht auf Selbstbestimmung der sexuellen Identität oder Lebensweise in Abrede gestellt. Auch sexistische, frauenfeindliche und antifeministische Äußerungen sind alltäglich.
In der Berliner Alternative für Deutschland (AfD) bestimmen Vertreterinnen der extrem rechten Parteiströmung „Der Flügel“ den Kurs aktiv mit, auch wenn dieser offiziell als aufgelöst gilt. Durch rassistische und geschichtsrevisionistische vermeintliche „Tabubrüche“ finden so extrem rechte Positionen ihren Weg in öffentliche Debatten. Die Folge: Menschenverachtende Positionen werden immer offener vertreten – nicht nur von Parteienvertreterinnen.

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im Visier der AFD

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Es ist eine Entwicklung, die uns besorgt machen muss. Deutschlandweit zieht die AFD gegen freie Träger und ihr politisch unliebsame Projekte und Initiativen ins Feld und versucht Druck und Verunsicherung bei den Akteuren im Bereich des zivilgesellschaftlichen Engagements aufzubauen. Dafür nutzt und mißbraucht sie gern parlamentarische Instrumente, um Verleumdungen, Gerüchte und (falsche) Anschuldigungen in die Welt zu setzen, die sie dann selbst zum Gegenstand der politischen Debatte hochstilisert.

Das „Berliner Register zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle in Berlin“ fasst diese (bundesweite) Strategie zusammen: „Mit steigender Tendenz stellt die AfD (…..) große und kleine schriftliche Anfragen, in denen sie die Förderung und Ausrichtung freier Träger, Stiftungen, Gewerkschaften und politischer Initiativen hinterfragen. Dahinter steckt eine sehr perfide Strategie: Durch Unterstellungen, falsche Behauptungen (…) soll demokratiefördernde Arbeit diffamiert und generell infrage gestellt werden.“ (Quelle: Alternative für Deutschland (AfD) | Berliner Register (berliner-register.de))

Dieses Vorgehen stellt soziale und zivilgesellschaftliche Organisationen vor vielfältige Herausforderungen. Zum einen müssen sie sich in ihrer Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation zu absurden und ideologisch begründeten Anfeindungen erklären und gehen dabei das Risiko ein, diesen Angriffen zusätzliches Gehör zu verschaffen, zum anderen tragen Diffamierungen und Unterstellungen Unruhe in Organisationen und deren Belegschaften und säen Unsicherheit und Ängste. Denn häufig wird von der AFD gefordert, Förderungen und Zuschüsse für demokratiefördernde Projekte zu überprüfen und zu stoppen.

Ein Sozialarbeiter aus dem sächsischem Grimma berichtet gegenüber der linken Zeitung „neues deutschland“ : „Den Druck, den die AfD mit Anfragen und Anträgen aufbaut, für die Organisationen ihre Arbeit erklären sollen, um Finanzierungen zu behalten, »merkt man bei vielen Trägern«, sagte Burdukat. In Grimma würden sich Sozialarbeiterinnen und freie Träger zurücknehmen und sich nicht gegen die AfD positionieren, berichtete er. »Das ist traurig, aber verständlich, wegen des Drucks der finanziellen Kürzung. “

Beim Paritätischen Gesamtverband wurde vor diesem Hintergrund bereits eine Beratungs- und Anlaufstelle für betroffene Träger und Initiativen ins Leben gerufen. „Beratung gegen Rechts“ stellt den betroffenen Projekten neben Beratungsleistungen auch Handlungshilfen, Fortbildungen und regionale Ansprechpartner*innen  zur Verfügung.

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.garage 2.0: nur wer sich verändert, bleibt sich treu…..

Die .garage berlin hat sich im Laufe der Jahre auf vielfältige Art und Weise verändert und sich immer wieder selbst neu erfunden. Denn natürlich unterliegt auch die .garage Marktgegebenheiten, muss sie sich anpassen, erlebt sie, wie jede andere Gründung auch, mal ein Tief. Wie reagiert man darauf? Was hat sich verändert?
Hierzu hat mich Jeannette Hagen im Dezember 2019 interviewt. Das Interview erschien zuerst auf der Website der .garage berlin (www.garageberlin.de).
Und da ich hier demnächst mehr über die „neue .garage“ im Jahr 2021 berichten werde, möge dieser Archivbeitrag als Einführung bzw. Hintergrundinformation verstanden werden.
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1.Thomas, wir haben vor sechs Jahren das Buch „Das Prinzip .garage“ herausgegeben, in dem wir 10 +1 Gründergeschichten erzählt haben. Bis auf die Gründer, die von ihrem Scheitern berichtet haben, sind alle Unternehmer*innen noch am Markt. Ist das auch ein Verdienst der .garage?

Nein. Das ist ein Verdienst der Gründerinnen und Gründer. Sich selbständig zu machen, ein eigenes Geschäft aufzumachen ist leicht. Das kann jede und jeder. Aber durchhalten, sich  behaupten, Krisen überstehen, sich am Markt etablieren – da trennt sich die Spreu vom Weizen. Erfolg ist vor allem auch eine Folge von Durchhaltevermögen, Disziplin und Optimismus. Wenn wir durch unser Coaching in der .garage gut auf diese bevorstehende Herausforderung und das Abenteuer Selbständigkeit vorbereiten konnten, sind wir zufrieden und glücklich. Arbeiten müssen Gründerinnen und Gründer selbst – und das nicht zu knapp. Aber Fleiß und Ausdauer werden belohnt – wie bei jedem Langstreckenlauf …

2. Wie wir im letzten Beitrag schon angedeutet haben, hat auch die .garage Berlin so einige Täler durchqueren müssen, um als Unternehmen zu bestehen. Was war die größte Hürde? Und wie habt Ihr sie gemeistert?

 

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GF-Tagebuch: besser werden!

Image by mohamed Hassan from Pixabay

Es gilt als Binsenweisheit, dass jedes Unternehmen – egal, ob „klassisches“ gewinnorientiertes oder am Gemeinwohl orientiertes gemeinnütziges (Sozial-) Unternehmen – für einen einzigen Zweck gegründet wurde: die Erfüllung und Befriedigung von Bedürfnissen seiner Kunden*innen. Wenn diese Bedürfnisse nicht (mehr) befriedigt werden (also die Angebote / Produkte nicht das halten, was sie versprechen oder aus der Zeit gefallen sind, weil sich die Welt verändert hat, wenden sich Kund*innen ab und das Unternehmen / die Organisation muss sich einiges einfallen lassen, um sie zurückzugewinnen oder es muss sich vollkommen neu am Markt zu positionieren.

Sowas kann mitunter ziemlich schnell gehen, wie man z.B. am Beispiel Nokia sehen kann: Nokia war mal Weltmarktführer, was Mobiltelefone angeht….. dann kam Apple mit dem iPhone. Mittlerweile kenne ich keinen einzigen Menschen mehr, der ein Nokia-Tastentelefon hat. Ihr?

Warum schreib ich das? Weil die Gesetzmäßigkeiten des „Marktes“ natürlich auch für uns im sozialen Bereich gelten. Die „Erfolgsstory“ des Stadtteilzentrums begann z.B. mit dem Niedergang des altehrwürdigen „Nachbarschaftsheim Steglitz e.V.“, das nach Kriegsende bis 1998 im Gutshaus Lichterfelde aktiv war, dann aber (fast) sang- und klanglos von der Bildfläche verschwand, weil die Protagonisten seinerzeit nicht bereit waren, sich der Entwicklung der Stadtteilarbeit in Berlin zu stellen und ihre Angebote weiterzuentwickeln. Ähnlich erging es einigen Organisationen, die ich kenne…… ich will aber gar nicht allzu tief in „historische Vorgänge“ einsteigen. Ihr kennt wahrscheinlich selbst genug davon….

„Wer aufhört besser werden zu wollen, hört auf gut zu sein.“

Das Stadtteilzentrum Steglitz zeichnet sich u.a. auch dadurch aus, dass es „immer in Bewegung“ ist. Wir haben nie aufgehört, uns weiterzuentwickeln, Arbeitsweisen und Strukturen anzupassen, uns um neue Themen und Projekte zu kümmern – immer mit einem direkten Ohr „am Markt“. Wie entwickeln sich Probleme und Bedarfslagen im Bezirk? Wo ploppen neue Herausforderungen (und Chancen) auf? Wie können wir den Menschen, für und mit denen wir arbeiten, noch besser gerecht werden, ihnen ein noch besseres Angebot machen. Diese Dynamik mag aus der Ferne betrachtet „unruhig“ oder nach „operativer Hektik“ aussehen – ich halte sie aber für ein ausgezeichnetes Qualitätsmerkmal unserer Arbeit. Gerade auch in der Pandemie haben wir es geschafft, uns ruckzuck auf die sich verändernden Bedingungen einzustellen, wir haben neue Angebote und neue Formate für alte Angebote entwickelt, ganz neue Projekte sind entstanden. Und schon oft habe ich von Außenstehenden aus Verwaltung und Politik im Bezirk den Satz gehört „Wenn es ein Problem im Bezirk gibt, dann wende dich ans Stadtteilzentrum – wenn die sich der Sache annehmen, dann wird daraus auch was.“

Die Qualität unserer Arbeit ist hoch – aber darauf dürfen wir uns nie ausruhen. Weil: siehe oben.

Und damit sind wir beim Stichwort „Qualität“ angekommen :-). Christiane, unsere neue Qualitätsmanagementbeauftragte, hat die Aufgabe übernommen, uns alle im Stadtteilzentrum in dem Prozess der „kontinuierlichen Verbesserung“ unserer Arbeit zu begleiten.  Wobei es uns hier nicht darum geht, unsere Arbeit in irgendwelche formalen Abläufe zu pressen, die unsere Kreativität, unsere Lust und unser Engagement in DIN-ISO Standards zwingt – es geht vielmehr darum, für uns selbst und für die Teams, in denen wir arbeiten, eigene Kriterien und eine Messlatte zu formulieren, anhand derer wir frühzeitig erkennen, ob das, was wir tun, noch das Richtige ist – und ob wir das dann auch richtig (oder sogar bestmöglich) tun. Wir wollen diesen Prozess im Verein gemeinsam „agil“ gestalten – also keine restriktiven Vorgaben von „oben“, was das Ergebnis betrifft, stattdessen selbstorganisierte Entwicklung von Qualitätsstandards und -zielen – und eine kollegiale und auf gemeinsames Lernen ausgerichtete Zusammenarbeit zwischen Teams, Leitungen, QMB und Geschäftsführung.

Wir wissen, dass gute Leistung (im Sinne von „Erfüllung von Kunden-/Klientenbedürfnissen“) nur mit zufriedenen, motivierten und engagierten Mitarbeitenden möglich ist. Die Arbeitsbedingungen und die Kultur der Zusammenarbeit im Stadtteilzentrum müssen richtig gut sein, damit die Qualität der Ergebnisse unserer Arbeit richtig gut ist.

Daher wird der Prozess des neuen Qualitätsmanagements im Stadtteilzentrum mit einer Umfrage zur Mitarbeitenden-Zufriedenheit beginnen. Die Ergebnisse werden dann im Anschluss natürlich auch vereinsintern veröffentlicht und diskutiert. Wir vermuten, dass sie ein wesentlicher Baustein für die Weiterentwicklung des Stadtteilzentrums sein können! Als nächstes folgen dann Workshops in allen Teams, die  aktuell mit den Bereichsleitungen abgestimmt und vorbereitet werden.

Einen kurzen Einblick in das Thema „Agiles Qualitätsmanagement“, liefert das interessante Video,  das Benedikt Sommerhoff von der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) auf youtube veröffentlicht hat:

 

Welche Erfahrungen habt Ihr in Euren Organisationen mit agilen QM gemacht? Was würdet Ihr mir / uns an Tipps und Ratschlägen mit auf den Weg geben? An einem regen Erfahrungsaustausch wäre ich sehr interessiert 🙂 !

wollen – können – dürfen

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Lange Zeit hatte ich das Gefühl, dass das Stadtteilzentrum irgendwie mit „angezogener Handbremse“ fährt. Oft dachte ich, dass wir irgendwie unter unseren Möglichkeiten bleiben und dass sich irgendwie sowas wie „Mehltau“ über einige unserer Projekte und Prozesse gelegt hat. Die wiederholte Verwendung des Wortes „irgendwie“ deutet darauf hin, dass es ein eher diffuses, schwer greifbares Gefühl, eine verschwommene Wahrnehmung war. Vor rund zwei Jahren haben wir angefangen, uns mit Unternehmenskultur und agiler Organisationsentwicklung zu befassen und Dinge zu ändern. Und schon jetzt habe ich das Gefühl, dass sich bei uns ganz schön was bewegt und verändert hat. Und wir sind noch lange nicht fertig sind. Aber im Kontext von Organisationsentwicklung ist „fertig“ sowieso kein brauchbares Konzept.

Im März 2019 haben wir angefangen uns mit Laloux und seinem Werk „Reinventing Organizations“ zu befassen. Zunächst im Arbeitsbereich Kitas unseres Vereins…. und dann nach und nach (ohne dafür explizit einen definierten Prozess aufzusetzen) auch in anderen Bereichen des Stadtteilzentrums. Viele von uns waren im Laufe der Jahre an einen Punkt gekommen, an dem sich mehr oder weniger stark das Gefühl breit machte, dass die vorhandenen Strukturen nicht mehr richtig passen für die vielen neuen Anforderungen und neuen Herausforderungen. Es gab eine relativ deutliche Diskrepanz der Wahrnehmung der Organisation zwischen der Leitungsebene und den Mitarbeitenden an der Basis. Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen im Verein war relativ formal geregelt. Wir glaubten, die Abläufe und Prozesse im Stadtteilzentrum über Handbücher mit recht kleinteiligen Vorgaben, wie bestimmte Dinge abzulaufen haben, ausreichend gut gestalten zu können. Das gelang nur ansatzweise. In bestimmten Bereichen sorgten diese formalen Regelungen für Klarheit  und Sicherheit  (was immer dann, wenn es z.B. um die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen geht, nicht zu unterschätzen ist) . Aber sie prägten auch ein Verständnis einer bestimmten Unternehmenskultur, wonach „oben“ alles regelt, was „unten“ zu beachten und umzusetzen ist – verbunden mit den notwendigen Folgejobs in Bezug auf Kontrolle der Einhaltung dieser Regeln und der Frage, wie man mit „Regelverstössen“ umgeht. In meiner Wahrnehmung führte die Art und Weise, wie ich (und andere Leitungskräfte) die Organisation führten, dazu, dass wir unsere „PS“ als Stadtteilzentrum nicht wirklich „auf die Straße“ gebracht haben. Wir haben zwar sehr viele Dinge sehr gut gemacht und konnten auch viele Erfolge „einfahren“ – aber die Stimmung war oft gedämpft, die Energie im System eher gebremst, unsere einstmals „legendäre“ AG-Kultur dümpelte recht müde vor sich hin…..

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Wann kommt das Impfangebot für Erzieher*innen?

Image by Alexandra_Koch from Pixabay

Wieder geht eine Woche zu Ende – und den meisten von uns im Verein steht ein entspannendes Wochenende bevor, nachdem es am letzten Wochenende ja rund um die Uhr um die Vorbereitung des Notbetriebes in den Kitas ging und auch die anderen Projekte sich auf zahlreiche neue Vorgaben und Bestimmungen einzustellen hatten.  Wir können die Wochenendpause also  alle gut gebrauchen – die Zeiten sind anstrengend und kräftezehrend und  die Arbeitssituation hat sich für alle rund 260 Kolleg*innen im Stadtteilzentrum Steglitz in letzter Zeit wieder erheblich verändert.

Da wo es möglich ist, verlegen wir die Arbeitsplätze selbstverständlich ins HomeOffice, was aber bei uns naturgemäß nur im administrativen bzw. im Verwaltungsbereich geht. Die pädagogische Arbeit lässt sich aus naheliegenden Gründen nicht ins heimische Büro verlegen. Wir, die wir im HomeOffice arbeiten können, wissen es sehr zu schätzen dass wir hierdurch das Infektionsrisiko für uns und für andere Menschen stark reduzieren können. Und es fühlt sich nicht sonderlich gut an, sich selbst in „Sicherheit“ zu wähnen, während die Kolleg*innen an der „Front“ diese Möglichkeit für sich selbst nicht in Anspruch nehmen können und daher einem höheren Risiko ausgesetzt bleiben.

Eine Untersuchung der Krankenkassen hat ergeben, dass Erzieher*innen zu den am stärksten von Corona-Infektionen betroffenen Berufsgruppen gehören. Hierzu gab es neulich auch einen sehr interessanten Bericht im rbb  (Krankenkassen: Erziehungsberufe am stärksten von Coronavirus betroffene Gruppe | rbb24 ) Vor diesem Hintergrund begrüßen und unterstützen wir den Vorstoß des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sehr, Erzieher*innen bevorzugt und schnellstmöglich ein Impfangebot zu machen.

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Neues aus der .garage

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Wie die meisten von Euch wissen, bin ich nicht „nur“ einer der Geschäftsführenden im Stadtteilzentrum Steglitz e.V., sondern auch geschäftsführender Gesellschafter der .garage berlin GmbH. Die .garage gibt es seit  2006, die ersten drei Jahre war sie Projekt im Stadtteilzentrum, bevor sie 2009 in eine eigene GmbH ausgegründet wurde. Sie versteht sich als Sozialunternehmen mit dem Ziel,  Menschen darin zu begleiten ein selbstverantwortliches Leben als Selbständige / Freiberufler*innen / Unternehmer*innen zu leben. Besondere Leidenschaft entwickeln wir bei Gründungen und der Begleitung von sinnstiftenden Unternehmen und Organisationen. Zukünftig möchte ich in meinem Geschäftsführertagebuch ab und an auch mal aus der .garage berichten. Ich vermute, Ihr seid einverstanden 😉 

Der Lockdown im letzten Jahr hat die .garage heftig getroffen. Von einem Tag auf den anderen waren unsere AVGS-finanzierten Gründungscoachings „verboten“ – und es hat eine Weile gedauert, bis wir die Erlaubnis hatten, auch Online-Coachings anzubieten und durchzuführen. Nach einigen „Vorbehalten“ und Berührungsängsten einiger Gründer*innen und einiger Coaches hat sich unser Online-Angebot aber im Laufe der Zeit gut etabliert. Mittlerweile bieten wir die Coachings und Gründungsberatungen sowohl analog als auch online, sowie in „Hybridform“ an. Corona war unser  Digitalisierungsbooster…….- und da stehen wir ja nicht allein da.

Die Zeit des Lockdowns und der pandemiebedingten Einschränkungen haben wir – ein unglaublich motiviertes und engagiertes Leitungsteam und ein Team von fantastischen Öffentlichkeitsarbeiter*innen  – genutzt, um an unserer Strategie, unseren Produkten und Angeboten und an der Weiterentwicklung unserer Unternehmensausrichtung und -kommunikation zu arbeiten. Nebenbei sind wir noch umgezogen – aus dem beschaulichen Friedenau ins anregende Neukölln. Die Arbeit des letzen Jahres hat den Spirit, die Kultur der .garage  enorm beeinflusst und positiv geprägt. Die .garage heute ist eine komplett andere als die .garage in den Jahren davor. Und auch, wenn wir die „Durststrecke“ noch nicht wirklich überwunden haben, bin ich doch mächtig stolz und ein bisschen aufgeregt wegen der Dinge, die da grad passieren.

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