Johari, Augenhöhe und die Sache mit der Leine…..

GF-Tagebuch #29

Das war eine  merkwürdige Woche…. am Montag nach dem Titelgewinn war ich kaum zu gebrauchen. Nach einer langen Nacht auf dem Kudamm hatte ich gleich um 9.00 Uhr und um 11.oo Uhr wichtige Termine, die ich müde, aber als frischgebackener „Weltmeister“ ganz pflichtbewusst wahrgenommen habe… ;-). Diese Termine passten (ohne dass es geplant war ganz gut zu meinem Tagebuch-Eintrag der letzten Woche. Es ging  um Fragen der Mitarbeiterführung, um Augenhöhe und „lange“ oder „kurze Leinen“….. )

© Rafal Olechowski - Fotolia.com

© Rafal Olechowski – Fotolia.com

Wichtig waren diese Termine im Sinne von „Standortbestimmung“. Thema beider Termine war in gewisser Weise der Abgleich zwischen Innen- und Aussenwahrnehmung des Unternehmens, Selbst – und Fremdwahrnehmung der beteiligten Personen. (siehe hierzu auch: das Johari-Fesnster) Und wieder einmal habe ich – zumindest beim ersten Termin des Tages – festgestellt, dass ein kritisches, ehrliches, konstruktives und solidarisches Feedback unglaublich wertvoll und hilfreich ist. Im konkreten Fall hat mir dieses Feedback geholfen, die Dinge klarer zu sehen und Ideen für notwendige Veränderungen in der Organisation und der Struktur des besagten Unternehmens zu entwickeln. (Ich verzichte hier auf die Konkretisierung und weitere Einzelheiten, weil ich nicht möchte, dass sich irgendein Kollege / Mitarbeiter öffentlich angegangen  bzw. kompromittiert fühlt….).  Die anstehenden Veränderungen und Anpassungen im Team zu besprechen und umzusetzen wird nicht leicht. Denn wir sind da wieder beim Thema „Selbst- und Fremdwahrnehmung“: Was für den einen eine eklatante Schlechtleistung bzw. ein schlechtes Arbeitsergebnis ist, sieht der andere als „Erfolg“, als gutes Ergebnis in akzeptabler Qualität.

Es fehlt hier offenbar an klar formulierten Standards und klaren Kriterien anhand derer man „objektiv“ ablesen kann, ob ein Ergebnis „gut“ oder „schlecht“ ist. Aber geht das überhaupt durchgängig? In der industriellen Produktion bzw. in Bereichen, in denen alle Abläufe hoch standardisiert sind, mag da so sein. Aber wie ist das in Bereichen, die stark von der Qualität der Kommunikation, der Beziehungen, der zwischenmenschlichen Prozesse abhängig sind? Und was tun wir (was muss ich tun), wenn es keine gemeinsame Vorstellung und keine gemeinsamen Kriterien für „gute Qualität“ gibt und sich  diese auch nicht herstellen lässt? Was sind die Konsequenzen für das Team, für die Struktur, für Einzelne?

Und ganz zentral: Wie leben wir „Augenhöhe„, wenn die Vorstellungen  der Beteiligten zu  Arbeitsweise und Arbeitsergebnissen zu weit auseinander driften?

In diesem Sommer  werden wir uns mit diesen Fragen ausführlich beschäftigen. Ich würde mich über Kommentare,  Leseempfehlungen und Links zum Thema sehr freuen. Dafür schon mal vielen Dank!

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Seit November 2013 schreibe ich wöchentlich an meinem “Geschäftsführer-Tagebuch”. Warum ich das tue, könnt Ihr lesen, wenn Ihr H I E R klickt. Ich freue mich, wenn Ihr die Beiträge interessant findet und Ihr sie über Eure Kanäle (Facebook, Twitter  und Co.) teilt und verbreitet!

 

 

 

 

„Lange Leine“ vs. „Augenhöhe“

GF-Tagebuch #28

Mitarbeiterführung ist ein ganz zentrales Thema meines Arbeitsalltages. Als Geschäftsführer des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. und der .garage berlin GmbH bin ich auf vielfältige Weise gefragt, wenn es darum geht, gemeinsam mit den  Mitarbeiterinnen die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen und die Organisation „nach vorn“ zu bringen bzw. auf Kurs zu halten.

Zum einen habe ich es mit den Kolleginnen und Kollegen zu tun, mit denen ich direkt zusammenarbeite (BereichsleiterInnen, ProjektleiterInnen), zum anderen berate und „coache“ ich eben diese Kolleginnen und Kollegen auch, wenn es darum geht wie sie ihre eigene Führungsverantwortung gegenüber den ihnen zugeordneten MitarbeiterInnen ausgestalten.

von Hunden und Mitarbeitern.....

von Hunden und Mitarbeitern…..

Beide Teile der Aufgabe sind spannend, unterscheiden sich aber extrem voneinander. In dem einen Fall bin ich direkt in der Kommunikation und direkt „Teil des Geschehens“ im anderen Fall bin ich eher Beobachter, Ratgeber, versuche zu lenken und zu steuern, zu begleiten.  Das klappt alles mal besser, mal schlechter. Und manchmal ist man (bin ich) auch ratlos. Du denkst, Du hast mit allen Beteiligten das Richtige besprochen, alle Beteiligten erwecken den Eindruck, dass sie verstanden haben, worum es geht und wie es gemacht wird – aber das Arbeitsergebnis ist eine Katastrophe. Das scheint (zum Glück) nicht nur bei uns bzw. bei mir so zu sein. Und deshalb gibt es ja auch diese vielen unterschiedlichen Ratgeber und Beiträge rund um das Thema (Mitarbeiter-) Führung. Grundsätzlich interessieren mich solche Beiträge. Ich möchte (und muss) in dem Bereich immer besser werden. Dabei bin ich mir durchaus der Tatsache bewusst, dass Mitarbeiterführung auch immer einen Anteil hat, der – wenn man es sehr spitz formulieren will – etwas manipulatives hat. Ich will schliesslich, dass der Kollege, die Dinge so macht (und idealerweise auch so sieht) wie ich das als Führungskraft vorgebe oder aus Unternehmenssicht als „Marschroute“ definiere.

Mir gefallen Modelle gut, die den Aspekt der „Kommunikation auf Augenhöhe“ und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit bei der Umsetzung gemeinsam vereinbarter  Ziele in den Vordergrund rücken. (HI E R und H I E R  habe ich in dieser Woche in meinem  Blog   auf entsprechende Beiträge hingewiesen)

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Augenhöhe

SocialVideo #28

Das heutige „Video der Woche“ gibt es noch gar nicht. Aber ich möchte es Euch trotzdem ans Herz legen: „AUGENHÖHE“ ist Filmprojekt von Daniel Trebien und anderen, für das gerade eine Crowdfunding-Kampagne auf startnext.de gestartet wird.

Worum geht es in dem Film?

„Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Aber wohin? Der Film AUGENHÖHE geht dorthin, wo der Wandel im positivsten Sinne gestaltet wird. Wir besuchen Unternehmen und Pioniere, die Entscheidendes anders und vieles besser machen: Hier sind Fairness, Innovation, Eigenverantwortung und Zusammenarbeit gelebte Werte statt hohler Worte.

AUGENHÖHE wird mehr als ein Film: Die Bilder und Interviews schaffen auf Veranstaltungen einen Dialog, mit denen alle Unterstützer diesen Wandel weiter beflügeln.“

Hier gibts schon mal einen kurzen Trailer:

 

„Augenhöhe ist nicht selbstverständlich. Grund genug, sich nicht nur theoretische Gedanken darüber zu machen, wie es anders sein könnte, sondern praktisch nach alternativen Wegen zu suchen, die tatsächlich schon beschritten werden. AUGENHÖHE ist eine Expedition in dieses Neuland der Arbeitswelt. Es geht darum, wie wir im 21. Jahrhundert leben und arbeiten wollen: selbstbestimmt, eigenverantwortlich, wertschätzend, respektvoll – kurz: „artgerecht“ und auf Augenhöhe.

Der Film AUGENHÖHE zeigt lebendige Beispiele dafür und gibt Pionieren der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts eine Stimme. Das macht Mut, selbst neue Wege zu finden. Auch wenn dieser Weg kein Leichter ist – er lohnt sich für alle Beteiligten. Denn diese Unternehmen sind – nicht trotzdem, sondern gerade deshalb – überaus erfolgreich.“

Wenn Ihr das Projekt unterstützen wollt, könnt Ihr Euch auf H I E R auf startnext.de informieren.

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Immer montags  stelle ich Euch ein Video vor, in dem spezielle Aspekte meines “Kernthemas” Sozialwirtschaft / Sozialarbeit / Social Entrepreneurship vorgestellt, beleuchtet und / oder diskutiert werden. Und hin und wieder empfehle ich auch Dinge, die andere Bereiche unseres Arbeitslebens berühren. Anregungen und Tipps nehme ich gerne entgegen.

Ich freu mich sehr, wenn Ihr diesen Beitrag  (und weitere meiner Beiträge) über Eure Kanäle teilt & weiterleitet. Vielen Dank!