Wenn die Wut anklopft….

Ein paar Gedanken zum Umgang mit Ärger im Job

Es gibt Tage, da könnte man sprichwörtlich die Wände hochgehen. Als Geschäftsführer einer gemeinnützigen Organisation, die tagtäglich versucht, im Dschungel aus Bürokratie, Förder- bzw. Kürzungsentscheidungen und manchmal auch weltfremden Rahmenbedingungen das Beste für Kinder, Familien und Nachbarschaften und auch für unsere Mitarbeitenden herauszuholen, kenne ich das nur zu gut.

Manchmal sind es eben genau diese Momente, in denen man merkt: Da steigt Wut auf. Wut über Entscheidungen, die von irgendwelchen staatlichen Stellen getroffen werden, ohne die Realität unserer Arbeit wirklich zu verstehen. Wut auch manchmal über Personen, die stur an alten Überzeugungen, Haltungen oder unzweckmäßigen Regeln und Prinzipien festhalten und nicht sehen, was direkt vor ihrer Nase passiert oder aber einfach nur davon ausgehen, dass ihre Sicht der Dinge, die einzig Richtige ist und dass es zwischen schwarz und weiß keine Grautöne gibt. Inkompetenz gepaart mit Ignoranz und Überheblichkeit macht mich rasend. Noch dazu, wenn diese Personen oder die Institutionen, die sie repräsentieren, eine „Machtstellung“ haben.

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sehen und gesehen werden…..

Heute hatten wir „hohen Besuch“ in der EUTB-Beratungsstelle. Ruppert Stüwe, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf, informierte sich vor Ort über die Arbeit der Ergänzenden und unabhängigen Teilhabeberatung des Stadtteilzentrum Steglitz.

Wir freuen uns (fast) immer, wenn sich Abgeordnete aus der Bezirksverordnetenversammlung, dem Landesparlament oder dem Bundestag bei uns direkt vor Ort über unsere Arbeit informieren. Noch mehr freuen wir uns, wenn sie gezielt Fragen zu den Problemlagen der Menschen, mit denen wir arbeiten, stellen und wir so die Möglichkeit haben, auf Lebens- und Problemlagen aufmerksam zu machen, die sonst eher nicht im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stehen. heute sprachen wir z.B. über die Folgen der Corona-Pandemie, die Auswirkungen der Inflation und v.a. der Energiekostenentwicklung und über die Zunahme von psychischen Problemen bei Kindern, Jugendlichen und deren Familien – und dies insbesondere auch mit dem Fokus auf die Menschen, die behindert sind (oder behindert werden).

„Sehen und gesehen werden“ ist elementar für uns in der Sozialen Arbeit. Gut im Kontakt zu sein mit Entscheidungs- und Verantwortungsträgern ist uns wichtig, um die Anliegen und Themen unserer Besucher*innen und Klient*innen an die richtigen Adressat*innen transportieren zu können – und gleichzeitig wollen wir auch immer wieder den Blick auf die schwierige Situation der Sozialarbeit in unserer Stadt und die strukturellen und organisatorischen Probleme in der öffentlichen Verwaltung lenken.

Wenn die Menschen, mit denen wir arbeiten und deren Probleme und Bedarfe immer wieder sichtbar gemacht werden, kann sich das nur positiv auf die Meinungsbildung von Politiker*innen auswirken. Und das nutzt dann allen.

von links nach rechts: Ruppert Stüwe (SPD), Monika Maraun und Thomas Mampel (beide Stadtteilzentrum Steglitz)