Wenn ich etwas wirklich hasse, dann ist es Machtlosigkeit….. oder besser: das Gefühl von Ohnmacht in einer offensichtlich fremdbestimmten Situation. Jemand entscheidet etwas, und du hast keine Möglichkeit diese Entscheidung zu beeinflussen – musst aber mit den Folgen klarkommen. Irgendwelche Leute, tun etwas ohne sich über mögliche Konsequenzen oder gar über ihre eigene Verantwortung für die Ergebnisse ihres Handelns Gedanken zu machen. Das scheint ein institutionelles, strukturelles Problem zu sein: Je abstrakter und „unpersönlicher“ ein Aufgabenbereich – z.B. in einer Behörde – zu sein scheint, desto weniger scheinen sich die in dieser Struktur handelnden Personen ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Ein schlauer Mensch hat für dieses Phänomen mal den Begriff der „organisierten Verantwortungslosigkeit“ geprägt. Dieses Phänomen – gepaart mit Personalmangel und Überlastung der einzelnen Mitarbeitenden – führt z.B. in der Berliner öffentlichen Verwaltung zu den bundesweit berühmt-berüchtigten Fehlentwicklungen. Lageso, S-Bahn, BER sind zu Synonymen für das Versagen öffentlicher Steuerung geworden.
Bei uns im Stadtteilzentrum Steglitz spielen sich die Dinge auf objektiv viel kleinerem, aber deshalb für uns nicht minder bedeutsamen Niveau ab. Ich werde jetzt hier nicht das übliche Lageso- und Senatsbashing betreiben oder mich daran beteiligen. Aber ich möchte meinen Unmut darüber zum Ausdruck bringen, dass sich in diesem Bereich trotz zahlreicher Ankündigungen kaum etwas verändert. Unser Verein knabbert aktuell an Aussenständen bzw. fälligen Zahlungen in Höhe von rund € 400.000.-. Das ist für den einen oder die andere vielleicht eine vergleichsweise geringe Summe (ich hatte diese Woche mit Kollegen gesprochen, die bei den bei den gleichen Behörden auf rund 1,5 Millionen Euro an überfälligen Zahlungen kommen – für uns ist das ein richtiger Brocken. Mithin fast die komplette Summe, die wir monatlich für Lohn- und Gehaltszahlungen aufbringen müssen.