Arbeitsgruppen: Lösung oder Problem?

Heute ist es mir wieder mal sehr bewusst geworden: einen großen Teil meines Geschäftsführer-Lebens verbringe ich in Sitzungen sog. „Arbeitsgruppen“. Das sind Runden, die mehr oder weniger regelmäßig zusammen kommen um spezielle Themen oder Anliegen unseres Arbeitsbereichs zu diskutieren und fachlich fundiert zu bearbeiten.

Meine Besprechungsstruktur hatte ich an dieser Stelle ja bereits vorgestellt…. Arbeitsgruppen sind sozusagen die „Krönung“  jeder Besprechungsstruktur.

Ich habe mal zusammengestellt, in welchen AG´s und Gremien ich aktuell mitarbeite:

  • Jugendhilfeausschuss Steglitz-Zehlendorf
  • Steuerungsgruppe Schule- Jugendhilfe Steglitz-Zehlendorf
  • AG 78 KJHG (Region B)
  • Strategisches Zentrum Steglitz-Zehlendorf
  • Redaktionsteam Jugendhilfeblog des DPW Berlin
  • Fachgruppe Jugendarbeit des DPW Berlin
  • Steuerungsgruppe Jugendhilfe DPW Berlin
  • Fachforum Jugendhilfeausschüsse des DPW Berlin
  • AG Modellprojekt „Sozialräumliche Leistungen (SRL)“
  • AG Innovationsteam im Modellprojekt SRL

Dazu kommen noch „Ämter“, die ich übernommen habe und die zu Sitzungsaufkommen führen:

  • Vorstand Computerbildung e.V.
  • Aufsichtsrat youth collaboration eG

und unternehmensinterne Gremien und AG´s:

  • Vorstand Stadtteilzentrum Steglitz (SzS)
  • ProjektleiterInnen-Runden SzS
  • TeamsprecherInnenrunden SzS
  • SzS-interne SRL-AG
  • Leitungskreis .garage berlin
  • PL-Runde .garage berlin
  • Gesamtteam .garage berlin
  • demnächst noch AG Vergütung, AG Leitbild und AG Gesundheitsförderung im SzS

Wahrscheinlich ist diese Aufzählung noch nicht mal vollständig.

Jedes Treffen eines Gremiums oder einer Arbeitsgruppe führt zwangsläufig auch wieder zu Folgeterminen (Unter-AGs, Arbeitskreise etc.) – mindestens aber zu Folgeaufgaben. Protokoll schreiben ist da noch das geringste aller anzunehmenden Übel 😉

Unter Produktivitätsgesichtspunkten häufig eine Katastrophe.

Sehr  oft überlege ich hinterher , warum ich überhaupt zu diesen Treffen gehe. Häufig ist es so, dass mich nicht das Thema oder gar ein bestimmter Tagesordnungspunkt dahin treibt, sondern die Aussicht, die „richtigen Leute“ zu treffen, die  ich aus unterschiedlichen Gründen für unterschiedliche Projekte interessant finde. Ich vermute, dass es anderen genau so geht. Und wenn das stimmt: Warum finden wir eigentlich kein anderes Format um zueinander zu kommen und an den Themen zu arbeiten, die uns tatsächlich interessieren……?

Wie haltet Ihr es  mit Sitzungen? Nach welchen Kriterien entscheidet Ihr, ob Ihr in einer AG oder in einem Gremium mitarbeitet? Spielen „nur“ sachliche / fachliche Gründe eine Rolle? Oder entscheidet Ihr manchmal auch „strategisch“?

Geht so ein Grußwort zum Thema „Inklusion“?

Liebe Leute,

ich brauche mal Euer Feedback! Die Ausgabe Dezember/Januar unserer „StadtteilZeitung“ beschäftigt sich mit dem Scherpunktthema Inklusion. Ich habe ein Grußwort für diese Ausgabe geschrieben – bin mir aber unsicher, ob das so geht….. Bitte mal lesen und dann unten abstimmen oder kommentieren. VIELEN DANK!

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Liebe Leserinnen und Leser,

ich lüfte in dieser Ausgabe ein Geheimnis: Ich bin behindert! Und zwar richtig doll. Neben meiner auch nach außen hin leicht zu erkennenden  Seh-Behinderung (ich bin  deshalb seit meinem 7. Lebensjahr auf eine Sehhilfe angewiesen) habe ich einige Unzulänglichkeiten, die mich mitunter im Alltag sehr stark einschränken: Ich bin z.B. nicht in der Lage ohne fremde Hilfe Rollstuhl zu fahren. Wenn ich es versuche, scheitere ich schon an der kleinsten Bordsteinkante, die für mich zum unüberwindbaren Hindernis wird. Andere Menschen beherrschen dieses Fahrgerät wie im Traum. Ich komme nicht hinterher  – ich werde in der Szene ein Außenseiter bleiben. Vollkommen aufgeschmissen bin ich in Gesprächsrunden von taub-stummen Menschen. Ich versteh überhaupt nichts. Was für diese Menschen ganz klar und logisch und die selbstverständliche Grundlage der zwischenmenschlichen Kommunikation darstellt, ist für mich nur eine zusammenhanglose Aneinanderreihung merkwürdiger Finger- und Handbewegungen. In solchen Momenten spüre ich meine Behinderung sehr deutlich. Ich fühle mich ausgegrenzt. Ich fühle mich stigmatisiert. Ich gehöre nicht dazu. Weil ich etwas nicht kann, was für viele andere ganz selbstverständlich ist. Diese negative Erfahrung der Behinderung wird nur noch getoppt, durch Dokumente, die mir in Brailleschrift zur Kenntnisnahme oder zur Unterschrift vorgelegt werden. Immer und immer wieder gleiten meine Fingerspitzen über die ins Papier gestanzten Punkte. Aber so sehr ich mich auch anstrenge: Ich kann den Sinn der Zeilen nicht ertasten. Auf diese Art,  von Informationen und Teilhabe an Wissen und Kommunikation ausgeschlossen zu sein, ist wohl eine der übelsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Es wird Sie und Euch sicher nicht überraschen, dass jemand wie ich ein großer Anhänger der Inklusionsidee ist. Ich begrüße es aufs allerschärfste, dass sich die An- und Einsicht immer mehr durchsetzt,  die Vielfältigkeit und das „Anders-Sein“ der Menschen als wertvolles Element einer lebendigen, bunten Gesellschaft zu wertschätzen. Ich finde es großartig, dass sich immer mehr Menschen auf den Weg machen, um in allen Bereichen des Zusammenlebens Bedingungen zu schaffen, die das selbstverständliche Miteinander der verschiedenen Menschen – ganz egal ob mit oder ohne „Behinderung“ – zum Normalfall erhebt und aufhört andere Menschen wegen ihrer anderen Art oder ihrer besonderen Eigenschaften auszugrenzen und zu diskriminieren. In einer solchen Gesellschaft ist auch für mich Platz. Da will ich dazu gehören.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien und Freunden ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein tolles neues Jahr. Und natürlich „all inclusive“ 😉

Herzliche Grüße – Thomas Mampel, Geschäftsführer

 

update: 3.12.13: Die Ausgabe Dezember/Januar ist fertig und nunmehr auch online verfügbar (HIER klicken).

 

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KW 48: „war da was?“

Es gibt so Wochen. Da passiert entweder gar nichts, nicht das Richtige. Oder die Dinge sind zäh. Und manchmal einfach nur anstrengend. Und mittendrin ein, zwei „Knaller, die einen mit dem graueren Teil des Jobs versöhnen.

Diese Woche ist  so eine…… Nach der ProjektleiterInnen-Klausur in der der letzten Woche, in der wir herausfordernde und tolle Jahresziele für 2014 formuliert haben, ging es am Montag wieder in die „Niederungen“ der Alltagsarbeit. Das ist zwar immer auch wieder wie eine „kalte Dusche“,  aber auch schön: Sich wieder erden, in Kontakt kommen mit den Höhen und Tiefen des Alltags. Eben noch im „Rausch“ der großartigen Bilder des 2014er „Zielfotos“ – und wenig später schon wieder bei der Prüfung der Heizkostenabrechnung fürs letzte Jahr (die mal wieder zu viel zu hohen Nachzahlungen führt) oder bei Planungen für Schlussverwendungsnachweise, letzte Mittelanforderungen und -abrechnungen. Beides ist real. Beides ist wichtig. Beides muss gemacht werden. Aber die Energien, die solche Aufgaben und Themen mit sich bringen und /oder freisetzen sind sehr unterschiedliche. Aber beide gehören zusammen zu einer „realistischen Wahrnehmung“ der Situation und helfen einem, sich jeweils angemessen und sinnvoll zu verhalten. Nicht zu euphorisch, nicht zu gebremst oder zu vorsichtig. Diese ausgeglichene Wahrnehmung hilft (mir), die Arbeit und die Aufgaben mit Gelassenheit und Demut zu erledigen. Gelassenheit hilft, wenn mal was nicht so klappt wie ich es mir ganz dringend wünsche. Wenn Dinge nicht vorwärts gehen. Wenn „wichtige“ Termine platzen. Wenn Bürokratie verrückt spielt und uns nach Absurdistan entführen möchte. Davon gab es in dieser Woche genug.

Demut hilft, wenn ich an die großen Sachen ran will.  In dieser Woche, gab es zwei große Sachen: Das eBook, das ich zusammen  mit Jeannette Hagen  geschrieben habe (Das Prinzip .garage) ist jetzt endlich im ersten Book-Store angekommen und kann gekauft werden! Und (die zweite große Sache): Am Freitag gehts in die nächste Runde des Projektes „Nachhaltigkeits-Check im Stadtteilzentrum Steglitz„).

Diese  beiden Sachen sind so großartig, dass ich  schon beim  schreiben dieses  Textes merke, wie  die „langweiligeren“  und unangenehmeren Teile der Arbeitswoche  deutlich in den Hintergrund treten …….

Routine und Anstrengung……- war  da was? Ich liebe meine Arbeit.

47: „die perfekte Organisation“

Die zurückliegende 47. Woche war zweigeteilt: Montag bis Mittwoch Mitarbeitergespräche, Sitzungen, Planungstreffen, Papierkram. Und eine erfreuliche Nachricht: Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft hat ihre Aussenstände für die Ganztagsbetreuung an der 10.ISS fast vollständig bezahlt. Jetzt fehlen nur noch 16.000.- Euro. Die kriegen wir auch noch rein. Genau wie die rund 20.000.-, die aufgelaufen sind für die Hortbetreuung an Grundschulen, an denn wir für die EFöB (ergänzende Förderung und Betreuung) zuständig sind. Ich bin absolut optimistisch, dass das alles bald glatt gezogen ist 😉
Von Donnerstag bis Samstag dann Klausurtagung mit den Projektleiterinnen und Projektleitern des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. in Rangsdorf. Mir qualmt jetzt noch der Kopf. Aber dafür ist mein Jahreszielplan 2014 fertig – und auch  die Planungen der Projektleiter*innen sind soweit vorangeschritten, dass wir schon in die konkrete Planung der projektübergreifenden Aktionen und Projekte in den jeweiligen Regionen, in denen wir tätig sind, einsteigen konnten.

Am Freitag Abend habe ich meine Kolleginnen und Kollegen mit einer Idee und einem Vorschlag zur spontanen Umsetzung „überrannt“:  Ich bat die 19 Projektleiter und Projektleiterinnen, mal ganz spontan und ohne lange nachzudenken, Merkmale für eine „perfekte Organisation“ zu benennen. Auslöser für diese Idee war ein Satz, den mir der Geschäftsführer eines befreundeten Jugendhilfe-Trägers mal eingepflanzt hat: Auf die Frage, was sein wichtigstes bzw. größtes Ziel als Geschäftsführer seines Unternehmens sei, antwortete er: „Ich will die perfekte Organisation schaffen.“ Als geübter Sozialpädagoge tat ich mich natürlich erstmal schwer mit dem Begriff „perfekt“. Perfektion scheint ein nicht zu erreichender Zustand zu sein. Die meisten Menschen, die ich kenne, halten es nicht mal für besonders erstrebenswert perfekt zu sein. Perfektionismus gilt eher als Krankheitssymptom – weniger als Synonym für  zielorientierte Handlungsstrategien…..
Ich war nun natürlich sehr gespannt, was meine Leute zum Thema „perfekte Organisation“ zu sagen hätten. Das Ergebnis war überraschend. Aber auch wieder typisch für das Stadtteilzentrum. Nur ganz kurz Klärung der Begrifflichkeit. Dann Verständigung bzw. Konsens zur Grundhaltung: Wenn wir Leitungsverantwortung und die Möglichkeit zur Gestaltung unseres Arbeits- und Wirkungsbereiches haben – dann ist es richtig und plausibel, unter den vorhandenen (und nicht-veränderbaren) Rahmenbedingungen das best-mögliche aller denkbaren ( = perfekte) Ergebnis erreichen zu wollen und sein Handeln danach auszurichten.

In einer 45-minütigen Session haben die KollegInnen sich dann auf sieben Merkmale verständigt, die aus ihrer Sicht eine perfekte Organisation auszeichnen  und sie haben auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 10 (voll und ganz gegeben) angegeben, wo sie das Stadtteilzentrum derzeit gerade sehen.

Die sieben Merkmale sind:

> Effektivität
> gelebtes Qualitätsmanagement
> 100%-ige Kundenorientierung extern
> 100%-ige Kundenorientierung intern
> Nachhaltigkeit
> Mission, Vision, Ideale, Aufträge und Ziele der Organisation sind klar
> die Organisation muss  Spass machen.

Beim Ranking gab es erwartungsgemäß ein sehr differenziertes Bild… … Fazit: Wir sind auf einem guten Weg, in einzelnen Bereichen aber noch ganz schön weit entfernt davon, perfekt zu sein. Aber die Organisation macht auf jeden Fall Spass. 🙂

Wir werden die Kriterien jetzt jedes Jahr wieder rausholen und bei der PL-Klausur ranken lassen….. Wenn wir die richtigen Dinge richtig machen, müssten wir uns unserem herausfordernden Ziel eigentlich in mehr oder weniger großen Schritte – aber kontinuierlich –  nähern……

Was denkt Ihr: ist das Ziel (perfekte Organisation) sinnvoll, richtig und wichtig? Bitte nehmt teil an dieser kleinen Umfrage – ich bin neugierig und gespannt auf die Feedbacks.

Klausurtagung 2013

Am Donnerstag  ist es wieder soweit: Wir starten mit der jährlichen Klausurtagung zum Thema „Jahreszielplanung 2014“ mit 20 Leitungsmitarbeiter*innen aus dem Stadteilzentrum Steglitz e.V. . Die Tagung geht bis Samstag. Die Tage sind immer ausgesprochen arbeitsintensiv und insofern duchaus auch anstrengend …Aber sie sind auch immer (!) sehr sehr inspirierend und motivierend. Es ist tatsächlich ungeheuer spannend zu sehen, wieviel kreative und produktive Energie freigesetzt wird, wenn man sich für ein paar Tage dem Alltagsgeschäft entzieht und sich Zeit nimmt, den Kompass neu zu justieren.

In einem älteren Beitrag habe ich schon mal beschrieben, was wir da jedes Jahr drei Tage lang machen (und warum wir das so tun, wie wir das tun…):

Einmal im Jahr (in der Regel im November) kommen alle Projektleiter(innen), unsere Arbeitsbereichsleiter, Mitglieder unseres ehrenamtlichen Vorstandes und ich (als Geschäftsführer des SzS) zu einem Klausurwochenende zusammen. Wir treffen uns außerhalb Berlins in einem netten Hotel und haben Zeit und Ruhe für Planung und Neu-Ausrichtung – oder um es mit David Allen (dem Autor von “Wie ich die Dinge geregelt bekomme” ) zu sagen: Wir verändern die Flughöhe…………… Wir verlassen die Ebene der Alltags- und Projektarbeit und schauen und von einer höheren Warte aus, die Ergebnisse, die Entwicklungen und die Perspektiven unserer Arbeit an.

Hierzu stellen wir uns zunächst die Frage nach aktuellen Chancen und Risiken in der Entwicklung unseres Arbeitsfeldes. Wir tun das mit Blick auf unsere Erfolge (Wie können wir Erfolgserfahrungen wiederholen?) und wir tun dies mit Blick auf unsere „Mißerfolge“ und fragen nach dem „wirksamen Mangel“ in den unterschiedlichen Bereichen unserer Arbeit.

Hierbei gehen wir sehr strukturiert vor: Jede/r analysiert Chancen und Risiken seines Projektes / seiner Einrichtung in den Bereichen

1 Mitarbeiter
2 Produkte / Angebote / Dienstleistungen
3 Kundennutzen
4 Organisation & Planung
5 Öffentlichkeitsarbeit & Vertrieb
6 Beschaffung / Einkauf / Finanzen
7 Investitionen
8 Vertrauliches / Persönliches

Aus den Ergebnissen werden dann Jahreszielpläne formuliert, die zwischen Projekt-/Arbeitsbereichsleitung und Geschäftsführung besprochen und dann verbindlich vereinbart werden.

Auf der Grundlage der vereinbarten Jahreszielpläne erarbeiten die Projekt- und Arbeitsbereichsleiter jeweils monatlich – um den 20. herum – eine Monatszielplanung bzw. die Vorgehensplanung zum Jahreszielplan. Für den Ablauf dieser Gespräche nutzen wir die „Monatszielplanfragen“ von HelfRecht als Orientierung:

1. Habe ich die Monatsziele meines Arbeitsbereichs / Projekts erreicht / nicht erreicht (Gründe) / überschritten (Gründe)?
2. Werde ich nach dem jetzigen Stand die Jahresziele meines Arbeitsbereiches / Projektes erreichen / nicht erreichen (Gründe) / überschreiten (Gründe)?
3. Welche Teilziele (Liste) meines Arbeitsbereichs / Projekts für den nächsten Monat ergeben sich aus dem Jahreszielplan ?
4. Welche Maßnahmen werde ich durchführen, um die Ziele meines Arbeitsbereichs / Projekts für den nächsten Monat zu erreichen ?
Wen brauche ich intern/extern, um die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen zu meistern?
Welche Mittel (Geld, Ausstattung, Unterlagen) sind hierzu nötig?
5. Welche Möglichkeiten der Kostenersparnis gibt es in meinem Arbeitsbereich / meinem Projekt?
6. Wie kann ich die Öffentlichkeitsarbeit unseres Vereins unterstützen? Wie kann ich zum guten Ruf des Vereins beitragen?
7. Welche Einzelgespräche plane ich in diesem Monat (Mitarbeiter, Kunden, Vorgesetzte, Koop.-Partner)?
8. Wann sehe ich meine Liste der Ideen durch und verwerte sie?
9. Was nehme ich in die Liste meiner Erfolge auf?

Auf diese Weise gelingt es uns recht gut, die alltägliche Arbeit in den Projekten und Einrichtungen zu steuern ohne Gefahr zu laufen, die mittel- und längerfristigen Ziele des Vereins aus dem Blick zu verlieren. Wir schaffen uns einen sehr verbindlichen Rahmen für die tägliche Arbeit, sichern den Projekt- und Einrichtungsleitern aber innerhalb dieses Rahmens ein Höchstmaß an Handlungsfreiheit und Entscheidungskompetenz.

Die Steuerung des gesamten Vereins ist auf diese Weise gut handhabbar –ich kann als Geschäftsführer den Überblick über die Richtung und Entwicklung der alltäglichen Arbeit behalten – ohne Gefahr zu laufen, mich zu sehr in Alltagsangelegenheiten zu verlieren.“

In einem kleinen Video hat Jörg Backes, Projektleiter des Kinder- und Jugendhauses Immenweg, ein paar Eindrücke aus der Klausurtagung des letzten Jahres zusammengetragen und festgehalten.

Klausurtagung 2012

Ich vermute, Ihr wisst jetzt, warum ich mich auf diese drei Tage riesig freue…….

Danke !

Das war heute ein schöner Tag. Im zweiten Jahr hintereinander hat ein Team des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. an einer Lauf-Staffel teilgenommen. 2012 war es die 5×5 km -Staffel der Berliner Wasserbetriebe, heute die Marathon-Staffel auf dem Tempelhofer Feld. Sportlich verstärkt  wurde unser  Laufteam von einem Kollegen aus der .garage berlin.

Was ich mal loswerden möchte und muss: Ich finde es vollkommen klasse, dass wir so tolle Leute in unserem Verein haben, die sich sportlich auf den Weg machen und  die sich  ausserhalb ihrer eigentlichen Arbeit in den Dienst des Teams stellen. Ich finde es ausgesprochen angenehm, dass es da innerhalb des SzS keinerlei Berührungsängste gibt: Kollegen aus der Ganztagsbetreuung an einer Schule zusammen mit der Verwaltungsleiterin und dem Geschäftsführer und dem Projektassistenten aus der .garage. Eine bunte Mischung – auch altersmäßig. Und was auch total klasse ist: Wir haben immer eine treue Fan- und Unterstützertruppe am Start. Auch heute wurden wir wieder kräftig angefeuert und motiviert von Kolleg*innen, die ihren Sonntag bei uns an der Laufstrecke verbracht haben.

Und „draussen“ an den Computern liken und kommentieren andere Kolleg*innen unser tolles Team-Ergebnis (mit einer Laufzeit von 3 Stunden und 58 Minuten haben wir unser Ziel „unter 4 Stunden“ perfekt umgesetzt….).

Ich möchte Euch allen für den Support  und die angenehme und wertschätzende Begleitung und Kommentierung dieses Tages sehr sehr herzlich danken. An solchen Tagen wie heute fühle ich ganz besonders „zuhause“ im Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

 

DANKE!

Mampel mit letzter Kraft beim Zieleinlauf…. 😉

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Wechselbäder

Das Wechselbad ist laut Wikipedia „eine physikalische Therapieform, bei der durch den Wechsel von kaltem und warmen Bädern Spannungszustände des vegetativen Nervensystems aufgehoben und das Herz- und Kreislaufsystem trainiert werden sollen.“

Wenn das auch im übertragenen Sinne stimmt, dann habe ich eine sehr gesunde Woche hinter mir: Angenehme aber auch anstrengende Mitarbeiter*innen-Gespräche am Montag (= warm/kalt im schnellen Wechsel) , offene Redaktionssitzung des jugendhilfe-bewegt-berlin-Blogs mit Schülerinnen und Schüler eines Zehlendorfer Gymnasiums  – Pubertät ist, wenn die Sozialarbeiter anstrengend werden 😉 – am Dienstag vormittag (= warm) . Nachmittags dann Meeting im Rathaus Zehlendorf, in dessen Rahmen uns verkündet wurde, dass die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft kein Geld mehr hat, um die von uns in diesem Schuljahr an der 10.ISS erbrachten Leistungen zu bezahlen (= eiskalt) . Drumherum viele kleine und große Termine, mehr oder weniger wichtige Besprechungen (in deren lauwarmen Verlauf manchmal Wechselbad-Gefühle im 10-Minuten Takt kommen und gehen…).

Absoluter Höhepunkt war – neben dem Auftritt bei „Baumann & Friends“ ( = sehr sehr warm) am Freitag Abend im Grüezi – natürlich die Präsentation des eBooks „Das Prinzip .garage“ (= kochend heiss) , das ich zusammen mit Jeannette Hagen geschrieben habe und das am Freitag im Rahmen der .garage-Gründerwoche offiziell vorgestellt wurde. In dem Buch stellen wir 11 Gründungsgeschichten vor. Darunter einige Gründerinnen und Gründer aus den .garagen in Berlin, Dortmund und Hamburg. Aber auch Gründungen, die – ohne Unterstützung des Gründungs- und Unternehmerzentrums .garage – ihren Weg gemacht haben und als Beispiel,  Mutmacher  und Inspiration für andere dienen können und sollen.

Präsentation "Das Prinzip .garage"

Präsentation „Das Prinzip .garage“

Dr. Andreas Lutz („Mr. Gründungszuschuss“) hat hierfür hervorragende, weil treffende, Worte in seinem Vorwort zu unserem Buch gefunden: „Die große Mehrzahl der in Deutschland gegründeten Unternehmen sind keine Internet-Startups, beschäftigen nicht nach wenigen Monaten schon eine große Zahl von Mitarbeitern und erfordern auch gar keine gewaltigen Investitionen. Zum allergrößten Teil sind es Einzelunternehmer und kleine Teams, die zunächst einmal einen Arbeitsplatz für sich selbst schaffen wollen und dann im weiteren Verlauf, vielleicht, für weitere Mitarbeiter. Es geht hier also nicht um vom Glück begünstigte Unternehmer, die ihren in diesem Ausmaß mehr oder minder zufälligen Erfolg nachträglich durch ihre Persönlichkeitseigenschaften oder einzelne riskante Entscheidungen zu erklären versuchen. Von solchen success stories kann man in Wahrheit wenig lernen. Sehr viel mehr lernen kann man von ganz normalen Menschen. Von denen, die den Unternehmer in sich – oft während einer Phase der Arbeitslosigkeit – erst entdecken, die ihre zunächst nicht selten recht blauäugigen Geschäftsideen in Gesprächen mit Beratern und potenziellen Kunden zurecht schleifen, die sich die Finanzierung durch einen Kredit erst erkämpfen oder ihre Aversion gegen die für Unternehmer alltägliche Bürokratie überwinden müssen. Auch wenn die Selbständigkeit nicht in allen Fällen erfolgreich ist – die allermeisten Gründer entdecken im Verlauf dieses Prozesses ungeahnte Kräfte in sich, entwickeln ein ganz neues Selbstbewusstsein, Fachwissen und Vertrauen in die eigene Urteilskraft.“

Ich hoffe sehr, dass Ihr von diesem Buch genau so begeistert sein werdet, wie die, die schon mal reingucken durften oder die bei der Lesung dabei waren. Ab nächste Woche ist das eBook im Book-Store Eures Vertrauens käuflich zu erwerben ( = heiss)

Am Samstag  heisst es nun, sich von dieser teils niederschmetternden (= eiskalten) und euphorisierenden ( = kochend heissen) Wechselbadwoche zu erholen. Zu jeder guten Therapie gehört schliesslich auch eine angemessene Regenerationsphase. Und die werde ich nutzen – bevor es am Sonntag dann weiter geht mit Siegen und Niederlagen und ganz persönlichen Triumphen bei der „Berliner Marathon Staffel“ auf dem Tempelhofer Feld und bei dem ich mit der Startnummer 939 das Staffel-Team des Stadtteilzentrum Steglitz auf eine harte Geduldsprobe stellen werde 😉

Lampenfieber

Heute um 14.00 Uhr wird das eBook, das ich zusammen mit Jeannette Hagen geschrieben habe, öffentlich vorgestellt und präsentiert. Wir stellen 10+1 Gründergeschichten aus Deutschland vor. Darunter auch viele .garage-Gründungen aus Berlin, Dortmund und Hamburg. In dem „+1“-Kapitel geht es auch um mich, die Gründung des Stadtteilzentrums Steglitz, um die Besonderheiten von Gründungen im Sozialbereich und um social entrepreneuship.  In der nächsten Woche könnt Ihr das dann im Book-Store Eures Vertrauens für € 7.99 käuflich erwerben. Ich habe richtig ein bisschen Lampenfieber….. und bin  sehr gespannt, wie das Werk ankommt.

cover

Zu Entspannung nach  dieser Präsentation gebe ich mir abends dann noch einen Auftritt bei „Baumann & Friends“  im „Grüezi“. Ich darf  sogar ein Lied singen (was meine Musikerkollegen sonst immer geschickt zu verhindern wissen….)

Hatte ich schon erwähnt, dass ich Lampenfieber liebe? 😉

Geld

„Geld hat man – oder hat man nicht…“ sagt der Volksmund. Ich habe es gerade nicht – sollte es aber haben.

Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. (SzS) hat viele Projekte und in den allermeisten Fällen funktionieren die administrativen Abläufe reibungslos. Die Verfahren sind erprobt und eingespielt, Störungen werden sofort bearbeitet. Freie Träger (wie das SzS) werden mit der Durchführung von Aufgaben betraut und erhalten dafür Geld vom Auftraggeber – bei uns i.d.R. vom  Bezirksamt oder einer Senatsverwaltung. Der Preis für eine Leistung ist entweder zentral und berlinweit festgesetzt (so z.B. in der Kita- oder Hortbetreuung) oder wird zwischen freiem Träger und Amt vertraglich vereinbart (z.B. für den Betrieb einer Jugendfreizeiteinrichtung). Über die entsprechenden Vereinbarungen wird also Art und Umfang der Leistung und die Erstattung der Kosten verbindlich für beide Seiten geregelt.

In  dieser hier beschriebenen Logik ist der Betrieb der Ganztagsbetreuung an einer Integrierten Sekundarschule (ISS) hier im Bezirk geregelt: Das SzS erbringt die Leistung und erhält – so steht es in diesem Falle in der Leistungsvereinbarung, die wir im Juni 2013 mit der Senatsverwaltung abgeschlossen haben –  monatlich rund 25.000,-. Eigentlich. Denn das Problem ist: Das Land Berlin zahlt nicht. Rund 100.000.- € sind für die Monate August bis November offen – Geld, das wir verauslagt haben um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bezahlen, die die Arbeit in der ISS machen. Lapidare Aussage der zuständigen Mitarbeiterin bei einer Besprechung im Rathaus am gestrigen Nachmittag: : „Wir haben kein Geld und können unserer Zahlungsverpflichtung nicht nachkommen.“ Man würde beim Finanzsenator einen „Nachtrag“ beantragen – wie lange das dauern wird sei vollkommen unklar….. „Halten Sie durch“. Diese fröhliche Unbekümmertheit, mit der sich Mitarbeiter*innen ihrer  Verantwortung entziehen macht mich fassungslos. Und ratlos.

Würde ein privates Unternehmen oder eine Privatperson  so mit seinen Zahlungsverpflichtungen umgehen wie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in diesem Fall  (und einem weiteren Fall eines anderen Trägers an einer anderen Schule in unserem Bezirk, wo es „nur“ um 50.000.- € geht) ständen schon Gerichtsvollzieher in Polizeibegleitung vor der Tür……und der entsprechende Mensch hätte einen fetten Schufa-Eintrag am Hacken. Aber was macht man eigentlich, wenn „Vater Staat“ nicht zahlt?

Mein „Erfolgsgeheimnis“? – der „weekly review“!

Ich selbst lese ja keine Beiträge, in denen jemand verkündet, dass er ein „Geheimnis“ verrät. Entweder ist es dann kein Geheimnis, was da vorgestellt wird – oder der Mensch, der das schreibt ist ein unzuverlässiger, intriganter Zeitgenosse, dem man nicht vertrauen sollte….

Da Ihr diesen Beitrag angeklickt und nun bis hierher gekommen seid, gehe ich mal davon aus, dass Ihr anders seid. Das freut mich zwar, aber ich muss Euch enttäuschen: Auch ich verrate kein Geheimnis – das was hier steht, ist von anderen Menschen auf ihre Art auch schon beschrieben worden. Trotzdem schreibe ich über mein „Erfolgsgeheimnis“, weil ich immer mal wieder gefragt werde, was dieser ominöse Hinweis bei Facebook und Twitter soll, dass ich jetzt meinen „weekly review“ mache. Das will ich verraten (insofern ist das zumindest  dann ja für manche doch ein Geheimnis, das ich lüfte, wenn ich verrate was ich Sonntag abends so mache….) und ich glaube, dass es  gut ist  darüber zu schreiben, denn der weekly review ist für mich DER Schlüssel zu einer erfolgreichen Arbeitsplanung. Sollten viel mehr Leute so machen… dann würden sich manche wundern, was man – gut organisiert – so alles in einer Woche schaffen kann. Wenn man denn will……

Immer sonntags am späten Nachmittag setze ich mich an meinen Schreibtisch und widme mich – je nachdem wieviel Zeugs im Laufe der Woche den Weg zu mir gefunden hat – meiner wöchentlichen Durchsicht. David Allen nennt es in seinem GTD – Konzept den „weekly review“. Ich hatte anderer Stelle je schon beschrieben (klick  mal hier…….!) , dass Selbstmanagement mich doch sehr interessiert. Aus dem Konzept von David Allen habe ich für mich eine Form der Selbstorganisation gebastelt, die es mir ermöglicht, bei all den Jobs, den verschiedenen Aufgaben und Themen einen ziemlich guten Überblick zu behalten. Ohne David Allen und ein paar super nützliche Tools (v.a. Evernote und  Omnifocus) wäre ich hoffnungslos verloren.
Ich glaube, dass der sonntägliche weekly review der absolute Höhepunkt und der wichtigste Teil meines Selbstorganisationssystems ist: Alle Notizen werden spätestens hier einmal gründlich durchgesehen und ich checke, ob sich hieraus Aufgaben ergeben, die ich auf eine meiner Listen vermerken muss oder ob irgend jemand über irgend etwas informiert werden muss; ich checke, ob  evtl. noch nicht beantwortete Mails und Messages bearbeitet werden müssen; ich sehe meine Listen durch, was an Aufgaben aus  der  letzten Woche erledigt ist und abgehakt werden kann und was an neuen Aufgaben hinzu gekommen ist. Ich sehe alle „physischen Gegenstände“ in meinem Eingangskorb durch (Briefe, Kataloge, private Rechnungen, leere Batterien, ein kaputtes Portmonnaie ….z.B.) und entscheide, was damit getan werden muss (einzige Regel: nicht zurück in den Eingangskorb legen!). Schlussendlich sehe ich meinen Terminkalender durch und prüfe, ob und wie ich mich auf einzelne Termine in der vor mir liegenden Woche vorbereiten muss.)
Meine Listen sind – ganz GTD-konform – als Kontextlisten („am Telefon“, „am Rechner“, „bei Aldi“, „mit Max“, „mit Lieschen“, „zuhause“) oder als Projektlisten organisiert (wobei bei mir alles als „Projekt“ gilt, was mehr als einen Arbeitsschritt umfasst und dessen Erledigung mehr als zwei Minuten dauert).

Am Ende meines weekly reviews habe ich a.) ein super gutes Gefühl, weil ich weiss, dass alles, was in meinem Arbeitsbereich und im privaten Zusammenhang  an Jobs und Aufgaben umher schwirrt,  erfasst ist – ich vergesse kaum noch etwas – und b.) ich alle wichtigen Projekte immer auf einem aktuellen  Stand habe und mein Teil am Gelingen der einzelnen Vorhaben gut organisiert ist. Mehr kann man von einem Selbstmanagementsystem nicht erwarten, oder?

Toll finde ich, dass mittlerweile auch ziemlich viele Leitungsmitarbeiter*innen von Stadtteilzentrum Steglitz und .garage berlin nach diesem System arbeiten. Dies hat in ganz vielen Bereichen zu wirklich ganz erheblichen Produktivitäts- und Qualitätssprüngen geführt.

Also: wenn Ihr Euch wundert, warum ich Sonntag abends immer so wenig bei Facebook und Twitter unterwegs bin….. jetzt wisst Ihr es 😉

Das „Geheimnis“ dürft Ihr übrigens auch weitererzählen (also teilen und re-tweeten… 😉 )