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Besprechungsstruktur

Es hat sich für mich selbst (und ich glaube auch für die Leute, die mit mir zusammen arbeiten) als vorteilhaft erwiesen, dass es eine verlässliche und verbindliche Besprechungsstruktur gibt. Ich selbst finde es auch ausgesprochen hilfreich, wenn andere, die Projektverantwortung (mit-) tragen, dies auch so handhaben. Man hat einen festen Termin in der Woche (bzw. im Monat), zu dem man alle wichtigen Punkte sammeln und vorbereiten kann. Dies führt zu besseren Ergebnissen und zu deutlich weniger Zwischendurch-Störungen unter der Woche, da nur noch dringende und unaufschiebbare Fragen und Probleme „mal schnell zwischendurch“ besprochen werden müssen. Das war früher – also ich noch keine so stringente Besprechungsstruktur hatte – ein heftiges Problem. Ich hatte häufig das Gefühl, dass ich von „Feuerwehreinsatz“ zu „Feuerwehreinsatz“ hetze. Jetzt läuft das anders: Wir machen pro-aktive Brandverhütung. Sehr angenehm – und viel effektiver!

Meine Wochenstruktur sieht im Wesentliche so aus:

wöchentlich (montags) ab 9.00 Uhr im Stundentakt Gespräche mit meinen Verwaltungsleiterinnen / Assistentinnen Stadteilzentrum Steglitz (SzS)  und .garage, unserer Fachberaterin Kitas, dann in der .garage im wöchentlichen Wechsel Gespräch mit der QM-Beauftragten bzw. der Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, dann mit dem Projektleiter .garage Coaching / AndersBerater, anschliessend mit dem Projektleiter Inkubator / Mastermodul…; dienstags: Kooperationsrunde der Geschäftsführer*innen der Innovations-Teamträger in der Region B; mittwochs: Leitungskreis .garage (einmal monatlich mit den PLs aus der .garage), freitags Planung mit der Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit des Stadtteilzentrums und dann mit der Kollegin, die für Nachbarschafts-/generationsübergreifende Arbeit zuständig ist….

14-tägig: interne AG des SzS zum Thema „Modellprojekt sozialräumliche Leistungen / Innovationsteam“;

monatlich: ProjektleiterInnen-Runde SzS, Vorstand SzS, Teamsprecher*innen-Runde (Mitarbeitervertretung), PL-Jugendarbeit im SzS , Jugendhilfeausschuss, Redaktionsteam Jugendhilfeblog des DPW, Steuerungsgruppe Schule-Jugendhilfe
u.v.m.

(Manchmal überlege ich, ob ich nicht besser fahren würde, wenn ich statt eines Festgehaltes Sitzungsgelder bekommen würde…. 😉 )

Um dieses Gerüst herum organisieren sich alle anderen Themen, Sitzungen, Gremien, Probleme, Anfragen und Aufträge, Mitarbeiter*innengespräche, Netzwerkveranstaltungen, Prüfungen, administrative Aufgaben, E-Mails, Telefonate, Internetprojekte, Buchprojekt  und und und ….Ich werde nach und nach hier über all das berichten.

In dieser Woche war da z.B. ein ganzer Tag unterzubringen, an dem wir im Rahmen eines Überwachungsaudits durch die Certqua den aktuellen Stand unseres QM-Systems in der .garage überprüfen lassen mussten (ein jährlicher Fix-Termin). In diesem Jahr (dank der super Arbeit des  .garage -Teams) mit einem „quasi“ Null-Fehler-Ergebnis………..

Im Moment (so auch heute in einer SzS internen AG  und in einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses Steglitz-Zehlendorf) steht die Arbeit an der fachlichen und konzeptionellen Entwicklung des Modellprojektes „Sozialräumliche Leistungen“ im Mittelpunkt und bindet ziemlich viele zeitliche Ressourcen….. Ein super spannendes Projekt, über das ich hier auch immer mal wieder berichten werde…. Diese Woche hatte ich zu dem Thema alleine schon drei Termine im Umfang von insgesamt rund 8 Stunden – ein ganzer Arbeitstag ist da schon mal „weg“ (- allerdings eine herausragend sinnvolle Investition, denn das Projekt ist wirklich richtungsweisend und bedeutend!).

Ein  Höhepunkt im November ist immer unsere jährliche Leitungsklausur mit allen Projektleiter*innen (mittlerweile reisen wir mit 20 Leuten an)  zum Thema „Jahreszielplanung“… Was wir da machen und wie wir das machen, hatte ich HIER (Link anklicken!) schon mal beschrieben…..

Warum schreibe ich Euch das alles? Weil ich mal einen ersten Eindruck vermitteln will, wie so meine Geschäftsführerwoche in der Grobplanung aussieht… Ich vermute, dass ich  in meinem gerade startenden GF-Tagebuch immer mal wieder auf die verschiedenen Bereiche und Themen zurückkommen werde – für mich also ein guter Einstieg ins Schreiben und für Euch ins Lesen… 😉

Hoffe ich….

„Was machen Sie eigentlich beruflich?“

An irgendeinem Mittwochabend in diesem Jahr. In einer Sitzung, bei der sich fast alle schon lange kennen, begrüßen wir ein neues Gesicht. Und beginnen die Sitzung mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Für mich mal wieder eine super Gelegenheit alles zu präsentieren, worauf ich so mächtig, prächtig stolz bin: „Mein Name ist Thomas Mampel, ich bin Geschäftsführer des Vereins Stadteilzentrum Steglitz. Wir betreiben Kitas, Schulprojekte, Jugendeinrichtungen, Nachbarschafts- und Seniorentreffpunkte und engagieren uns im Bereich Stadtteilarbeit in den sozialen Brennpunkten im Bezirk. Derzeit arbeiten rund 130 fest angestellte Mitarbeiter*innen für das Stadteilzentrum.“… Kurze Pause. Dann weiter. „Außerdem bin ich geschäftsführender Gesellschafter der .garage berlin GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Genossenschaft youth collaboration eG. und Mitglied des Vorstandes des Vereins Computerbildung e.V.“. Zufrieden mit meiner beeindruckenden Selbstpräsentation blicke ich in die Runde und vor allem zu „dem Neuen“ in unserem Kreis. Der guckt mich relativ gelangweilt an und fragt mich: „Und was machen Sie beruflich?“

Erstmal war ich  – das gebe ich hier im geschützten Rahmen ja zu –  ein bisschen verärgert. Hat der nicht zugehört? Will der mich herausfordern? Nach einer Weile habe ich kapiert: der meint die Frage ernst. Denn: Wer nicht in der „Sozialbranche“ arbeitet, hat oft ein vollkommen anderes Bild von dieser Arbeit als wir, die wir da drin stecken…. Aussenstehende können sich teilweise gar nicht vorstellen, dass die Führung und Leitung sozialer Organisationen ein richtiger „Job“, richtige Arbeit ist. „Da arbeiten doch nur Ehrenamtliche, die das in ihrer Freizeit machen…“ oder „Die sind doch alle staatlich finanziert….. die müssen sich doch um nichts richtig Gedanken oder Sorgen machen“ sind typische Feedbacks von Branchenfremden – aber auch von Kunden und Klienten. Oftmals nicht gesehen wird, dass der soziale Bereich und die in ihm tätigen Organisationen in den letzten Jahren einem erheblichen Professionalisierungs- und Wirtschaftlichkeitsdruck ausgesetzt waren und sind – was ich grundsätzlich gut finde. Aus vielen karitativen Projekten und Vereinen sind mittlerweile leistunsgstarke soziale Unternehmen entstanden, die insgesamt in Deutschland zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden sind. (siehe hier zu auch die Studie der Wirtschaftsprüfungs-  und Beratungsgesellschaft Deloitte: „Jobmotor Sozialwirtschaft – Wachstumsbranche in Zeiten der globalen Krise„) Und die Menschen, die in diesen sozialen Unternehmen leitende Aufgaben und Führungsverantwortung übernehmen,  können es über weite Strecken mit ihren Kolleginnen und Kollegen in der „freien Wirtschaft“ aufnehmen. In vielen Bereichen sind sie wahrscheinlich  mittlerweile sogar  schon weiter…. Das Bild des entrückt weltfremden und etwas dusseligen Sozialarbeiters in Schlabberpulli und Jesuslatschen an der Spitze eines Sozialprojektes hat ausgedient. Es taugt nicht mehr, um die Arbeits- und Lebenswirklichkeit von  Sozialunternehmern, social entrepreneurs oder Sozialmanagern widerzuspiegeln….

Aber was genau macht eigentlich ein „social entrepreneur“? Wie sieht der Tag, die Arbeitswoche eines Geschäftsführers eines „normalen“ Unternehmens der Sozialwirtschaft aus? Mit welchen Themen, mit welchen Fragen, mit welchen Herausforderungen sind Führungskräfte in Non-Profit-Unternehmen heutzutage so beschäftigt? Dazu gibt es wahrscheinlich ganz unterschiedliche Fallbeispiele und Biografien…. In meinem kleinen Blog möchte ich von nun an die Gelegenheit nutzen und aus meinem Arbeitsleben berichten. Quasi mein „Geschäftsführer-Tagebuch“ veröffentlichen….. Immer Öfters mal zum Ende der Woche hin schreibe ich hier, was die Woche im Leben des Geschäftsführers des Stadtteilzentrum Steglitz (und der .garage berlin und und und….) so alles an Höhe- und Tiefpunkten gebracht hat, was sich  ereignet hat und mit welchen spannenden und weniger spannenden Themen, Problemen und Aufgaben so einer wie ich rund 50 bis 60 Stunden je Woche beschäftigt ist…..

Und wenn mich dann mal wieder jemand fragt „Was machen Sie eigentlich beruflich?“ – dan sage ich ihm: Guck in meinen Blog und schau dir dir Beiträge in der Rubrik  „GF-Tagebuch“ an…

Ich hoffe, Ihr findet das ein bisschen interessant. Und wenn Euch der eine oder andere Beitrag gefällt, freu ich mich natürlich auch über ein Feedback, über Kommentare  und über Werbung für das Blog „mampel´s Welt“ ….. 😉