mal ganz praktisch…

Stephen R. Covey schreibt zum Thema „Synergien schaffen“ : „Sehen Sie die Position des anderen.Wenn Sie das nächste Mal eine Meinungsverschiedenheit oder eine Konfrontation mit jemandem haben, versuchen Sie, die Belange des anderen zu verstehen. Behandeln Sie diese in einer kreativen Weise, die für beide vorteilhaft ist.“

Das leuchtet mir sofort ein. Wie alle Ratschläge und Anregungen, die Covey in seinem Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ für uns bereit hält….. Doch beim zweiten oder dritten mal lesen fange ich oft  an zu grübeln. Weil ich merke, dass ich einen wichtigen Teil zwar intellektuell erfasst habe, aber keinen Weg für die Umsetzung im ganz praktischen Sinne finde. Wie macht man das eigentlich, inmitten einer hitzigen Auseinandersetzung „auf kreative Weise, die für beide vorteilhaft ist“ die Belange des anderen zu verstehen? Wie schafft man es, in einer Diskussion die Ebene der Konfrontation zu verlassen und die Perspektive des „Beobachters“ einzunehmen, der die Belange und Sichtweisen aller Beteiligten erfasst, kreativ aushandelt und so Synergien schafft? Wie macht Ihr das? Im Streit. In der Diskussion. In der Auseinandersetzung .Mal ganz praktisch…….

2 Gedanken zu “mal ganz praktisch…

  1. In vielen dieser Fällen ist auch viel Übung im Spiel. Ich denke oft ist das Bewusstsein, nach einer gewissen Methode handeln zu wollen der erste Schritt. In einer hitzigen Diskussion denken wir ja oft gar nicht an gewisse Vorsätze. Sich dessen zu erinnern ist also der Beginn. Wen man mit gewissen Personen öfters streitet könnte es ja auch durchaus mal Sinn machen, solche Strategien auf der Meta-Ebene anzusprechen. Vl werden Sie dann auch von ihrem Gesprächspartner erinnert? 🙂

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  2. Eine sehr interessante Frage. In der Selbstreflektion und im Rückblick denke ich, dass ich das gut kann. Mit einigen Einschränkungen. Ich bin sowieso niemand, der gerne streitet, dann aber die Contenance bewahren kann. Ich will Positionen eines Gegenübers auch nur dann verstehen, wenn es einen Zweck hat. Dem geht das doch auch so. Kommt das also überhaupt oft vor? Wer sich mit Rhetorik auseinandersetzt, manipuliert permanent seine Umwelt. Das bedeutet ja nicht, dass alles zu seinen Gunsten laufen muss. Sondern man nimmt Argumente anderer auf und bildet sich seine Meinung, die man wiederum mit dem Gegenüber teilt. Bleibt das Ergebnis hinter den Wünschen zurück und ist der Partner nicht bereit, seine Position zu verlassen, hat man schon alles versucht. Weitere Diskussion ist verlorenen Lebenszeit und muss dann wohl verschoben werden, so dass beide ihre Ansichten durch weitere Betrachtungen überdenken. Manchmal geht etwas aber eben so gar nicht zusammen; dann kann man einander ignorieren – das tut nicht weh. Nachtreten ist etwas für Schwache.
    Und mit manchen Menschen sind mir Diskussionen ohne nichts Wert; mit Menschen ohne hinreichende Bildung oder Sachkenntnis diskutiere ich nicht; oder mit Kindern. Zu oft muss man sich auch mit Menschen verständigen, die in einer ganz anderen Welt leben. Mein wissenschaftliches Ich vermutet eine seltene Konjunktion unterschiedlicher Multiversen, mein weltanschauliches Ich stellt dann immer wieder die Gültigkeit des Konstruktivismus fest. Was soll man da auch für Ergebnisse erwarten! Also: ignorieren.
    Eigentlich ist in dem Artikel nur der Begriff „kreativ“ nicht geklärt. Kreativität in Diskussionen ist die Domäne der Rhetorik; dort soll man sich wohl bedienen. Das könnte auch das Geheimnis von Covey sein oder eine schlechte Übersetzung. Wie lautet der Satz im Original? Ich glaube auch, dass der Titel „Die sieben Wegen zur Effizienz“ heißen müsste.

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