Über 120 Kolleg*innen aus Stadtteilzentren, Verwaltung und Politik nahmen heute an der Fachkonferenz „Stadtteilarbeit zwischen Kontinuität und Zukunft: verlässlich, wirksam, unverzichtbar!“ teil. Veranstaltet wurde die Tagung vom Verband für sozial-kulturelle Arbeit und dem Paritätischen Berlin.
Nicht nur „wohltuend“, sondern extrem richtig und wichtig war die Eröffnungsrede der Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA), Cansel Kiziltepe. Vor allem auch, weil sie betonte, welche Bedeutung Stadtteilzentren für die Stadt haben: „Stadtteilzentren sind das Herz der sozialen Infrastruktur Berlins“ und das „soziale Rückgrat“ der Stadt.
Wohl wahr! Stadtteilzentren decken alle Lebensbereiche der Menschen ab. Im Kiez organisieren sie soziale und kulturelle Angebote, bieten Möglichkeiten der Begegnung und der Teilhabe, sind offen für alle Menschen. Stadtteilzentren sind (OT C. Kiziltepe) „unverzichtbar“ und keine frei verhandelbare „freiwillge Leistung“. Stadtteilzentren gehören zur sozialen Grundversorgung – und dürfen (auch in Bezug auf Wirkungsmessung) nicht nur unter fiskalischen Gesichtspunkten bewertet werden. Wir gehen davon aus, dass sich diese Einschätzung auch bei den anstehenden Haushaltsverhandlungen in Berlin positiv niederschlägt und es keine Kürzungen in der Förderung der Stadtteilarbeit geben wird und auch die absurde Idee, die Hälfte aller Projekte in der „Mobilen Stadtteilarbeit“ zu streichen, schnell wieder vom Tisch ist.
Dass Stadtteilzentren auch eine wichtige Rolle bei der Stärkung unserer Demokratie spielen, machte Reinald Manthe in seinem anschliessenden Vortrag deutlich: „Demokratie braucht Begegnung“, der Abbau öffentlicher Infrastruktur ist schädlich für die Demokratie. Das Wegbrechen (Wegsparen) öffentlicher Räume, die Begegnung und Austausch ermöglichen, fördert zunehmende Individualisierung und Isolation in abgeschirmten „Blasen“ (nicht nur im digitalen Raum). Manthes Forderung: Wir brauchen reale Räume, die „Zufall, Irritation und Diversität“ ermöglichen und erlebbar machen.
All dies durfte ich am Nachmittag dann auch gleich live erleben: Unser neuestes Stadtteilzentrum („Marie Li“ – ein Kooperationsprojekt des Stadtteilzentrum Steglitz, des PFH und des NUSZ) feierte heute seinen ersten Geburtstag. Beim Essen kamen so viele unterschiedliche Menschen zusammen…… großartig! Ohne das Stadtteilzentrum wären diese Menschen wohl kaum miteinander ins Gespräch und in den Austausch gekommen. Alle (!) lernen fast nebenbei andere Perspektiven, Lebensstile und persönliche Geschichten / Erfahrungen kennen. Nur so entsteht Akzeptanz und Miteinander. Und Vertrauen. Alles Grundlagen für ein solidarisches und demokratisches Miteinander.
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