Der Arbeitsalltag eines Geschäftsführenden hält viele Höhe und Tiefen bereit. Gerade in diesen Zeiten – der Soziale Bereich steht unter heftigem Kürzungsdruck – überwiegen die schwierigen und kräftezehrenden Aufgaben: Sparvorgaben an die Teams und Mitarbeitenden weitergeben, permanenter finanzieller Druck, an der einen oder anderen Stelle Konflikte mit Kolleg*innen, die (meist zu recht) mehr wollen, als gerade leistbar ist. Dazu der normale Termindruck, viele Meetings, in denen es auch im anstehende Veränderungen und Anpassungsanforderungen geht. Viele schwerlastige Themen, die oft (aber nicht immer) den Blick auf die guten Situationen und Erlebnisse verstellen. Wie steht man das gut durch, ohne sich selbst zu verlieren oder in eine „Negativ-Trance“ zu verfallen?
Vor einiger Zeit hatte ich während einer Autofahrt ein gutes Gespräch mit dem besten Architekten der Welt (wenn Ihr mal einen richtig richtig guten Planer / Architekten braucht, meldet Euch gern bei mir) und wir sprachen darüber, wir er es schafft, bei dieser enormen Arbeitslast und den vielen großen und kleinen Katastrophen im beruflichen Alltag (wer schon mal gebaut hat, weiss, was ich meine) optimistisch, kraftvoll und ausgeglichen zu bleiben. Seine Antwort: Man muss versuchen, sich jeden Tag kleine Glücksinseln zu schaffen. Freiräume, die dem Stress des Alltages ganz bewusst, etwas positives, entspannendes, glücklich machendes gegenüberstellen. Fand ich interessant – habs aber auch schnell wieder vergessen.
Vor ein paar Wochen fiel mir der Ratschlag wieder ein. Wohl nicht ganz zufällig in einer Phase, wo es wieder heftig zur Sache ging. Ich erinnerte mich und fing an mir Gedanken zu machen, welche Situationen mich wirklich zufrieden und glücklich machen. Und ich fing an, mir solche Dinge als konkrete Termine in meinen Kalender zu schreiben – in Outlook mit der Kategorie „Glücksinsel-Termin“ gekennzeichnet und farblich hervorgehoben. Und diese Termine sind mir heilig. Denn sie tun mir wahrlich gut. Da stehen dann so Sachen, wie „Picknick am Wasser mit Anke“ oder „mit dem Fahrrad rumstromern“ oder „ein fettes Stück Torte essen“…. Keine weltbewegenden Dinge, aber Dinge, die mir gut tun und die mein Leben enorm bereichern.
„Glücksinsel-Termine“ in den Kalender einzutragen und sie „bis aufs Messer“ zu verteidigen, erweist sich für mich als „Game-Changer“. Meist war es bisher so, dass alles arbeitsmäßige absolute Priorität hatte. Alle anderen Bedürfnisse hatten dahinter zurück zu stehen. Habe ich mir was schönes vorgenommen, war das schnell obsolet, wenn eine dringende dienstliche Angelegenheit meine Aufmerksamkeit (und Zeit) einforderte. Wenn die Dinge aber als feste Verabredung mit mir selbst im Kalender stehen, bekommen sie eine andere Verbindlichkeit und sie fallen seltener oder gar nicht aus. Das tut gut.
Ich glaube, wenn wir uns alle jeden Tag kleine „Glücksinseln“ schaffen würden, wären wir alle ein bisschen zufriedener, vielleicht sogar glücklicher – und das wäre doch ein gutes Ziel, oder?
[…] selbst habe hierzu auch meine „Glücksinsel-Strategie“ schon vorgestellt……das hilft mir sehr oft (aber eben nicht […]
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Ich vermute, wir kennen diesen Architekten gemeinsam, der erstaunlich unspektakulär, erstaunlich entspannt zielgerichtet nach vorne ging. Neben innerer Struktur ist das bewusste Distanzieren von Stressoren im Sinne der „Glücksinseln“ notwendiges Powernapping. Ob man dazu Mittelfinger oder blau-weiße Kehle benötigt…..It’s up to you.
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